Geschichte(n) hören Archiv
547 Episoden
2 Stunden 1 Minute
Vor 25 Jahren besuchte erstmals in der Geschichte beider deutscher Staaten ein Staatsoberhaupt der DDR die Bundesrepublik. Am 7. September 1987 wurde Erich Honecker mit allen militärischen und protokollarischen Ehren in Bonn empfangen. Im Mittelpunkt des fünftägigen "Arbeitstreffens" standen die Verbesserung der innerdeutschen Beziehungen, insbesondere beim Reise- und Besuchsverkehr, Familienzusammenführungen, Wirtschaftskontakte und der Umweltschutz. Das deutsch-deutsche Gipfeltreffen markierte für den Staats- und Parteichef der DDR einen Höhepunkt seiner politischen Anerkennungsbemühungen. Bundeskanzler Helmut Kohl dagegen betonte nachdrücklich die Offenheit der deutschen Frage.
Vortrag: Prof. Dr. Martin Sabrow
Podiumsgespräch mit Dr. Claus-Jürgen Duisberg, Prof. Dr. Igor Maximytschew, Ulrike Poppe, Prof. Dr. Martin Sabrow, Dr. Hans Voß
Moderation: Jürgen Engert
Vortrag: Prof. Dr. Martin Sabrow
Podiumsgespräch mit Dr. Claus-Jürgen Duisberg, Prof. Dr. Igor Maximytschew, Ulrike Poppe, Prof. Dr. Martin Sabrow, Dr. Hans Voß
Moderation: Jürgen Engert
1 Stunde 37 Minuten
Am 28. August 2012 fand die neunte Zeitgeschichtliche Sommernacht der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in der St.-Elisabeth-Kirche in Berlin-Mitte statt. Der Theologe Prof. Dr. Sándor Fazakas von der Reformierten Theologischen Universität Debrecen in Ungarn analysierte in seinem Festvortrag das Verhältnis von Versöhnung und Aufarbeitung im internationalen Vergleich. Wissenschaftliche und gesellschaftliche Aufarbeitung seien die Grundlage für einen demokratischen Neuanfang, argumentierte Fazakas. Anschließend beantwortete er die Fragen der Chefredakteurin des Deutschlandfunks, Birgit Wentzien. Die diesjährige Sommernacht der Bundesstiftung bot neben dem Vortrag und dem Gespräch auch die passende musikalische Begleitung: Der Bürgerrechtler und frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Stephan Hilsberg am Klavier und die junge Musikerin Angela Lasota de Andres an der Violine spielten vor, zwischen und nach den Wortbeiträgen Stücke von Ernest Bloch, Sergej W. Rachmaninoff und Edgar Fauré. Schlussrede: Rainer Eppelmann.
1 Stunde 53 Minuten
Eine Veranstaltung des Auswärtigen Amtes und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur aus Anlass des 60. Geburtstages von Markus Meckel. Vertreter der Politik und zivilgesellschaftlicher Organisationen diskutierten über Anspruch und Herausforderungen der Demokratieförderung, wie sie von Deutschland und der Europäischen Union betrieben wird. Podiumsteilnehmer: Dr. Joerg Forbrig, Alexander Graf Lambsdorff, Prof. Dr. Istvan Gyarmati, Markus Meckel, Dietmar Nietan. Moderation: Dr. Ulrich Mählert (Bundesstiftung Aufarbeitung)
54 Minuten
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Geschichte einiger Jugendlicher, die aufgrund eines Scherzes während ihres Sommerurlaubs an der Ostsee im August 1961 in Stasi‐Untersuchungshaft gerieten und teilweise zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Anlass war die Präsentation des Dokumentarfilm "Kurzer Prozess - Eine Seefahrt in den Stasi-Knast" von Andreas Kuno Richter. Nach der Filmvorführung wurden auf dem Podium insbesondere die Folgen der "Seefahrt in den Stasi‐Knast" sowie Möglichkeiten und Schwierigkeiten bei der Vermittlung von DDR‐Geschichte thematisiert.
