Hämoglobin- und DNA-Addukte des Humankanzerogens o-Toluidin nach Behandlung mit dem Lokalanästhetikum Prilocain
vor 19 Jahren
Beschreibung
vor 19 Jahren
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Lokalanästhetikum
Prilocain als mögliche Quelle für die Belastung des Menschen mit
o-Toluidin. In diesem Zusammenhang wurden bei insgesamt 23
Patienten der Poliklinik München Hämoglobin (Hb)-Addukte von
o-Toluidin und 4-Aminobiphenyl (4-ABP) 24 Stunden vor und nach s.c.
Injektion von Prilocain untersucht. Dabei erhielten 20 Patienten
100 mg Prilocain, je ein Patient 50, 120 bzw. 200 mg Prilocain.
Zusätzlich erhielten 6 freiwillige, gesunde Probanden der Uniklinik
Regensburg („Prilotstudie“) 100 mg s.c. gespritzt. Von diesen
Probanden wurde außer den Blutproben für die Bestimmung von
Hb-Addukten auch Urinproben jeweils 24 Stunden vor und nach der
Injektion zur Bestimmung der DNA-Addukte in den Urothelien
gesammelt. Die Bestimmung der Hämoglobin- und DNA-Addukte erfolgte
per GC-MS im NCI-Modus. Die Ergebnisse zeigen bei allen Probanden,
die 100 mg Prilocain erhileten, einen deutlichen Anstieg der
Hb-Addukte in Abhängigkeit von Prilocain. Bei den drei Patienten
mit anderer Prilocaindosis stiegen die Hb-Addukte dosisabhängig in
vergleichbarem Ausmaß an. Die Hb-Addukte von 4-ABP zeigten keine
Abhängigkeit von Prilocain. Bei den Rauchern der HNO-Studie waren
die Hb-Addukte von 4-ABP gegenüber den Nichtrauchern
erwartungsgemäß signifikant erhöht. Dagegen zeigte sich für die
Hb-Addukte von o-Toluidin keinerlei Abhängigkeit vom Raucherstatus.
Erstmals konnten im Rahmen dieser Arbeit neben DNA-Addukten von
4-ABP auch DNA-Addukte von o-Toluidin im Harnblasenepithel des
Menschen nachgewiesen werden. Die Werte für die DNA-Addukte von
o-Toluidin vor der Prilocaingabe waren dabei niedriger als nach der
Injektion. Allerdings erreichte der Anstieg nicht Signifikanzniveau
. Bei der Bestimmung der DNA-Addukte von 4-ABP konnten wie bei den
Hb-Addukten keine Unterschiede in Abhängigkeit von Prilocain
festgestellt werden.
Prilocain als mögliche Quelle für die Belastung des Menschen mit
o-Toluidin. In diesem Zusammenhang wurden bei insgesamt 23
Patienten der Poliklinik München Hämoglobin (Hb)-Addukte von
o-Toluidin und 4-Aminobiphenyl (4-ABP) 24 Stunden vor und nach s.c.
Injektion von Prilocain untersucht. Dabei erhielten 20 Patienten
100 mg Prilocain, je ein Patient 50, 120 bzw. 200 mg Prilocain.
Zusätzlich erhielten 6 freiwillige, gesunde Probanden der Uniklinik
Regensburg („Prilotstudie“) 100 mg s.c. gespritzt. Von diesen
Probanden wurde außer den Blutproben für die Bestimmung von
Hb-Addukten auch Urinproben jeweils 24 Stunden vor und nach der
Injektion zur Bestimmung der DNA-Addukte in den Urothelien
gesammelt. Die Bestimmung der Hämoglobin- und DNA-Addukte erfolgte
per GC-MS im NCI-Modus. Die Ergebnisse zeigen bei allen Probanden,
die 100 mg Prilocain erhileten, einen deutlichen Anstieg der
Hb-Addukte in Abhängigkeit von Prilocain. Bei den drei Patienten
mit anderer Prilocaindosis stiegen die Hb-Addukte dosisabhängig in
vergleichbarem Ausmaß an. Die Hb-Addukte von 4-ABP zeigten keine
Abhängigkeit von Prilocain. Bei den Rauchern der HNO-Studie waren
die Hb-Addukte von 4-ABP gegenüber den Nichtrauchern
erwartungsgemäß signifikant erhöht. Dagegen zeigte sich für die
Hb-Addukte von o-Toluidin keinerlei Abhängigkeit vom Raucherstatus.
Erstmals konnten im Rahmen dieser Arbeit neben DNA-Addukten von
4-ABP auch DNA-Addukte von o-Toluidin im Harnblasenepithel des
Menschen nachgewiesen werden. Die Werte für die DNA-Addukte von
o-Toluidin vor der Prilocaingabe waren dabei niedriger als nach der
Injektion. Allerdings erreichte der Anstieg nicht Signifikanzniveau
. Bei der Bestimmung der DNA-Addukte von 4-ABP konnten wie bei den
Hb-Addukten keine Unterschiede in Abhängigkeit von Prilocain
festgestellt werden.
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