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Beschreibung
vor 7 Monaten
Wann ist ein Replikant kein Replikant mehr? Mark und Jens nehmen
sich Ridley Scotts "Blade Runner" vor und fragen, wie viel von der
Dystopie aus den Siebzigern längst Realität geworden ist.
Ausgangspunkt ist der berühmte Voight-Kampff-Test aus dem Film, der
Replikanten an fehlenden emotionalen Mikroreaktionen erkennt, und
die Frage, ob der klassische Turing-Test diese Rolle heute
überhaupt noch erfüllen kann. Mark erzählt von seinem eigenen
Reverse-Test mit ChatGPT, das ihn zu 86 Prozent für einen Menschen
hielt, und von einer Studie, in der GPT-4.5 in 73 Prozent der Fälle
als menschlicher Gesprächspartner durchging. Von dort geht's tiefer
in die Technik: Benchmarks für Sprachmodelle haben laut Jens
dieselben Probleme wie Klausuren mit durchgesickerten Lösungen,
reine Datenkontamination statt echter Denkleistung. Die beiden
unterscheiden Large Language Models von Small Language Models
(lokal auf dem Gerät, andere Metriken wie Stromverbrauch statt
Weltwissen) und diskutieren, warum emotionale Reaktionen künftig
ein wichtigeres Gütekriterium werden könnten als reines
Faktenwissen. Ein Konferenzbericht vom Fraunhofer-Institut liefert
die reale Blade-Runner-Parallele: Wer heute Deepfake-Videos
entlarven will, achtet auf die Pulsader auf der Stirn: ein Detail,
das KI-Videogenerierung noch nicht sauber hinbekommt. Noch. Das
zweite große Thema der Folge ist Machtkonzentration. Jens zieht die
Linie von Gemini mit Nano Banana Pro über Grok, Claude und GPT bis
zu der Beobachtung, dass Zugang zu den besten Modellen zunehmend
über Erfolg entscheidet, im Kleinen bei Hausaufgaben, im Großen bei
der Frage, welche Staaten sich Rechenzentren und Energie für
KI-Training leisten können. Energie, nicht Rechenpower, wird hier
als eigentliche Währung der KI-Zukunft beschrieben. Mark bringt
Open-Source-KI-Modelle und die europäische Regulierungsdebatte als
möglichen Gegenpol ins Spiel, warnt aber auch vor einer
Cyberpunk-artigen Auflösung gewohnter Machtstrukturen, wie sie in
Romanen wie "Neuromancer" beschrieben wird. Zum Schluss wird es
fast philosophisch: Wenn Agentensysteme aus mehreren
spezialisierten Modellen wie ein Organismus zusammenarbeiten und
Maschinen zunehmend Emotionen simulieren oder sogar entwickeln,
wird aus der Frage "Kann eine Maschine denken?" eher die Frage "Wen
akzeptieren wir als gleichberechtigte Person?". Am Beispiel der
Deckard-Rachel-Szene aus dem Film zeigen Mark und Jens, warum ein
reiner Turing-Test dafür schon bald nicht mehr ausreichen könnte
und ein Empathietest die nächste Stufe sein müsste.
sich Ridley Scotts "Blade Runner" vor und fragen, wie viel von der
Dystopie aus den Siebzigern längst Realität geworden ist.
Ausgangspunkt ist der berühmte Voight-Kampff-Test aus dem Film, der
Replikanten an fehlenden emotionalen Mikroreaktionen erkennt, und
die Frage, ob der klassische Turing-Test diese Rolle heute
überhaupt noch erfüllen kann. Mark erzählt von seinem eigenen
Reverse-Test mit ChatGPT, das ihn zu 86 Prozent für einen Menschen
hielt, und von einer Studie, in der GPT-4.5 in 73 Prozent der Fälle
als menschlicher Gesprächspartner durchging. Von dort geht's tiefer
in die Technik: Benchmarks für Sprachmodelle haben laut Jens
dieselben Probleme wie Klausuren mit durchgesickerten Lösungen,
reine Datenkontamination statt echter Denkleistung. Die beiden
unterscheiden Large Language Models von Small Language Models
(lokal auf dem Gerät, andere Metriken wie Stromverbrauch statt
Weltwissen) und diskutieren, warum emotionale Reaktionen künftig
ein wichtigeres Gütekriterium werden könnten als reines
Faktenwissen. Ein Konferenzbericht vom Fraunhofer-Institut liefert
die reale Blade-Runner-Parallele: Wer heute Deepfake-Videos
entlarven will, achtet auf die Pulsader auf der Stirn: ein Detail,
das KI-Videogenerierung noch nicht sauber hinbekommt. Noch. Das
zweite große Thema der Folge ist Machtkonzentration. Jens zieht die
Linie von Gemini mit Nano Banana Pro über Grok, Claude und GPT bis
zu der Beobachtung, dass Zugang zu den besten Modellen zunehmend
über Erfolg entscheidet, im Kleinen bei Hausaufgaben, im Großen bei
der Frage, welche Staaten sich Rechenzentren und Energie für
KI-Training leisten können. Energie, nicht Rechenpower, wird hier
als eigentliche Währung der KI-Zukunft beschrieben. Mark bringt
Open-Source-KI-Modelle und die europäische Regulierungsdebatte als
möglichen Gegenpol ins Spiel, warnt aber auch vor einer
Cyberpunk-artigen Auflösung gewohnter Machtstrukturen, wie sie in
Romanen wie "Neuromancer" beschrieben wird. Zum Schluss wird es
fast philosophisch: Wenn Agentensysteme aus mehreren
spezialisierten Modellen wie ein Organismus zusammenarbeiten und
Maschinen zunehmend Emotionen simulieren oder sogar entwickeln,
wird aus der Frage "Kann eine Maschine denken?" eher die Frage "Wen
akzeptieren wir als gleichberechtigte Person?". Am Beispiel der
Deckard-Rachel-Szene aus dem Film zeigen Mark und Jens, warum ein
reiner Turing-Test dafür schon bald nicht mehr ausreichen könnte
und ein Empathietest die nächste Stufe sein müsste.
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