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vor 4 Monaten
Die aktuellen Wirtschaftsnachrichten mit Michael
Weyland
Thema heute:
KIT: WLAN als Spion: Ueberwachungsfalle in
Funknetzwerken
Man mag es kaum glauben: Wer an einem Café mit WLAN
vorbeiläuft, kann identifiziert werden – sogar ganz ohne ein
eigenes Handy. Forschende des Karlsruher Instituts für
Technologie (KIT) haben eine Möglichkeit entdeckt, Personen
allein anhand von WLAN-Signalen zu erkennen. Damit weisen sie auf
ein erhebliches Risiko für die Privatsphäre hin. Personen müssen
für die Identifikation kein Smartphone oder Tablet bei sich
tragen.
Es reicht, dass WLAN-Geräte in ihrer Umgebung miteinander
kommunizieren. Dabei entsteht ein Bild – vergleichbar mit einer
Kameraaufnahme, jedoch basierend auf Funkwellen. Das
Forschungsteam fordert entsprechende
Datenschutzmechanismen.
„Wir beobachten die Ausbreitung der Radiowellen und können
so ein Bild der Umgebung und von Personen erzeugen”, sagt
Professor Thorsten Strufe vom KASTEL — Institut für
Informationssicherheit und Verlässlichkeit des KIT. „Das
funktioniert ähnlich wie bei einer normalen Kamera, nur dass
diese Lichtwellen statt Radiowellen in ein Bild umwandelt ”,
erläutert der Cybersicherheitsexperte. „Es ist deshalb auch
unerheblich, ob jemand ein WLAN-Gerät bei sich hat oder nicht.“
Auch das Abschalten schützt nicht: „Es genügt, wenn andere Geräte
in der Umgebung aktiv sind.”
WLAN-Router als „stille Beobachter“
„Die Technik macht aus jedem Router ein potenzielles
Überwachungsgerät“, warnt Julian Todt vom KASTEL. „Wer regelmäßig
an einem Café mit WLAN vorbeigeht, könnte dort unbemerkt
identifiziert und später wiedererkannt werden – etwa von
staatlichen Stellen oder Unternehmen.“ Zwar gebe es für
Geheimdienste oder Cyberkriminelle einfachere Methoden, Menschen
zu beobachten – etwa durch den Zugriff auf Überwachungskameras
oder Video-Türklingeln, sagt Strufe. „Aber die allgegenwärtigen
Drahtlosnetzwerke könnten zu einer nahezu flächendeckenden
Überwachungsinfrastruktur werden.“ Denn WLAN gibt es heutzutage
in fast allen Wohnungen, Büros, Restaurants und öffentlichen
Räumen.
Keine besondere Hardware notwendig
Anders als bei Angriffen mit LIDAR-Sensoren oder bisherigen
WLAN-basierten Methoden, die Channel State Information (CSI)
nutzen – also Messdaten darüber, wie sich ein Funksignal durch
Wände, Möbel oder Personen verändert –, benötigen Angreifende
keine Spezialhardware. Die Methode funktioniert mit
handelsüblichen WLAN-Geräten. Dabei nutzt sie die legitimen
Nutzerinnen und Nutzer aus, die mit dem WLAN verbunden sind. So
entstehen Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln, die zur
Identifikation der Personen dienen können.
Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden
unter:
https://www.was-audio.de/aanews/News20251017_kvp.mp3
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