Geschichte(n) hören Archiv
547 Episoden
1 Stunde 51 Minuten
Den Bereich Kommerzielle Koordinierung und seinen Chef, Alexander Schalck-Golodkowski, umgibt der Mythos des »Sensationellen« und »Skandalösen«: Die KoKo angeschlossenen Firmen handelten mit Waffen und Kunstgütern, beschafften für das MfS Spionagetechnik und versorgten die DDR-Volkswirtschaft mit solchen Erzeugnissen, für die westliche Länder Embargos gegenüber den Staaten des Ostblocks verhängt hatten. Das wichtigste Unternehmen im KoKo-Verbund, die Intrac, war am Freikaufgeschäft mit politischen Gefangenen der DDR beteiligt, indem sie die im Austausch für die entlassenen Häftlinge erhaltenen Waren an internationalen Börsen weiterverkaufte. Welche Wirkungen die KoKo-Tätigkeit auf die wirtschaftliche Entwicklung der DDR hatte, wie das alltägliche Geschäft der Unternehmen der KoKo aussah, welche Privilegierung diese Unternehmen hatten - diesen Themen geht Matthias Judt in seiner neu erschienenen Studie nach. In einem Vortrag stellte der Autor wesentliche Ergebnisse seiner Arbeit vor. Im Anschluss diskutierte er mit dem Journalisten Andreas Förster und dem ehemaligen Direktor des VEB Synthesewerks Schwarzheide Dr. Hans-Joachim Jeschke über die Frage, welchen Einfluss Schalck-Golodkowskis "KoKo" auf die wirtschaftliche Entwicklung der DDR hatte. Das Gespräch moderierte der Verleger Dr. Christoph Links.
1 Stunde 37 Minuten
Auf der Grundlage von über 700 im Staatsarchiv der Russischen Föderation aufbewahrten Strafakten stellt der Historiker Alexander Vatlin Verlauf und Auswirkung der »Deutschen Operation« des NKWD in Moskau und dem Moskauer Gebiet dar. Mit ihr begann 1937 der »Große Terror«, der nach dem Überfall der Wehrmacht auf die UdSSR eine Neuauflage erlebte. Alexander Vatlin hat die Geheimdienstaktion zur Bekämpfung der »hinterlistigen Machenschaften der ausländischen Spione« akribisch recherchiert und dabei zahlreiche Einzelschicksale von Politemigranten und Facharbeitern sowie ihren Familienangehörigen dokumentiert.
Vortrag von Prof. Dr. Alexander Vatlin und anschließendes Gespräch mit Dr. Ulrich Mählert von der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Vortrag von Prof. Dr. Alexander Vatlin und anschließendes Gespräch mit Dr. Ulrich Mählert von der Bundesstiftung Aufarbeitung.
1 Stunde 14 Minuten
Über zwanzig Jahre nach dem Ende der kommunistischen Diktatur im Osten Deutschlands und kurz vor dem 60. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 wurde über die Idee eines zentralen Mahnmals in Berlin gesprochen, das an die Opfer politischer Verfolgung in der SBZ und DDR erinnern soll. Ein Mahnmal, das in Erinnerung ruft, dass Verfolgung und die Angst vor Repressionen zum Alltag vieler Menschen in der SBZ und DDR gehörte, die sich bis zur Friedlichen Revolution und dem Ende der DDR 1989/90 trotz der damit verbundenen Gefahren immer wieder mutig gegen das SED-Regime auflehnten, gegen die kommunistische Diktatur opponierten und für ein Leben ohne Bevormundung und Unfreiheit kämpften. Und die oft für ihre Opposition und ihren Widerstand langjährige Haftstrafen und Repressionen erleiden mussten, die ihr weiteres Leben nachhaltig beeinflussten und veränderten. Bei der Veranstaltung wurde darüber diskutiert, welche Funktion ein solches Mahnmal innerhalb der bestehenden vielfältigen Erinnerungslandschaft zur DDR-Vergangenheit einnehmen kann und an welche Opfergruppen und Facetten der kommunistischen Diktatur in Deutschland zwischen 1945 und 1989 ein solches Denkmal erinnern sollte.
Auf dem Podium diskutierten: Prof. Dr. Bernd Faulenbach (stellv. Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung), Christoph Dieckmann (Journalist), Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast (Parlamentarische Staatssekretärin a. D.) und Rainer Wagner (Bundesvorsitzender UOKG). Es moderierte Sven-Felix Kellerhoff (Journalist).
