Angenommen, du triffst einen Menschen, den du noch nicht gut
kennst. Dann redest du mit ihm natürlich nicht über deine
privatesten Träume und Wünsche, sondern eher über allgemeine
Themen. Sehr beliebt ist es, in dieser Situation über das Wetter zu
sprechen. Zunächst einmal gibt es natürlich die Temperatur. Findest
du es sehr heiß heute, oder vielleicht auch sehr kalt? Die Hitze
kann drückend sein, sie kann dich antriebslos werden lassen und
müde. Klirrende Kälte kennen wir in Deutschland allerdings auch
sehr gut. Du sagst also zu deinem Gegenüber zum Beispiel "Ganz
schön heiß heute, oder?" oder "Ganz schön kalt heute, oder?" Zwei
Worte, die dazu gehören sind "schwitzen" und "frieren". Du
schwitzt, wenn dir heiß ist. Du frierst, wenn dir kalt ist. Dann
kommen wir zu Wolken und Sonne. Du kannst sagen: "Ein schöner Tag,
die Sonne scheint!" oder "Schönes Wetter heute, oder?" Bei
schlechtem Wetter und Wolken sagst du einfach: "Schade, es ist
bewölkt". Und dann kommen wir zum Niederschlag, das ist also all
das Wasser, das aus dem Himmel kommt. "Es regnet schon den ganzen
Tag!" kannst du dich beschweren. Oder "Heute morgen hat es sogar
geschneit!". Vielleicht ziehen auch dunkle Wolken auf. Dann sagst
du "Ich fürchte ein Gewitter zieht auf." oder "Da braut sich was
zusammen". Das finde ich eine besonders schöne Redewendung. Etwas
brauen sagt man eigentlich, wenn man Bier herstellt. Wenn sich
etwas zusammenbraut dann ist das sozusagen die große Himmelsküche,
in der die dunklen Wolken entstehen. Vielleicht sagst du dann auch
"Ein Sturm zieht auf". Ein Sturm ist ein gewaltiges Gemisch aus
starkem Wind, oft Regen und auch Gewittern. Beim Wetterbericht, der
zum Beispiel jeden Abend im Fernsehen gezeigt wird und uns
vorhersagt, wie das Wetter am nächsten Tag wird, gibt es noch
einige andere Faktoren. Zum Beispiel geht es dann um die
Luftfeuchtigkeit und den Luftdruck. Ich mag zum Beispiel gar nicht,
wenn die Luftfeuchtigkeit in unserem Haus im Winter sinkt. Die Luft
wird trocken, weil die Heizung ihr die Feuchtigkeit entzieht. Das
tut mir gar nicht gut. Den Luftdruck kann ich mit einem Barometer
messen. Auch die Windstärke wird mit speziellen Instrumenten
gemessen. Hier in Bayern haben wir übrigens noch ein ganz
besonderes Wetter-Phänomen: Den Föhn. Das ist ein warmer Wind, der
über die Alpen zu uns kommt. So haben wir manchmal sehr klare Sicht
und warmes Wetter, obwohl es ein paar hundert Kilometer ganz anders
aussieht. Das Klima ist natürlich etwas anderes als das Wetter.
Beim Wetter geht es um eine Momentaufnahme. Um das, was Sonne und
Wolken gerade so machen. Beim Klima schauen wir uns die großen
Entwicklungen an. Deutschland liegt in der kühlgemäßigten
Klimazone. Wir haben sowohl das maritime Klima aus Westeuropa, also
den Einfluss des Meeres, als auch das kontinentale Klima aus
Osteuropa. Aus dem Westen kommt oft milde Meeresluft vom Atlantik
nach Deutschland. Ganz im Westen des Landes gibt es daher nicht so
kalte Winter. Die tiefste bestätigte in Deutschland gemessene
Temperatur waren -37,8 Grad in Bayern im Jahr 1929. Die höchste
Temperatur 2019 in Niedersachsen mit 42,6 Grad. Ich kann hier in
München, also in Bayern, sagen, dass wir im Sommer bis zu 30 Grad
haben und im Winter bis minus 15. Kälter und wärmer wird es selten.
Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg226kurz.pdf
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.