Blick in die Bibel Archiv
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16 Minuten
Im Gespräch über das Tagesevangelium aus Matthäus 23,13–22 betont Tobias Schrörs, dass Jesu scharfe Kritik an den Schriftgelehrten und Pharisäern auch heute aktuell bleibt. Menschen können sich selbst und anderen den Zugang zu Gott erschweren, wenn sie den Glauben zu eng auslegen und vorschnell über andere urteilen. Jesus hingegen stellt die Annahme des Menschen und die befreiende Botschaft des Reiches Gottes in den Mittelpunkt. Schrörs hebt hervor, wie wichtig Ehrlichkeit gegenüber den eigenen Fehlern ist. Christlicher Glaube bedeute nicht, sich moralisch über andere zu erheben, sondern die eigene Bedürftigkeit anzuerkennen und Gottes Barmherzigkeit anzunehmen. Wer sich selbst von Gott geliebt und getragen weiß, könne anderen Menschen glaubwürdig von diesem Glauben Zeugnis geben. Als Kern des christlichen Glaubens nennt er drei einfache Sätze: „Du bist gewollt. Du bist geliebt. Du bist begnadet.“ Darin sieht er die zentrale Botschaft des Evangeliums. Nicht die strenge Befolgung von Regeln stehe im Vordergrund, sondern die lebendige Beziehung zu Gott und die Erfahrung seiner Liebe und Barmherzigkeit. EvangeliumIn jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Denn ihr selbst geht nicht hinein und lasst die nicht hinein, die hineingehen wollen. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr selbst. Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, gilt es nicht, wenn er aber beim Gold des Tempels schwört, gilt es. Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das Gold erst heilig macht? Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, gilt es nicht, wenn er aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, gilt es. Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt. (Mt 23,13-22)
13 Minuten
Tobias Schrörs ist Weihekandidat im Bistum Münster und wird im November 2025 zum Diakon mit Zivilberuf geweiht. In dieser Woche ist der Dipl. Theologe und Religionslehrer aus Xanten unser Gesprächspartner im Podcast "Blick in die Bibel".Eine Glaubenskrise in seiner Jugend und die Erfahrung, wie wichtig der Glaube für sein Leben ist, motivierten ihn, Religion zu studieren und seinen Glauben an junge Menschen weiterzugeben. Er betont, dass Religionsunterricht mehr sei als reine Wissensvermittlung: Er beschäftige sich mit Sinnfragen und dem Menschen selbst.Im Mittelpunkt steht das Evangelium Johannes 1,45–51, in dem Nathanael zunächst skeptisch auf Jesus reagiert und fragt: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ Schrörs sieht in Nathanaels Aussage ein Beispiel für menschliche Vorurteile. Er berichtet von einer eigenen Erfahrung, bei der er einen asiatischen Mann vorschnell falsch einschätzte. Im Evangelium geht es auch um Philippus, der nicht versucht, Nathanaels Vorbehalte durch Argumente zu widerlegen, sondern ihn einlädt: „Komm und sieh.“ Schrörs deutet dies als Vorbild für Christen heute. Glauben werde oft überzeugender durch gelebtes Beispiel als durch theoretische Diskussionen vermittelt. Anhand einer Franziskus-Geschichte erläutert er, dass christliche Verkündigung nicht nur durch Worte geschieht. Entscheidend sei, wie Menschen miteinander umgehen und ihren Glauben im Alltag sichtbar machen. Besonders als Religionslehrer sei Glaubwürdigkeit wichtiger als reine Fachkenntnis. EvangeliumIn jener Zeit traf Philippus Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn. (Joh 1,45-51)
12 Minuten
Zum Abschluss der Woche blickt Georg Müller-Glunz auf seine persönlichen Vorbilder in der Bibel und spricht über die Bedeutung des Sonntags als Tag der Ruhe und Besinnung. Das Evangelium (Mt 23,1-12) thematisiert die Spannung zwischen Worten und Taten. Jesus kritisiert Menschen, die andere belehren, selbst aber nicht entsprechend handeln. Müller-Glunz überträgt diese Botschaft auf Kirche, Gesellschaft und Politik und unterstreicht die Bedeutung von Glaubwürdigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Selbstreflexion. Im Mittelpunkt steht die christliche Tugend der Demut: wahre Größe zeigt sich nicht in Macht oder Ansehen, sondern im Dienst am Mitmenschen.Aus dem Matthäus Evangelium:In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi – Meister – nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Mt 23,1-12)( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
12 Minuten
