Podcaster
Episoden
08.01.2026
25 Minuten
„Wie klein müssen Veränderungen sein, damit das Gehirn sie nicht
als Risiko einstuft?“ „Ist es für das Gehirn besser, ein großes
Ziel zu haben oder viele kleine Schritte zu gehen?“ „Warum fühlt
sich Veränderung selbst bei kleinen Vorhaben oft so anstrengend
an?“ „Lehnt das Gehirn Veränderung grundsätzlich ab oder lässt sich
Offenheit für neue Ziele trainieren?“ Vielen Dank für Eure Fragen
zur aktuellen Folge „Dein Gehirn will keine Ziele - es will
überleben: Zielsetzung evolutionär verstehen“. Matthias Baum aus
dem HEALTH NERDS Wissenschaftsteam liefert hier in der Sprechstunde
die Antworten. Zur Hauptfolge: „Unser Gehirn ist nicht dafür
gemacht, Ziele zu verfolgen. Es ist dafür gemacht, zu überleben.“
Mit diesem Perspektivwechsel startet die erste HEALTH NERDS Folge
des neuen Jahres. Denn wenn Neujahrsvorsätze scheitern, liegt das
selten an mangelnder Disziplin. Viel häufiger kollidieren sie mit
einem biologischen System, das Sicherheit, Energie und
Vorhersagbarkeit höher priorisiert als Fortschritt. In dieser Folge
HEALTH NERDS sprechen Podcast-Host Felix Moese und
Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum darüber, warum Vorsätze
aus neurobiologischer Sicht so oft ins Leere laufen. Abnehmen, mehr
Bewegung oder weniger Stress scheitern nicht am Wissen, sondern
daran, dass unser Gehirn Veränderung zunächst als Risiko bewertet –
vor allem, wenn Ziele abstrakt, radikal oder weit entfernt sind. Im
Zentrum steht ein entscheidender Gedanke: Unser Gehirn sucht keinen
Neustart, sondern einen Reset. Nicht Motivation ist der Hebel,
sondern Entlastung. Schlaf, Stresslevel, Energiezustand und
Struktur entscheiden darüber, ob Veränderung zugelassen oder
blockiert wird. Statt großer Zielzustände rücken deshalb kleine,
konkrete Handlungen in den Fokus. Feste Zeiten, überschaubare
Schritte und schnelle Rückmeldung signalisieren Sicherheit. So
entstehen Routinen, die deutlich weniger Willenskraft brauchen –
Motivation wird überflüssig, weil Verhalten automatisch wird.
Besonders deutlich zeigt sich das beim Thema Gewichtsreduktion:
Nicht Verbote oder radikale Pläne führen zum Erfolg, sondern das
gezielte Zurücksetzen einzelner Stellschrauben – etwa beim
Essrhythmus, Snacken oder der Alltagsbewegung. Ein Reset auf
Handlungsebene, der dem System erlaubt, sich neu zu stabilisieren.
Eine Folge über realistische Veränderung jenseits von
Perfektionsdruck – und darüber, warum echter Fortschritt nicht am
1. Januar beginnt, sondern mit dem nächsten machbaren Schritt.
HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt. Ein ALL EARS ON YOU Original
Podcast.
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05.01.2026
13 Minuten
Zeolith wird häufig als natürlicher Detox Helfer beworben: Ein
Mineral, das Giftstoffe, Schwermetalle und Umweltbelastungen aus
dem Körper ziehen soll. Die Vorstellung klingt einfach und
attraktiv. Entgiftung auf Knopfdruck. Biologisch betrachtet ist die
Grundidee nicht frei erfunden, doch sie wird oft deutlich weiter
erzählt, als es die Wissenschaft trägt. Zeolith ist kein einzelner
Stoff, sondern eine Gruppe kristalliner Aluminiumsilikate, die
sowohl natürlich als auch synthetisch vorkommen. Charakteristisch
ist ihre poröse Gitterstruktur. Sie wirkt wie ein mikroskopischer
Schwamm mit elektrischer Ladung. Genau dadurch können Zeolithe
bestimmte geladene Teilchen binden. Dieser Vorgang ist kein
biochemischer, sondern ein physikalischer Prozess über Adsorption
und Ionenaustausch. In diesem HEALTH NERDS Deep Dive ordnen
Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias
Baum ein, was diese Bindung tatsächlich bedeutet. Entscheidend ist
der Ort des Geschehens. Zeolith wirkt ausschließlich im Darmlumen –
der Grenzfläche zur Außenwelt. Substanzen, die sich im Darm
befinden oder dort entstehen, etwa Ammonium, bakterielle
Stoffwechselprodukte oder bestimmte Metallionen, können unter klar
definierten Bedingungen gebunden und anschließend ausgeschieden
werden. Damit endet jedoch auch der realistische Wirkbereich.