Auf dem Podium diskutierten: Prof. Dr. Bernd Faulenbach (stellv. Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung), Christoph Dieckmann (Journalist), Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast (Parlamentarische Staatssekretärin a. D.) und Rainer Wagner (Bundesvorsitzender UOKG). Es moderierte Sven-Felix Kellerhoff (Journalist).
1 Stunde 33 Minuten
Als sich Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre in der DDR verschiedene oppositionelle Gruppen bildeten und sich u. a. mit Umwelt- und Friedensfragen oder Fragen der Militarisierung der Gesellschaft beschäftigten, engagierten sich in diesen Gruppierungen auch viele Frauen. Daneben konstituierten sich jedoch auch spezifische Frauengruppen, wie etwa »Frauen für den Frieden«, in denen sich Frauen aus frauenspezifischer Perspektive verschiedenen Themen zuwandten und ihre Vorstellungen artikulierten. Wie lebten Frauen in der DDR jener Zeit, wie sah ihr Alltag aus, was bewegte und motivierte sie, in Opposition zur SED-Diktatur zu gehen? Warum engagierten sie sich in Frauengruppen, wie begegneten sie der Angst vor Repression und Inhaftierung, wie der Angst, bei einer Verhaftung ihre Kinder möglicherweise in Gefahr zu bringen? Und wie standen sie zum Leitbild der politischen Partizipation der Frau in der DDR, wonach ihre Erwerbstätigkeit gleichbedeutend mit ihrer Gleichberechtigung sei? Diesen und weiteren Fragen ging die Gesprächsrunde nach, die anlässlich des »Tags der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden« stattfand.
Es diskutierten: Heidi Bohley vom Verein Zeitgeschichte(n); die Künstlerin Katrin Hattenhauer; Tina Krone von der Robert-Havemann-Gesellschaft; Margitta Kupler von der Praxisberatung KONKRET sowie Barbara Sengewald von der Gesellschaft für Zeitgeschichte. Das Gespräch moderierte der Journalist und Autor Robert Ide.
Es diskutierten: Heidi Bohley vom Verein Zeitgeschichte(n); die Künstlerin Katrin Hattenhauer; Tina Krone von der Robert-Havemann-Gesellschaft; Margitta Kupler von der Praxisberatung KONKRET sowie Barbara Sengewald von der Gesellschaft für Zeitgeschichte. Das Gespräch moderierte der Journalist und Autor Robert Ide.
2 Stunden 33 Minuten
Die Anfechtungen der Demokratie durch die unterschiedlichen totalitären Bewegungen des 20. Jahrhunderts finden 2014 einen besonderen Widerhall. In diesem Jahr wird nicht nur an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 und den Beginn des von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieges 1939 erinnert werden. Die Friedliche Revolution jährt sich zum 25. Mal und die Osterweiterung der Europäischen Union zum 10. Mal. Mit einem Vortrag des Historikers Professor Andreas Wirsching und einem ebenso hochrangig wie international besetzten Podium richtete die Veranstaltung aus Anlass des 70. Geburtstags von Rainer Eppelmann den Blick auf die das 20. Jahrhundert prägenden Auseinandersetzungen zwischen Diktatur und Demokratie.
An der Podiumsdiskussion nahmen Prof. Wirsching, Rainer Eppelmann und Ministerpräsident a.D. Prof. Bernhard Vogel teil. Auf dem Podium saßen außerdem die Direktorin des Jugendbildungsprogramms der Menschenrechtsorganisation Memorial Moskau, Prof. Irina Scherbakova, und Dr. Kazimierz Woycicki von der Universität Warschau. Das Gespräch moderierte Dr. Ulrich Mählert von der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Eine künstlerische Auseinandersetzung mit der deutsch-deutschen Vergangenheit nahmen die Kabarettisten des Berliner Sündikats im Anschluss an das Podiumsgespräch vor. Für die musikalische Begleitung sorgte der Klarinettist Jürgen Kupke, der die Themen des Abends auf seinem Instrument interpretierte.
