Um den Unterschied zwischen Datenschutz, Datensicherheit und
Datensicherung geht es in der einhundertsiebenundfünfzigsten
Episode des IT-Berufe-Podcasts. Datenschutz vs. Datensicherheit vs.
Datensicherung In dieser Episode werden die drei Begriffe zunächst
oberflächlich erläutert und abgegrenzt. Über jedes einzelne Thema
kann man aber noch im Detail sprechen und Prüflinge müssen sich
auch intensiv damit auseinandersetzen. Die Begriffe klingen zwar
sehr ähnlich, sind aber klar voneinander abzugrenzen und insb. in
Prüfungen sauber auseinanderzuhalten. In der Novellierung der
IT-Berufe im Jahr 2018 wurden die Begriffe Datenschutz und
Datensicherheit explizit in den Ausbildungsrahmenplan mit
aufgenommen. Und auch in der Neuordnung 2020 gehören sie zum festen
Bestandteil der Berufsausbildung in den IT-Berufen. Datenschutz
Datenschutz ist der Schutz personenbezogener Daten natürlicher
Personen vor Missbrauch durch Dritte. Personenbezogene Daten sind
laut DSGVO "alle Informationen, die sich auf eine identifizierte
oder identifizierbare natürliche Person [...] beziehen; als
identifizierbar wird eine natürliche Person angesehen, die direkt
oder indirekt, insbesondere mittels Zuordnung zu einer Kennung wie
einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer
Online-Kennung oder zu einem oder mehreren besonderen Merkmalen
identifiziert werden kann, die Ausdruck der physischen,
physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen,
kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Person
sind". Beispiele: Name, Adresse, IP-Adresse, Bankdaten,
Gesundheitsdaten, Standortdaten. Das Recht auf informationelle
Selbstbestimmung sichert jedem Bürger das Recht zu, über die
Verwendung seiner Daten selbst zu bestimmen. Das sogenannte Recht
auf informationelle Selbstbestimmung wurde vom
Bundesverfassungsgericht im Volkszählungsurteil von 1983 aus dem
Grundgesetz abgeleitet. Dort heißt es: Jeder hat das Recht auf die
freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte
anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder
das Sittengesetz verstößt. (Grundgesetz, Artikel 2, Satz 1) Warum
ist das wichtig? Menschen sollen in ihrer persönlichen Freiheit
nicht eingeschränkt werden. Sie würden sich aber ggfs. anders
verhalten, wenn anderen Menschen (zu) persönliche Daten über sie
bekannt wären, wie z.B. Krankheiten oder sexuelle Vorlieben.
Außerdem würden viele Menschen sich einschränken, wenn sie
befürchten müssten, dass ihr Verhalten protokolliert würde. Das
Grundgesetz gewährleistet jeder Bürgerin und jedem Bürger das
Recht, über Verwendung und Preisgabe seiner persönlichen Daten zu
bestimmen (Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung).
Geschützt werden also nicht Daten, sondern die Freiheit der
Menschen, selbst zu entscheiden, wer was wann und bei welcher
Gelegenheit über sie weiß. (Bundesbeauftragter für den Datenschutz
und die Informationsfreiheit) Die EU formuliert es noch deutlicher:
Jede Person hat das Recht auf Schutz der sie betreffenden
personenbezogenen Daten. (Grundrechtecharta der EU, Artikel 8, Satz
1) Seit 2018 gilt die DSGVO, die europaweit strenge Richtlinien zum
Datenschutz und auch empfindliche Strafen bei Verstößen definiert.
Prüfungs- und praxisrelevante Inhalte Obige Definitionen, insb.
personenbezogene Daten Begründung und Verständnis, warum
Datenschutz wichtig ist Kernaussagen der DSGVO Betroffenenrechte:
Auskunftsrecht, Berichtigung, Löschung, Datenübertragbarkeit,
Widerspruchsrecht Pflichten von datenverarbeitenden Unternehmen,
"goldene Regeln" des Datenschutzes: Rechtmäßigkeit, Einwilligung,
Zweckbindung, Erforderlichkeit, Transparenz, Datensicherheit,
Kontrolle ggfs. Berücksichtigung des Datenschutzes beim eigenen
Abschlussprojekt Datensicherheit Datensicherheit umfasst alle
technischen und organisatorischen Maßnahmen, die dem Schutz von
Daten dienen. Dabei handelt es sich nicht nur um personenbezogene
Daten. Die Datensicherheit verfolgt die grundlegenden Schutzziele
Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten.
