Berufe auf den Stimmzetteln: Wie manche Hamburger Politiker dabei tricksen

Berufe auf den Stimmzetteln: Wie manche Hamburger Politiker dabei tricksen

Bäcker, Metzgerin, Krankenpfleger – wer so einen Beruf hat, wird eher gewählt, sagt die Forschung. Aber stimmen die Angaben der Politiker auch?
16 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr
"Mit dem richtigen Beruf überholen Kandidaten bis zu zehn andere
Kandidierende, die vor ihnen auf einer Liste stehen", sagt Mario
Mechtel. Er ist Professor an der Leuphana-Universität in Lüneburg
und hat 2014 die Ergebnisse einer baden-württembergischen
Kommunalwahl analysiert. Bäcker und Metzger katapultierte ihr Beruf
bei der Wahl um durchschnittlich elf Listenplätze nach oben,
Landwirte um zehn, Polizisten um neun und Krankenpfleger um
sieben.  Dass die richtige Berufsangabe Stimmen bringen kann,
ist natürlich auch vielen Politikern bewusst. Am 2. März wählen die
Hamburgerinnen und Hamburger eine neue Bürgerschaft. 815 Menschen
treten dafür an. Auch hier werden viele Menschen, die Direktstimmen
vergeben, auf die Berufe der Kandidatinnen und Kandidaten achten.
Darum haben Tom Kroll und Christoph Heinemann von ZEIT:Hamburg die
Berufsangaben der vielversprechendsten Parteien – also von SPD,
CDU, Grüne, Linke, AfD, FDP, Volt und BSW – überprüft. Und fanden
so einige Flunkereien. Ein Kandidat etwa machte sein Hobby zum
Beruf, ein anderer sein Ehrenamt. Manche gaben statt ihrer
aktuellen Tätigkeit an, was sie vor vielen Jahren einmal studiert
hatten. Und sie fanden sogar einen Fall, der strafrechtlich
relevant sein könnte. Im der aktuellen Folge des Podcasts
Elbvertiefung sprechen Host Maria Rossbauer und ZEIT:Hamburg-Autor
Tom Kroll über die Recherche zu den Berufsangaben auf den
Stimmzetteln. Kroll erklärt etwa, wie sie all die irreführenden
oder gar falschen Angaben ausfindig gemacht haben. Er erzählt von
den spannendsten und lustigsten Flunkereien – und wie die
Kandidatinnen und Kandidaten auf die Nachfragen der Reporter
reagierten.  Jede Woche unterhalten sich entweder Maria
Rossbauer oder Florian Zinnecker, die zusammen das Hamburg-Ressort
der ZEIT leiten, mit einer Kollegin oder einem Kollegen über eine
Frage, die die Bewohnerinnen und Bewohner der zweitgrößten Stadt
Deutschlands umtreibt – mal ernst, mal locker, immer prägnant und
persönlich. Und nie länger als 30 Minuten. Für Lob, Kritik oder
Anregungen schreiben Sie gern an hamburg@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr
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