Um die Handelskalkulation inkl. Skonto und Rabatt geht es in der
einhundertachtundvierzigsten Episode des
Anwendungsentwickler-Podcasts. TL;DR An einem PC zeige ich dir, wie
du mit der Handelskalkulation vom Einkaufspreis zum Verkaufspreis
kommst und dabei alle Kosten sowie deinen Gewinn einrechnest.
Rabatt und Skonto senken deinen Einkaufspreis; beim Verkauf
kalkulierst du die angebotenen Preisnachlässe vorher ein. Dafür
rechnest du im Hundert, weil dein:e Kund:in den Nachlass vom
späteren Angebotspreis abzieht. Auch Provisionen und die
Umsatzsteuer gehören ins Schema, das du als IT-Azubi im
Fachgespräch und in der schriftlichen Prüfung kennen solltest.
Kapitelmarken [00:00:37] Handelskalkulation als Prüfungsthema für
IT-Azubis [00:02:26] Verkaufspreise im Handelsunternehmen berechnen
[00:04:55] Das Kalkulationsschema am Beispiel eines PCs [00:06:53]
Rabatt und Skonto beim Einkauf verstehen [00:09:42] Zahlungsziel
und Skontofrist [00:12:27] Skontovorteil berechnen und aufs Jahr
hochrechnen [00:15:53] Preisnachlässe im Verkaufspreis
berücksichtigen [00:17:10] Vom Listeneinkaufspreis zum
Bareinkaufspreis [00:20:34] Bezugskosten und Einstandspreis
[00:21:58] Handlungskosten und Selbstkostenpreis [00:23:46] Gewinn
und Barverkaufspreis [00:25:34] Kundenskonto und das Rechnen im
Hundert [00:31:58] Zielverkaufspreis und Listenverkaufspreis
[00:33:27] Umsatzsteuer und Bruttoverkaufspreis [00:34:30]
Vorsteuer und Umsatzsteuer als durchlaufender Posten [00:36:58]
Provision für Handelsvertreter:innen einrechnen [00:38:52]
Zusätzlicher Gewinn durch verbleibende Nachlässe [00:41:01]
Prüfungsfehler beim Rechnen im Hundert [00:41:56] Das vollständige
Kalkulationsschema wiederholen [00:45:13] Weiterführende Links und
Feedback Inhalt Käufer zahlen immer so spät wie möglich ihre
Rechnungen, da sie in der Zwischenzeit mit ihrem Geld andere Dinge
machen können (z.B. verzinslich anlegen). Verkäufer wollen das Geld
aber so früh wie möglich haben, da sie bereits in Vorleistung
gegangen sind. Ein übliches Zahlungsziel bei Rechnungen ist 30
Tage. Das würde ein Käufer immer ausnutzen. Damit der Käufer
schneller zahlt, kann der Verkäufer Skonto gewähren, wenn z.B.
bereits bis zum 10. Tag gezahlt wird. Übliche Skontosätze sind 2%
oder 3%. Ein Rabatt ist ein allgemeiner Preisnachlass des
Verkäufers. Käufer ziehen sich Rabatt und Skonto (in dieser
Reihenfolge) vom ihnen angebotenen Preis ab ("vom Hundert").
Beispiel: PC kostet 1.000 EUR. 10% Rabatt ergeben einen Abzug von
100 EUR. Verkäufer müssen Skonto und Rabatt (in dieser Reihenfolge)
auf ihre Preise aufschlagen ("im Hundert"), damit sie nicht zu
ihren Ungunsten abgezogen werden. Die Basis 100% ist dabei der zu
errechnende Preis und nicht der, auf den aufgeschlagen wird.