Podiumsteilnehmer: Heinz Lemke, Martha Lange, Dr. Maria Nooke. Moderation: Dr. Jens Hüttmann (Bundesstiftung Aufarbeitung).
Podiumsteilnehmer: Heinz Lemke, Martha Lange, Dr. Maria Nooke. Moderation: Dr. Jens Hüttmann (Bundesstiftung Aufarbeitung).
2 Stunden 5 Minuten
Nach jahrelangen Gesprächen veröffentlichten westdeutsche Sozialdemokraten und ostdeutsche Kommunisten im August 1987 ein gemeinsames Papier. "Der Streit der Ideologien und die gemeinsame Sicherheit" thematisierte unter anderem Fragen der Friedenssicherung, des friedlichen Wettbewerbs der Gesellschaftssysteme und die Notwendigkeit einer Kultur des politischen Streits und des Dialogs. Das Dokument sorgte in Ost und West für großes Aufsehen. 25 Jahre nach seiner Veröffentlichung diskutierten Zeitzeugen und Wissenschaftler über Entstehung und Folgen des umstrittenen Papiers von SED und SPD. Podiumsteilnehmer: Dr. Erhard Eppler, Bundesminister a. D.; Stephan Hilsberg, Staatssekretär a. D., Bürgerrechtler; Dr. Dietmar Keller, DDR-Minister a. D. und Prof. Dr. Gesine Schwan. Moderation: Dr. Daniel Friedrich Sturm. Den Einleitungsvortrag hielt Prof. Dr. Günther Heydemann vom Dresdener Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung.
1 Stunde 40 Minuten
Im Rahmen der Promovierendentage zur deutsch-deutschen Zeitgeschichte diskutierten Prof. Dr. Rainer Eckert (Leiter des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig), Dr. Christel Panzig (Direktorin Haus der Geschichte Wittenberg) und Dr. Stefan Wolle (wissenschaftlicher Leiter des DDR Museums) in einem Podiumsgespräch über die Frage "Wie aktuell sind lokale Geschichtshäuser?". Moderation: Dr. Jens Hüttmann (Bundesstiftung Aufarbeitung)
1 Stunde 49 Minuten
28 Jahre lang teilte die Mauer Berlin, riss Freunde und Familien auseinander. Die beiden Comic-Autoren Susanne Buddenberg und Thomas Henseler haben Zeitzeugen befragt und deren Erlebnisse aufgezeichnet. Fünf wahre Geschichten erzählen von einer Zeit, die noch nicht lange zurückliegt, aber heute kaum noch vorstellbar ist. "BERLIN - Geteilte Stadt" führt die Leser an die Originalschauplätze dieser Geschichten, zum Bahnhof Friedrichstraße, in die Bernauer Straße und die Wilhelmstraße, ans Brandenburger Tor und zum ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße. Einführungsvortrag: Dr. René Mounajed (Historiker und Comicexperte). Moderation: Dr. Sarah Bornhorst (Gedenkstätte Berliner Mauer)
2 Stunden 4 Minuten
Oberst Tjulpanov stand seit 1945 der sowjetischen Besatzungsbehörde vor, welche die Parteien und gesellschaftlichen Organisationen, die Propaganda- und Publikationsorgane sowie den Kulturbetrieb in der Sowjetzone aufbaute und anleitete. In kurzen Abständen verfasste er schriftliche Berichte an seine Vorgesetzten in Berlin-Karlshorst, die diese meist nach Moskau weiterleiteten. Viele seiner Berichte gelangten zu Stalin, dem die deutschen Angelegenheiten äußerst wichtig waren. 1948 überprüfte eine hochrangige Untersuchungskommission des ZK der KPdSU die Tätigkeit Tjulpanovs und fasste seine zwischen 1945 und 1948 erstellten Stellungnahmen in einem Gesamtbericht zusammen. Dr. Gerhard Wettig hat diesen geheimen Bericht in einem Moskauer Archiv gefunden und mit Förderung der Bundesstiftung Aufarbeitung gemeinsam mit Dr. Wladislaw Hedeler ins Deutsche übersetzt, eingeleitet und kommentiert. Buchvorstellung und Diskussion mit Dr. Jörg Morré (Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst) und Dr. Gerhard Wettig (Historiker und Osteuropaexperte).
