Folge 25: Giannina Mohr, die Sozialarbeiterin

Folge 25: Giannina Mohr, die Sozialarbeiterin

Menschen, die Staat machen
36 Minuten

Beschreibung

vor 7 Monaten
„Ambulante Hilfe geht vor Kindesentzug“ „Es gibt viele Vorurteile
über die Arbeit des Jugendamts“, erzählt Giannina Mohr in der
aktuellen DienstTag-Folge. Die meisten sind – wie so oft – falsch.
Die 28-jährige Sozialarbeiterin lebt und arbeitet im Rheinland,
seit drei Jahren beim Jugendamt. „Das Kindeswohl steht im
Mittelpunkt und wir versuchen immer, das mildeste Mittel
einzusetzen. Ambulante Hilfe geht nach Möglichkeit immer vor
Kindesentzug“, erklärt Mohr im dbb-Podcast. In akuten
Kinderschutzfällen wird dann immer zu zweit gearbeitet. Das schafft
Rückendeckung und Gelegenheit zu Austausch und Reflexion. Am besten
ist aber natürlich, wenn die Familien schon vor einer Eskalation
der Situation zum Jugendamt kommen und sich beraten lassen. Der
Beratungsanteil wird dabei immer wichtiger. Die Rollenverteilung
innerhalb der Familien ändert sich, externe Kinderbetreuung nimmt
größeren Raum ein und Krisen wie die Covid-Epidemie haben viel
Unsicherheit hinterlassen: „Jenseits der Kindesgefährdung können
wir Hilfe aber immer nur anbieten. Wenn die Eltern nicht wollen,
sind uns die Hände gebunden.“ Giannina Mohr wünscht sich vor allem
mehr Respekt und Wertschätzung für ihren oft schwierigen Job: „Wir
haben eine enorme Verantwortung und viele verstehen scheinbar
nicht, was für eine wichtige hoheitliche Aufgabe wir erfüllen.“ Vom
Arbeitgeber Staat wünscht sie sich vor allem eine bessere
Ausstattung und Entlastung beim Thema Arbeitszeit. Mohr: „Eine
bessere Work-Life-Balance, vielleicht durch eine Vier-Tage-Woche,
wäre super.“

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15