Episoden

Stell dich nicht so an
22.07.2026
15 Minuten
In den Wechseljahren nicht ernst genommen — Shownotes Episode 004

Es gibt diesen einen Satz, den fast jede Frau kennt: Stell dich nicht so an. Susanne hat ihn oft gehört. Und irgendwann hat sie ihn selbst gesagt — zu sich.


In dieser Folge erzählt sie von einem ganz gewöhnlichen Vorsorgetermin. Eine Woche vorher legt sie sich Sätze zurecht. Sie überlegt, wie sie es sagt, ohne dramatisch zu klingen. Dann sitzt sie da, spricht es aus — und bekommt eine freundliche, sachliche Antwort. Das ist völlig normal. Sie sind gesund. Danach ist das Gespräch vorbei. Wer sich schon einmal in den Wechseljahren nicht ernst genommen gefühlt hat, kennt genau diesen Moment. Zusammenfassung und das Wichtigste auf einen Blick

Susanne erzählt von dem Tag, an dem sie zum ersten Mal über ihre nachlassende Lust gesprochen hat — und von dem Satz, der das Gespräch beendet hat, bevor es angefangen hatte. Sie erzählt aber vor allem von dem, was danach kam. Denn abends, zu Hause, kommt die Frage noch einmal hoch. Und diesmal ist niemand da, der abwiegelt. Diesmal macht sie es selbst. Genau da wird aus einem Satz von außen eine Stimme von innen. Es geht in dieser Folge deshalb nicht um eine Ärztin. Es geht darum, wie man lernt, sich selbst zu unterbrechen — und was diese Gewohnheit mit der eigenen Lust macht.


Der Satz hat immer recht — es geht immer jemandem schlechter. Deshalb merkt man nicht, dass er einem etwas wegnimmt. Normal und in Ordnung sind zwei verschiedene Dinge — normal ist eine Statistik. Sie sagt etwas über viele Frauen aus, aber nichts über dich. Er beantwortet die Frage nicht, er beendet sie — und eine Frage, die lange genug nicht gestellt werden darf, wird nicht beantwortet. Sie wird leiser. Irgendwann braucht der Satz keinen Absender mehr — solange er von außen kommt, kann man widersprechen. Von innen widerspricht niemand. Die Lust ist nicht das Erste, was verschwindet — zuerst verschwindet die Frage danach. Und ohne Frage kommt auch keine Antwort zurück.


Denn zwischen der Praxis und dem eigenen Wohnzimmer liegt oft nur ein halber Tag. Und in dieser Zeit passiert etwas, das kaum jemand beschreibt: Aus einer freundlichen Auskunft wird eine Erlaubnis, nicht weiterzufragen. Beruhigung fühlt sich fast an wie eine Antwort. Sie hält nur deutlich kürzer.


Susanne erzählt außerdem, warum ihr dieser Satz so leicht gefallen ist. Sie hat ihn nämlich sehr früh gelernt: erst aufstehen, dann wird getröstet. In der Reihenfolge, nicht gleichzeitig. Wer das jahrzehntelang übt, unterdrückt seine Gefühle irgendwann nicht mehr — er überspringt sie. Und Überspringen merkt man nicht.


Es geht dabei nicht um Vorwürfe. Weder an die Ärztin, die in zwölf Minuten wahrscheinlich ihr Bestes gegeben hat, noch an den Partner, der auch nicht weiß, was er sagen soll. Es geht um die Reihenfolge, in der wir gelernt haben, mit uns selbst umzugehen.


Am Ende steht keine Auflösung, sondern ein einziger Moment: die Sekunde, in der sie merkt, dass sie sich gerade selbst abgeräumt hat. Und der Satz, den sie damals runtergeschluckt hat und der Wochen später einfach wiederkommt. Diese Folge ist für alle, die sich in den Wechseljahren nicht ernst genommen und einfach abgefertigt gefühlt haben. Und für alle, die abends zu Hause weitermachen, obwohl die Frage noch offen im Raum steht. Shownotes und Episodendetails

Du kennst das vielleicht: Du legst dir tagelang zurecht, wie du etwas sagst. Und dann ist das Gespräch nach zwanzig Sekunden vorbei.