1 Stunde 16 Minuten
Wie liest sich große Geschichte im Leben eines Einzelnen? Was erinnert ein Arbeiter aus Lichtenberg vom vergangenen Jahrhundert? Als Zeitzeuge, Idealist und politischer Akteur schildert Erwin Jöris (1912-2013) sein Jahrhundert zwischen Weltrevolution, Illegalität, Krieg, Utopie und Enttäuschung. Ein Leben immer mitten in den politischen Brennpunkten: in den Straßenschlachten der untergehenden Weimarer Republik, im Widerstand gegen Hitler, als Konzentrationslager-Häftling, in der sowjetischen Aufbau-Euphorie und dem Großem Terror Stalins, ausgeliefert von der Lubjanka an die Gestapo, als Wehrmachtssoldat vor Moskau und in russischer Kriegsgefangenschaft, im Ruinen-Berlin mit früher DDR-Hoffnung und einem NKWD-Urteil: 25 Jahre Gulag im ewigen Eis. Der Schweizer Historiker Dr. Andreas Petersen hat das Leben des hundertjährigen Erwin Jöris in die Zeit eingebettet, die Interviews in den Archiven von Berlin, Moskau bis Swerdlowsk nachrecherchiert, Weggefährten befragt und diesen Lebensstoff mit der neueren Forschungsliteratur gegengelesen. Zur Buchvorstellung las A. Petersen aus dem Buch und unterhielt sich mit Ernest Wichner (Leiter des Literaturhauses Berlin) über das Buch und das Leben Erwin Jöris'.
1 Stunde 46 Minuten
Armeegeneral Heinz Hoffmann war von 1960 bis zu seinem Tod 1985 DDR-Verteidigungsminister und ab 1973 Mitglied des SED-Politbüros. Drei in einer geheimen Stasi-Ablage aufbewahrte Aktenbände korrigieren den Eindruck eines unaufhaltsamen Aufstiegs und lassen das Persönlichkeitsbild vom martialisch auftretenden Moskautreuen Kommunisten differenzierter erscheinen. Ausgerechnet die politische Geheimpolizei der SED hatte den linientreuen Kommunisten mit der mustergültigen Biografie über viele Jahre nicht nur beobachtet, sondern auch dessen Absetzung betrieben. Bisher ging die Forschung davon aus, dass der Staatssicherheitsdienst führende Mitglieder der eigenen Partei nicht ausforschen durfte und dies auch nicht getan hat. Dr. Siegfried Suckut, bis 2005 Leiter der Abteilung Bildung und Forschung der Stasi-Unterlagen-Behörde, hat seine aufsehenerregenden Forschungsergebnisse im Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2012 veröffentlicht, dessen Erscheinen Anlass für diese Abendveranstaltung war. Nach einem Vortrag von Dr. Siegfried Suckut diskutierte der Autor anschließend mit Dr. Ulrich Mählert von der Bundersstiftung Aufarbeitung und dem Publikum über seine Thesen und Erkenntnisse.
1 Stunde 43 Minuten
Die geteilte Stadt stand 1987 ganz besonders im Fokus: Aufwändig wurde in Ost und West das 750. Gründungsjubiläum Berlins begangen. US-Präsident Ronald Reagan nutzte seinen Berlin-Besuch, um öffentlich die Öffnung der Mauer zu fordern. Tausende ostdeutsche Jugendliche wollten Pfingsten 1987 einem großen Rockkonzert vor dem West-Berliner Reichstag lauschen und wurden von der Staatsmacht niedergeknüppelt. Mit der Besetzung der Umwelt-Bibliothek im November 1987 versuchte das SED-Regime einmal mehr, abweichende Meinungen zu kriminalisieren und der erstarkenden Opposition einen Schlag zu versetzen. Es diskutierten der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin Eberhard Diepgen, der ehemalige US-Botschafter John Christian Kornblum, Professor em. Laurenz Demps von der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Historiker Dr. Jens Schöne. Moderation: Harald Asel (Inforadio rbb).
