Mit dem Faltboot findet Matthias Drobinski einen entspannenden
Ausgleich zum Alltag. In dieser Woche schauen wir mit dem
Chefredakteur von Publik-Forum auf das jeweilige Evangelium
vom Tage. Im Vorgespräch zum Evangelium am Mittwoch, den 13.08,
erzählt Drobinski, dass er am liebsten auf stillen Flüssen und Seen
unterwegs ist – etwa in Masuren oder auf der Peene. Für ihn ist das
Paddeln mehr als ein Hobby: Es ist eine persönliche Form der
Einkehr. Allein in der Natur, begleitet vom Rauschen des Wassers
und dem Anblick von Seeadlern, erlebt er Gottes Schöpfung
unmittelbar. Gleichzeitig erfüllt ihn die Klimakrise mit Sorge. Er
rechnet damit, dass sich die Erderwärmung nicht mehr vollständig
aufhalten lässt. Hoffnung schöpft er dennoch aus der Solidarität
der Menschen. Niemand müsse die Welt allein retten, sagt Drobinski,
aber jeder könne seinen Beitrag leisten.Im Tagesevangelium vom 13.
August sieht Drobinski die Aufforderung, die Spirale der Eskalation
zu durchbrechen. Jesus sagt: "nicht siebenmal solle man vergeben,
sondern siebzigmal siebenmal". Vergebung bedeute dabei nicht,
Unrecht zu verschweigen oder Gewalt hinzunehmen. Barmherzigkeit
lade vielmehr dazu ein, dem anderen seine Menschlichkeit nicht
abzusprechen. Gerade in einer Zeit, in der Debatten oft
unversöhnlich geführt werden, sei Barmherzigkeit kein Zeichen von
Schwäche, sondern eine Haltung, die Versöhnung möglich macht.Aus
dem MatthäusevangeliumIn jener Zeit trat Petrus zu Jesus und
fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er
gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Ich sage
dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der
beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen. Als er
nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm
zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht
zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und
allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit
mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr des Knechtes hatte
Mitleid, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der
Knecht hinausging, traf er einen Mitknecht, der ihm hundert Denáre
schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahl, was du
schuldig bist! Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und flehte: Hab
Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte
nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er
die Schuld bezahlt habe. Als die Mitknechte das sahen, waren sie
sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles,
was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du
elender Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du
mich angefleht hast. Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht
Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in
seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze
Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater euch
behandeln, wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt. Und
es geschah, als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa
und zog in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan. (Mt
18,21)( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen
liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
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