Susanne beschreibt diesen Vorgang von innen. Nicht den Termin selbst, sondern alles drumherum. Die Woche davor, in der sie an der Lautstärke ihres eigenen Anliegens dreht. Den Gedanken im Wartezimmer, der ganz freundlich vorschlägt, einfach nichts zu sagen. Und den zweiten Satz, den sie sich zurechtgelegt hatte und dann trotzdem runtergeschluckt hat, weil noch acht Leute draußen saßen. Warum sich viele Frauen in den Wechseljahren nicht ernst genommen fühlen

Die kurze Antwort: weil für diese Frage nirgends ein Platz vorgesehen ist.


Es geht dabei um nachlassende Lust, um einen Körper, der nicht mehr antwortet, und um das Gefühl, sich selbst fremd zu werden. Das sind keine Beschwerden, die man in fünf Minuten abhandelt. Also landen sie da, wo gerade jemand steht. Und wer wenig Zeit hat, beruhigt — denn beruhigen geht schneller als zuhören.


Das Ergebnis ist eine Auskunft, die stimmt und trotzdem nichts klärt. Normal heißt: viele andere haben das auch. Über dich selbst sagt das kein Wort. Susanne beschreibt in dieser Folge genau das Wort, das ihr auf dem Heimweg dazu eingefallen ist — abgefertigt. Nicht schlecht behandelt. Nicht unfreundlich. Abgefertigt. Wenn der Satz von außen nach innen wandert

Der eigentliche Kern dieser Folge liegt aber nicht in der Praxis. Er liegt am Abend danach.


Die Frage kommt noch einmal hoch, ganz kurz und ohne Drama. Und Susanne räumt sie selbst weg. Mit genau dem Satz, den sie an diesem Tag schon einmal gehört hat. Von da an braucht er keinen Absender mehr. Solange jemand anders abwiegelt, kann man sauer werden — und Ärger ist Energie. Wenn die Stimme aus dem eigenen Kopf kommt, fühlt sie sich einfach nur vernünftig an.


Susanne erzählt auch, wo sie das gelernt hat. Erst aufstehen, dann wird getröstet. Ein Satz, den kein Kind je erklärt bekommt und trotzdem jedes versteht. Wer diese Reihenfolge lange genug übt, unterdrückt Gefühle irgendwann nicht mehr — er überspringt sie. Und da, wo etwas war, ist dann einfach nichts.


Am Ende erzählt sie von dem Moment, in dem der Satz das erste Mal durchgefallen ist. Sie hat gelacht. Weil er ihr gerade verbieten wollte, über ihn zu reden. Und davon, dass der runtergeschluckte Satz Wochen später einfach wiederkam — und dass sie ihn diesmal zu Ende gesagt hat. Eine Antwort gab es trotzdem nicht. Aber ein Satz, der einmal draußen war, wiegt weniger als einer, den man ein Jahr mit sich rumträgt.


Und genau da liegt die Verbindung zur Lust. Denn ein Satz wie dieser kann keine Lust wegnehmen, dafür ist er viel zu klein. Was er wegnimmt, ist die Frage danach. Wer über Jahre nicht mehr fragt, was der eigene Körper eigentlich will, bekommt irgendwann auch keine Antwort mehr — und hält das dann für Verlust.


Diese Folge gehört zu Cluster III von Saftig. und handelt vom Schweigen — davon, wie es entsteht, wer es beibringt und warum es sich von innen wie Vernunft anfühlt. Sie dauert vierzehn Minuten und lässt sich gut beim Autofahren oder beim Spazierengehen hören.


Wenn du wissen willst, wie es weitergeht: Abonniere Saftig. bei Apple Podcasts, Spotify oder wo du sonst hörst. Dann verpasst du keine Folge — und musst nicht selbst dran denken.
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Mein Körper hat die Regeln geändert
21.07.2026
14 Minuten
Meinen Körper nicht kennen — Shownotes Episode 003

Es gibt einen Satz, den kaum eine Frau laut sagt: Ich kenne meinen Körper eigentlich gar nicht. Nicht so richtig. Nicht von innen. In dieser Folge erzählt Susanne, wie es passieren kann, dass man Jahrzehnte in einem Körper lebt und ihn trotzdem nicht kennt. Meinen Körper nicht kennen klingt nach einem Mangel an Interesse. Es hat aber meistens ganz andere Gründe.


