Warum freie Werkstätten E-Mobilität nicht fürchten müssen

Warum freie Werkstätten E-Mobilität nicht fürchten müssen

Im Gespräch mit Michael Dittmar
23 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 1 Jahr
Im aktuellen Podcast hatte ich die Gelegenheit, mit Michael Dittmar
zu sprechen. Michael ist seit 40 Jahren in der Kfz-Branche aktiv
und hat sich in den letzten Jahren auf Elektroautos spezialisiert.
Seit 2010 ist er geschult, um an Hochvoltsystemen zu arbeiten, und
seit 2016 repariert er Batterien von E-Autos. Sein umfassendes
Wissen und seine Erfahrung machen ihn zu einem echten Profi auf
diesem Gebiet. Im Gespräch hat Michael erzählt, wie er bereits früh
den Schritt in die Elektromobilität gewagt hat. Besonders spannend
fand ich seine Erfahrungen mit den ersten StreetScooter der
Deutschen Post, die er bereits 2013 reparierte. Damals war der
Markt noch von kleinen Start-ups geprägt, die konventionelle
Fahrzeuge zu Elektroautos umbauten. „Wir haben viel gelernt, aber
es war auch eine Herausforderung, weil es kaum Informationen gab,“
erinnerte er sich. Heute ist seine Werkstatt bestens darauf
eingestellt, die wachsende Vielfalt an Elektroautos zu betreuen.
Ein großes Thema war die Angst vieler freier Werkstätten, sich auf
Elektroautos einzulassen. Michael erklärte, dass diese Bedenken oft
auf mangelnder Bereitschaft beruhen, sich mit neuen Technologien
auseinanderzusetzen. Seine Werkstatt hat diesen Schritt bewusst
gemacht, um nicht nur bestehende Kunden zu halten, sondern auch
neue zu gewinnen. Dabei betonte er, dass Elektroautos keineswegs
weniger Reparaturbedarf haben. Zwar fällt der klassische Ölwechsel
weg, dafür gibt es neue Bauteile wie Hochvoltkabel oder
Wärmepumpen, die ebenfalls repariert werden müssen. „Das wandelt
sich, aber weniger Umsatz sehe ich nicht,“ so Michael. Besonders
beeindruckend fand ich, wie er nachhaltige Lösungen entwickelt,
indem er defekte Module oder einzelne Zellen in Batterien
austauscht, anstatt komplette Batterien zu ersetzen. Doch genau
hier stößt er oft auf Hindernisse: „Die Hersteller machen es uns
nicht leicht. Viele Teile gibt es nur als komplette Module, und oft
fehlen Informationen, um Reparaturen effizient durchzuführen,“
berichtete er. Trotzdem bleibt er optimistisch, dass sich die
Situation mit wachsender Nachfrage und neuen EU-Regulierungen
verbessern wird. Michael sieht die Zukunft freier Werkstätten
positiv. Er geht davon aus, dass es noch über Jahrzehnte
Reparaturbedarf für Verbrenner und Elektroautos geben wird.
Gleichzeitig ist er überzeugt, dass die Elektromobilität
langfristig gewinnen wird, nicht zuletzt durch steigende CO₂-Kosten
für fossile Antriebe. Seine pragmatische Haltung und die
Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden, machen ihn und seine
Werkstatt zu einem Vorreiter in der Branche. Nun aber genug der
Vorworte – lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen.

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