Beispiel: PC soll für 1.000 EUR verkauft werden. Der Kunde soll 10%
Rabatt abziehen können dürfen. 1.000 EUR entsprechen dabei 90%, der
gesuchte Zielpreis 100%. Mittels Dreisatz ergibt sich ein Preis von
1.111,11 EUR (und nicht etwa 1.100 EUR!). 10% Abzug von 1.111,11
EUR sind 111,11 EUR, sodass der ursprünglich gewünschte Preis von
1.000 EUR beim Händler landet. Handelskalkulation Mittels der
Handelskalkulation berechnen Handelsunternehmen ihre Verkaufspreise
auf Basis der Einkaufspreise bei ihren Lieferanten. In
produzierenden Unternehmen oder bei Dienstleistern wird ggfs.
anders kalkuliert, z.B. mittels des Betriebsabrechnungsbogens bzw.
eines Stundensatzes. So sieht eine vollständige Handelskalkulation
aus: Listeneinkaufspreis (steht beim Lieferanten
auf dem Preisschild) − Lieferantenrabatt (handelt ein vernünftiger
Kunde vom Preis runter) = Zieleinkaufspreis (müsste der Kunde bei
Zahlung auf Rechnung am 30. Tag überweisen) − Lieferantenskonto
(zieht der Kunde ab, wenn er schneller zahlt, z.B. bis zum 10. Tag)
= Bareinkaufspreis (müsste der Kunde "bar" auf den Tisch legen, um
das Produkt mitzunehmen) + Bezugskosten (ggfs. Porto, Spedition) =
Bezugspreis (zahlt der Kunde, damit das Produkt "bei ihm auf dem
Hof" steht) + Handlungskosten (alle Kosten für den
Geschäftsbetrieb, z.B. Miete, Strom, Gehälter usw.) + Lagerzins
(falls Waren eingelagert werden müssen) = Selbstkostenpreis
(hiermit sind alls Kosten des Händlers abgedeckt) + Gewinn (das
bleibt am Ende dem Händler übrig) = Barverkaufspreis (das müsste
der Kunde bar bezahlen, um alle Kosten + Gewinn des Händlers zu
decken) + Kundenskonto (im Hundert) (zieht der Kunde sich vom
nächsten Preis ab) + Provision (im Hundert) (bekommt ggfs. ein
Handelsvertreter von uns) = Zielverkaufspreis (müsste der Kunde
zahlen, wenn er auf Rechnung kauft) + Kundenrabatt (im Hundert)
(handelt der Käufer runter) = Listenverkaufspreis (auch
Nettoverkaufspreis) + Umsatzsteuer (geht abzgl. der Vorsteuer ans
Finanzamt) = Bruttoverkaufspreis (schreibt der Händler auf sein
Preisschild) Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des
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Handelskalkulation in deiner IT-Ausbildung An einem eingekauften
PC, den ich weiterverkaufen möchte, zeige ich dir die Schritte der
Handelskalkulation. Als Fachinformatiker:in Anwendungsentwicklung
brauchst du auch kaufmännisches Wissen: Im Fachgespräch werden die
Begriffe und Rechenwege abgefragt, während du in der schriftlichen
Prüfung Verkaufspreise berechnen sollst. Ein Handelsunternehmen
kauft Waren ein und verkauft sie weiter. Der Verkaufspreis muss die
anfallenden Kosten decken und den geplanten Gewinn enthalten. Dazu
gehören auch laufende Ausgaben, etwa für Personal oder Strom. Vom
Listenpreis zum Einstandspreis Beim Einkauf gehst du diese Schritte
durch: | Schritt | Ergebnis | | --- | --- | | Listeneinkaufspreis
minus Lieferantenrabatt | Zieleinkaufspreis, auch Rechnungspreis |
| Zieleinkaufspreis minus Lieferantenskonto | Bareinkaufspreis | |
Bareinkaufspreis plus Bezugskosten | Bezugspreis, auch
Einstandspreis | Der Listeneinkaufspreis steht in der Preisliste
deiner Lieferant:innen. Wenn du einen Rabatt vereinbarst, ziehst du
ihn von diesem Preis ab. Bei 1.000 Euro und 10 % Rabatt beträgt der
Zieleinkaufspreis 900 Euro. Das Wort "Ziel" im Zieleinkaufspreis
bezieht sich auf das Zahlungsziel. Kaufst du auf Rechnung, musst du
beispielsweise innerhalb von 30 Tagen bezahlen. Gewährt dir dein:e
Lieferant:in Skonto, darfst du bei rechtzeitiger Zahlung einen
weiteren Betrag abziehen. So erhältst du den Bareinkaufspreis. Der
Name lässt sich durch eine sofortige Barzahlung merken, bei der die
Skontofrist eingehalten wäre. In meinem Beispiel zahlst du am
letzten Tag der vereinbarten Skontofrist. Bezugskosten fallen
beispielsweise an, wenn ein Speditionsunternehmen die Ware liefert.