Sie fängt an einem Klettergerüst an. Sechs Jahre alt, ein warmes Gefühl, das einfach kommt. Sie erzählt es einer Freundin, und die guckt sie zwei Sekunden lang irritiert an. Aus diesen zwei Sekunden baut ein Kind eine Regel — und hält sich vierzig Jahre daran. Von da an lernt Susanne ihren Körper von außen kennen. Durch Bilder, durch Ärzte, durch Männer, durch alles, nur nicht durch sich selbst. Zusammenfassung und das Wichtigste auf einen Blick

Susanne erzählt ihre Körpergeschichte der Reihe nach: der Handspiegel mit acht und die Neugier, für die es kein einziges Wort gab. Die Pornos, die zum Körperwissen wurden, weil nichts anderes da war. Der erste Freund mit siebzehn und die Frage danach, ob das jetzt gut war — ohne jemanden, den sie das fragen konnte. Der Partner, bei dem Vorspiel zweimal über die Schulter streicheln hieß. Die Geburt, nach der ihr Körper endgültig etwas war, mit dem andere Leute etwas machen. Und dann die Jahre, in denen alles gut ging, weil ein Körper, der mitläuft, keine Fragen stellt. Bis er anfängt, andere Regeln zu spielen. In der Perimenopause merkt Susanne: Das Schlimme ist nicht die Veränderung. Das Schlimme ist, dass ihr der Vergleichswert fehlt.


Kein Vergleichswert — Wer nie hingefühlt hat, kann nicht sagen, was sich verschoben hat. Man merkt nur: irgendwas stimmt nicht. Und sucht sich sofort jemanden, der es erklärt. Wissen aus zweiter Hand — Alles, was Susanne über ihren Körper weiß, hat sie von jemand anderem. Sie hat die Übersetzung gelernt und nie die Sprache. Der Körper als Auto — Man guckt nicht rein, solange es fährt. Und wenn es Geräusche macht, fragt man jemanden, der sich auskennt. Nur ist der Körper der Einzige, der die Antwort wirklich hat. Der Satz ihrer Mutter — „Ich muss mich selber streicheln. Mich streichelt ja keiner mehr." Warum dieser Satz Susanne bis heute nicht loslässt — und warum er nicht wehtat, weil ihre Mutter krank war. Regeln von außen halten nur so lange — Solange der Körper mitspielt, braucht es keine eigene Verbindung zu ihm. Genau in dem Moment, wo er eigene Regeln macht, fällt einem das auf die Füße.


Susanne fängt gerade erst an, die Sprache zu lernen, von der sie vorher nur die Übersetzung hatte. Sie ist auf Vokabelstand. Sie kann noch keine Sätze bilden. Aber sie merkt inzwischen den Unterschied zwischen einer Berührung, die ankommt, und einer, die nur passiert.


Und genau da hängt für sie die Lust mit dran. Nicht als Ergebnis, sondern als Bedingung, die sie jahrzehntelang übersehen hat: Man kann nicht wollen, was man nicht fühlt. Man kann keine Lust auf einen Körper haben, den man nur vom Hörensagen kennt. An Stellen, die man nicht benennen kann. In einer Haut, die man nie selber angefasst hat. Wenn du in der Perimenopause das Gefühl hast, dein Körper sei dir fremd geworden, dann geht es in dieser Folge um genau diese Fremdheit — und darum, wo sie eigentlich anfängt. Shownotes und Episodendetails

Es gibt diesen Moment, in dem einem auffällt, dass man über das eigene Auto mehr weiß als über den eigenen Körper. Wann er zuletzt in der Werkstatt war. Was das Klackern bedeutet. Beim Körper: nichts. Da ist nur die Erinnerung an das, was andere darüber gesagt haben. Wie ein Körper zu einem Ding wird, mit dem andere etwas machen

Susanne erzählt das nicht als Anklage. Sie erzählt es als Reihenfolge.


Erst der Blick der Freundin am Klettergerüst. Dann der Handspiegel mit acht, hinter geschlossener Tür, und die Neugier, für die es kein Wort gab. Weil niemand darüber sprach, ging sie davon aus, dass man da nicht hinguckt. Und irgendwann guckte sie nicht mehr hin.


Dann kamen die Bilder. Pornos, relativ früh, als einziges verfügbares Körperwissen. Menschen, die dafür bezahlt wurden, so auszusehen, als würden sie etwas fühlen. Für ein Mädchen ohne Vokabular ist das kein Vergnügen, das ist ein Lehrbuch.


