Heute erzähle ich dir etwas über eine der bekanntesten Firmen in
Deutschland – und sogar auf der ganzen Welt. Sie heißt SAP. Der
Name SAP steht für Systeme, Anwendungen und Produkte in der
Datenverarbeitung. Die Firma stellt Software her, vor allem für
andere Unternehmen. Mit dieser Software können Firmen ihre Arbeit
besser organisieren – zum Beispiel bei der Buchhaltung, in der
Produktion oder beim Personal. Bei meinem Arbeitgeber gibt es auch
ein SAP-Portal, da kann ich zum Beispiel eintragen, wann ich in
diesem Jahr Urlaub nehmen möchte. Weil ich die Firma wichtig finde,
habe ich sogar Aktien von ihr gekauft - seitdem gab es aber nur
Verluste. Zum Glück mache ich keinen Finanz-Podcast… Gegründet
wurde die Firma im Jahr 1972 in der Stadt Walldorf in
Baden-Württemberg. Die Gründer waren fünf Männer, die vorher bei
der Firma IBM gearbeitet hatten. Sie wollten ein neues System
entwickeln, das alle wichtigen Bereiche wie Lohnabrechnung und
Buchhaltung in einem Unternehmen verbindet. Damals war das eine
neue Idee. Heute ist sie ganz normal. Heute arbeiten weltweit über
100.000 Menschen bei SAP, in mehr als 100 Ländern. Die Firma ist
also sehr groß. In Deutschland allein sind es über 30.000
Mitarbeitende. Viele arbeiten in Walldorf, wo das Unternehmen noch
immer seinen Hauptsitz hat. Dort gibt es moderne Bürogebäude, viel
Glas, große Kantinen – und sogar eine eigene Bushaltestelle. Aber
was genau macht SAP eigentlich? Ich habe versucht, das
herauszufinden, und finde es sehr abstrakt. Die Firma entwickelt
sogenannte ERP-Software. Das bedeutet: „Enterprise Resource
Planning“. Mit dieser Software können Firmen viele Dinge
gleichzeitig steuern – zum Beispiel Lager, Rechnungen, Bestellungen
und Mitarbeiterdaten. Früher mussten Unternehmen dafür viele
verschiedene Computerprogramme benutzen. Mit SAP geht alles in
einem System. Große Firmen wie BMW, Lufthansa oder Coca-Cola nutzen
SAP-Dienste, aber auch viele kleine und mittlere Unternehmen.
Früher haben Kunden die Software gekauft und auf ihren eigenen
Computern installiert. Heute läuft vieles über das Internet – du
weißt sicher, dass man das Cloud nennt - auch im Deutschen. SAP
bietet jetzt also viele Dienste in der Cloud an, damit Firmen
flexibler arbeiten können. Auch künstliche Intelligenz und
Nachhaltigkeit spielen eine immer größere Rolle. Das fällt mir
momentan eigentlich in jedem Bereich auf. Die KI wird häufig als
Werkzeug benutzt, um Abläufe in Firmen zu beschleunigen. Oder auch
um weniger Personal zu brauchen. Denn es gibt in Deutschland einen
Fachkräftemangel. Aber das ist ein anderes Thema. SAP ist
jedenfalls ein wichtiger Arbeitgeber in Deutschland. Viele junge
Menschen machen dort eine Ausbildung oder ein duales Studium. Das
heißt: Sie studieren an einer Hochschule und arbeiten gleichzeitig
bei SAP. Auch sozial engagiert sich das Unternehmen stark.
Ein besonderes Projekt war zum Beispiel „SAP One Billion Lives“.
Ziel war es, mit digitalen Lösungen das Leben von einer Milliarde
Menschen zu verbessern – zum Beispiel durch Apps für Gesundheit,
Bildung oder Umweltschutz. Ich kann nicht einschätzen, ob das
wirklich alles so gut ist oder ob es Greenwashing ist. Lassen wir
es einfach so stehen. Die Aktien der Firma werden jedenfalls an der
Börse gehandelt und es ist sogar das wertvollste Unternehmen im
DAX, also im deutschen Aktien-Index. Im Jahr 2025 gehörte es sogar
zu den 30 wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt. Wenn
es der Firma gut geht, freuen sich die Aktionäre. Immerhin sind 83
Prozent der Aktien in sogenanntem Streubesitz. Das bedeutet, dass
normale Menschen wie du und ich sie besitzen. Ich hoffe die anderen
sind damit erfolgreicher als ich… Klingt alles positiv? Schon. Aber
es gab auch Kritik an der Firma. Es gab zum Beispiel einen
Rechtsstreit mit der Firma Oracle. Journalisten fanden heraus, dass
SAP geistiges Eigentum gestohlen haben soll. Außerdem hätten
Mitarbeiter eine Forschungsgruppe ausspioniert. Und noch eine
schlechte Nachricht: 2024 hat SAP bekanntgegeben, dass es weltweit
bis zu 8000 Stellen streichen will. Es werden also Arbeitsplätze
abgebaut. Und 2025 hat die Firma als erstes deutsches Unternehmen
interne Diversitätsprogramme beendet - das hat etwas mit der
Trump-Regierung zu tun. Ich will das alles nicht einordnen - ich
wollte einfach nur, dass Du schonmal etwas von der Firma SAP gehört
hast. Vielleicht hast Du ihre Produkte sogar schon benutzt, ohne es
zu merken… Also: Hast du schon einmal von der Firma gehört? Schreib
gerne in die Kommentare! Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg305kurz.pdf
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