1 Stunde 49 Minuten
Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten in dem Buch über ein Land vor ihrer Zeit - die DDR. In 25 anschaulichen Geschichten geben Stipendiatinnen und Stipendiaten der Bundesstiftung Aufarbeitung Einblicke in ihre Forschungsarbeiten zur SED-Diktatur und deutschen Teilung. Zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR ändert sich die Blickrichtung. Aus der Zeit der Mitlebenden wird allmählich Geschichte. Auf dem Podium diskutierten darüber Journalisten, Politologen und Historiker, aufgewachsen in Ost und West, Nord und Süd, sozialisiert in der alten Bundesrepublik, der DDR und dem vereinten Deutschland. Auf dem Podium: Dr. Jens Bisky, Dr. Ulrich Mählert, Dr. Andreas Stirn, Adriana Lettrari, Marcus Böick, Franziska Kuschel.
2 Stunden 3 Minuten
Der Alltag und die Verhaltensweisen der Mehrheit der DDR-Bürger kann mit Begriffen wie "Anpassung" und "Arrangement" charakterisiert werden. Im Spannungsfeld zwischen moralischer Schwäche und kluger Überlebensstrategie lagen vielfältige bewusste und unbewusste Prozesse, die das Leben in der Diktatur prägten. Wie man sich damals anpasste und dies heute, mit dem Abstand von mehr als zwei Jahrzehnten, erinnert, darüber sprach Professor Mary Beth Stein von der George Washington University in Washington, D.C. Grundlage ihrer Überlegungen sind Lebensläufe von Personen, die sie im Rahmen eines mehrjährigen Interviewprojektes durchgeführt hat. Die rund 75 seit 2000 von Professor Mary Beth Stein befragten Personen erlauben einen Einblick in die Vielfalt von menschlichen Verhaltensweisen, die zur inneren Stabilität des DDR-Regimes beigetragen haben.
1 Stunde 54 Minuten
Die Bundesrepublik und die DDR nahmen gleichberechtigt an der KSZE teil. Die DDR-Opposition und Menschrechtsgruppen beriefen sich in den 1970er- und 1980er-Jahren auf die Schlussakte der KSZE, mit deren Unterzeichnung im August 1975 die DDR offiziell die Achtung der Menschenrechte zugesichert hatte. Doch die SED weigerte sich hartnäckig, die Menschenrechte tatsächlich zu gewähren. Die Veranstaltung ging der Frage nach, wie sich die Festlegungen der KSZE auf die Gesellschaften in der DDR und Osteuropa sowie auf die innerdeutschen Beziehungen auswirkten. Podiumsteilnehmer: Prof. Dr. Rolf Steininger, Gerhart R. Baum, Gerd Poppe, Andrzej Szynka. Moderation: Peter Lange (Chefredakteur Deutschlandradio Kultur).
42 Minuten
1992 beschloss der Deutsche Bundestag, eine Enquete-Kommission zur Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland einzusetzen, eine zweite Kommission führte von 1995 bis 1998 diese Arbeit fort. Die Ergebnisse beider Kommissionen sind qualitativ wie quantitativ beeindruckend: 32 Bände mit 30.000 Druckseiten dokumentieren 300 Gutachten und Expertisen sowie 68 öffentliche Anhörungen mit über 600 Zeitzeugen, Politikern und Wissenschaftlern. Aus Anlass des 20. Jahrestags blickten damals Beteiligte und heutige Akteure auf die Auseinandersetzung mit der zweiten deutschen Diktatur in den vergangenen zwei Dekaden zurück und sprachen über Stand und Perspektiven der Aufarbeitung. Sie hören Teil 1 der Diskussion mit Prof. Dr. Rita Süßmuth, Markus Meckel, Rainer Eppelmann und Hartmut Koschyk. Die weiteren Diskussionsbeiträge finden Sie unter dem oben angegebenen Link.