Milence: Ladeinfrastruktur für Lkw muss anders sein
Im Gespräch mit Tobias Prenzel, Head of Business Development &
Partnerships bei Milence
27 Minuten
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Beschreibung
vor 7 Monaten
In der aktuellen Podcast-Folge habe ich mit Tobias Prenzel
gesprochen, Head of Business Development & Partnerships bei
Milence – einem Unternehmen, das sich dem Aufbau eines europaweiten
Schnellladenetzwerks für schwere Nutzfahrzeuge verschrieben hat.
Tobias bringt langjährige Erfahrung aus der E-Mobilität mit und war
unter anderem bei Ionity tätig. Jetzt kümmert er sich mit seinem
Team darum, das Laden für E-Lkw effizient, verlässlich und
zukunftssicher zu gestalten. Im Gespräch wurde schnell klar: Die
Anforderungen an Ladeinfrastruktur für Lkw unterscheiden sich
massiv von denen für Pkw. Tobias betonte, dass es „definitiv“ ein
eigenes Netzwerk braucht. Bestehende Pkw-Ladestationen seien
schlicht nicht für die Dimensionen und Ladebedarfe von Lkw geeignet
– weder physisch noch technisch. Genau hier setzt Milence an. Das
Unternehmen, gegründet von Branchenriesen wie Daimler Truck, der
Volvo Group und Traton (MAN und Scania), hat bereits 20 Ladehubs
mit mehr als 150 Ladepunkten in sieben Ländern realisiert.
Besonders eindrucksvoll ist der Standort im Hafen von Antwerpen mit
20 CCS- und zwei MCS-Ladesäulen – eine der größten Anlagen Europas.
Bis Jahresende sollen 40 Hubs in acht bis zehn Ländern in Betrieb
sein. In Deutschland wächst das Netz von derzeit zwei auf acht
Standorte – vor allem im Osten und im Rhein-Ruhr-Gebiet. Die
Strategie ist klar: „Unsere Ambition ist es, das größte Netzwerk in
Europa bis 2027 zu haben“, so Tobias. Etwa 100 Ladehubs sind
geplant – jeweils skalierbar, je nach Nachfrage. Die
Ladeinfrastruktur basiert derzeit auf CCS-Technologie mit bis zu
400 kW Ladeleistung, wird aber zunehmend durch MCS ergänzt. „MCS
ist Kern unserer Strategie“, erklärt Tobias, auch um dem typischen
Henne-Ei-Problem vorzubeugen: Ohne Ladeinfrastruktur keine E-Lkw –
und umgekehrt. Ein zentrales Thema bleibt die Netzverfügbarkeit.
Tobias spricht von „Faktor 3“ bei den Herausforderungen gegenüber
dem Pkw-Bereich – insbesondere wegen der enormen Anschlussleistung
von 5 bis 10 Megawatt pro Standort. Genehmigungsprozesse,
Netzzusagen und langfristige Planung seien entscheidend. Wo nötig,
kommen Batteriespeicher zum Einsatz, wie am ersten Standort in
Venlo. Bei der Standortwahl achtet Milence darauf, möglichst nahe
an Autobahnausfahrten zu sein – maximal fünf Minuten Lkw-Fahrzeit
entfernt. Viele Hubs entstehen direkt an Autohöfen oder bieten
eigene Aufenthaltsbereiche mit Sanitäranlagen und
Sicherheitsvorkehrungen wie Zugangskontrolle und Videoüberwachung.
Auch in puncto Preisgestaltung geht Milence pragmatisch vor: „Wir
bieten die Kilowattstunde aktuell für 39,9 Cent netto an“, erklärt
Tobias. Dynamisches Pricing sei in Planung, aber heute zähle vor
allem Verlässlichkeit. Dazu gehört auch ein neues
Reservierungssystem, das in Kürze eingeführt wird. Erste
Pilotpartner nutzen bereits die API, um Ladeslots direkt in ihre
Transportplanung zu integrieren. Langfristig geht es um weit mehr
als nur Technik. „25 Prozent der Straßenverkehrsemissionen stammen
von Lkw“, sagt Tobias. Milence will dazu beitragen, diese zu senken
– nicht allein, sondern in enger Zusammenarbeit mit OEMs,
Logistikern und Behörden. Ein wichtiger Meilenstein: Die EU fördert
aktuell 284 MCS-Ladepunkte an 71 Standorten mit insgesamt 111
Millionen Euro. Zum Thema Geschwindigkeit und Kosten von
MCS-Ladungen lässt Tobias durchblicken, dass auch neue
Tarifierungsmodelle denkbar sind. Ob diese schnelleres Laden teurer
oder günstiger machen, ist noch offen – entscheidend bleibt: „Uns
geht es vor allem darum, langfristige Planbarkeit zu geben und das
ganze Thema zu beschleunigen.“ Nun aber genug der Vorworte – lasst
uns direkt ins Gespräch mit Tobias Prenzel von Milence einsteigen.
gesprochen, Head of Business Development & Partnerships bei
Milence – einem Unternehmen, das sich dem Aufbau eines europaweiten
Schnellladenetzwerks für schwere Nutzfahrzeuge verschrieben hat.