Im Fokus der Auslegung steht das Doppelgebot der Liebe aus dem Matthäusevangelium (Mt 22,34-40). Der Weihekandidat Georg Müller-Glunz erklärt, warum Gottesliebe und Nächstenliebe untrennbar zusammengehören und sich gegenseitig bedingen. Christlicher Glaube zeige sich nicht nur im Gebet oder Gottesdienst, sondern ebenso im Umgang mit anderen Menschen. Die Folge macht deutlich: Das Fundament des Christseins ist die Liebe zu Gott und zum Mitmenschen. Aus ihr entstehen Glaubwürdigkeit, Barmherzigkeit und das konkrete Handeln im Alltag.Aus dem Matthäus Evangelium:In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten. (Mt 22,34-40) ( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
15 Minuten
In dieser Ausgabe erzählt Georg Müller-Glunz von den Erfahrungen, die ihn geprägt haben, und von seiner Motivation, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen. Anschließend steht das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl (Mt 22,1-14) im Mittelpunkt. Er deutet die Einladung zur Hochzeit als Bild für Gottes Ruf an alle Menschen. Die entscheidende Frage sei, wie jeder Einzelne auf diese Einladung reagiert. Das Hochzeitsgewand versteht er als Symbol für Glauben, Umkehr und die Bereitschaft, das eigene Leben von Christus prägen zu lassen. Die Folge betont Gottes Offenheit gegenüber allen Menschen und die Verantwortung, den Ruf Gottes bewusst anzunehmen.Aus dem Matthäus Evangelium:In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt. (Mt 22,1-14) ( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
15 Minuten
Georg Müller-Glunz spricht im "Blick in die Bibel" heute über seine bevorstehende Diakonenweihe und persönliche Wege, mit Nervosität umzugehen. Zudem gewährt er Einblicke in Freizeit, Familie und prägende Lebenserfahrungen. Im Zentrum steht das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1-16a). Dabei geht es um Gottes Gerechtigkeit, die sich nicht an menschlichen Leistungsmaßstäben orientiert. Er ist überzeugt, dass Gottes Gnade allen offensteht, unabhängig vom Zeitpunkt der Berufung. Das Evangelium lädt dazu ein, Neid zu überwinden, dankbar auf das eigene Leben zu schauen und sich über das Gute zu freuen, das anderen geschenkt wird.Aus dem Matthäus Evangelium:In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die Ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, und sagen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin? So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten. (Mt 20,1-16a) ( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
12 Minuten
In dieser Folge von „Blick in die Bibel" spricht Georg Müller-Glunz aus Münster über seinen Weg zum Diakonat mit Zivilberuf. Er erzählt von seiner Berufung, seinem kirchlichen Engagement und seinen Vorstellungen vom künftigen Dienst, insbesondere in der Begleitung von Menschen am Lebensende. Im Mittelpunkt der Bibelauslegung steht das Evangelium vom Kamel und dem Nadelöhr (Mt 19,23-30). Müller-Glunz erläutert, warum Besitz nicht das Problem ist, wohl aber die Gefahr, sein Vertrauen auf Reichtum statt auf Gott zu setzen. Die Botschaft: Der Mensch kann sich nicht selbst erlösen, doch Gottes Gnade macht möglich, was menschlich unmöglich erscheint.Aus dem Matthäus Evangelium:In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein. (Mt 19,23-30) ( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
13 Minuten
Im heutigen „Blick in die Bibel“ geht es um die Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling (Mt 19,16-22). Georg Müller-Glunz aus Münster, Finanzexperte und angehender Diakon, spricht über die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben, das über die bloße Einhaltung von Geboten hinausgeht. Im Zentrum steht die Frage: Was hält uns davon ab, Jesus wirklich nachzufolgen? Dabei geht es nicht nur um Geld und Besitz, sondern auch um Dinge wie Anerkennung, Bequemlichkeit, Erfolg oder den Wunsch, Recht zu behalten. Müller-Glunz deutet Jesu Aufforderung zum Loslassen als Einladung, innere Freiheiten zu gewinnen und Gott mehr zu vertrauen. Nachfolge bedeutet nicht unbedingt, alles aufzugeben, wohl aber zu prüfen, woran das eigene Herz hängt.Aus dem Matthäus Evangelium: In jener Zeit kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist 'der Gute'. Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. (Mt 19,16-22) ( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
17 Minuten
