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  4. Schuldenerlass für die 3. Welt, Kampf gegen Armut und Korruption als "Millenniumsziel" - Der Imperialismus gibt sich menschlich: Halb Afrika wird Almosen-Protektorat
Die Großen und Mächtigen dieser Welt haben den "Ärmsten der
Armen" unter den Drittweltstaaten auf dem Weltwirtschaftsgipfel
in Schottland einen Teil ihrer Schulden erlassen. Den Kampf gegen
die Armut haben sie in der UNO zum "Milleniumsziel" erhoben.
Dafür wurden sie von einem weltumspannenden Konzert und seinem
Publikum als Helden der Menschlichkeit gefeiert. Endlich finden
die kapitalistischen Führungsnationen zu ihrer eigentlichen
Verantwortung für diese Welt: Es geht um Hilfe für Menschen in
Not! So jedenfalls sieht es das begeisterte Publikum.

Dabei wären ein paar Zweifel in die edlen Motive der Staatenwelt
durchaus angebracht:

- Warum sind überhaupt bei den rohstoffreichen Ländern nur die
Schulden gewachsen? Und warum sind die rohstoffarmen
Abnehmerstaaten so reich?

- Warum ein Schuldenerlass von Kreditagenturen, die ansonsten aus
jeder verliehenen Summe ein Maximum an Zins herauspressen? "Wir
verzichten ohnehin nur auf Geld, das wir nie wieder sehen." So
kommentiert ein Finanzmagnat den Schuldenerlass. Nach einem
Verzicht gar aus humanistischer Gesinnung auf Seiten der
Kreditgeber sieht das nicht aus.

- Wieso werden ausgerechnet die Hungernden in der 3. Welt als
Nutznießer der Sache herausgestellt? Gestrichen wird ein Teil der
Schulden bei den Staaten, nicht bei deren verarmten Bewohnern.
Die haben gar keine Schulden, weil sie erst gar keinen Kredit
bekommen haben.

- Mächtige Staaten wie Deutschland bekennen sich mit ihrer Agenda
2010 dazu, dass die sozialstaatliche Armenbetreuung eine
unerträgliche Last für die Wirtschaft und ihr Wachstum ist. Haben
solche Staaten, denen die Verköstigung der hausgemachten Armut zu
teuer ist, wirklich ein Motiv, auch noch Geld für die Betreuung
der Armut in der 3. Welt auszugeben?

Und wenn ja, welches? Es muss ja nicht unbedingt ein gutes sein.
Näheres über den Zweck von Schuldenerlass und Armutsbekämpfung
auf der Veranstaltung.

Gliederung des Vortrages:

Teil 1: Die Schuldnernationen: Warum bei rohstoffreichen Ländern
nur die Schulden wachsen

Teil 2: Die Gläubigernationen: Von der Umschuldung zum
Schuldenerlass

Teil 3: Armutsbekämpfung als neues Staatsprogramm: Entwicklung
endgültig abgeschrieben

Teil 4: Kampf gegen die Korruption: neue Formen der Aufsicht für
Armutsprotektorate - Diskussion

Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von anderen:

In UNO-Konferenz zur "Entwicklungsfinanzierung" in
Monterrey/Mexiko: Die "erste" Welt beschenkt die Staaten der
"dritten" mit einer Perspektive als schuldenfreie Armutsverwalter
aus GegenStandpunkt 2-02.

Der G7-Gipfel von Okinawa - Entwicklungsperspektive für die
Dritte Welt heute: Armenhaus mit Internetanschluss in
GegenStandpunkt 3-00.

Schuldenerlass für "hochverschuldete arme Länder" auf dem Kölner
G7-Gipfel: Der Imperialismus wird menschlich:
Almosen-Protektorate für die "Ärmsten der Armen" in
GegenStandpunkt 3-99.

"Marktwirtschaft und Demokratie" in Afrika: Das ultimative
Entwicklungsmodell des Imperialismus für seine afrikanischen
Geschöpfe und die Folgen in GegenStandpunkt 3-98.

Eine Hinterlassenschaft von 40 Jahren Entwicklung und ihre
imperialistische Betreuung: Der Verfall der Dritten Welt in
GegenStandpunkt 4-92.
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„Schuldenerlass für die 3. Welt, Kampf gegen Armut und Korruption als "Millenniumsziel" - Der Imperialismus gibt sich menschlich: Halb Afrika wird Almosen-Protektorat“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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