Der Segen bleibt
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Beschreibung
vor 2 Jahren
Die Worte von Hans-Martin Steffe in der vergangenen Woche gaben
mir einen starken Anstoß. Ja, Trauer braucht Zeit. Und was haben
wir nicht alles zu betrauern! So vieles müssen wir loslassen.
Menschen, die uns verlassen oder weggehen, unsere körperliche
Unversehrtheit, das Jungsein, die Vorstellung, dass die Menschen
untereinander friedlich leben könnten, die Vorstellung, dass wir
Menschen so klug sind, dass wir die Schöpfung bewahren,
Vorstellungen davon, wie unser Leben verläuft und so vieles mehr.
Vergangene Woche hörten wir die Geschichte von Jakob, wie er sich
nach dem Verlust von Josef nicht trösten lassen konnte und
wollte.
Jakobs Geschichte ist eine Geschichte, mit der ich nicht so
einfach fertig werde und gerade die Kapitel mit dem alten Jakob
haben es mir angetan.
Vielen ist nicht bewusst, dass nach Jakobs Krise am Jabbok das
Leben Jakobs nicht zu Ende ist, sondern dass noch ein langer
Lebensabschnitt kommt. Ja, er hat diese Krise durchgestanden,
durchgerungen und Gott hat sich ganz mit ihm verflochten. Und
doch, danach war er ein Hinkender. Die großen Krisen unseres
Lebens gehen nicht spurlos an uns vorbei. Bei Jakob kommt dann
der Lebensabschnitt des Alters. Nach 20 Jahren bei Laban und der
Versöhnung mit seinem Bruder folgt ein Abschnitt der
Verluste. Seine geliebte Frau Rahel stirbt. Es gibt große
Probleme in der Familie und Jakob muss mit der Sippe nochmal
umziehen und von vorne anfangen. Zuletzt verschwindet Josef.
Trauer braucht seine Zeit und das Älterwerden ist nicht einfach.
Da sagt mancher: so habe ich mir das nicht vorgestellt.
Und dennoch! Dieser alte Jakob lehrt mich. Nach Jahren der
Dunkelheit hört er wieder Gottes Stimme. Endlich! Endlich geht es
weiter! Das Licht scheint wieder. Wenn Gott redet und da ist,
dann ist wieder alles möglich!
Am Ende seines Lebens kann Jakob vor den Pharao treten und
diesen, der sich ja selbst als Gott versteht, im Namen des
lebendigen Gottes segnen. Und Jakob segnet alle seine Kinder und
Enkel, ganz individuell und persönlich.
Ich will mutig sein wie Jakob und trotz allem, was schwer ist,
segnen. Kinder und Enkel und andere Menschen. Immer im Wissen,
dass wer einmal gesegnet ist, für immer gesegnet bleibt.
Ihre und eure Traudel Krause
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