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Die Arbeit als IT-Freelancer mit Christian Dröge – IT-Berufe-Podcast #170

Die Arbeit als IT-Freelancer mit Christian Dröge – IT-Berufe-Podcast #170

IT-Berufe-Podcast vor 5 Jahren
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Über seine Arbeit als IT-Freelancer erzählt Christian Dröge in der
einhundertsiebzigsten Episode des IT-Berufe-Podcasts. TL;DR Ich
habe mit Christian Dröge darüber gesprochen, wie du als
IT-Freelancer:in arbeitest und eigene Projekte findest. Seine
Arbeit verbindet Fachbereiche mit der IT und umfasst Anforderungen,
Geschäftsprozesse sowie Datenbanken, wodurch sich viele Bezüge zur
Ausbildung als Fachinformatiker:in ergeben. Beim Stundensatz zählen
neben dem Marktpreis auch deine Kosten und die Zeit, die du
abrechnen kannst, während du für deine Altersvorsorge selbst
verantwortlich bist. Für den Einstieg empfiehlt Christian, die
Nachfrage nach deinem Angebot zunächst nebenberuflich oder mit
einem ersten gesicherten Projekt zu prüfen. Kapitelmarken
[00:00:00] Einstieg ins Thema IT-Freelancing [00:02:20] Christian
Dröge und sein Weg in die IT [00:06:21] Programmieren und die Rolle
zwischen Fachbereich und IT [00:10:18] Business Analyse und
Requirements Engineering [00:12:15] UML, BPMN und Werkzeuge für
Diagramme [00:13:46] Datenbanken, Schnittstellen und Software
auswählen [00:16:45] Prototypen bauen und Daten strukturieren
[00:18:05] Bezüge zur IT-Ausbildung [00:18:47] Arbeitsalltag und
langfristige Projekte [00:23:41] Christians Einstieg in die
Selbstständigkeit [00:27:25] Aufträge in anderen Regionen und
Branchen [00:29:03] Arbeit während der Finanzkrise [00:30:34]
Stundensatz festlegen und den Markt einschätzen [00:33:54] Kosten,
Ausfallzeiten und Altersvorsorge einplanen [00:37:35] Buchhaltung
und eigene Website [00:41:29] Arbeitszeit und Weiterlernen
[00:44:18] Methoden, Technologien und Branchenwissen [00:46:53]
Sich in neue Projekte einarbeiten [00:50:27] Passende Software und
langfristige Lösungen finden [00:51:50] Fachliche Breite und
spezialisiertes Wissen [00:56:13] Kund:innen beraten und Lösungen
selbst umsetzen [00:58:05] Tipps für den Einstieg als Freelancer:in
[01:00:32] Technologietrends und Nachfrage beobachten [01:02:34]
Selbstständig bleiben und berufliche Perspektiven [01:06:03] Buch
zu Requirements Engineering [01:08:18] Christian kontaktieren
[01:10:36] Shownotes und Abschluss Die Arbeit als IT-Freelancer
Allgemeines zur Person Wie ist dein Name? Christian Dröge, 43 Jahre
alt, aus Frankfurt. Ich bin seit 2007 Freelancer in der IT. An
welchen Projekten arbeitest du zur Zeit? Als IT-Consultant bin ich
zurzeit in einem Digitalisierungsprojekt bei einem internationalen
Real Estate Asset Manager, der Immobilien-Fonds verwaltet. Hier
habe ich mit einem IT-Freelancer-Kollegen (Software
Entwickler/Architekt) eine Art ERP (Enterprise Resource Planning)
bzw. ein Portfolio Management System mit DWH (Data Warehouse)
gebaut. Ziel des Projekts ist es, von der Excel-Welt via
Datenbankanwendung zur Web-Anwendung zu kommen. Technisch habe ich
hier mit Microsoft SQL Server, Access und Excel also mit T-SQL und
VBA viel zu tun. Mein Kollege programmiert sehr viel mit C# und
PowerShell für Schnittstellen, um u.a. CSV- und XML-Dateien zu
importieren und exportieren. Ich beginne bald noch ein weiteres
Projekt als Requirements Engineer bzw. Anforderungsmanager im
öffentlichen Sektor, wo ich es mit Oracle-Datenbank, XML, BPMN und
UML zu tun habe. Das bestehende Projekt bzw. System betreue ich
dann ein bisschen nebenbei. Wie bist du zur Informatik gekommen?