Zeolith gelangt nicht in den Blutkreislauf und kann keine
systemisch zirkulierenden Giftstoffe aus Blut, Gewebe oder Organen
entfernen. Aussagen, Zeolith könne Schwermetalle aus dem Blut
ziehen oder den Körper ganzheitlich entgiften, sind
wissenschaftlich nicht haltbar. Auch für eine direkte Regeneration
der Darmschleimhaut gibt es keine belastbare Evidenz. Häufig
zitierte Effekte beziehen sich auf einzelne Marker wie Zonulin, die
für sich allein keine Aussage über eine umfassende Barriereheilung
erlauben. Ein weiterer zentraler Punkt ist die fehlende
Selektivität. Zeolith bindet nicht nur potenziell unerwünschte
Stoffe, sondern auch erwünschte. Mineralstoffe, Spurenelemente,
Vitamine und sogar Medikamente können gebunden werden, wenn sie
zeitgleich eingenommen werden. Deshalb ist Abstand in der Einnahme
zwingend erforderlich und ein unkritischer Dauereinsatz
problematisch. Wann kann Zeolith dennoch sinnvoll sein? Vor allem
als temporäres, symptomorientiertes Instrument. Etwa bei akuter
Darmunruhe oder in therapeutisch begleiteten Phasen, wenn eine
erhöhte Belastung im Darmlumen vermutet wird. Nicht als
Allheilmittel, nicht als systemisches Detox Werkzeug und nicht als
Ersatz für körpereigene Entgiftungsprozesse über Leber, Niere und
Darm. HEALTH NERDS – Mensch, einfach erklärt. Spare 15 % auf deine
erste Bestellung auf artgerecht.com mit dem Code HEALTHNERDS15 im
Warenkorb. Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
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01.01.2026
38 Minuten
„Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, Ziele zu verfolgen. Es ist
dafür gemacht, zu überleben.“ Mit diesem Perspektivwechsel startet
die erste HEALTH NERDS Folge des neuen Jahres. Denn wenn
Neujahrsvorsätze scheitern, liegt das selten an mangelnder
Disziplin. Viel häufiger kollidieren sie mit einem biologischen
System, das Sicherheit, Energie und Vorhersagbarkeit höher
priorisiert als Fortschritt. In dieser Folge HEALTH NERDS sprechen
Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias
Baum darüber, warum Vorsätze aus neurobiologischer Sicht so oft ins
Leere laufen. Abnehmen, mehr Bewegung oder weniger Stress scheitern
nicht am Wissen, sondern daran, dass unser Gehirn Veränderung
zunächst als Risiko bewertet – vor allem, wenn Ziele abstrakt,
radikal oder weit entfernt sind. Im Zentrum steht ein
entscheidender Gedanke: Unser Gehirn sucht keinen Neustart, sondern
einen Reset. Nicht Motivation ist der Hebel, sondern Entlastung.
Schlaf, Stresslevel, Energiezustand und Struktur entscheiden
darüber, ob Veränderung zugelassen oder blockiert wird. Statt
großer Zielzustände rücken deshalb kleine, konkrete Handlungen in
den Fokus. Feste Zeiten, überschaubare Schritte und schnelle
Rückmeldung signalisieren Sicherheit. So entstehen Routinen, die
deutlich weniger Willenskraft brauchen – Motivation wird
überflüssig, weil Verhalten automatisch wird. Besonders deutlich
zeigt sich das beim Thema Gewichtsreduktion: Nicht Verbote oder
radikale Pläne führen zum Erfolg, sondern das gezielte Zurücksetzen
einzelner Stellschrauben – etwa beim Essrhythmus, Snacken oder der
Alltagsbewegung. Ein Reset auf Handlungsebene, der dem System
erlaubt, sich neu zu stabilisieren. Eine Folge über realistische
Veränderung jenseits von Perfektionsdruck – und darüber, warum
echter Fortschritt nicht am 1. Januar beginnt, sondern mit dem
nächsten machbaren Schritt. HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt.
Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
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29.12.2025
14 Minuten
MCT Öl gilt als schneller Energielieferant. Ein Esslöffel im Kaffee
soll genügen, um den Stoffwechsel effizienter arbeiten zu lassen,
die Konzentration zu steigern und Fett direkt in Energie
umzuwandeln. Kaum ein anderes Fett wird derzeit mit so klaren
Leistungsversprechen beworben. Doch hinter diesem Trend steckt
weniger Magie als ein besonderer biologischer Mechanismus. MCT
steht für Medium Chain Triglycerides, also mittelkettige
Fettsäuren. Entscheidend ist ihre Kettenlänge. Im Fokus stehen vor
allem C8 und C10 Fettsäuren, Kaprylsäure und Kaprinsäure. Sie
kommen natürlicherweise unter anderem in Kokosfett und in
Muttermilch vor, dort jedoch eingebettet in ein komplexes
Nahrungsgefüge. Als isoliertes Öl werden sie heute gezielt
eingesetzt, um einen bestimmten Stoffwechselweg zu nutzen. In
diesem HEALTH NERDS Deep Dive ordnen Podcast Host Felix Moese und
Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum die biochemischen
Besonderheiten von MCT Öl ein. Der zentrale Unterschied liegt im
Verdauungsweg. Während langkettige Fettsäuren Galle, Enzyme und den
Transport über das Lymphsystem benötigen, werden mittelkettige
Fettsäuren deutlich schneller aufgenommen. Sie gelangen direkt über
die Pfortader zur Leber und werden dort rasch oxidiert. Dieser Weg
erklärt, warum MCT Öl schneller Energie bereitstellen und die
Ketonkörperproduktion erhöhen kann. Damit unterscheidet sich MCT Öl
klar von klassischen Nahrungsfetten. Die schnelle Verfügbarkeit
bedeutet jedoch nicht automatisch Fettabbau. Der Einfluss auf
Körpergewicht und Fettmasse ist gering und immer an die
Gesamtenergiebilanz gekoppelt. Auch MCT liefert neun Kilokalorien
pro Gramm. Die beworbene Fettverbrennung ist daher kein
eigenständiger Effekt, sondern eher eine Folge veränderter
Energieverwertung im Rahmen bestimmter Ernährungsformen. Ein
weiterer Aspekt ist die Verträglichkeit. Gerade weil MCT Fettsäuren
den klassischen Verdauungsweg umgehen, reagieren viele Menschen
empfindlich auf höhere Mengen. Übelkeit, Bauchkrämpfe oder
Durchfall sind keine Seltenheit, wenn der Einstieg zu schnell
erfolgt. Evolutionär betrachtet war der menschliche Stoffwechsel
zwar immer mit mittelkettigen Fettsäuren konfrontiert, jedoch nie
in isolierter, hochkonzentrierter Form. Genau diese fehlende
Einbettung erklärt, warum Geschwindigkeit für den Stoffwechsel
sowohl Vorteil als auch Belastung sein kann. Wann kann MCT Öl
sinnvoll sein? Etwa bei eingeschränkter Fettverdauung, bei
bestimmten ketogenen Ansätzen oder als gezielte Energiequelle für
das zentrale Nervensystem. Gleichzeitig ist es kein universeller
Leistungsbooster und kein Stoffwechsel Hack ohne Nebenwirkungen.
Entscheidend sind Menge, Kontext und individuelle Verträglichkeit.
