Politikwissenschaft: Nachdenken nicht über den Staat, sondern für den Staat
2 Stunden 10 Minuten
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Beschreibung
vor 20 Jahren
Was soll man von einem Fach halten, das von Staat und politischer
Herrschaft handelt, jedoch die Frage nach Grund und Zweck der
wirklichen politischen Herrschaft, die wir hier und heute
erleben, durch die idealistische Suche nach einer Definition
guter Herrschaft umgeht und ersetzt. Dass die Menschen in der
modernen Welt von einem übermächtigen Gewaltmonopol in Schach
gehalten und zum Gehorsam gezwungen werden, gilt dieser
Wissenschaft nicht als ein Faktum, das sie sich zu erklären
hätte, sondern als eine Selbstverständlichkeit, auf die sie meint
nur noch deuten zu müssen: Herrschaft braucht es nun einmal – es
kommt nur noch darauf an, dass sie gut organisiert, gut ausgeübt
und für wertvolle Anliegen eingesetzt wird.
Dieser Herrschaft wünscht die Politologie dann gutes Gelingen.
Statt ihr Erkenntnisobjekt unvoreingenommen zu analysieren, sorgt
sie sich um dessen Erfolg: Wie steht es mit den Bedingungen der
Stabilität des politischen und internationalen Systems? Was
könnte sie bedrohen? Wie sind Friktionen, Kontroll- und
Legitimitätsverluste zu vermeiden. Wie ist das Vertrauen der
Geführten in die Führung zu erhalten?
Einer Wissenschaft, die solchen Fragen nachgeht, fehlt das erste,
was Wissenschaft verlangt: Die nötige, unparteiische Distanz zu
dem Objekt, das man untersucht. Sie will als Ratgeber praktisch
nützlich sein für die politische Herrschaft, die sie zu erklären
hätte, und ist deshalb blind dafür, dass ihr Gegenstand selbst
Index verkehrter und schädlicher gesellschaftlicher Verhältnisse
ist. Dass in diesem universitären Fach nicht nur parteilich,
sondern auch falsch nachgedacht wird, wird der Vortrag im Detail
aufzeigen.
Teil 1: Einleitung: Wer ist hier ein Ideologe?
Teil 2: Wie man vom Staat handelt, ohne ihn zu erklären. Statt
der wirklichen Gründe für die politische Herrschaft sucht man
gute Gründe für sie.
Teil 3: Nicht jede Herrschaft ist eine gute Herrschaft. Checks
and Balances: Nur der gebundene Souverän ist ein guter
Souverän.
Teil 4: Demokratie adelt Staat und erübrigt alle Fragen nach
seiner Räson. Der "politische Prozess" zwischen Obrigkeit und
Wahlvolk ersetzt den Staat als Erkenntnisobjekt.
Teil 5: Legitimität - der Sachzwang guter Herrschaft. In der Idee
der Legitimität konvergieren die Selbstsucht der Macht und ihr
Dienst am Volk.
Teil 6: Nachtrag: Die Wissenschaft von der internationalen
Politik: Ein tautologisches Gesetz des Erfolgs in Sachen
Imperialismus.
Weitere Publikationen zum Thema Geisteswissenschaft von argudiss
oder von anderen:
Das Lebenswerk des Jürgen Habermas: Fundamentalkritische
Affirmation von Gott und der Welt in GegenStandpunkt 3-09
Zum 200. Todestag Immanuel Kants:Repräsentanten von Macht und
Geist in Deutschland sind sich einig: Der Königsberger Philosoph
– das ist „einer von uns“! in GegenStandpunkt 1-04
Endlich erschienen: Das Hauptwerk des Soziologen N. Luhmann oder:
„Wir können unseren Augen nicht trauen.“ in GegenStandpunkt 1-98
Zur Kritik der Geschichtswissenschaft Die verkehrte Logik und der
weltanschauliche Sinn des historischen Denkens In GegenStandpunkt
2-19
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