Batteriewechsel für E-Lkw als Logistik-Gamechanger

Batteriewechsel für E-Lkw als Logistik-Gamechanger

Im Gespräch mit Jens Jerratsch, CEO und Co-Founder von e-Haul
29 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 1 Jahr
In der aktuellen Podcast-Folge durfte ich mit Jens Jerratsch, CEO
und Co-Founder von e-Haul, über ein Thema sprechen, das großes
Potenzial hat, die Logistikbranche nachhaltig zu verändern: das
Batterie-Swapping für schwere Elektro-Lkws. Während das Konzept für
viele aus dem Pkw-Bereich durch Anbieter wie Nio bekannt sein
könnte, bringt e-Haul die Idee auf die Nutzfahrzeugbranche, mit dem
Ziel, den Betrieb von Elektro-Lkws flexibler und effizienter zu
gestalten. Jens, der bereits umfassende Erfahrungen aus seiner Zeit
bei Volkswagen und verschiedenen Forschungsprojekten zur
Elektrifizierung des Nutzfahrzeugsektors mitbringt, erläuterte
anschaulich die zentralen Herausforderungen und Chancen dieser
Technologie. e-Haul bietet ein flexibles Batteriesystem, das sich
durch schnelles Tauschen der Batterie auszeichnet. Die Idee
dahinter: Standzeiten minimieren und Lkws so schnell wie möglich
wieder auf die Straße bringen. „Fahrzeuge machen dann Sinn, wenn
sie viel auf der Straße sind. Gerade bei den hohen
Anschaffungskosten für Elektro-Lkws und die Möglichkeit, durch
geringere Betriebskosten zu sparen, ist es entscheidend, die
Nutzungszeiten zu maximieren“, erklärte Jens. Der Batteriewechsel
sei dabei eine Möglichkeit, Energie schnell zu „tanken“ und so
maximale Kilometerleistungen pro Tag zu ermöglichen – ein
wesentlicher Vorteil gegenüber herkömmlichem kabelgebundenem Laden.
Besonders interessant war Jens’ Erklärung zur Flexibilität, die das
System für die Logistikbranche bietet: „Das Fahrzeug steht fünf bis
zehn Minuten und kann danach direkt weiterfahren. Das ist für die
Logistikseite sehr attraktiv, weil es nicht zwangsläufig an eine
Ladeinfrastruktur gekoppelt werden muss. Diese Flexibilität ist
auch wichtig, wenn es um das Energienetz geht. Wir können die
Netzlast besser verteilen und dadurch Kosten und Energie
effizienter nutzen.“ Dies ermöglicht nicht nur eine bessere
Auslastung von Fahrzeugen, sondern reduziert auch Lastspitzen im
Stromnetz, was in Zukunft immer wichtiger wird. Die Diskussion
führte uns weiter zu den Herausforderungen, denen sich e-Haul
gegenüberstellt, insbesondere bei der Einführung eines
flächendeckenden Systems. „Am Ende reden wir über ein europäisches
Netz. Das ist ambitioniert, aber wir sind überzeugt, dass diese
Lösung über nationale Grenzen hinweg skaliert werden muss, um den
größtmöglichen Nutzen zu entfalten. Natürlich wird es am Anfang
eine Mischung aus Depot-Lade-Cases und längerfristigen Lösungen
entlang von Logistik-Routen geben,“ betonte der CEO des
Unternehmens. Ein wichtiger Aspekt für den Erfolg ist die Offenheit
des Systems für verschiedene Logistikanbieter und
Fahrzeughersteller. Ein standardisiertes System, das von
unterschiedlichen Marktakteuren genutzt werden kann, ist
essenziell, um Skaleneffekte zu realisieren und eine breite
Akzeptanz zu schaffen. Eine weitere spannende Komponente des
Gesprächs war das Geschäftsmodell von e-Haul. Jens stellte klar,
dass Kunden nicht das Risiko eines Eigeninvestments in Batterien
tragen müssen. „Das Logistikunternehmen kauft ein Fahrzeug ohne
Batterie und mietet die Batterie aus unserem System. Das bedeutet
geringere Einstiegskosten und eine flexiblere Nutzungsmöglichkeit.
Zudem kann jedes unserer Fahrzeuge auch konventionell per Kabel
geladen werden, was besonders in der Anfangsphase wichtig ist, wenn
das Netzwerk noch nicht voll ausgebaut ist“. So können Unternehmen
die Vorteile der Technologie nutzen, ohne langfristige
Abhängigkeiten oder hohe Investitionen befürchten zu müssen...

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