Dann die Partner. Der erste mit siebzehn, ohne Vorspiel, und danach die stille Frage: War das jetzt gut? Der nächste, bei dem Vorspiel zweimal über die Schulter streicheln hieß — und Susannes eigenes Vorspiel deshalb vorher stattfand. Allein. Im Bad. Damit überhaupt was ging. Gesagt hat sie das nie, und zwar nicht aus Angst vor seiner Reaktion, sondern weil sie auf die Nachfrage keine Antwort gehabt hätte. Sie hätte nicht sagen können, wo. Warum die Perimenopause die Rechnung aufmacht

Und dann die Jahre, in denen alles funktionierte. Genau das ist der Punkt, den Susanne lange nicht verstanden hat: Ein Körper, der mitläuft, stellt keine Fragen. Man kommt damit durch. Jahrzehntelang.


In der Perimenopause hört er auf mitzulaufen. Er spielt nach anderen Regeln und sagt vorher nicht Bescheid. Und in dem Moment fällt einem auf, dass man niemanden fragen kann. Eine Ärztin kann sagen, was normal ist. Sie kann nicht sagen, was normal ist für dich.


Deshalb ist diese Folge auch die Vorgeschichte zu allem anderen: zur Lust, die nicht mehr kommt, zum Warten, zum Gefühl, kompliziert zu sein. Wer den eigenen Ausgangszustand nie gekannt hat, kann nicht sagen, was gerade fehlt. Der Satz, der bleibt

Am schwersten wiegt in dieser Folge ein Satz, den Susannes Mutter in ihren letzten Monaten gesagt hat: Ich muss mich selber streicheln, mich streichelt ja keiner mehr. Er war nicht sexuell gemeint. Er hieß: für mich selber da sein.


Susanne stand daneben und dachte, es tut weh, weil ihre Mutter krank ist. Es tat aber aus einem anderen Grund weh. Ihre Mutter hatte etwas verloren. Susanne hatte es nie gehabt.


Heute streicht sie sich manchmal selbst über die Arme. Nicht sexuell, einfach so, im Vorbeigehen. Und es ist fast nicht auszuhalten — nicht weil es wehtut, sondern weil es sich so gut anfühlt, dass es ihr unangenehm ist. An den Armen kommt bei ihr am meisten an. Jeden Tag macht sie das nicht. Manchmal wochenlang nicht. Aber etwas hat sich dadurch verschoben, und in dieser Folge erzählt sie, was.


Wenn dich in dieser Folge ein Satz erwischt hat und du ihn noch nicht laut aussprechen willst: Schick die Folge einfach einer Freundin. Ohne ein Wort dazu. Manchmal ist das die ehrlichste Art, etwas zu sagen.
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Lust nicht annehmen können
21.07.2026
14 Minuten
Lust nicht annehmen können — Shownotes Episode 002

Es gibt Frauen, die ihre Lust nicht annehmen können, obwohl sie den Mann neben sich lieben. Susanne ist eine davon. Sie hat sich jahrelang erzählt, sie wolle einfach nicht mehr. Und irgendwann gemerkt, dass dieser Satz so nicht stimmt.


Es ist Muttertag, ein Sonntagabend, die Kinder sind nicht da. Ein guter Tag, ein guter Mann, ein Bett, in dem alles möglich wäre. Er fängt an. Und in ihr passiert einfach nichts. Kein Ja, kein Nein, kein Vielleicht. Ihr Körper antwortet nicht. Also wartet sie. Und während sie wartet, baut sie im Kopf Sätze zusammen. Sätze für ihn.


Wie sage ich es ihm, ohne dass er denkt, es liegt an ihm. Soll ich sagen, ich bin müde. Soll ich noch fünf Minuten liegen bleiben, damit es weniger nach Abweisung aussieht. Ein einziger Satz hätte gereicht. Trotzdem musste dieser Satz erst durch fünf Filter, bevor sie ihn aussprechen konnte. Dabei hat ihr Partner ihr das nie schwer gemacht. Er sagt ihr immer, dass sie es einfach sagen soll, wenn sie nicht will. An diesem Abend ging es aber gar nicht um ich-will-nicht. Es ging um etwas anderes: mein Körper will nicht. Und das ist noch mal eine ganz andere Aussage. Zusammenfassung und das Wichtigste auf einen Blick

Am nächsten Morgen steht Susanne in der Küche und rechnet nach. Fünf Formulierungen hatte sie in dieser Nacht im Kopf. Alle fünf waren für ihn. Wie geht es ihm damit, was denkt er, wie verpacke ich das so, dass es ihn nicht trifft. Für sich selbst hatte sie keinen einzigen Satz übrig. Nicht einen. Aus dieser Rechnung entsteht die ganze Folge. Dass Frauen die Lust nicht annehmen können, obwohl eigentlich alles stimmt, hat nämlich selten mit dem Partner zu tun. Dahinter steckt eine Frau, die ihre eigene Lust nie als ihre eigene Angelegenheit betrachtet hat. Und die deshalb jahrelang gewartet hat, statt zu entscheiden. Warten fühlt sich dabei harmlos an. Es sieht von außen aus wie Geduld. Tatsächlich ist es die Entscheidung, gar nichts zu entscheiden.


Nicht wollen und nicht anfangen sind zwei verschiedene Dinge — der eine Satz klingt wie eine Diagnose, gegen die nichts zu machen ist. Der andere beschreibt eine Gewohnheit. Und Gewohnheiten sind ein anderes Kaliber. Die Blockade geht in beide Richtungen — Susanne kann nicht mehr selbst anfangen. Sie kann darüber hinaus die Lust nicht annehmen, wenn sie von ihm kommt. Solange sie nur über die eine Hälfte nachgedacht hat, kam sie zu keinem Ergebnis. Annehmen ist kein passiver Vorgang — es sieht aus wie stillhalten, ist es aber nicht. Wer etwas annehmen will, muss ja sagen können. Und dieses Ja kommt aus derselben Stelle wie das Anfangen. Warten ist keine Pause vom Entscheiden — je länger es dauert, desto normaler wird es. Irgendwann ist Warten kein Zustand mehr, sondern die Grundeinstellung. Wenn deine Lust der Beziehung gehört, kommt deine eigene Frage nicht vor — nicht weil du sie verdrängst. Sondern weil sie in diesem System nie vorgesehen war.


Susanne behauptet dabei nicht, dass es bei allen so ist wie bei ihr. Sie erzählt, was sie an einem Morgen in ihrer Küche verstanden hat. Und was sich dadurch verändert hat. Nämlich vor allem ein einziges Wort.


Wenn du deine Lust nicht annehmen kannst und dir das seit Jahren als Erschöpfung oder als Phase erklärst, dann ist diese Folge für dich. Nicht weil sie dir sagt, was zu tun ist. Sondern weil sie beschreibt, wie sich das von innen anfühlt. Shownotes und Episodendetails

Es gibt diesen Moment, in dem du im Bett liegst und merkst, dass du dir selbst zuguckst. Seine Hand ist da. Du registrierst sie. Aber sie kommt nicht bei dir an, sie bleibt auf der Haut liegen und geht nicht weiter rein. Wenn du das kennst, ist diese Folge für dich. Warum das Warten das eigentliche Problem ist

Susanne hat jahrelang gewartet. Sie hat gewartet, bis der richtige Moment kommt. Sie hat gewartet, bis die Kinder aus dem Haus sind. Vor allem aber hat sie darauf gewartet, dass dieses Gefühl von selbst wieder auftaucht, so wie früher.


Das Tückische daran: Warten fühlt sich vernünftig an. Es sieht nach Geduld aus und nach Erwachsensein. Trotzdem ist in dieser ganzen Zeit keine einzige Entscheidung gefallen. Und irgendwann ist Warten kein Zustand mehr, sondern einfach die Grundeinstellung.


Deshalb geht es in dieser Folge nicht um Technik und nicht um Timing. Es geht um die Frage, wem deine Lust eigentlich gehört. Denn wenn sie der Beziehung gehört und nicht dir, dann ist die einzig relevante Frage immer, wie es dem anderen damit geht.


Wichtig ist dabei eines: In dieser Folge macht der Partner nichts falsch. Er drängt nicht, er macht keine Vorwürfe, er sagt sogar ausdrücklich, dass sie es einfach sagen soll, wenn sie nicht will. Genau das macht die Sache aber nicht leichter, sondern schwerer. Denn dann gibt es niemanden mehr, dem man die Schuld geben kann. Es bleibt nur noch die Frage, was eigentlich mit einem selbst gerade los ist. Anfangen heißt nicht, den Sex zu initiieren

Das ist die Stelle, an der die Folge kippt. Susanne hat Anfangen jahrelang als Handlung verstanden. Wer legt die Hand wohin, wer macht die erste Bewegung.