An der Podiumsdiskussion nahmen Prof. Wirsching, Rainer Eppelmann und Ministerpräsident a.D. Prof. Bernhard Vogel teil. Auf dem Podium saßen außerdem die Direktorin des Jugendbildungsprogramms der Menschenrechtsorganisation Memorial Moskau, Prof. Irina Scherbakova, und Dr. Kazimierz Woycicki von der Universität Warschau. Das Gespräch moderierte Dr. Ulrich Mählert von der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Eine künstlerische Auseinandersetzung mit der deutsch-deutschen Vergangenheit nahmen die Kabarettisten des Berliner Sündikats im Anschluss an das Podiumsgespräch vor. Für die musikalische Begleitung sorgte der Klarinettist Jürgen Kupke, der die Themen des Abends auf seinem Instrument interpretierte.
1 Stunde 47 Minuten
Über 40 Jahre dauerte der Kalte Krieg zwischen den beiden Supermächten USA und Sowjetunion. Manche Krise rückte die Welt gefährlich nahe an den Abgrund eines Krieges. Im geteilten Deutschland spiegelte sich der politisch-ideologische Konflikt besonders stark wider. Warum wurden aus den Siegern über Hitler-Deutschland erbitterte Gegner? Wie sah der Handlungsrahmen der Beteiligten insbesondere im nuklearen Zeitalter aus? Welche Probleme ergaben sich im Umgang mit Deutschland? Wie gingen die Deutschen in Ost und West mit der Situation an der Frontlinie des Kalten Krieges um? Diesen und weiteren Fragen wurde in einem Expertengespräch nachgegangen.
Auf dem Podium diskutierten Prof. Dr. Bernd Greiner vom Hamburger Institut für Sozialforschung und Prof. Dr. Rolf Steininger von der Universität Innsbruck. Das Gespräch moderierte Dr. Ulrich Mählert von der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Auf dem Podium diskutierten Prof. Dr. Bernd Greiner vom Hamburger Institut für Sozialforschung und Prof. Dr. Rolf Steininger von der Universität Innsbruck. Das Gespräch moderierte Dr. Ulrich Mählert von der Bundesstiftung Aufarbeitung.
1 Stunde 26 Minuten
Die 1930 geborene Historikerin Helga Grebing stand in ihrem Leben zweimal vor der Herausforderung, sich von totalitären Überzeugungen zu lösen: als BDM-Führerin vom Nationalsozialismus in den Jahren 1945/46 und nach 1947, als Absolventin der Vorstudienanstalt (spätere Arbeiter- und Bauernfakultät der Berliner Humboldt-Universität), vom SED-Kommunismus. In einer Autobiographie blickt Helga Grebing auf jene Jahre zurück und entfaltet dabei das Lebensbild einer Generation, die den Zweiten Weltkrieg als Kinder und Jugendliche erlebt und verarbeitet hat und schon kurz nach Kriegsende die politische Teilung der Welt in Berlin intensiv miterlebte. Die Bundesstiftung Aufarbeitung und der Verlag für Berlin-Brandenburg luden aus Anlass des Erscheinens dieses Buchs zu einem Gesprächsabend mit Helga Grebing ein.
1 Stunde 38 Minuten
"Memorial" ist die bekannteste russische Menschenrechtsorganisation, zu deren Arbeitsschwerpunkten die kritische Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit und die Fürsorge für Überlebende des sowjetischen Arbeitslagersystems Gulag gehören. Elena Zhemkova, die Geschäftsführerin von "Memorial International", berichtete über die "Erinnerung der Repression - Repression der Erinnerung" in ihrem Land. Sie ging der Frage nach, wie das tragische 20. Jahrhundert, das "Jahrhundert der Wölfe", in der UdSSR und im heutigen Russland erinnert wird: Welche politische Rolle spielen die Geschichtsbilder, die vom Gulag, vom "Großen Vaterländische Krieg" und vom Holocaust überliefert werden? Welche Ereignisse werden überhaupt erinnert und welche aus dem öffentlichen Bewusstsein der Russen verdrängt? Frau Zhemkova ermöglichte damit auch einen Einblick in die aktuellen Diskussionen um die Aufarbeitung des 20. Jahrhunderts in Russland. Im Anschluss an ihren Vortrag bestand die Möglichkeit, mit Frau Zhemkova ins Gespräch zu kommen. Vortrag und Diskussion wurden simultan ins Deutsche übersetzt.
2 Stunden 9 Minuten
Im Brennpunkt der deutschen Nachkriegsgeschichte steht angesichts der Verbrechen des Nationalsozialismus und der jahrzehntelangen Zweistaatlichkeit kontinuierlich die Frage nach der deutschen Identität. Während der Zeit der Teilung hatten in der Bundesrepublik alle Regierungen an der Einheit der Nation festgehalten, während die DDR von der Existenz zweier deutscher Nationen ausging. Mit der Wiedervereinigung stellte sich die Identitätsfrage für die Bundesrepublik ganz neu. Auch mehr als 20 Jahre nach der deutschen Einheit hat das Nachdenken über die nationale Identität nicht an Aktualität einbüßt.
Der Historiker Prof. Ulrich Herbert (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) hielt einen einführenden Vortrag. Anschließend diskutierten mit ihm Prof. Eckhard Jesse (TU Chemnitz), Markus Meckel (Minister a. D., Ratsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung) sowie die Schriftstellerin Helga Schubert. Das Gespräch moderierte der Herausgeber des Tagesspiegels, Hermann Rudolph.
Der Historiker Prof. Ulrich Herbert (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) hielt einen einführenden Vortrag. Anschließend diskutierten mit ihm Prof. Eckhard Jesse (TU Chemnitz), Markus Meckel (Minister a. D., Ratsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung) sowie die Schriftstellerin Helga Schubert. Das Gespräch moderierte der Herausgeber des Tagesspiegels, Hermann Rudolph.
1 Stunde 59 Minuten
Im Februar und März 1990 zeichnete das Ost-Berliner "Institut für Film, Bild und Ton" Interviews mit Protagonisten des demokratischen Umbruchs in der DDR auf, die später im DDR-Schulunterricht Verwendung finden sollten. Im Zuge des Vereinigungsprozesses bleib die Videoreihe unveröffentlicht und geriet in Vergessenheit. Sie wurde vor wenigen Jahren wiederentdeckt und an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin 2011 mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur transkribiert und digital gesichert. Das Projektergebnis wurde am 5.11.2012 im Deutschen Historischen Museum in Berlin in Ausschnitten der Öffentlichkeit präsentiert. Darüber hinaus trafen einige der damals Interviewten im Rahmen einer Podiumsdiskussion zusammen. Es diskutierten: Tatjana Böhm (Ministerin a. D. und Referatsleiterin im brandenburgischen Arbeitsministerium), Rainer Eppelmann (Minister a. D. und Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung), Gerd Poppe (Minister a. D. und Vorstandsmitglied der Bundesstiftung Aufarbeitung) sowie der Regisseur und Publizist Konrad Weiss. Das Gespräch moderierte Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk.
1 Stunde 40 Minuten
Am 4. November 1992 trat das strafrechtliche Rehabilitierungsgesetz als erstes Gesetz zur Rehabilitierung und Entschädigung von SED-Unrecht in Kraft. Damit entstand die Möglichkeit, alle in der DDR aus politischen Gründen ergangenen Urteile aufzuheben und die Betroffenen zu rehabilitieren. 1994 ermöglichte das zweite Rehabilitierungsgesetz, verwaltungsrechtliches und berufliches Unrecht zu rehabilitieren. Beide Gesetze bilden die Grundlage für die Entschädigung von erlittenem Unrecht und helfen, die Situation der Opfer der SED-Diktatur zu verbessern. Die Veranstaltung zog Bilanz und stellte die Frage, inwieweit die Rehabilitierungsgesetze die Erwartungen erfüllen konnten. Den einleitenden Vortrag des Abends hielt Jens Planer-Friedrich, Mitarbeiter beim Berliner Landesbeauftragen für die Stasi-Unterlagen. Anschließend diskutierten Anita Goßler, Ulrike Poppe und Wolfgang Wieland. Es moderierte Thomas Rogalla von der Berliner Zeitung.
