Tobias Schrörs ist Weihekandidat im Bistum Münster und wird im
November 2025 zum Diakon mit Zivilberuf geweiht. In dieser Woche
ist der Dipl. Theologe und Religionslehrer aus Xanten unser
Gesprächspartner im Podcast "Blick in die Bibel".Eine Glaubenskrise
in seiner Jugend und die Erfahrung, wie wichtig der Glaube für sein
Leben ist, motivierten ihn, Religion zu studieren und seinen
Glauben an junge Menschen weiterzugeben. Er betont, dass
Religionsunterricht mehr sei als reine Wissensvermittlung: Er
beschäftige sich mit Sinnfragen und dem Menschen selbst.Im
Mittelpunkt steht das Evangelium Johannes 1,45–51, in dem Nathanael
zunächst skeptisch auf Jesus reagiert und fragt: „Kann aus Nazareth
etwas Gutes kommen?“ Schrörs sieht in Nathanaels Aussage ein
Beispiel für menschliche Vorurteile. Er berichtet von einer eigenen
Erfahrung, bei der er einen asiatischen Mann vorschnell falsch
einschätzte. Im Evangelium geht es auch um Philippus, der
nicht versucht, Nathanaels Vorbehalte durch Argumente zu
widerlegen, sondern ihn einlädt: „Komm und sieh.“ Schrörs deutet
dies als Vorbild für Christen heute. Glauben werde oft
überzeugender durch gelebtes Beispiel als durch theoretische
Diskussionen vermittelt. Anhand einer Franziskus-Geschichte
erläutert er, dass christliche Verkündigung nicht nur durch Worte
geschieht. Entscheidend sei, wie Menschen miteinander umgehen und
ihren Glauben im Alltag sichtbar machen. Besonders als
Religionslehrer sei Glaubwürdigkeit wichtiger als reine
Fachkenntnis. EvangeliumIn jener Zeit traf Philippus Natanaël
und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz
und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den
Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort
etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah
Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter
Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher
kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus
rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël
antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König
von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte,
dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres
sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet
den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen
sehen über dem Menschensohn. (Joh 1,45-51)
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