Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
Geht es nach dem Willen der EU, wird bald jeder Bürger der 27
Mitgliedsstaaten eine europäische digitale Identität (EUid) auf
Basis von digitalen Brieftaschen (E-Wallets) erhalten. Bereits 2030
sollen sich 80 Prozent aller EU-Bürger online im Web damit
ausweisen können. Die gesetzliche Grundlage dazu nennt sich
eIDAS-Verordnung 2.0 (electronic IDentification, Authentication and
trust Services). Diese Novellierung der ersten eIDAS-Verordnung aus
dem Jahr 2014 hat fast alle gesetzgeberischen Hürden genommen: Am
9. November wurde ein Kompromiss zwischen EU-Rat, Parlament und
Kommission erzielt, und am 7. Dezember hat Industrieausschuss des
Parlaments diese Vorlage abgesegnet. Stimmt das gesamte Parlament
voraussichtlich im Februar 2024 zu, könnte das Gesetz bereits im
Frühjahr 2024 in Kraft treten. Doch der Entwurf enthält einen
Artikel, der von zivilgesellschaftlichen Organisationen, aber auch
IT-Experten aus dem universitären Umfeld scharf kritisiert wird.
Warum das so ist, diksutieren die c't-Redakteure Holger Bleich und
Sylvester Tremmel sowie der stellvertretende Chefredakteur Jan Mahn
ausführlich in Episode 99 des Datenschutz-Podcasts Auslegungssache.
c't hat sich in der aktuellen Ausgabe 29/2023, die am heutigen 15.
Dezember erscheint, in einem Artikelschwerpunkt mit vielen Facetten
dieser Problematik beschäftigt. In erster Linie geht es um Artikel
45 des Entwurfs. Dieser sieht vor, dass Browser wie Chrome, Edge,
Firefox, und Safari künftig sogenannte qualifizierte Zertifikate
(Qualified Website Authentication Certificates, QWACs) für die
Webseiten-Authentifizierung anerkennen müssen. Die Anbieter der
Browser sollen Aussteller dieser QWACs, die sogenannten
Vertrauensdienste, per Gesetz als sichere Zertifikatsanbieter
akzeptieren und in ihre Root-CA-Stores aufnehmen. Die Gefahr dabei:
Diese staatlich kontrollierten Anbieter könnten Hintertüren
einbauen, um die Verschlüsselung zu kompromittieren und Nutzer zu
überwachen. Das ist keine hypothetische Gefahr, totalitäre Regimes
und Geheimdienste weltweit haben großes Interesse, den Verkehr
ihrer eigenen oder von ausländischen Bürgern abzuhören. Ein
Schreckensszenario, das technisch nicht ausgeschlossen wäre: Die
staatliche Zertifizierungsstelle von Ländern wie Ungarn könnte
falsche Zertifikate für alle Websites ausstellen und der
Geheimdienst des Landes könnte den Verkehr mitlesen. Technisch gibt
es keinen Mechanismus, dass ungarische Zertifikate nur dort gelten
– das Szenario träfe damit alle Europäer. Immer wieder warnen
Browser-Hersteller und Wissenschaftler davor, ein Szenario per
Gesetz zu ermöglichen, das die Vertraulichkeit von Kommunikation
und damit auch den Datenschutz der Bürger derart aushöhlt.

Weitere Episoden

Kamera an, Mitschnitt läuft!

Kamera an, Mitschnitt läuft!

1 Stunde 10 Minuten
vor 1 Woche
Wie das Netz uns erkennt

Wie das Netz uns erkennt

1 Stunde 3 Minuten
vor 3 Wochen
Datenschutz mit System

Datenschutz mit System

1 Stunde 5 Minuten
vor 1 Monat
E-Evidence: Datenherausgabe auf Zuruf

E-Evidence: Datenherausgabe auf Zuruf

1 Stunde 5 Minuten
vor 1 Monat
Europas Datenschutz in Bewegung

Europas Datenschutz in Bewegung

1 Stunde 11 Minuten
vor 2 Monaten
Episode melden

„Qwaks mit Soße“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz