Geschichte(n) hören Archiv
547 Episoden
56 Minuten
Öffentliche Uraufführung eines von der Stiftung Aufarbeitung in 2005 geförderten Dokumentarfilms zur Hippie-Bewegung in der DDR. Der Film zeichnet wichtige Stationen der »Langhaarigen-Subkultur« in der DDR nach und porträtiert sie als eine politische Szene zwischen Verweigerung und offenem Protest. Im anschließenden Gespräch wurden die Lebensentwürfe der »Jeans- und Parka-Fraktion« mit den Leitbildern der SED konfrontiert und Berührungspunkte zur Oppositionsbewegung in der DDR geortet. Auf dem Podium diskutierten: Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, Antje Pfeffer, Dr. Michael Rauhut, Stephan Trepte.
2 Stunden 1 Minute
Am 24. Februar 1956 rechnet Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPdSU mit Stalins Verbrechen ab. Auch in Moskaus Satellitenstaaten wanken bisherige Dogmen. Die Handlanger Stalins, die die Sowjetisierung in ihren Ländern mit Härte vorangetrieben hatten, geraten unter Druck. In Ostberlin erklärt Walter Ulbricht lapidar, »Stalin ist kein Klassiker mehr«, und setzt sich an die Spitze der Rehabilitierungskommission, die über die Freilassung jener zu entscheiden hat, deren Verhaftung er einst verantwortete. Wie bereits zuvor formiert sich parteiinterner Widerspruch gegen den Autokraten. Da beenden sowjetische Panzer im Herbst 1956 nicht nur den Aufstand in Ungarn, sondern auch das kurze Tauwetter im Ostblock. Die Strategien des Machterhalts zwischen Entstalinisierung und militärischer Intervention waren Gegenstand einer historischen Rückschau auf das Krisenjahr 1956 mit den Zeitzeugen Ralph Giordano und Wolfgang Leonhard.
1 Stunde 27 Minuten
15 Jahre deutsche Einheit: aus diesem Anlass hatte die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zu der Veranstaltung »Das ganze Deutschland« eingeladen. Präsentiert wurden - in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler - ein Sammelband mit Reportagen zur deutschen Einheit und die Preisträger des Plakatwettbewerbs »geschichts-codes: Wir sind ein Volk!«. Begrüßung: Rainer Eppelmann. Einführung in »Das ganze Deutschland. Reportagen zur Einheit«: Erich Böhme. Lesung: Axel Hacke, Nadja Klinger. Laudatio auf die Preisträger des Plakat-Wettbewerbs: Prof. Dr. Martin Sabrow. Preisverleihung in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler durch Rainer Eppelmann. Musikalische Begleitung: Tobias Morgenstern, Akkordeon
1 Stunde 20 Minuten
Am 31. August 1980 setzten die polnischen Arbeiter nach langen Streiks die Gründung einer unabhängigen Gewerkschaft durch. Die Bilder selbstbewusster Frauen und Männer, die unter der Führung Lech Walesas mit dem Kruzifix in der einen und der Solidarność-Fahne in der anderen Hand die Diktatur in Polen herausforderten, gingen um die Welt. Neidvoll und ermutigt blickte die kleine DDR-Opposition nach Polen, dessen Entwicklung die SED mit Unmut und Sorge beobachtete. In der Bundesrepublik fiel es insbesondere Teilen der Linken schwer, »Solidarität mit Solidarność« zu üben - vielen war die Bewegung schlicht zu katholisch. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Deutsche Historische Museum erinnerten mit der Veranstaltung »25 Jahre Solidarność« an die Gründung der »Solidarität«, die nicht nur Polen auf den Weg der Demokratie geführt, sondern auch das politische Antlitz Europas mit verändert hat. Podiumsgespräch »Solidarität mit Solidarność? Die Reaktionen auf die unabhängige polnische Gewerkschaftsbewegung in West- und Ostdeutschland.« mit Wolfgang Templin, Irmchen Hemmerlein, Dr. Martin Jander, Dr. Kazimierz Wóycicki. Moderation: Dr. Ulrich Mählert.
1 Stunde 59 Minuten
Auf den Tag genau fünf Monate nach der Absetzung Erich Honeckers als Partei- und Staatschef der DDR wurde die friedliche Revolution in der DDR am 18. März 1990 mit den ersten und letzten freien, demokratischen Volkskammerwahlen vollendet. Als die Ergebnisse des Urnengangs bekannt wurden, war die Überraschung perfekt. Anders als allgemein erwartet, ging die Allianz für Deutschland siegreich aus den Wahlen hervor. Aus Anlass des 15. Jahrestages der Volkskammerwahlen laden die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, die Landesvertretung Sachsen-Anhalt, die Berliner Zeitung und die Stiftung Aufarbeitung zu einem Podiumsgespräch ein, das sich den Volkskammerwahlen von 1990 und dem deutsch-deutschen Wahlverhalten seitdem widmete. Am Podiumsgespräch nahmen teil: Peter Pragel, Rainer Eppelmann, Matthias Jung, Bernd Schoppe, Werner Schulz. Es moderierte Thomas Rogalla, Redakteur bei der Berliner Zeitung.
2 Stunden 6 Minuten
Die Zeitgeschichtliche Sommernacht richtet sich alljährlich an Vertreter der Wissenschaft, politischen Bildung, Museen und Gedenkstätten sowie der Medien und Politik, die sich der Arbeit der Bundesstiftung Aufarbeitung verbunden fühlen oder diese kennen lernen möchten. Im Mittelpunkt der Zeitgeschichtlichen Sommernacht 2004 stand der Berliner Schriftsteller Klaus Kordon, der mit seinen Büchern auf herausragende Weise dazu beiträgt, dass sich insbesondere Jugendliche mit der Geschichte von Demokratie und Diktatur in Deutschland auseinandersetzen. Sein Roman »Julians Bruder« schlägt einen Bogen von der Zeit des Nationalsozialismus bis zum sowjetischen Besatzungsregime in Ostdeutschland. Kordon gelingt es dabei auf beispielhafte Weise, einem Leitsatz gerecht zu werden, der das historische Gedenken an die Diktaturen in Deutschland auch weiterhin bestimmen muss: NS-Verbrechen dürfen nicht durch die Auseinandersetzung mit dem Geschehen der Nachkriegszeit relativiert werden, das Unrecht der Nachkriegszeit darf ebenso wenig mit dem Hinweis auf die NS-Verbrechen bagatellisiert werden. Begrüßung: Rainer Eppelmann. Festvortrag: Prof. Dr. Peter Steinbach Lesung: Klaus Kordon liest aus »Julians Bruder« Gespräch: Klaus Kordon im Gespräch mit Stephan Detjen
1 Stunde 27 Minuten
Unter dem Decknamen "Wunderlich" besuchte Prof. Hermann Weber von 1947 bis 1949 die Parteihochschule "Karl Marx". Der damals Neunzehnjährige studierte bei Victor Stern, Rudolf Lindau und hörte Vorträge von Oberts Tulpanow und Walter Ulbricht. Sein 2002 veröffentlichtes Werk vermittelt einen detaillierten Einblick in die Anfänge der "Kaderschmiede" und Kaderpolitik der SED. Ein wichtiger Abschnitt der deutschen Geschichte wird hierin sichtbar: die Stalinisierung der SED, die Durchsetzung ihrer Vorherrschaft im Osten, der verschärfte Kalte Krieg und die Spaltung Deutschlands. Seine Zweifel an einem zunehmend diktatorisch agierenden System wurden durch die Flucht von Wolfgang Leonhard bestärkt und führten schließlich zum endgültigen Bruch mit dem Kommunismus. Diesen vollzog Prof. Weber gemeinsam mit seiner Kommilitonin und späteren Ehefrau Gerda Röder, die an der Publikation mitgearbeitet hat. Einführung: Markus Meckel Buchpräsentation: Prof. Hermann Weber im Gespräch mit Alfred Eichhorn