Tatsächlich meint Anfangen etwas ganz anderes. Es heißt, überhaupt eine Meinung dazu zu haben, was du willst. Es heißt, dass in dir eine Instanz sitzt, die Lust hat oder keine Lust hat, und die das auch weiß.


Bei Susanne ist diese Instanz irgendwann leise geworden. Nicht weg. Nur leise. Und weil sie leise war, hat Susanne sie nicht mehr gefragt. Weil sie sie nicht mehr gefragt hat, wurde sie noch leiser. Das ist ein Kreis, den man nicht sieht, solange man mittendrin steht. Was sich heute verändert hat

Nicht viel, ehrlich gesagt. Susanne fängt nach wie vor selten an. Sie legt sich immer noch abends Sätze zurecht und merkt es meistens erst hinterher.


Geändert hat sich etwas Unspektakuläres. Sie stellt sich die Frage inzwischen tagsüber. Beim Autofahren, beim Wäscheaufhängen, mittags irgendwann. Nicht abends im Bett, wenn es für eine ehrliche Antwort sowieso zu spät ist.


Meistens kommt darauf immer noch nichts. Manchmal aber eben doch. Ganz leise. Und dann weiß sie wenigstens, dass da unten noch jemand sitzt.


Was diese Folge liefert, ist eine Unterscheidung. Und die ist größer, als sie klingt: Ich will nicht mehr ist eine Diagnose. Ich fange nicht mehr an ist etwas, das man macht.


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Der Tab den ich geschlossen habe
21.07.2026
15 Minuten
Perimenopause verdrängen — Shownotes Episode 001

Es gibt diesen einen Moment, den fast jede Frau kennt und über den fast keine spricht: Du googelst ein Wort, das gerade zu deinem Leben passt. Du liest zwei Absätze. Und dann machst du den Tab wieder zu. In dieser Folge erzählt Susanne, warum sie die Perimenopause jahrelang verdrängen konnte, obwohl ihr Körper längst etwas anderes gesagt hat.


Es geht um Hitze, die sich nicht als Hitze angefühlt hat. Um eiskalte Füße im Hochsommer. Um einen Abend, an dem Susanne die Tür aufreißt und alle anderen frieren. Und um die Frage, die irgendwann nachts im Dunkeln auftaucht und nicht mehr weggeht: Was passiert mit mir? Keine medizinische Frage. Eine Frage nach der Frau, die man zu kennen glaubte.


Diese Episode gehört zu den Folgen, in denen es nicht um Hormonwerte geht, sondern um Selbstbild. Denn die Perimenopause verändert nicht nur den Körper. Sie verändert das Bild, das eine Frau von sich selbst hat — und darüber spricht kaum jemand. Zusammenfassung und das Wichtigste auf einen Blick

Susanne hat das Wort einmal nachgeschlagen und dann acht Jahre lang weggeklickt. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil sie nicht bereit war. In dieser Episode erzählt sie, wie sich die ersten Veränderungen angefühlt haben, bevor sie einen Namen dafür hatte. Die Wärmflasche bei dreißig Grad. Der Satz, den sie an dem Abend nicht gesagt hat, weil sie ihn selbst nicht hätte erklären können. Und der Moment, in dem ihr klar wurde, dass sie denselben Reflex nicht nur beim Körper hatte, sondern auch bei ihrer Lust. Kurz merken, dass etwas anders ist. Und dann nicht hinschauen. Diese Folge löst nichts auf. Sie beschreibt, wie es sich anfühlt, wenn der eigene Körper anfängt, Dinge zu tun, die keinen Sinn ergeben — und man selbst die Einzige ist, die dabei zuschauen kann.


Verdrängen ist nicht Gleichgültigkeit — wer die Perimenopause verdrängen will, ist meistens nicht desinteressiert, sondern schlicht noch nicht bereit. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Der geschlossene Tab hat eine Funktion — er hält die Frau von früher noch einen Tag länger am Leben. Die, die ihren Körper kannte. Die, bei der alles nach Plan lief. Symptome werden oft gar nicht als Symptome erkannt — Susanne hat die Hitze zuerst für Empfindlichkeit der anderen gehalten. Erst viel später kam der Gedanke, dass sie selbst gemeint sein könnte. Kompetenz kann im Weg stehen — Frauen, die sonst alles im Griff haben, räumen weg, was sie nicht reparieren können. Genau die Stärke, die sonst trägt, wird hier zum Problem. Kaputt und verändert sind nicht dasselbe — kaputt heißt, da war mal etwas heil. Verändert heißt, da wird gerade etwas Neues draus. Nur weiß man noch nicht, was.


