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SG #060: Schwangerschaft und Geburt

SG #060: Schwangerschaft und Geburt

Slow German vor 15 Jahren
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Herzlich willkommen bei Slow German! Ich habe eine lange Pause
gemacht, und das hat einen Grund. Ich habe nämlich einen kleinen
Sohn bekommen. Daher heute mal das Thema: Kinder bekommen in
Deutschland. Nach dem Schwangerschaftstest hat eine Frau viel zu
tun: Sie sollte jeden Monat zu ihrem Frauenarzt gehen und
kontrollieren lassen, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. Baby
ist eigentlich ein englisches Wort, wir verwenden es aber auch in
Deutschland. Der korrekte Ausdruck für ein Neugeborenes ist
eigentlich Säugling. Später ist das Kind dann ein Kleinkind. Bei
den regelmäßigen Untersuchungen wird das Gewicht der schwangeren
Frau gemessen. Oft wird ihr Blut abgenommen, um verschiedene Werte
zu kontrollieren. Sie muss auch eine Urinprobe abgeben. All das ist
nicht besonders angenehm, aber die Belohnung ist dann eine
Ultraschall-Untersuchung. Bei dieser Untersuchung können Arzt und
Patientin sozusagen in den Bauch sehen und das ungeborene Kind
beobachten. Recht früh kann man dabei auch schon das Geschlecht des
Kindes feststellen – wenn man das möchte. Gegen Ende der
Schwangerschaft wird man an ein CTG angeschlossen, das ist ein
Wehenschreiber. Das sind zwei Gurte um den Bauch der Schwangeren –
angeschlossen an einen Monitor. Dort sieht man dann, wie das Herz
des Babys schlägt – und ob die Frau bereits Wehen hat. Neben den
ärztlichen Untersuchungen nehmen viele Frauen die Hilfe einer
Hebamme in Anspruch. Sie nimmt sich viel Zeit, beantwortet Fragen
und hilft der schwangeren Frau in dieser Zeit. Um zu wissen, was
bei der Geburt alles passiert und welche Möglichkeiten es gibt,
werden viele Geburtsvorbereitungskurse angeboten. Sie sind keine
Pflicht, aber ein freiwilliges Angebot. Hier lernt man zum Beispiel
verschiedene Atemtechniken. Viele Kurse werden von der Krankenkasse
unterstützt, das heißt man muss nicht den vollen Betrag bezahlen.
Ab sechs Wochen vor der Geburt beginnt der Mutterschutz. In dieser
Zeit kann die Frau arbeiten, sie muss es aber nicht mehr. In den
acht Wochen nach der Geburt darf sie nicht arbeiten, wenn sie sich
an diesen Mutterschutz hält. Damit sie trotzdem Geld bekommt,
bezahlt ihr die Krankenkasse rund drei Viertel ihres Gehaltes
weiter. So kann sie sich voll und ganz auf ihr neugeborenes Kind
konzentrieren und gleichzeitig selber wieder fit werden. Davor aber
kommt die Geburt. Sie kündigt sich mit Wehen an. Das sind große
Schmerzen, die regelmäßig auftreten und immer stärker werden. Die
Mutter entscheidet sich schon vor der Geburt, wo sie ihr Kind
bekommen möchte. Es gibt die so genannte Hausgeburt, da bleibt die
Frau bei sich zu Hause und wird von einer Hebamme unterstützt. Dann
gibt es noch Geburtshäuser, auch hier hilft eine Hebamme, aber die
meisten Frauen bekommen ihr Kind in einem Krankenhaus. In der so
genannten Entbindungsklinik. Denn ein Kind zu bekommen heißt auch,
zu entbinden. Im Krankenhaus hat die Schwangere auch Unterstützung
von einer Hebamme. Wenn die Frau das möchte, bekommt sie eine PDA,
das ist eine Spritze, die ihr die Schmerzen nimmt. Es gibt in
vielen Kliniken auch die Möglichkeit einer Wassergeburt. Dafür ist
die Frau dann in einer großen Badewanne, das warme Wasser soll
entspannend wirken. Eine normale Geburt nennt man in Deutschland
Spontangeburt. Auch wenn sie oft viele Stunden lang dauert. Wenn es
Komplikationen gibt, kann das Kind entweder mit einer Saugglocke
oder mit einer Zange auf die Welt geholt werden. Oder mit einem
Kaiserschnitt. Der Kaiserschnitt wird immer häufiger angewendet –
dabei wird das Kind durch eine Operation aus dem Bauch der Frau
geholt. Wenn ein Kind übrigens zu früh geboren wird, wird es
Frühchen genannt. Zum Glück ist die Medizin mittlerweile so weit,
dass viele zu früh geborene Kinder trotzdem eine große
Überlebens-Chance haben. Gleich nach der Geburt darf das Kind
bereits an die Brust der Mutter – wenn diese das möchte. Sie kann
das Kind stillen. Falls sich die Frau für eine ambulante Geburt
entschieden hat, darf sie wenige Stunden nach der Geburt nach
Hause. Wenn nicht, bleibt sie einige Tage in der Klinik. Die Kinder
werden nach der Geburt ausführlich untersucht, und der Papa darf
die Nabelschnur durchschneiden. In den ersten Wochen zu Hause hat
man die Möglichkeit, eine Nachsorge-Hebamme in Anspruch zu nehmen.
Diese Hebamme hilft der jungen Familie und zeigt ihr auch, wie man
das Baby wickelt und badet. Das Angebot wird von der Krankenkasse
bezahlt. Die ersten sechs Wochen nach der Geburt nennt man das
Wochenbett. Auch danach stehen für das Baby viele Untersuchungen
beim Kinderarzt an – die U-Untersuchungen. Sie sind
durchnummeriert. U1 ist gleich nach der Geburt, U2 wenige Tage
danach, U3, U4 und so weiter. Beim Kinderarzt wird das kleine Kind
auch geimpft, damit es keine schlimmen Krankheiten bekommt. Eine
Impfung ist in Deutschland allerdings nicht Pflicht, die Eltern
dürfen entscheiden, ob ihr Kind geimpft werden soll oder nicht. So,
ich hoffe Ihr habt wieder viele neue Wörter gelernt! Ich hoffe,
dass ich wieder häufiger Slow German-Episoden aufnehmen kann. Wenn
Ihr Lust habt, folgt Slow German auf Facebook oder Twitter. PDFs zu
den älteren Folgen gibt es auf slowgerman.com, dort findet Ihr auch
noch viele andere Informationen. Und es gibt eine App für‘s iPhone.
Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg60kurz.pdf
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„SG #060: Schwangerschaft und Geburt“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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