Du addierst sie zum Bareinkaufspreis. Der Einstandspreis umfasst
damit die Kosten, bis die Ware bei dir im Laden oder Lager
angekommen ist. Rabatt und Skonto Einen Rabatt vereinbarst du als
Preisnachlass mit deinem Gegenüber. Skonto erhältst du, wenn du
innerhalb einer kürzeren Frist bezahlst. Wer die Ware verkauft,
schafft damit einen Anreiz, die Rechnung früh zu begleichen. Für
das Skontobeispiel gelten folgende Werte: Die Rechnung beträgt
1.000 Euro. Innerhalb von 10 Tagen darfst du 3 % Skonto abziehen.
Das reguläre Zahlungsziel beträgt 30 Tage. Wenn du innerhalb der
Skontofrist zahlst, sparst du 30 Euro. Eine Bankanlage derselben
1.000 Euro mit 3 % Jahreszins bringt für einen Monat rund 3 Euro.
Für den auf ein Jahr hochgerechneten Skontovorteil zählt die Zeit
zwischen Skontofrist und Zahlungsziel. Im Beispiel sind das 20
Tage. Mit einem kaufmännischen Jahr von 360 Tagen ergibt sich: 3 %
× 360 / 20 = 54 % Ich empfehle dir deshalb, angebotenes Skonto zu
ziehen und innerhalb der jeweiligen Frist möglichst spät zu zahlen.
Im Beispiel lohnt sich dafür auch ein Kredit mit 10 % Jahreszins.
Vom Einstandspreis zum Barverkaufspreis Sobald die Ware bei dir
angekommen ist, rechnest du die Kosten deines Handelsbetriebs ein:
| Schritt | Ergebnis | | --- | --- | | Einstandspreis plus
Handlungskosten und gegebenenfalls Lagerzins | Selbstkostenpreis |
| Selbstkostenpreis plus Gewinn | Barverkaufspreis | Zu den
Handlungskosten gehören beispielsweise die Miete für deinen Laden
und die Gehälter deiner Beschäftigten. Auch beim Handel von zu
Hause fallen Kosten an, etwa für einen Onlineshop. Im vorgestellten
Schema kommt gegebenenfalls ein Lagerzins hinzu, wenn du ein Lager
betreibst. Mit dem Selbstkostenpreis deckst du deine eigenen
Kosten. Den geplanten Gewinn rechnest du anschließend auf. Daraus
entsteht der Barverkaufspreis, den du nach den vorgesehenen
Preisnachlässen erhalten möchtest. Skonto und Rabatt im
Verkaufspreis einrechnen Dein:e Kund:in darf die angebotenen
Nachlässe später vom Preis abziehen. Deshalb kalkulierst du sie
vorher ein: | Schritt | Ergebnis | | --- | --- | | Barverkaufspreis
plus eingerechnetes Kundenskonto | Zielverkaufspreis, auch
Rechnungsverkaufspreis | | Zielverkaufspreis plus eingerechneter
Kundenrabatt | Listenverkaufspreis, auch Nettoverkaufspreis | Hier
rechnest du im Hundert. Der Preis, von dem dein:e Kund:in später
den Nachlass abzieht, entspricht 100 %. Bei 10 % Nachlass
entspricht der Betrag, den du erhalten möchtest, 90 %. Wenn nach
einem Nachlass von 10 % genau 1.000 Euro bleiben sollen, berechnest
du den Angebotspreis so: 1.000 Euro / 90 × 100 = 1.111,11 Euro
Zieht dein:e Kund:in davon 10 % ab, bleiben gerundet 1.000 Euro.
Für die einzelnen Schritte gilt: Kundenskonto: Zielverkaufspreis =
Barverkaufspreis × 100 / (100 − Skontosatz) Kundenrabatt:
Listenverkaufspreis = Zielverkaufspreis × 100 / (100 − Rabattsatz)
Bei 2 % Skonto entspricht dein Barverkaufspreis also 98 % des
Zielverkaufspreises....
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