Wer nach Informationen über die Perimenopause sucht, landet fast immer bei zwei Sorten von Texten: medizinischen Erklärungen oder Produktempfehlungen. Was fehlt, ist eine Frau, die einfach erzählt, wie sich das anfühlt. Ohne Diagnose, ohne Lösungsversprechen, ohne den Zeigefinger. Genau das passiert hier.


Kein Ratgeber, keine Checkliste, keine Expertin, die dir deinen Körper erklärt. Susanne hat auf die Frage, was da gerade mit ihr passiert, bis heute keine Antwort. Sie erzählt nur, wie es ist, mittendrin zu stehen — und dass niemand von außen draufschauen und sagen kann: so wirst du. Shownotes und Episodendetails

Du sitzt vor dem Laptop. Ganz allein in der Wohnung. Und trotzdem fühlt es sich an, als würde gleich jemand über deine Schulter schauen. Genau da fängt diese Folge an. Das Wort, das man nicht sein will

Susanne hat die Perimenopause einmal gegoogelt. Zwei Minuten, vielleicht drei. Dann Tab zu. Und dieses Wegklicken ist danach zur Gewohnheit geworden — immer wenn ihr etwas an sich auffiel, das neu war oder komisch.


Sie hat sich eingeredet, das sei praktisch. Sie ist schließlich eine, die Dinge erledigt. Nächster Punkt auf der Liste, dann der danach. Erst viel später hat sie gemerkt: Wegschauen sieht von außen aus wie Effizienz. Von innen ist es etwas ganz anderes.


Denn hinter dem Wort stand ja nicht nur eine Information. Hinter dem Wort stand eine Frau, die sie noch nicht kannte. Und die wollte sie an dem Tag einfach noch nicht kennenlernen. Wenn der Körper Dinge tut, die keinen Sinn ergeben

Vorbereitet war sie auf schlechte Laune. Gekommen ist die Hitze. Und die hat sie zuerst gar nicht als Hitze erkannt — sie hat einfach überall Fenster aufgemacht und gedacht, alle anderen seien empfindlich.


In der Folge erzählt Susanne einen Abend, an dem das gekippt ist. Wein, Gespräch, gemütlich. Und mitten in einer Geschichte kommt es hoch, vom Brustbein über den Hals ins Gesicht. Sie steht auf und reißt die Tür auf. Und jemand sagt: Kannst du die bitte wieder zumachen, uns ist kalt.


Sie hat die Tür zugemacht. Und den Satz, den sie hätte sagen können, hat sie nicht gesagt. Weil sie dann hätte erklären müssen, was das ist. Und das wusste sie ja selbst nicht.


Dazu kommen die Füße. Eiskalt am Abend, so kalt, dass sie sich bei dreißig Grad draußen eine Wärmflasche macht. Oben warm, unten gefroren. Gleichzeitig, am selben Körper. Die Frage, die nachts kommt

Was Susanne dabei am meisten durcheinandergebracht hat, war nicht der Körper. Es war, dass ausgerechnet ihr das passiert. Sie ist die, die den Überblick hat. Die, bei der andere anrufen, wenn sie nicht weiterwissen. Und dann steht sie ratlos in ihrer eigenen Küche mit einer Wärmflasche in der Hand.


Und irgendwann liegt sie nachts wach und da ist dieser Satz. Ganz leise, nicht dramatisch: Was passiert mit mir? Nicht, welches Hormon gerade was macht. Sondern: was passiert mit mir. Mit der Frau, die sie zu kennen glaubte. Warum das auch mit Lust zu tun hat

Der eigentliche Punkt der Folge kommt zum Schluss. Denselben Tab hat Susanne nämlich nicht nur beim Thema Körper geschlossen, sondern genauso bei ihrer Lust. Da hat sich auch etwas verändert, leise und schleichend. Und der Reflex war exakt derselbe: kurz merken, dass etwas anders ist — und dann nicht hinschauen.


Kalte Füße lassen sich mit einer Wärmflasche überbrücken. Eine Lust, bei der man jahrelang wegklickt, verschwindet nicht. Sie wird nur immer fremder. Bis man irgendwann nicht mehr weiß, was man überhaupt will, weil man so lange nicht gefragt hat.


