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  4. Gesundheitswesen & Gesundheitsreform im Kapitalismus - Wie der Staat den Verschleiß seines Arbeitsvolkes therapiert
Volksseuchen gehören in unseren Breiten der Vergangenheit an. Die
Natur als Krankheitsursache ist weitgehend ausgeschaltet. Weniger
sind die Krankheiten darüber nicht geworden. Die große Masse
leidet heute an sogenannten Berufs- und
Zivilisationskrankheiten.

Was taugt eine Wirtschaft mit ihrer Berufswelt, die die Menschen
eingestandenermaßen krank macht?

Das staatliche Gesundheitswesen betreut den massenhaften
Verschleiß der Gesundheit, den an vorderster Front "unsere"
Wirtschaft anrichtet. Die marktwirtschaftliche Vernunft gebietet,
dass die Betroffenen die medizinischen Leistungen kaufen müssen,
die für ihre Wiederherstellung nötig sind. Genau das aber können
die meisten nicht, weil sie nicht nur krank, sondern auch noch
arm aus dem Betrieb nach Hause gehen. Also hilft der Staat, nicht
mit Geld, sondern mit seinem Zwang: Mit einer
Krankenversicherungspflicht summiert er die Beiträge von auf sich
gestellt zahlungsunfähigen Individuen zu einer
Gesamtzahlungsmasse, die einen schönen Selbstbedienungsladen für
den Ärztestand und die Pharmaindustrie darstellt.

Das Kapital macht die Leute krank, die Betroffenen müssen dafür
bezahlen – und nicht nur der Ärztestand, sondern eine riesige
Branche aus dem Umkreis der industriellen Verursacher verdient
daran enorm. Das sieht nach einem Glücksfall für die Reichen und
Mächtigen aus. Was gibt es da zu reformieren?

Die arbeitende Menschheit ist in Jahrzehnten des Wachstums auf
breiter Front verarmt worden. Löhne sind gesunken, die
Arbeitslosenzahlen gestiegen. Damit schwinden die Finanzmittel
der Gesundheitskassen. Eine Verschlechterung ihres Geschäfts im
Maße der Verarmung der Betroffenen kommt für die
Gesundheitsindustrie nicht in Frage. Eine Erhöhung der Beiträge
zur Aufbesserung der Kassenfinanzen aber auch nicht. Jedenfalls
nicht aus den Lohnprozenten, die Unternehmer dafür

wegzahlen, dass sie die Gesundheit ihrer Belegschaften
verbrauchen. Die stehen als Lohnnebenkosten auf der
Abschussliste. Es muss also Geld ins System, um den Profit des
Geschäfts mit der Gesundheit zu garantieren, ohne die Bilanzen
der restlichen Unternehmer zu belasten.

Wer soll das bezahlen? Die Gesundheitsreform hat jenseits aller
politischen Querelen offenbar doch System ....

Gliederung des Vortrags:

Teil 1: Gesundheit im Kapitalismus

Teil 2: Das Gesundheitswesen

Teil 3: Gesundheitsreformen

Teil 4: Die aktuelle Gesundheitsreform

Teil 5: Diskussion 

Veranstalter: Forum Kritik Regensburg

Weitere Publikationen zum Thema von argudiss oder von
anderen:

Das Buch „Gesundheit ein Gut und sein Preis“ beim
GegenStandpunkt-Verlag

 Gleichnamige Veranstaltung von argudiss in Bremen

Zuschrift zu ‚Gesundheit – ein Gut und sein Preis‘ in
GegenStandpunkt 4-17

Reform im US-Gesundheitswesen: Rentner bekommen eine
Pillenversicherung! – Der neueste amerikanische Fortschritt in
der staatlichen Regelung der Altersarmut in GegenStandpunkt
1-04

Andrea Fischers „Gesundheitsreform 2000“: Ein neuer Budgetdeckel
auf die alte Wahrheit: Krankheit und Gesundwerden – für
Lohnarbeiter einfach zu teuer in GegenStandpunkt 3-99

Reformdebatte um „Bürgerversicherung“ und „Kopfpauschale“ in der
Krankenversicherung: Vom gemeinen AOK-Mitglied zum freien
Versicherungsbürger – und zur Rettung des Gesundheitsmarkts in
GegenStandpunkt 4-03

Noch ein Skandal: Feinstaub schadet der Gesundheit – von Bund,
Ländern und Gemeinden, Industrie, Handel und Konjunktur in
GegenStandpunkt 2-05

Wachstumsbranche Volksgesundheit sowie zu Grund und Zielen der
aktuellen Reform des bundesdeutschen Gesundheitswesens in
GegenStandpunkt 1-07
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„Gesundheitswesen & Gesundheitsreform im Kapitalismus - Wie der Staat den Verschleiß seines Arbeitsvolkes therapiert“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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