Warum intelligentes Laden für E-Flotten entscheidend wird

Warum intelligentes Laden für E-Flotten entscheidend wird

Im Gespräch mit Claudio Geyken, Gründer und CEO RiDERgy
21 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 6 Monaten
Im aktuellen Podcast habe ich mit Claudio Geyken gesprochen, dem
Gründer und CEO von RiDERgy. Claudio bringt nicht nur über 20 Jahre
Erfahrung aus der Energiewirtschaft mit, sondern hat unter anderem
auch den Aufbau von Northvolt mitbegleitet. Heute verfolgt er mit
RiDERgy ein ambitioniertes Ziel: 100 Prozent erneuerbare Energien
und eine vollständig elektrische Mobilität – möglichst effizient
und bezahlbar. Im Zentrum von RiDERgys Arbeit steht das
intelligente Management von Ladeprozessen in Unternehmen. Claudio
beschreibt das so: „Wir wollen die Flexibilität, die in
E-Fahrzeugen steckt, bestmöglich nutzen – für die Umwelt und fürs
Portemonnaie.“ Denn das Problem ist bekannt: Grünstrom wird oft
abgeregelt, weil es keine flexible Nachfrage gibt. Gleichzeitig
kämpfen Unternehmen mit überlasteten Stromanschlüssen und hohen
Kosten. Genau hier setzt RiDERgy an – mit einer datenbasierten
Softwarelösung, die dynamische Strompreise, PV-Anlagen,
Gebäudelasten und Mobilitätsbedarfe zusammenbringt. Die Zielgruppe
sind aktuell vor allem größere Mittelständler und Konzerne mit
E-Flotten – vom Logistikdienstleister bis zum Standort mit
Dienstwagen-Infrastruktur. Doch auch kleinere Unternehmen mit
wenigen E-Autos sollen künftig profitieren. Das Ziel ist klar:
Lade- und Energiemanagement am Unternehmensstandort optimieren,
perspektivisch auch zu Hause – „weil sich das Auto ja bewegt“, wie
Claudio betont. Ein zentrales Element ist die Integration vieler
Datenpunkte: Stromtarife, Netzentgelte, Solaranlagen,
Batteriespeicher, Gebäudelasten, Mobilitätsprofile – alles fließt
in die Algorithmen ein, um Ladezeiten zu optimieren und Lastspitzen
zu vermeiden. Und mit Blick auf die Zukunft spricht Claudio sogar
von der bevorstehenden „großen Markteinführung proprietärer
V2G-Systeme“ – also bidirektionalem Laden, bei dem Strom nicht nur
aufgenommen, sondern auch wieder ins Netz eingespeist wird. Auch
das Thema Nachhaltigkeit hat RiDERgy im Blick. CO₂-Emissionen pro
Ladevorgang lassen sich durch die Verknüpfung von
Stromnetz-Emissionsdaten und Ladezeitpunkten genau berechnen.
Unternehmen erhalten dadurch transparente Daten für ihre
ESG-Reports – ein Thema, das trotz aktueller politischer Gegenwinde
weiter an Bedeutung gewinnen wird. Das Geschäftsmodell von RiDERgy
ist dabei leistungsbasiert: „Wir zeigen auf, wie viel man sparen
kann – und nehmen dann ein Stück vom Mehrwert“, so Claudio. Der
Aufwand für die Integration ist je nach technischer Ausgangslage
unterschiedlich, aber: „Wenn die Systeme schon passen, können wir
in wenigen Tagen starten.“ Wichtig ist aus Claudios Sicht: Das
Thema Ladeinfrastruktur sollte nicht isoliert betrachtet werden.
Viele Unternehmen begehen den Fehler, E-Autos zu bestellen, ohne
den Netzanschluss oder die Ladeleistung im Blick zu haben. Ein
einfaches Lastmanagement ist zwar ein erster Schritt, aber: „Ohne
Intelligenz in Bezug auf Mobilitätsbedarfe wird viel Geld liegen
gelassen.“ RiDERgy liefert dafür keine eigene Hardware, arbeitet
aber mit passenden Partnern zusammen und bringt bei Bedarf
Vorschläge mit – basierend auf der Erfahrung aus zahlreichen
Projekten. Ziel ist ein ganzheitliches Energiemanagement, das über
das Laden hinausgeht und perspektivisch auch Maschinen oder
Kälteanlagen berücksichtigt.  „Multisite-Management und die
Verbindung von Arbeitsplatz und Zuhause sind definitiv Teil unseres
Ansatzes“, fasst Claudio abschließend zusammen. Nun aber genug der
Vorrede – taucht mit mir direkt ins Gespräch mit Claudio Geyken
ein.

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