Wenn dich in dieser Folge ein Satz erwischt hat und du ihn noch nicht laut aussprechen möchtest: schick die Episode einer Freundin. Ohne ein Wort dazu. Manchmal ist das die ehrlichste Art, etwas zu sagen.
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Ich rede über den Rest
21.07.2026
5 Minuten
Ich rede über den Rest — der Trailer zu Saftig.

Deine beste Freundin redet mit dir über alles. Fast alles. Über den Rest redet Susanne — in diesem Podcast über Perimenopause und Lust, über Körper, Begehren und Selbstbild ab Mitte 40.


In dieser Trailer-Folge stellt sich Susanne Miel vor. Sie erzählt, wonach sie gesucht und was sie nicht gefunden hat, und warum sie deshalb selbst anfängt zu reden. Das Wichtigste auf einen Blick

Sie hat gesucht und nichts gefunden. Alles, was sie über Perimenopause und Lust fand, klang medizinisch, ratgeberisch oder so glatt, dass es sich nicht nach ihrem Leben anfühlte. Es geht nicht um Hitzewallungen. Sondern um das, was sich darunter verändert: das Verhältnis zum eigenen Körper, zur eigenen Lust, zum eigenen Bild von sich. Mittendrin, nicht fertig. Susanne hat Erfahrungen, keine Antworten. Und Fragen, die sie selbst noch stellt.


Für Frauen, die nachts wach liegen und sich fragen, was eigentlich gerade mit ihnen passiert. Nicht als medizinische Frage. Als Frage danach, wer sie gerade sind. Shownotes und Episodendetails

Du hast nach etwas gesucht. Vielleicht nach einer Erklärung. Vielleicht nach einer Stimme, die sagt: bei mir ist es auch so. Vielleicht bist du hier richtig. Wer ist Susanne?

Mitte 40, selbstständig, Mutter, in einer Beziehung. Eine Frau, die irgendwann gemerkt hat, dass ihre Lust sich verändert hat. Nicht weg. Anders. Und dass sie darüber mit niemandem geredet hat — auch nicht mit den Freundinnen, mit denen sie sonst über alles redet. Worum es hier geht

Um Lust, die nicht mehr vorher da ist, sondern erst unterwegs kommt. Um Sex in einer langen Beziehung. Um den Blick in den Spiegel, morgens. Um das, was man allein macht und nie jemandem erzählt. Und um die Abende, an denen es plötzlich wieder gut ist — die gibt es nämlich auch.


Es ist anders geworden. Nicht schlimmer. Ehrlicher. Für wen dieser Podcast ist

Für Frauen ab 35, ab 40, ab 45, die sich in den letzten Jahren verändert haben und nicht wissen, wohin damit. Die nachts googeln und tagsüber nichts sagen.


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Über diesen Podcast

Ich kann nicht anfangen. Und wenn er anfängt, kann ich es nicht annehmen. Dazwischen liege ich wach und frage mich, was eigentlich mit mir passiert. Ich bin nicht kaputt. Ich funktioniere anders als früher. Das hat mir nur nie eine gesagt. Saftig. Endlich sagt es eine. Muttertag, abends. Er fängt an. Mein Körper antwortet nicht. Ich liege da, warte, dass irgendwas kommt, und sortiere im Kopf schon die Sätze, mit denen ich es ihm nachher erkläre. Fünf Sätze hatte ich für ihn. Keinen für mich. Ich bin Susanne. Ich erzähle von innen, wie sich das anfühlt. Von Lust, die nicht mehr vorher da ist, sondern erst unterwegs kommt — wenn überhaupt. Von Sex in einer langen Beziehung. Vom Blick in den Spiegel, morgens. Von dem, was ich allein mache und nie jemandem erzählt habe. Und von den Abenden, an denen es plötzlich wieder gut ist. Perimenopause, Wechseljahre — die Wörter kamen bei mir später als das Gefühl. Und sie erklären nicht, warum ich mich selbst nicht mehr erkenne. Es ist anders geworden. Nicht schlimmer. Ehrlicher. Für Frauen ab 35, ab 40, ab 45, die nachts googeln und tagsüber nichts sagen. Fang mit Folge 2 an: „Lust nicht annehmen können" Danach weißt du, ob wir uns kennen. Ich bin Susanne.
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