2 Stunden 17 Minuten
Das Leben hinter der Mauer war vielfach reglementiert, ob in der Schule, im Betrieb oder in der Freizeit. Unangepasstes Verhalten oder gar Widerstand und Opposition gegen den SED-Staat wurden streng bestraft. Unter diesen Bedingungen passten sich viele Menschen an das System an, wollten sie doch einfach "ganz normal" leben. Nur wenige wagten den offenen Protest. Warum konnte die Diktatur in der DDR vierzig Jahre lang funktionieren? Zeitzeugen und Wissenschaftler beschäftigten sich auf der Konferenz mit der Realität der SED-Diktatur zwischen Anpassung und Aufbegehren, Widerspruch und Repression, Scheitern und Erfolg. Teil 1: Podiumsdiskussion "Alltagswelten: Leben in der DDR zwischen Repression, Anpassung und Widerstand" mit Andrej Hermlin, Roland Jahn, Prof. Dr. Christoph Kleßmann, Dr. Stefan Wolle
1 Stunde 58 Minuten
Fußball ist mehr als Taktik, Tricks und Tore, das zeigt die Geschichte des Berliner Vereins Hertha BSC im Kalten Krieg. Kein anderer Bundesligist kann auf eine vergleichbare deutschdeutsche Vereinsgeschichte zurückblicken. Fußball ist Hoffnung und Leidenschaft, dies galt besonders in der Mauerstadt Berlin. Neben den Herthanern im Westteil der Stadt gehörten Sportgrenzgänger, »Republikflüchtlinge«, Ost-Mitglieder und Hertha-Fans aus der DDR vor und nach dem Mauerbau 1961 fest zur Vereinsfamilie. Ihre Biografien erinnern daran, was der Fußball während der deutschen Teilung möglich machte: Begegnung und Annäherung über Systemgrenzen hinweg. Vortrag: Dr. René Wiese (Zentrum deutsche Sportgeschichte) Podiumsgespräch: Erich (»Ete«) Beer (1971-79 Spieler bei Hertha BSC), Uwe Klimaschefski (1963-65 Spieler, 1980-81 Trainer bei Hertha BSC), Helmut Klopfleisch (Hertha-Fan aus der DDR). Moderation: Robert Ide, Sportjournalist und Autor.
2 Stunden 6 Minuten
Zwischen 1963 und 1989 kaufte die Bundesregierung über 33.000 politische Häftlinge aus den Gefängnissen der DDR frei. Rund 3,5 Millionen D-Mark flossen so in die klamme Devisenkasse des SED-Staates. Die Veranstaltung ging diesem besonders geheimnisumwitterten Kapitel deutsch-deutscher Geschichte nach: Wie lief der Häftlingshandel ab? Welche Interessen hatten die beiden deutschen Regierungen, dieses brisante Geschäft über Jahrzehnte zu verfolgen? Wer waren die Freigekauften, was bedeuteten Haft und Ausreise in den Westen für sie? Welche politische Tragweite hatten die lange geheim gehaltenen Verhandlungen für die offiziellen innerdeutschen Beziehungen und für die Stabilität der SED-Diktatur?
Vortrag: Prof. Dr. Helmut Altrichter
Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Helmut Altrichter, Jan Hoesch, Dr. Christian Richter,
Dr. Jürgen Schmude. Moderation: Gabi Wuttke, Deutschlandradio Kultur
Vortrag: Prof. Dr. Helmut Altrichter
Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Helmut Altrichter, Jan Hoesch, Dr. Christian Richter,
Dr. Jürgen Schmude. Moderation: Gabi Wuttke, Deutschlandradio Kultur
1 Stunde 50 Minuten
Die DDR bezeichnete sich selbst gern als "Leseland" und sah sich offiziell in der Nachfolge der großen Dichter und Denker. Dennoch war die Angst vor dem geschriebenen Wort groß. Neben der Staatssicherheit und der "Schere im Kopf" sorgte die staatliche Zensur dafür, dass nur erschien, was in den Herrschaftskanon passte. Wie aber konnte man trotz dieser Hindernisse literarisch unangepasst tätig sein? Welche Rolle spielten dabei westdeutsche Medien? Anlässlich der Übergabe des Archivs von Lutz Rathenow an die Bundesstiftung Aufarbeitung wurde über das Verhältnis von Literatur und Macht sowie über die Handlungsspielräume des Einzelnen im Literaturbetrieb der DDR diskutiert. Podiumsgespräch mit
Lukas Hammerstein (Schriftsteller, Redakteur Bayerischer Rundfunk), Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen), Lutz Rathenow (Schriftsteller, Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen), Dr. Hannes Schwenger ( Publizist, Mitbegründer des Schutzkomitees Freiheit und Sozialismus). Moderation: Dr. Jacqueline Boysen (Studienleiterin der Evangelischen Akademie zu Berlin).
Lukas Hammerstein (Schriftsteller, Redakteur Bayerischer Rundfunk), Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen), Lutz Rathenow (Schriftsteller, Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen), Dr. Hannes Schwenger ( Publizist, Mitbegründer des Schutzkomitees Freiheit und Sozialismus). Moderation: Dr. Jacqueline Boysen (Studienleiterin der Evangelischen Akademie zu Berlin).