Über das Computerspielen hatte ich schon in der Kindheit mit C64,
Amiga 500 und PC immer schon viel Spaß mit dem Computer. Ende der
90er kam noch das Internet dazu. In den 90ger-Jahren habe ich ein
Fachabitur Wirtschaft und eine Ausbildung zum Groß- und
Außenhandelskaufmann gemacht. Ich wollte unbedingt etwas Kreatives
studieren, weil ich gerne zeichne und mir Comics und Brettspiele
ausdenke. Aber mein Wunsch Kommunikationsdesign hat nicht geklappt.
Irgendwann wusste ich, dass ich etwas Kreatives bzw. Technisches
erschaffen können muss, um langfristig erfolgreich und unabhängig
zu sein. Als Kaufmann braucht man ja jemanden, der ein Produkt bzw.
Dienstleistung erschaffen kann, um es verkaufen zu können. Welche
Ausbildung bzw. welches Studium hast du im Bereich der Informatik
absolviert? Ich habe ein FH-Diplom in Wirtschaftsinformatik.
Angefangen habe ich mit Medieninformatik, aber darunter hatte ich
mir etwas anderes vorgestellt. Vor paar Jahren habe ich auch an der
Uni Bamberg Wirtschaftsinformatik studiert, um einen Master
berufsbegleitend zu machen. Habe ich aber nach 3 Jahren
abgebrochen, da zu aufwändig und zu wenig Mehrwert für einen
IT-Freelancer wie mich. Mit welcher/n Programmiersprache/n
arbeitest du im Alltag? Hauptsächlich VBA mit SQL. Was ist deine
Lieblingsprogrammiersprache und warum? Mir gefällt aus dem Studium
Java und im Job bzw. Fortbildung C#, da einfacher als C++
(Studium). Aber ich kann aktuell nur noch VBA gut, da ich direkt
bei den Fachabteilungen arbeite und die haben nur Microsoft Office
und somit VBA im Einsatz. IT-Freelancing Welche Dienstleistungen
bietest du genau an? IT-Beratung mit Schwerpunkt Business Analyse
und Requirements Engineering für Datenmanagementlösungen also
Datenbanken und Business Intelligence. Vor Projekten berate ich die
Kunden zu Business Cases oder Make-or-buy-Entscheidungen. Ich
berate auch dabei, welche Rollen für das Team benötigt werden. Und
am Ende gibt es "Lessons Learned". Im klassischen Wasserfallmodell
erstelle ich z.B. Pflichtenhefte. Hier wird oft DOORS eingesetzt.
Methodiken, die ich einsetze: Pflichtenheft, UML (Aktivität,
UseCase), BPMN (SwimLanes, Prozessmodellierung). PowerPoint setze
ich auch gerne zum "Malen" von Prozessen ein. Visio hat meist
niemand, genau wie Microsoft Project. LucidCharts ist auch
interessant für kleine Projekte. Weiterer Schwerpunkt von mir:
Datenbanken, Business Intelligence, Datenmodellierung,
XML-Schnittstellen, relationale Datenbanken, Microsoft SQL
Server/Oracle. Daten modellieren und für Fachbereich bereitstellen
mit Excel/Access, PowerBI etc. Bei "Make-or-buy" schaue ich, ob es
Lösungen am Markt gibt ("best of breed"). Sonst bauen wir die
selbst. Prototyping ist dabei immer wichtig und macht auch viel
Spaß. Viele Kunden haben Daten noch in PDF-Dateien und Excel und
sind noch längst nicht bei "Big Data" angekommen! Wie sieht dein
Alltag als Freelancer aus? 9-to-5 oder Überstunden ohne Ende? Wenn
die Familie versorgt ist, setze ich mich an den Computer und
bearbeite meine E-Mails (erst die wichtigen des Freelancers, dann
die der Kundenprojekte) oder fahre zum Kunden. Arbeitest du
wirklich "selbst" und "ständig"? Ich arbeite in den Projekten
selbst. Beim Drumherum (Büro, Papierkram, Buchhaltung, etc.)
unterstützt mich meine Frau, die für mich seit 10 Jahren arbeitet.