Tobias bringt langjährige Erfahrung aus der E-Mobilität mit und war
unter anderem bei Ionity tätig. Jetzt kümmert er sich mit seinem
Team darum, das Laden für E-Lkw effizient, verlässlich und
zukunftssicher zu gestalten. Im Gespräch wurde schnell klar: Die
Anforderungen an Ladeinfrastruktur für Lkw unterscheiden sich
massiv von denen für Pkw. Tobias betonte, dass es „definitiv“ ein
eigenes Netzwerk braucht. Bestehende Pkw-Ladestationen seien
schlicht nicht für die Dimensionen und Ladebedarfe von Lkw geeignet
– weder physisch noch technisch. Genau hier setzt Milence an. Das
Unternehmen, gegründet von Branchenriesen wie Daimler Truck, der
Volvo Group und Traton (MAN und Scania), hat bereits 20 Ladehubs
mit mehr als 150 Ladepunkten in sieben Ländern realisiert.
Besonders eindrucksvoll ist der Standort im Hafen von Antwerpen mit
20 CCS- und zwei MCS-Ladesäulen – eine der größten Anlagen Europas.
Bis Jahresende sollen 40 Hubs in acht bis zehn Ländern in Betrieb
sein. In Deutschland wächst das Netz von derzeit zwei auf acht
Standorte – vor allem im Osten und im Rhein-Ruhr-Gebiet. Die
Strategie ist klar: „Unsere Ambition ist es, das größte Netzwerk in
Europa bis 2027 zu haben“, so Tobias. Etwa 100 Ladehubs sind
geplant – jeweils skalierbar, je nach Nachfrage. Die
Ladeinfrastruktur basiert derzeit auf CCS-Technologie mit bis zu
400 kW Ladeleistung, wird aber zunehmend durch MCS ergänzt. „MCS
ist Kern unserer Strategie“, erklärt Tobias, auch um dem typischen
Henne-Ei-Problem vorzubeugen: Ohne Ladeinfrastruktur keine E-Lkw –
und umgekehrt. Ein zentrales Thema bleibt die Netzverfügbarkeit.
Tobias spricht von „Faktor 3“ bei den Herausforderungen gegenüber
dem Pkw-Bereich – insbesondere wegen der enormen Anschlussleistung
von 5 bis 10 Megawatt pro Standort. Genehmigungsprozesse,
Netzzusagen und langfristige Planung seien entscheidend. Wo nötig,
kommen Batteriespeicher zum Einsatz, wie am ersten Standort in
Venlo. Bei der Standortwahl achtet Milence darauf, möglichst nahe
an Autobahnausfahrten zu sein – maximal fünf Minuten Lkw-Fahrzeit
entfernt. Viele Hubs entstehen direkt an Autohöfen oder bieten
eigene Aufenthaltsbereiche mit Sanitäranlagen und
Sicherheitsvorkehrungen wie Zugangskontrolle und Videoüberwachung.
Auch in puncto Preisgestaltung geht Milence pragmatisch vor: „Wir
bieten die Kilowattstunde aktuell für 39,9 Cent netto an“, erklärt
Tobias. Dynamisches Pricing sei in Planung, aber heute zähle vor
allem Verlässlichkeit. Dazu gehört auch ein neues
Reservierungssystem, das in Kürze eingeführt wird. Erste
Pilotpartner nutzen bereits die API, um Ladeslots direkt in ihre
Transportplanung zu integrieren. Langfristig geht es um weit mehr
als nur Technik. „25 Prozent der Straßenverkehrsemissionen stammen
von Lkw“, sagt Tobias. Milence will dazu beitragen, diese zu senken
– nicht allein, sondern in enger Zusammenarbeit mit OEMs,
Logistikern und Behörden. Ein wichtiger Meilenstein: Die EU fördert
aktuell 284 MCS-Ladepunkte an 71 Standorten mit insgesamt 111
Millionen Euro. Zum Thema Geschwindigkeit und Kosten von
MCS-Ladungen lässt Tobias durchblicken, dass auch neue
Tarifierungsmodelle denkbar sind. Ob diese schnelleres Laden teurer
oder günstiger machen, ist noch offen – entscheidend bleibt: „Uns
geht es vor allem darum, langfristige Planbarkeit zu geben und das
ganze Thema zu beschleunigen.“ Nun aber genug der Vorworte – lasst
uns direkt ins Gespräch mit Tobias Prenzel von Milence einsteigen.
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