Warum wurde der 7. Oktober nicht vermieden? | Von Jochen Mitschka

Warum wurde der 7. Oktober nicht vermieden? | Von Jochen Mitschka

22 Minuten

Beschreibung

vor 4 Monaten

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.


So lautet zum Jahrestag der Hamas-Offensive am 7. Oktober ein
Artikel von Dan Steinbock. Der Autor gehört noch zu der
Generation von Wissenschaftlern, welche die frühen Protagonisten
israelischer Zionisten auf der einen Seite, und die Vertreter der
PLO auf der anderen Seite persönlich kannte. Er veröffentlichte
das Buch "Der Untergang Israels" (1) und zuletzt "Die
Auslöschungsdoktrin" (2) nicht nur auf Grund seiner
wissenschaftlichen Arbeit, sondern auch seiner persönlichen
Erfahrung. Deshalb beginnen wir diesen PodCast mit der
Übersetzung seines Artikels, um dann erst zum "Tagesgeschäft" im
Nahen Osten zu kommen.


Nochmal: Was war der 7. Oktober 2023? von Dan
Steinbock (3)


Am 7. Oktober 2023 – vor zwei Jahren – wurde die von der Hamas
angeführte Offensive als "Israels 9/11" dargestellt, ein Ereignis
das aus heiterem Himmel kam. Diese Annahme wird durch die Fakten
nicht gestützt. Der Angriff war vermeidbar.


Nach dem von der Hamas angeführten Angriff verurteilten das
Kabinett Netanjahu und andere hochrangige israelische politische,
militärische und Sicherheitsbehörden das, was sie als "unseren
11. September" bezeichneten, vehement als "Überraschungsangriff".
Für einen erstaunlichen Schock war es eine bemerkenswert
einheitliche, orchestrierte Reaktion.


Doch die schwierigen Fragen werden ignoriert. Warum wurden die
israelischen Geiseln im Stich gelassen? Warum wurden die
strategischen Grenzgemeinden vernachlässigt? Und wo waren die
reichhaltigen Geheimdienstinformationen über den Angriff der
Hamas versickert?


Im Stich gelassene Geiseln


Am 7. Oktober 2023 wurden im Rahmen der von der Hamas angeführten
Gesamtoffensive 251 Menschen aus Israel in den Gazastreifen
verschleppt. Am nächsten Tag ernannte Ministerpräsident Netanjahu
den ehemaligen Militärkommandeur Gal Hirsch dazu, die
regierungsübergreifende Reaktion auf entführte Zivilisten und
Soldaten zu koordinieren.


Auf internationaler Ebene wurde die Ernennung als proaktiver
Schritt des Premierministers dargestellt, um die rechtzeitige
Freilassung der israelischen Geiseln zu gewährleisten. Aber es
war eine Farce.


Als Brigadegeneral hatte Hirsch während des Libanonkriegs 2006
eine IDF-Division befehligt, in dem die Auslöschungsdoktrin zum
ersten Mal auf die Probe gestellt wurde (4), die auf der
Zerstörung ziviler Infrastruktur und völkermörderischen
Gräueltaten basierte. Außerdem war Hirsch für den Fehler
verantwortlich, der zu einer Entführung durch Hisbollah-Kämpfer
und, trotz schwerer Verluste, zu zwei gescheiterten Schlachten
führte. Nach einer Flut von Kritik musste Hirsch [damals]
zurücktreten.


Später trat er auf Geheiß Netanjahus der rechten Likud-Partei bei
und wurde 2021 zum Favoriten für das Amt des nationalen
Polizeichefs. Bis er und seine Geschäftspartner wegen
Steuerhinterziehung (5) in Höhe von 1,9 Millionen Dollar in einem
Fall von Waffenverkäufen nach Georgien angeklagt wurden.


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