Wo steht unsere Ökonomie? | Von Christian Kreiß

Wo steht unsere Ökonomie? | Von Christian Kreiß

14 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Kommt endlose Stagnation?


Ein Standpunkt von Christian Kreiß.
„Deutsche Wirtschaft schrumpft mehr als erwartet“

Am 22.8. konnte man in den Medien lesen: „Deutsche Wirtschaft
schrumpft mehr als erwartet“. Demnach schrumpfte die deutsche
Wirtschaftsleistung im 2.Quartal 2025 gegenüber dem 1. Quartal
real, also inflationsbereinigt, um 0,3%. Als Grund wurden
fallende Investitionen, enttäuschender Konsum und Zölle genannt.
In den nächsten Quartalen soll das Wachstum schwach bleiben oder
gar die Schrumpfung weitergehen. (1)


Stagnation seit sechs Jahren


Das offizielle reale, kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf ist heute niedriger als vor fünf Jahren. Es lag 2024 bei
62.800 US-Dollar, 2019 bei 62.900. Seit 2018 stagniert die reale
Wirtschaftskraft pro Kopf in Deutschland.


Laut Statistischem Bundesamt waren die Reallöhne in Deutschland
im ersten Quartal 2025 niedriger als im ersten Quartal 2019. Die
arbeitenden Menschen verdienen heute nach offiziellen Angaben
real, inflationsbereinigt also weniger als vor fünf Jahren.


Kurz: Seit etwa sechs bis sieben Jahren stagnieren die deutsche
Wirtschaft und die Reallöhne. Und die Aussichten für die
kommenden Monate sind schlecht. Was ist los mit der deutschen
Wirtschaft, der deutschen Gesellschaft?


Die Schere geht auf


Das sind die offiziellen Durchschnittszahlen. Allerdings hat sich
in den letzten Jahren, ja, seit Jahrzehnten, die
Ungleichverteilung der Einkommen in Deutschland verstärkt. So war
das Einkommen der obersten 20% der Menschen 2018 etwa 4,3 Mal so
hoch wie das der untersten 20%, 2022 war es 4,6 Mal so hoch.


Die Zahl der in armen Haushalten lebenden Menschen betrug 2018
16,4%, 2021 waren es 17,8%. Die gewerkschaftsnahe
Hans-Böckler-Stiftung schreibt dazu im Dezember 2024: „Der Anteil
der Bevölkerung, der unterhalb der Armutsgrenze lebt, ist seit
2010 um mehr als drei Prozentpunkte auf 17,8 Prozent gestiegen
und hat damit am aktuellen Rand einen Höchstwert erreicht. Der
Anstieg vollzieht sich fast kontinuierlich über alle untersuchten
Jahre hinweg. Der Anteil der Menschen in strenger Armut ist –
relativ gesehen – noch stärker gestiegen als die Armutsquote (von
7,8 Prozent auf 11,3 Prozent).“ (3)


Wohnen


Außerdem leiden ärmere Haushalte stark unter steigenden
Mietkosten. Überhaupt ist Wohnen heute offenbar teurer und
weniger erschwinglich als vor einer Generation. Reuters spricht
von der „stärksten Wohnungsmarktkrise seit einer Generation“. (4)
Innerhalb der letzten 30 Jahre verdreifachte sich demnach der
Anteil der Haushalte, die über 40% ihres Einkommens für Miete
ausgeben von 5 auf 14%. (5)


Bereits im November 2022 lautete der Titel eines Berichtes im
staatlichen MDR: „Eigene Immobilie für junge Menschen kaum
bezahlbar: Hohe Immobilienpreise, Baukosten, steigende Bauzinsen
machen gerade für junge Familien eigene vier Wände
unerschwinglich. Fachleute sprechen schon von einem „Inter
Generationenproblem“.“ (6) Was heißt Inter Generationenproblem?
Dass es heute junge Familien schwerer haben also vor einer
Generation, sich die eigenen vier Wände zu leisten. Nach
offiziellen Angaben ist das BIP in Deutschland von 2000 bis heute
real um etwa 28% gewachsen. (7) Wo ist dieses ganz Wachstum
hingegangen? Warum können trotz einer offiziellen
Wohlstandsmehrung um kanpp ein Drittel junge Menschen sich heute
schlechter eine Eigentumswohnung leisten als vor einer
Generation?


...https://apolut.net/wo-steht-unsere-okonomie-von-christian-kreiss/


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