Wie der Staat die Ressource Bildung bewirtschaftet

Wie der Staat die Ressource Bildung bewirtschaftet

1 Stunde 45 Minuten

Beschreibung

vor 22 Jahren

So bewirtschaftet der Staat die Ressource Bildung.
Der Staat spart – und wenn der Staat spart, dann schränkt er
nicht sich ein, sondern andere. Er streicht Leistungen seiner
Einrichtungen für die Bürger und verlangt ihnen größere Dienste
für seine Staatskasse ab. Da geht es den Unis und ihren
Mitgliedern nicht anders als all den anderen Bürgern, an denen
der Staat spart: Im Interesse seiner finanziellen
Handlungsfreiheit bekommen die Studierenden verschlechterte
Bedingungen serviert und sollen bald happige Gebühren fürs
Studium entrichten. Der bundesweite Protest dagegen zeugt von
einem gediegenen Selbstbewusstsein der Jungakademiker: Mag die
Regierung sparen, woran sie will, an der Bildung darf, ja kann
sie gar nicht sparen. Damit würde sie nur sich selbst,
Deutschland, der internationalen Konkurrenzfähigke it des
Standorts schaden; allem eben, worauf es in dieser Nation
ankommt. Mit der Parole "Unsere Bildung – Eure Zukunft" pocht der
Nachwuchs auf seine Unersetzlichkeit als Ressource für den
Konkurrenzkampf der Nation. Eine so wichtige Produktivkraft,
meinen die Studenten, könne der Staat doch nicht so schlecht
behandeln wie andere Sozialfälle. Da täuschen sie sich aber
gewaltig. Es ist gerade ihre Rolle als Ressource der Nation, die
sie zu spüren bekommen. Wissen spielt in dieser sogenannten
„Wissensgesells chaft“ nämlich eine schäbige Rolle: Es ist
Hilfsmittel in der Konkurrenz der Kapitale, interessiert nur dann
und nur so, wie es dafür taugt. Im Sinn der rentablen Verwendung
ihres Wissens wird auch mit akademisch ausgebildeten Leuten als
Kostenfaktor kalkuliert. Teils sind sie für die Leitungsebene von
Behörden und Unternehmen vorgesehen, teils repräsentieren sie die
technische Produktivkraft des Kapitals gegenüber der einfachen
Arbeit. Für die höheren Einkommen, die Saat und Kapital den
Funktionären ihrer Sache zahlen, haben sie erst recht dem Bedarf
ihrer Auftraggeber zur Verfügung zu stehen, mit
Einsatzbereitschaft und möglichst ohne Pausen zu funktionieren,
und ohne viel Aufhebens auch wieder abzutreten, wenn für ihre
Kenntnisse keine Nachfrage mehr besteht. Und sogar sie haben
insgesamt billig zu sein. Erstens für den Staat, was die
Herstellung ihrer Qualifikation betrifft, und zweitens für den
Arbeitgeber, der aus dieser Qualifikation einen Profit machen
will.


Die Aufzeichnung ist entsprechend der Gliederung
aufgeteilt:
Teil1: Einleitung
Teil2: Wie sind Wissenschaft und Ausbildung eine Ressource des
Kapitals
Teil3: Die Kritik, die zum Wissenschafts- und Ausbildungsbetrieb
immer dazugehört
Teil4: Mehr Markt und mehr Konkurrenz für die von der Konkurrenz
und für sie getrennte Sphäre
Teil5: Diskussion: Studiengebühren / Chancengleichheit als ein
Ideal der Konkurrenz
Teil6: Nachtrag I: Eliteuniversität für 'Wissensvorsprung':
Monopolisierung des Wissens für die imperialistische
Konkurrenz
Teil7: Nachtrag II – zu einigen Argumenten des Protests: 'Bildung
ist keine Ware' /  Ideologie, Praxis und Leistung der
Privatisierung - Diskussion / Studiengebühren als Beitrag zur
Gerechtigkeit


Veranstalter: Sozialistische Gruppe


Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:


Resultate Nr. 3, Der bürgerliche Staat, § 5 Ideeller
Gesamtkapitalist – Sozialstaat, Punkt b.2 und b.3 beim
GegenStandpunkt-Verlag


TECHNOLOGIE in MSZ 10-85 beim GegenStandpunkt-Verlag


Der Professor der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und
Naturforscher in dem Buch Die Jobs der Elite beim
GegenStandpunkt-Verlag

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