Vertraulichkeit der Daten bedeutet, dass nur befugte Personen auf
die Daten zugreifen können. Integrität soll die Unversehrtheit der
Daten sicherstellen und insb. Manipulation verhindern bzw. vor
technischen Defekten schützen. Verfügbarkeit stellt sicher, dass
die Daten auch wirklich verwendet werden können, wenn Bedarf
besteht. Bei der Datensicherheit geht es in erster Linie darum,
technische Mängel und unerlaubten Zugriff Dritter auf die Daten zu
verhindern. Hierzu gibt es eine Reihe technischer Maßnahmen wie
z.B. Berechtigungskonzepte, Verschlüsselung und elektronische
Signaturen, aber auch organisatorische, wie z.B. Gebäudesicherung
oder Zutrittskontrollen. Das Bundesamt für Sicherheit in der
Informationstechnik (BSI) gibt das sogenannte
IT-Grundschutz-Kompendium heraus, das in Deutschland quasi die
"Bibel" der Datensicherheit bzw. Informationssicherheit darstellt.
Viele Unternehmen halten sich an die dortigen Vorgaben z.B. zur
Komplexität von Passwörtern oder zu verwendenden Verschlüsselungs-
oder Hashalgorithmen. Abgrenzung zum Datenschutz: Datensicherheit
umfasst mehr Daten (nicht nur personenbezogene). Datenschutz
umfasst mehr Maßnahmen (nicht nur technische). Prüfungs- und
praxisrelevante Inhalte Schutzziele: Vertraulichkeit, Integrität,
Verfügbarkeit Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM):
Zutrittskontrolle, Zugangskontrolle, Zugriffskontrolle,
Weitergabekontrolle, Eingabekontrolle, Auftragskontrolle,
Verfügbarkeitskontrolle, Trennung von Daten unterschiedlicher
Zwecke konkrete Bedrohungsszenarien und mögliche Gegenmaßnahmen,
z.B. SQL-Injection, DDoS, Man-in-the-Middle, Trojaner, Viren, RAID,
VPN, (a)symmetrische Verschlüsselung Authentifizierung vs.
Authorisierung IT-Grundschutz des BSI Zertifizierungen wie z.B. ISO
27001 und Systeme wie ISMS Datensicherung Datensicherung ist quasi
das deutsche Wort für Backup und behandelt das Sichern und
Wiederherstellen von Daten auf Sicherungsmedien wie Magnetbändern,
externen Festplatten oder der Cloud. Es geht hierbei um den Schutz
vor Datenverlust. Die Datensicherung ist daher ein Teil der
Datensicherheit, der sich um das Schutzziel Verfügbarkeit kümmert.
Datenverlust kann durch technische Defekte (z.B. Erschütterung,
Überspannung, Stromausfall) verursacht werden, aber auch durch
böswillige Aktionen von Mitarbeitern oder externen Angreifern. Bei
der Datensicherung müssen geeignete Sicherungsmedien ausgewählt und
sinnvolle Verfahren für die Identifikation schützenswerter Daten
und die konkrete Sicherung inkl. Wiederherstellungsszenarien
angewendet werden. Dabei sind verschiedene Kriterien wie
Sicherungs- und Wiederherstellungsdauer, Kosten und Langlebigkeit
der Medien und zu sichernde Datenmengen zu berücksichtigen. Bei der
Bewertung der zu schützenden Daten müssen Kriterien wie ihr Wert
für das Unternehmen bzw. den Besitzer, die Änderungshäufigkeit oder
gesetzliche Anforderungen berücksichtigt werden. Aber auch die
Verschlüsselung der Daten kann nötig sein, wenn Medien extern
aufbewahrt werden (z.B. in einer Bank), und auch die Kompression
der Daten ist von Interesse, um Speicherplatz zu sparen. Prüfungs-
und praxisrelevante Inhalte Backup-Medien wie Bänder, CDs, Cloud
unterscheiden und auswählen Backup-Arten:
inkrementell/differentiell/Vollsicherung, Großvater/Vater/Sohn,
hot/cold Identifikation schützenswerter Daten: maschinell/manuell
wiederherstellbar, unersetzlich mögliche Gründe für Datenverluste
und Gegenmaßnahmen Literaturempfehlungen Diese beiden "klassischen"
Romane passen gut zum Oberthema Datenschutz. 1984 von George
Orwell* Fahrenheit 451 von Ray Bradbury* Links Permalink zu dieser
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für die Bundesrepublik Deutschland Die Grundrechtecharta der EU
Datenschutz Wichtige Datenschutz-Grundlagen
Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Internetauftritt des
Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
Informationelle Selbstbestimmung DSGVO - So definieren sich
personenbezogene Daten Sieben goldene Regeln des Datenschutzes
Datensicherheit Datensicherheit: Was bedeutet das? Kryptographie -
Schutzziele und Verschlüsselung BSI - IT-Grundschutz Datensicherung
Datensicherung Datensicherung und Datenverlust
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