Für den Chefredakteur von Publik-Forum, Matthias Drobinski, steht am Hochfest Mariä Himmelfahrt viel mehr Maria als Person im Mittelpunkt - weniger das Dogma der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Mit den Jahren habe er sich der biblischen Frau angenähert: einer jungen, mutigen Mutter, die Ja zu Gottes Plan sagt, Leid aushält und bis unter das Kreuz ihres Sohnes geht. Die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel sei biblisch nicht belegt, könne aber als Hoffnungsbild verstanden werden – als Zeichen dafür, dass Gottes Erlösung den ganzen Menschen umfasst.Das Tagesevangelium von der Begegnung Marias mit Elisabeth gehört für ihn zu den schönsten Texten der Bibel. Im Magnificat klinge die Hoffnung auf eine gerechtere Welt an: Mächtige werden gestürzt, Niedrige erhöht, Hungrige beschenkt. Diese Verheißung sei keine Beschreibung der Gegenwart, sondern eine Vision Gottes für die Zukunft. Gerade die poetische Kraft des Lobgesangs und die innige Begegnung der beiden Frauen machten den Text bis heute lebendig und tröstlich.Aus dem Evangelium nach LukasIn jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharías und begrüßte Elisabet. Und es geschah: Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück. (Lk 1,39-56)( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
17 Minuten
Religion verliert in Westeuropa an Bedeutung – doch die Sehnsucht nach Sinn, Trost und Orientierung bleibt. Für den Chefredakteur von Publik-Forum Matthias Drobinski beschreibt der Begriff der „religiösen Indifferenz“ zwar treffend, dass viele Menschen Gott nicht mehr aktiv suchen. Gleichzeitig verschwinden grundlegende Fragen des Lebens nicht, sondern richten sich auf andere Bereiche wie Familie, Gemeinschaft oder gesellschaftliches Engagement. Glauben lasse sich deshalb vor allem durch gelebte Erfahrungen weitergeben, weniger durch Belehrung. Auch wenn viele junge Menschen der Kirche den Rücken kehren, blieben Werte wie Solidarität oder Verantwortung oft erhalten.Mit Blick auf das Tagesevangelium vom 14. August plädiert er für eine zeitgemäße Auslegung biblischer Texte. Die Forderung nach lebenslanger Treue gelte auch für gleichgeschlechtliche Paare und spreche nicht gegen deren Segnung. Jesu Worte zur Scheidung versteht er vor allem als Schutz der damals rechtlosen Frauen – nicht als starres Verbot für Menschen, deren Beziehungen gescheitert oder zerstörerisch geworden sind. Entscheidend sei, den Geist der Botschaft ernst zu nehmen, statt einzelne Bibelstellen wörtlich zu verabsolutieren.Aus dem Matthäusevangelium In jener Zeit kamen Pharisäer zu Jesus, um ihn zu versuchen, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen? Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer den Menschen am Anfang männlich und weiblich erschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Sie sagten zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, der Frau eine Scheidungsurkunde zu geben und sie aus der Ehe zu entlassen? Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch gestattet, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch. Da sagten seine Jünger zu ihm: Wenn das Verhältnis des Mannes zur Frau so ist, dann ist es nicht gut zu heiraten. Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen. Wer es erfassen kann, der erfasse es. (Mt 19,3-12)( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
18 Minuten
Mit dem Faltboot findet Matthias Drobinski einen entspannenden Ausgleich zum Alltag. In dieser Woche schauen wir mit dem Chefredakteur von Publik-Forum auf das jeweilige Evangelium vom Tage. Im Vorgespräch zum Evangelium am Mittwoch, den 13.08, erzählt Drobinski, dass er am liebsten auf stillen Flüssen und Seen unterwegs ist – etwa in Masuren oder auf der Peene. Für ihn ist das Paddeln mehr als ein Hobby: Es ist eine persönliche Form der Einkehr. Allein in der Natur, begleitet vom Rauschen des Wassers und dem Anblick von Seeadlern, erlebt er Gottes Schöpfung unmittelbar. Gleichzeitig erfüllt ihn die Klimakrise mit Sorge. Er rechnet damit, dass sich die Erderwärmung nicht mehr vollständig aufhalten lässt. Hoffnung schöpft er dennoch aus der Solidarität der Menschen. Niemand müsse die Welt allein retten, sagt Drobinski, aber jeder könne seinen Beitrag leisten.Im Tagesevangelium vom 13. August sieht Drobinski die Aufforderung, die Spirale der Eskalation zu durchbrechen. Jesus sagt: "nicht siebenmal solle man vergeben, sondern siebzigmal siebenmal". Vergebung bedeute dabei nicht, Unrecht zu verschweigen oder Gewalt hinzunehmen. Barmherzigkeit lade vielmehr dazu ein, dem anderen seine Menschlichkeit nicht abzusprechen. Gerade in einer Zeit, in der Debatten oft unversöhnlich geführt werden, sei Barmherzigkeit kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Haltung, die Versöhnung möglich macht.Aus dem MatthäusevangeliumIn jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr des Knechtes hatte Mitleid, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Knecht hinausging, traf er einen Mitknecht, der ihm hundert Denáre schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahl, was du schuldig bist! Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die Mitknechte das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast. Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt. Und es geschah, als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa und zog in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan. (Mt 18,21)( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
14 Minuten
Matthias Drobinski ist Chefredakteur der Zeitschrift "Publik Forum" und begleitet uns in dieser Woche im Gespräch über das Tagesevangelium. Vorab stellen wir ihn in einem Interview vor. Er sagt, er versteh sich nicht als „katholischer Journalist“, sondern als Journalist, der katholisch ist. Für ihn gelten zunächst dieselben Maßstäbe wie für jeden guten Journalismus: Neugier, sorgfältige Recherche, das Prüfen von Quellen und die Verpflichtung, Geschichten wahrheitsgemäß zu erzählen. Seine Religiosität prägt seine Arbeit dabei weniger durch eine bestimmte Agenda als vielmehr durch eine innere Haltung. Sie schärft seinen Blick für Fragen nach Gerechtigkeit, den Umgang mit Macht und die Situation der Schwachen. Drobinski betont jedoch ausdrücklich, dass er weder Missionar noch Vertreter des kirchlichen Lehramts sei, sondern Christ, der seinen Beruf nach journalistischen Grundsätzen ausübt.Die Worte Jesu aus dem Tagesevangelium vom 10. August, dass derjenige sein Leben gewinnt, der es gering achtet, wirken zunächst verstörend. Drobinski widerspricht ausdrücklich einer lebensfeindlichen Deutung. Er liebe sein eigenes Leben, achte auf Gesundheit, Familie und Beziehungen. Die Botschaft des Evangeliums versteht er vielmehr als Einladung, das eigene Ich nicht zum Mittelpunkt allen Handelns zu machen. Wer nur um die eigene Sicherheit, Selbstoptimierung und Selbstverwirklichung kreise, könne kaum Frucht bringen. Wirkliches Leben entstehe dort, wo Menschen bereit seien, sich für andere einzusetzen, etwas von sich selbst zu verschenken und auch Opfer in Kauf zu nehmen.Aus dem Johannes Evangelium (12,24-26)In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren (Joh 12,24-26)( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
14 Minuten
Auch im Ruhestand gibt es für unsere Gesprächspartnerin im Podcast "Blick in die Bibel" Monika Kleine noch einen Unterschied zwischen Werktagen und Wochenende. „Ja, ich fühle Wochenende noch anders als die Woche“, sagt die ehemalige Geschäftsführerin des SkF. Das Wochenende beginnt mit einem späten Frühstück, mit Zeit ohne Arbeitstermine, mit Begegnungen, Festen und vor allem mit dem Lesen. Auf eine klassische „Bucket List“ blickt sie nicht zurück. Vieles, was ihr wichtig war, habe sie zur richtigen Zeit getan – manches auch später nachgeholt, wie den Motorradführerschein. Heute beschäftigt sie sich stärker mit Fragen des Älterwerdens, des Abschieds und der Endlichkeit. Trost findet sie darin, ihr Leben bewusst gelebt zu haben und auch schwierige Seiten annehmen zu können.Im Blick auf das Tagesevangelium vom 8. August und die Frage, ob der Glaube Berge versetzen kann, betont Monika Kleine: Entscheidend sei, was mit Glauben gemeint ist. Für sie bedeutet Glaube, Menschen zu stärken, zu ermutigen und darauf zu vertrauen, dass nicht jeder alles können muss. Gerade die Vielfalt unterschiedlicher Fähigkeiten könne große Veränderungen bewirken.Glaube versetze Berge, sagt sie, wenn Menschen mit innerer Kraft und Ausdauer an etwas festhalten und sich nicht entmutigen lassen. Der Glaube könne besonders in schweren Situationen Trost schenken – nicht, indem er alle Fragen beantwortet, sondern indem er hilft, das Leben mit seinen hellen und dunklen Seiten anzunehmen.Aus dem Evangelium nach Matthäus:In jener Zeit trat ein Mensch auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn! Er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden. Oft fällt er ins Feuer und oft ins Wasser. Ich habe ihn schon zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen. Da sagte Jesus: O du ungläubige und verkehrte Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Und Jesus drohte ihm und der Dämon fuhr von ihm aus. Und der Knabe war von jener Stunde an geheilt. Als die Jünger mit Jesus allein waren, wandten sie sich an ihn und fragten: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete: Wegen eures Kleinglaubens. Denn, amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort! und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