Was kann MCT Öl tatsächlich leisten? Wo endet der biologische
Vorteil und wo beginnt die Überforderung? Und für wen ist diese
Form der schnellen Energie wirklich geeignet? HEALTH NERDS. Mensch,
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25.12.2025
23 Minuten
"Sind für die Darmgesundheit regelmäßige Essenspausen wichtiger als
eine möglichst perfekte Lebensmittelauswahl?” “Hängen plötzliches
Sodbrennen rund um die Feiertage eher mit Ernährung und Stress
zusammen und welche Maßnahmen sind sinnvoll, ohne auf
Lutschtabletten zurückzugreifen?” “Wie lässt sich der Darm nach der
Weihnachtszeit bei anhaltender Trägheit und Blähungen sinnvoll
unterstützen, auch wenn die Ernährung nicht immer perfekt ist?”
“Gibt es eine sanfte Möglichkeit, den Darm nach Weihnachten zu
entlasten, ohne zu fasten oder Detox Programme zu machen?” Vielen
Dank für Eure Fragen zur aktuellen Folge „Wenn der Darm
Weihnachtsferien macht: Unser Körper im Ausnahmezustand“. Matthias
Baum aus dem HEALTH NERDS Wissenschaftsteam liefert hier in der
Sprechstunde die Antworten. Zur Hauptfolge: „Ein, zwei Tage üppiges
Essen steckt ein gesunder Körper meistens locker weg. Doch fünf
Wochen Dauer-Ausnahmezustand im Dezember bringen Stoffwechsel,
Immunsystem und Mikrobiom ordentlich ins Trudeln.“ In dieser Folge
HEALTH NERDS spricht Podcast-Host Felix Moese mit
Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum darüber, was rund um
Weihnachten tatsächlich in unserem Verdauungssystem passiert: mehr
Zucker, mehr Alkohol, mehr hochverarbeitete Lebensmittel, dazu
Stress und oft deutlich weniger Schlaf. Eine Kombination, die den
Körper messbar belastet – und rund um die Feiertage sogar mit einem
Anstieg der Herzinfarktrate einhergeht. Während unser Darm mit
kurzfristigem Überfluss gut umgehen kann, ist er evolutionär nicht
auf wochenlangen Dauerstress ausgelegt. Im Zentrum der Folge stehen
deshalb die evolutionären Grundlagen unseres Stoffwechsels, die
Bedeutung von Rhythmus und Vorhersagbarkeit für die Verdauung sowie
die Auswirkungen von Stress auf Darmbarriere, Mikrobiom und
Immunfunktion. Oder anders gesagt: "Evolutionär betrachtet kann
unser Körper nichts mit XXL-Adventskalendern anfangen.“ Ein
zentrales Thema ist der biologische Ausnahmezustand, in den viele
Menschen rund um Weihnachten geraten. Hohe Kaloriendichte,
ständiges Snacken und verschobene Schlafzeiten verändern das
Darmmikrobiom messbar und fördern entzündliche Prozesse.
Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Reflux oder Trägheit sind
dabei keine Schwäche, sondern nachvollziehbare Warnsignale eines
Systems, dem über längere Zeiträume Regenerationspausen fehlen.
Diese Prozesse bleiben nicht auf den Darm beschränkt, sondern
wirken sich auch auf Energielevel, Immunfunktion und die
Anfälligkeit für Infekte aus. Gleichzeitig geht es in dieser Folge
um praktikable Strategien jenseits von Verboten und
Perfektionsdruck: Warum Bewegung ein zentraler Regulator für
Verdauung und Stressverarbeitung ist – Stichwort
Weihnachtsspaziergang. Warum Essenspausen und feste Routinen dem
Darm Stabilität geben. Wie kurze Atemrituale vor dem Essen den
Parasympathikus aktivieren. Und wann Verdauungsenzyme oder
Bitterstoffe sinnvoll unterstützen können. HEALTH NERDS – Mensch,
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Über diesen Podcast
Der Mensch im 21.Jahrhundert: Wohin hat uns die Evolution geführt?
Wie hängen Körper, Psyche und Gesellschaft zusammen? Welchen
Einfluss haben Ernährung, Bewegung und Stress auf den
Superorganismus Mensch? Die HEALTH NERDS von art'gerecht besprechen
komplexe, wissenschaftliche Fakten und Erkenntnisse der Evolution.
Für dauerhafte Gesundheit durch einen artgerechten Lebenstil in der
modernen Welt. Mit praktischen, sofort anwendbaren Tipps und
cleveren Lifehacks. HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt. -- Ein
ALL EARS ON YOU Original Podcast.
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