Schöner wär’s – wenn Kliniken und ambulanter Sektor besser kommunizieren könnten

Schöner wär’s – wenn Kliniken und ambulanter Sektor besser kommunizieren könnten

24 Minuten

Beschreibung

vor 4 Monaten

Patient, männlich, Mitte 40, kommt aus dem Krankenhaus wegen
einer Bursitis am Ellenbogen und hat plötzlich eine neue
Diagnose: Diabetes.


Um diesen Fall geht es in der neuen Spezialfolge von
„LandMEDchen“.


Bei „Schöner wär’s“ unterhalten sich Dr. Andrea Morawe und Anna
List über Fälle, in denen Dinge wirklich besser hätten laufen
können. Dabei geht es nicht um Kollegen-Bashing oder einen
erhobenen Zeigefinger, sondern darum, die medizinische Versorgung
auf dem Land zu stärken.


Doch zurück zu unserem Fall:


Der obengenannte Patient wurde an einem Donnerstag um 2 Uhr
entlassen und schlug um etwa halb 4 bei Andrea in der Praxis auf.
Dabei hatte er einen Entlassungsbrief und eine „Brötchentüte“.


Der Patient ist kein typischer Arztgänger und war schon zwei
Jahre nicht mehr beim Hausarzt.


Das bedeutet: Andrea musste erstmal auf die Akte zugreifen.
Dadurch, dass sie einen KV-Sitz übernommen hat und damit auch
alle Patient:innen, sind die Akten dafür trotzdem nicht frei
zugänglich, sondern in einem Archiv – teilweise in Papierform,
teilweise digital. Erst mit Unterschrift des Patienten darf sie
auf die Akten zugreifen.


Der Patient hatte auf seinem Entlassungsbrief allerdings etwas
stehen, was gar nicht mit der Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
zu tun hatte: Insulinpflichtiges Diabetes.


Das Problem daran: Der Patient war planlos und überrascht. Andrea
und Anna erklärten ihm die Konsequenzen dieser Diagnose,
schrieben ihn direkt in das DMP-Programm (Chroniker-Programm) ein
und überwiesen ihn zum Augenarzt.


Und ganz wichtig, sie gaben ihm direkt einen Folgetermin für die
nächste Blutabnahme.


Außerdem organisierten sie einen Pflegedienst, wobei Andrea
wieder ihr starkes Netzwerk zugutekam. Der Pflegedienst
unterstützt den Patienten nun in der ersten Zeit beim Spritzen
des Insulins. Denn auch ein Blutzuckergerät besaß der Patient
noch nicht!


 


Und genau hier stecken Andrea und Anna den Finger in die Wunde:
Das Entlassungsmanagement in Kliniken funktioniert einfach oft
nicht gut genug. Kliniken können häusliche Krankenpflege
arrangieren, sie können Patient:innen aufklären, machen es aber
oft nicht.


Auch der Sozialdienst kann hinzugezogen werden.


 


Zudem hat in diesem Fall auch die Kommunikation mit der Klinik
nicht richtig funktioniert und die Laborwerte konnten nicht an
Andrea geschickt werden. Ein Baustein in einer guten
Kommunikation ist somit auch der Anschluss an die TI
(Telematikinfrastruktur). Dafür gab es sogar Fördergelder für die
Kliniken, sodass sie digital Werte und Informationen verschicken
können.


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