11 Minuten
Im Vorgespräch zum Tagesevangelium geht es um Reformen in der Kirche und manche Entscheidung aus Rom, mit der Monika Kleine hadert. Die langjährige Geschäftsführerin des SkF Köln ist jedoch überzeugt, dass in der Kirche bereits viele Veränderungen stattfinden – oft in Bereichen, die nicht offiziell vorgegeben, aber dennoch gelebt werden.Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, Priesterin oder sogar Erzbischöfin von Köln zu werden, antwortet Kleine, dass sie diese Gestaltungsmöglichkeit durchaus reizvoll fände. Eine Kirche unter ihrer Leitung würde sie vor allem partizipativ gestalten: Viele unterschiedliche Menschen sollten gemeinsam beraten und Verantwortung übernehmen. Gerade die Mischung aus Frauen und Männern könne fruchtbare Veränderungen bewirken.Jungen Frauen und Mädchen, die sich in der Kirche engagieren möchten, macht Kleine Mut, Ungerechtigkeiten nicht einfach hinzunehmen, sondern für Beteiligung einzutreten und Räume zu nutzen, die bereits offenstehen. Die Zukunft der Kirche sieht sie in ihrer großen Vielfalt und in den vielen kleinen „Nischen“, in denen Menschen ihren Glauben gestalten.Im Gespräch über das Tagesevangelium vom 7. August spricht Kleine über die radikale Nachfolge Jesu. Die Botschaft des Textes versteht sie weniger als Aufforderung, alles aufzugeben, sondern als Einladung, Entscheidungen mit tiefer Überzeugung zu treffen. In einer vielfältigen Welt brauche es Offenheit für unterschiedliche Wege – und zugleich Klarheit bei dem, wofür man wirklich einsteht.Evangelium nach Matthäus:In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen und dann wird er jedem nach seinen Taten vergelten. Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn in seinem Reich kommen sehen. (Mt 16,24-28)( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
11 Minuten
„Monika kann vieles, nur keinen Smalltalk“, sagt ihre gute Freundin, die Bestsellerautorin Husch Josten über Monika Kleine. Selbst einer Karnevalskarawane an Weiberfastnacht durch eine volle Kneipe habe sie Tiefgang verliehen. Kleine selbst kann darüber schmunzeln: „Mich interessieren die Menschen, die mir gegenüberstehen. Über das Wetter kann man eben nicht zehn Minuten reden.“Als langjährige SKF-Geschäftsführerin hat sie viele herausfordernde Zeiten erlebt – besonders die Corona-Pandemie. Sie beschreibt diese Jahre als anstrengend, aber auch als eine Zeit großer Solidarität und Kreativität. „Wir mussten die Fragen lieben, um in die Antworten hineinwachsen zu können“, sagt sie rückblickend. Die Krise habe gezeigt, welche Kräfte in Menschen stecken, wenn sie gemeinsam nach Lösungen suchen.Auch angesichts von Kriegen, Klimakrise und Sorgen um die Demokratie bewahrt Monika Kleine ihre Zuversicht. Sie richtet den Blick weniger auf die großen, unüberschaubaren Entwicklungen, sondern auf das, was unmittelbar getan werden kann: „Im Tun kann Trost liegen. Es vermittelt das Gefühl von Kraft, die dann auch mehr wird.“Im Tagesevangelium vom 6. August, in dem Jesus in einer Wolke erscheint und Gott sich zu seinem Sohn bekennt, berührt sie weniger die Wolke als die Erde darunter. Sie spricht von den „Schultern der Generationen“, auf denen wir stehen. Der Satz „Fürchtet euch nicht“ bedeute für sie nicht, dass Ängste verschwinden, sondern dass Menschen Kraft finden können, ihnen zu begegnen. „Ich bin weder der Anfang noch das Ende. Ich bin ein Teil dieser Kette und muss schauen: Was ist meine Aufgabe hier und heute?“Aus dem Evangelium nach Matthäus:In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus antwortete und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, siehe, eine leuchtende Wolke überschattete sie und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht! Und als sie aufblickten, sahen sie niemanden außer Jesus allein. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist! (Mt 17,1-9)( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)