Osterbotschaft auch für Yogis?

Osterbotschaft auch für Yogis?

Was hat das Ego mit der christlichen Kreuzigung zu tun? Was hat das spirituelle Selbst mit der Auferstehung an Ostern zu tun? Das christliche Symbol...
5 Minuten

Beschreibung

vor 2 Jahren

Was hat das Ego mit der christlichen Kreuzigung zu tun? Was hat
das spirituelle Selbst mit der Auferstehung an Ostern zu tun? Das
christliche Symbol des Kreuzes ist das Symbol des Todes und der
Auferstehung. Dem Verlust folgt ein Neubeginn. Es gibt Heilige,
die die Kreuzigung als Entsagung des individuellen Egos
interpretieren sowie die Auferstehung als spirituelle Neugeburt.
Was ist das Ego?

Zuerst einmal hat das Ego einen negativen Beigeschmack. Ist das
nicht der Teil von uns, der zuerst kommt, der Solidarität und
Altruismus hinten anstellt?


„Ego“ bedeutet „Ich“ und wird in der Psychologie als die
Vorstellung definiert, die der Mensch von sich hat. Es ist eine
Art von Identifikation, wie wir uns sehen, unser Selbstbild.
Podcast
https://jnanayoga.ch/wp-content/uploads/2023/04/yogi-ostern.mp3 Wo
ist der Sitz des Egos in unserem Körper?

Es gibt tatsächlich einen Sitz des Egos in unserem Körper. Er
befindet sich in unserem Gehirn, im präfrontalen
Kortex, der sich hinter unserer Stirn befindet. Er ist
verantwortlich für die Planung, die Entscheidungsfindung, aber
auch für die Moderation unseres Verhaltens verantwortlich.
Welche Bedeutung hat das Ego im Yoga?

Das Ego und vor allem die Überwindung davon ist ein wesentliches
Thema in der indischen Philosophie. Auch wenn es nur eine
Illusion ist, macht es uns doch ziemlich zu schaffen. Das
schnelle Denksystem besitzt einen ununterbrochen urteilenden oder
verwirrenden und verrückten Geist, der uns von Geburt an
begleitet.


Es kann sein, dass wir es für unsere eigene Stimme halten. Es hat
einen Platz als falsches Selbst eingenommen. Indem es Gedanken
und Gefühle produziert, hält es uns von unserem wahren Selbst
getrennt. Doch es gibt Momente, in denen wir uns bewusstwerden,
dass da mehr ist.
Ist das Ego etwas Gutes oder etwas Schlechtes?

Wir dürfen das Ego nicht als etwas Schlechtes oder etwas Gutes
bewerten. Es ist vergleichbar mit einem Diener, der uns in dieser
Welt zur Seite steht Es heisst aufgepasst, dass er nicht die
Macht an sich reisst.


Zuerst einmal gilt es diesen Diener zu identifizieren. Für
gewöhnlich springt er beispielsweise von der Vergangenheit in die
Zukunft und zurück, sodass wir nie im Jetzt verweilen, was uns
unserem Selbst nahebringt.


Wenn sich bei Entscheidungen eine innere Stimme, die
Intuition, bemerkbar macht, dann zeigt uns das
ebenfalls, dass wir nicht nur Ego sind.


Wir können das Ego als unseren Verstand, als unseren geprägten
Denkapparat verstehen. Er ist weder gut noch schlecht. Es kommt
darauf an, wie wir mit ihm umgehen.
Kann ich mein Ego überwinden?

Es gibt Yogis, für die das Ego ein Ersatz für das Selbst ist,
wenn wir uns dessen noch nicht bewusst sind. Wenn das geschieht,
soll das Ego verschwinden, heisst es.


Das Ego verführt uns zu einer Verhaftung in dieser Welt. In
manchen spirituellen Traditionen bedeutet das, die Ursache für
Begrenztheit und damit Leiden.


Wenn wir uns unseres Egos bewusst sind und den Dingen, denen wir
zu sehr anhaften, dann können wir frei werden, Raum schaffen und
einen Weg zu unserem Selbst finden.
Entsagung in der Bhagavad Gita?

Die Gita, wie sie meist genannt wird, ist eine der zentralen
Schriften des Hinduismus.


Das Loslassen oder der Verzicht sind hier ein wichtiges Thema. In
der Schrift heisst es, dass zwischen Entsagung und
Pflichterfüllung als Weg gewählt werden kann.


Durch unseren physischen Körper können wir auf dieser Welt
allerdings nicht vollständig entsagen. So bleibt der Weg des
Handelns, das Karma.
Vom Ego zum Selbst?

Yoga hilft uns. Es kann uns im Alltag gelassener und bewusster
machen, wie wir leben. Durch die Meditation und durch die
Pranayama können wir unser unruhiges Ego besänftigen und so
manches loslassen. Wir können unser Selbst erfahren und dabei
sehr glücklich und zuversichtlich leben, bis hin zu Samadhi.


Der Beitrag Osterbotschaft auch für Yogis? erschien zuerst auf
JnanaYoga.

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