Arbeitslos in Deutschland – SG 307

Arbeitslos in Deutschland – SG 307

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10 Minuten

Beschreibung

vor 5 Monaten






Warst du schon einmal arbeitslos? Ich zum Glück nicht.
Bei mir geht das aber auch eigentlich nicht, denn ich
bin eine sogenannte Freiberuflerin und daher
selbständig. Das bedeutet, dass ich nicht angestellt
bin. Ich bin meine eigene Chefin. Und ich habe immer
viele Ideen für Projekte.


Arbeitslosigkeit ist aber ein Thema, das in Deutschland
seit vielen Jahren wichtig ist. Immer wieder hört man
in den Nachrichten Zahlen dazu. Aber was bedeutet
Arbeitslosigkeit eigentlich? Ganz einfach: Wenn jemand
arbeiten möchte, aber keinen Job findet, dann ist diese
Person arbeitslos. In Deutschland meldet man sich dann
bei der sogenannten Agentur für Arbeit. Früher hieß das
Arbeitsamt. Dort bekommt man Unterstützung bei der
Suche nach einer neuen Stelle. Und manchmal auch Geld
vom Staat, damit man in dieser Zeit überleben kann.


Schauen wir mal in die Geschichte. Wie war es da mit
der Arbeitslosigkeit? Besonders schlimm war die Zeit
nach dem Ersten Weltkrieg. Damals war Deutschland arm
und es gab sehr viele Menschen ohne Arbeit. Ab 1929 kam
es dann zur Weltwirtschaftskrise. In dieser Zeit waren
in Deutschland Millionen von Menschen arbeitslos. Viele
Menschen standen stundenlang in Schlangen, um eine
Suppe zu bekommen. Verglichen mit anderen Ländern ging
es Deutschland in dieser Krise noch vergleichsweise
gut. Es erreichte nach einigen Jahren als eines der
ersten Länder wieder die sogenannte Vollbeschäftigung.
Das bedeutet, dass alle Menschen, die Arbeit suchten,
auch welche fanden. Es gab also so gut wie keine
Arbeitslosigkeit. So toll war das aber gar nicht, denn
die Arbeitsbedingungen waren oft schlecht und die Löhne
sehr niedrig.


Nach dem Zweiten Weltkrieg sah die Lage zunächst auch
nicht gut aus. Städte waren zerstört, Fabriken kaputt,
viele Menschen auf der Flucht. Doch schon bald begann
das sogenannte Wirtschaftswunder. In den 1950er-und
1960er-Jahren ging es Deutschland wirtschaftlich sehr
gut. Plötzlich fehlten Arbeitskräfte, weil es so viel
Arbeit gab. Deswegen holte Deutschland sogenannte
Gastarbeiter ins Land. Viele kamen aus Italien,
Griechenland oder der Türkei. Sie halfen, die
Wirtschaft aufzubauen. Dazu gibt es eine eigene Episode
Slow German.


Vor der Corona-Pandemie waren die Zahlen der
Arbeitslosigkeit in Deutschland sehr niedrig. Während
der Corona-Zeit stiegen die Zahlen jedoch wieder an.
Viele Geschäfte, Restaurants oder kleine Betriebe
mussten schließen. Um die Menschen zu unterstützen,
führte Deutschland das sogenannte Kurzarbeitergeld ein.
Das bedeutet, dass Menschen zwar weniger arbeiten, aber
einen Teil ihres Lohns trotzdem vom Staat bekommen. So
verloren nicht alle sofort ihren Job.


2023 und 2024 lag die Arbeitslosenquote in Deutschland
bei ungefähr fünf bis sechs Prozent. Das bedeutet: Von
hundert Menschen im Arbeitsalter sind etwa fünf bis
sechs arbeitslos. Diese Quote schwankt aber, je nach
Region. In Bayern oder Baden-Württemberg gibt es oft
weniger Arbeitslose, weil dort viele große Firmen wie
BMW, Audi oder Bosch sitzen. In anderen Regionen ist
die Quote manchmal höher. Zum Beispiel sind es in
Bayern nur knapp 4 Prozent, in Bremen aber fast 12
Prozent. Die neuesten Zahlen des Statistischen
Bundesamtes besagen, dass die Arbeitslosenquote im
August 2025 bei 6,4 lag, bei Frauen war sie bei 6,2 und
bei Männern bei 6,6. Und bei Jugendlichen unter 20
Jahren bei 5,8 Prozent. Wenn man das in absoluten
Zahlen ausdrückt waren etwas mehr als drei Millionen
Menschen in Deutschland arbeitslos. Ich habe mal
nachgesehen, wie es in anderen europäischen Ländern
aussieht – in Spanien und Finnland ist es am
schlimmsten, Deutschland ist eher auf den vorderen
Plätzen, was Beschäftigung angeht.


Aber warum werden Menschen überhaupt arbeitslos? Manche
verlieren ihren Job, weil die Firma schließen muss.
Momentan wird oft die Weltwirtschaftslage als Grund
angeführt, denn durch die Unsicherheit investieren
viele Firmen nicht in Jobs. Manche Menschen können aber
auch einfach nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten, weil
sich die Technik verändert hat. Ein Beispiel: Früher
gab es in fast jeder Stadt Telefonzellen. Jemand musste
sich um diese Telefone kümmern. Heute hat fast jeder
ein Handy, und dieser Beruf ist verschwunden. Dafür
entstehen aber auch neue Berufe, zum Beispiel im
Bereich Computer oder erneuerbare Energien. Es kann
auch passieren, dass man in seinem eigentlichen Beruf
nicht mehr arbeiten kann, weil man gesundheitliche
Probleme hat. Auch psychische Probleme gehören
natürlich dazu.


Ich erinnere mich übrigens noch an die sogenannten
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, kurz ABM. Da erfand der
Staat Jobs, um arbeitslosen Menschen eine Möglichkeit
zu geben, einen geregelten Arbeitsalltag zu haben.
Meistens waren das Jobs im sozialen Bereich oder auch
im Umweltschutz. Kritik daran war, dass dadurch
natürlich die Arbeitslosenstatistiken plötzlich viel
besser aussahen. Heute ist die ABM noch ein geflügeltes
Wort. Wenn jemand das Gefühl hat, eine Aufgabe
erledigen zu müssen, die eigentlich nicht nötig ist,
sagt er: Das ist sowieso nur eine ABM.


Heute bietet die Agentur für Arbeit viele
Hilfsmöglichkeiten für Menschen, die arbeitslos werden.
Zum Beispiel bietet die Agentur Kurse an, in denen
Menschen lernen können, wie man Bewerbungen schreibt
oder wie man sich auf ein Vorstellungsgespräch
vorbereitet. Außerdem gibt es Umschulungen. Das
bedeutet, dass man einen neuen Beruf lernen kann, wenn
es in der alten Branche keine Jobs mehr gibt. Und unter
bestimmten Bedingungen bekommt ein arbeitsloser Mensch
auch Geld vom Staat. Die Bedingungen zähle ich jetzt
hier aber nicht auf, das ist zu kompliziert.


Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg307kurz.pdf





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