Für den Chefredakteur von Publik-Forum, Matthias Drobinski, steht
am Hochfest Mariä Himmelfahrt viel mehr Maria als Person im
Mittelpunkt - weniger das Dogma der leiblichen Aufnahme Mariens in
den Himmel. Mit den Jahren habe er sich der biblischen Frau
angenähert: einer jungen, mutigen Mutter, die Ja zu Gottes Plan
sagt, Leid aushält und bis unter das Kreuz ihres Sohnes geht. Die
leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel sei biblisch nicht belegt,
könne aber als Hoffnungsbild verstanden werden – als Zeichen dafür,
dass Gottes Erlösung den ganzen Menschen umfasst.Das
Tagesevangelium von der Begegnung Marias mit Elisabeth gehört für
ihn zu den schönsten Texten der Bibel. Im Magnificat klinge die
Hoffnung auf eine gerechtere Welt an: Mächtige werden gestürzt,
Niedrige erhöht, Hungrige beschenkt. Diese Verheißung sei keine
Beschreibung der Gegenwart, sondern eine Vision Gottes für die
Zukunft. Gerade die poetische Kraft des Lobgesangs und die innige
Begegnung der beiden Frauen machten den Text bis heute lebendig und
tröstlich.Aus dem Evangelium nach LukasIn jenen Tagen machte sich
Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.
Sie ging in das Haus des Zacharías und begrüßte Elisabet. Und es
geschah: Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in
ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief
mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet
ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines
Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen
Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig,
die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein
Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit
seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig
alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und
sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm
machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er
stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die
Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer
ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein
Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen
Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann
kehrte sie nach Hause zurück. (Lk 1,39-56)( Ständige
Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher
im deutschen Sprachgebiet)
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.