Ständig arbeite ich nicht. Ich bin natürlich immer an Methoden, IT
und Wirtschaft (also Prozessen und Management) interessiert. Ich
arbeite nicht mehr als andere. 40 Stunden pro Woche. Wann und warum
hast du den Entschluss gefasst, dich selbstständig zu machen?
Während meines ersten Projekts als festangestellter IT-Berater. Ein
Kollege hat mir gesagt, er mache sich jetzt selbstständig, und mir
empfohlen, das auch zu tun. Mein Ziel war, selbst über die Projekte
entscheiden zu können und natürlich auch mehr zu verdienen. Vorher
war ich Praktikant und habe mitbekommen, dass Berater 1.000 EUR
Tagessatz haben. Das hat mich schon beeindruckt. Wie lange dauern
deine Projekte? Ich mache eher lange Projekte, also durchaus
mehrere Jahre. Oft gibt es auch Folgeprojekte, denn die Systeme
haben eine lange Lebensdauer. Da kommen dann weitere Anforderungen
dazu. Wie entscheidest du dich zwischen konkurrierenden Projekten?
Das Projekt, welches zur meiner Rolle, meinen Skills und zu meiner
Lebenssituation passt, nehme ich an. Also IT-Berater (Datenbanken),
Remote, langfristig (> 6 Monate) und höchster Stundensatz ist am
interessantesten. Ich habe meist ein Hauptprojekt und ein
Nebenprojekt in "Teilzeit". Wie findest du deine Kunden/Projekte?
XING, LinkedIn, Freelancermap, Lyncronize, Gulp, oder
Personalberater (z.B. Hays) kontaktieren mich. Wie bist du in die
Selbstständigkeit gestartet? Was war dein erstes Projekt? Ein
Kollege hat sich selbstständig gemacht und mich "inspiriert". Ich
hatte einen "Deal" mit meinem Arbeitgeber, dass ich 25% vom
Tagessatz abgebe. 2007 lag ich bei 67,50 EUR pro Stunde "all in".
Das war viel Geld für mich! Als IT-Freelancer konnte ich innerhalb
eines Monats mein Einkommen im Vergleich zu meinem Gehalt als
festangestellter IT-Berater verdreifachen. Festangestellt hatte ich
zwar eine gewisse "Sicherheit", aber ich habe es einfach
ausprobiert und bin das Risiko eingegangen. Seit 2007 war ich nicht
einen Tag ohne Projekt! Ist der Freelancer krisenfester als eine
Festanstellung? IT wird immer gebraucht, aber es kommt auch auf das
Unternehmen an. Ich habe als Junior IT-Consultant im Jahr 2008
schon einmal über 20.000 EUR Umsatz im Monat durch viele
Überstunden verdient. Das ist als Festangestellter nicht so einfach
möglich. Was sind aus deiner Sicht die Vor- und Nachteile des
Freelancings ggü. einer Festanstellung? Mehr Freiheit (wo und was)
und (viel) mehr Geld als Fachkraft. Kein Geld bei Urlaub,
Krankheit, wenn kein Projekt läuft und während Fortbildungen. Wenn
man oft krank ist, ist der Job Freelancer nichts! Und viel Urlaub
ist meist auch nicht drin, denn in der Zeit verdient man nichts.
Arbeitest du eher remote oder vor Ort bei Kunden? Vor Corona vor
Ort. Jetzt ca. 80% Remote. Wie hast du deinen (ersten) Stundensatz
bestimmt? Deal mit Arbeitgeber: Stundensatz - 25% Ansonsten
Durchschnitt IT-Freelancer-Marktpreis (Projektmanager, Berater,
Entwickler, Admin, Tester, Support), immer mehr als jetzt und nicht
weniger als aktuell, weniger nur, wenn es andere Vorteile gibt, wie
z.B. 100% Remote. 95 EUR ist aktuell der Marktdurchschnitt, geht
aber 2021 wieder runter (ca. 10%) wegen 100% Remote-Arbeit. Ein
hoher Stundensatz heißt aber auch oft: "Den müssen wir schnell
wieder loswerden!" Daher eher am Markt orientieren....
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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