Studium und dann?

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Brücken bauen statt Türen schließen: Heiko Praetz über sein berufsbegleitendes Studium mit fast 40 und die Arbeit mit Asylsuchenden
17.04.2026
42 Minuten
Mit ungefähr 40 Jahren zum ersten Mal an einer Universität sitzen, in einem Seminarraum voller fremder Menschen, mit Fragen im Kopf wie: Schaffe ich das überhaupt? Heiko Praetz weiß, wie sich dieser Moment anfühlt. Doch er erlebte auch, wie er gleich in den ersten Vorlesungen eine Gruppe von Mitstudenten fand, die seine Studienerfahrung zu einer unvergesslichen Zeit in seinem Leben machten.


Heiko ist nicht den geraden Weg gegangen: Vor dem Studium standen eine Zimmermannslehre, eine Ausbildung zum Sozialassistenten und eine zum Erzieher. Den Zimmererberuf musste er mit Anfang zwanzig wegen eines Sportunfalls aufgeben, was zu seiner Entscheidung führte, in einen sozialen Beruf zu wechseln. Dieser Moment war, wie er mittlerweile sagt, das vielleicht wichtigste Puzzlestück seines Lebens. Heute ist er stellvertretende Bereichsleitung Obdach und Asyl bei der Gemeinde Diakonie Lübeck e.V. und betreut in diesem Kontext vor allem diverse Unterkünfte für geflüchtete Menschen als auch wohnungslose Familien.


Hier begann er 2016 als Erzieher in einer Unterkunft für geflüchtete Menschen zu arbeiten, kaum ein Jahr später wurde ihm die Leitung angeboten. Er nahm sie an, merkte jedoch dabei schnell, dass ihm das rechtliche Hintergrundwissen fehlte; die Grundlage, um Gesetze zu verstehen, einordnen und für sein Klientel nutzbar machen zu können. Das wurde der Ausgangspunkt für sein Studium.


2019 beschloss Heiko, berufsbegleitend Soziale Arbeit an der Leuphana Professional School zu studieren. Einmal im Monat, freitags und samstags, fuhr er nach Lüneburg; dazu war er auch einmal im Jahr für eine Blockwoche vor Ort. Um Vor- und Nachbereitung der Veranstaltungen und Prüfungen kümmerte er sich immer dann, wenn es sein voller Alltag zuließ, mit dem Rückhalt seiner Familie, den er als großes Glück beschreibt. Vom Studium besonders in Erinnerung geblieben ist Heiko seine Bachelorarbeit über das Spannungsfeld zwischen ausländerrechtlichen Regelungen und dem Kinderrecht zur Familienzusammenführung. Das Wissen daraus nutzt er heute direkt: Ein neues Projekt für seinen Arbeitgeber rund um unbegleitete minderjährige Ausländer hat er komplett auf Basis dessen konzipiert, was er im Studium erarbeitet hat.


Was Heiko in seinem Berufsalltag begeistert, ist das Gestalten von Prozessen für Menschen mit unterschiedlichsten sozialen Hintergründen, die Unterstützung suchen. Er möchte Brücken in die Gesellschaft bauen, die den Hilfesuchenden eine eigenständige, selbstbestimmte Teilhabe in dieser ermöglichen, nicht Integration um den Preis der eigenen Identität, sondern Akkulturation. 


Hört rein und erfahrt von Heiko, wie ein berufsbegleitendes Studium funktionieren kann und was es dafür wirklich braucht. Warum ist bei seiner Arbeit der Unterschied zwischen Integration und Akkulturation in Bezug auf Asylsuchende so entscheidend? Und was macht einen Menschen aus, der immer wieder aufsteht, trotz Rückschlägen und Zweifeln?  


Moderiert wird diese Episode von Helena Minner.


Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26738


Diese Folge ist Teil unseres Vorgängerformats „Karriere leupht“ der Leuphana Universität Lüneburg und wurde für die Neuveröffentlichung gekürzt und bearbeitet. Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com
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Die Welt zum Guten verändern: Julia Selle über Kinderrechte, Nachhaltigkeit und den Sprung vom Großkonzern in die NGO-Welt
10.04.2026
40 Minuten
Ein Dorf in Zimbabwe. Hier haben seit jeher alte Männer das letzte Wort, wenn es um die Angelegenheiten der Familien geht, dass gerade sie dieses Privileg einsetzen würden, um gegen Kinderehen vorzugehen, hätte unser Interviewgast Julia Selle nicht erwartet. Dennoch erlebte sie während ihrer Arbeit für die Hilfsorganisation Plan International Deutschland vor Ort mit, wie die Gemeindeältesten ein Netzwerk über Dorfgrenzen hinweg bildeten, das Mädchen vor einer der schlimmsten Praktiken der Welt schützt. Solche Momente sind es, die sie in ihrer Arbeit antreiben und die der Grund sind, warum sie ihren Weg vom Großkonzern in die Welt der gemeinnützigen NGOs (non-governmental organizations) nie bereut hat.


Heute ist Julia Geschäftsführerin der Stiftung Hilfe mit Plan bei Plan International Deutschland, einer Kinderrechtsorganisation, die in über 45 Ländern aktiv ist und sich besonders für Frauen und Mädchen im globalen Süden einsetzt. In ihrer Rolle verantwortet sie Strategie, Finanzen und Personal, pflegt Beziehungen zu Unterstützenden und repräsentiert die Stiftung nach außen. Was sie dabei am meisten begeistert, ist die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Menschen, sowohl mit ihren Teammitgliedern als auch jenen, die ihre Arbeit durch ihre finanzielle und anderweitige Unterstützung, z.B. im Rahmen von Patenschaften, überhaupt erst möglich machen.


Bevor sie diese Position antrat, war Julia fast elf Jahre lang jedoch in einem ganz anderen Umfeld tätig: Sie arbeitete bei der Metro AG, zunächst in der Unternehmenskommunikation, später im Bereich Corporate Social Responsibility. Hier war Julia Teil eines großen internationalen Konzerns mit entsprechenden hierarchischen Strukturen und fand heraus, dass ihr Herz viel mehr für soziale Projekte schlug: Schon bei Metro hatte sie mit den Tafeln und dem World Food Programme zusammengearbeitet und gespürt, wo sie wirklich beruflich hinwollte. Nach einer dreieinhalb Monate langen Auszeit, die sie auf Reisen verbrachte, war Julia sich sicher: Ihre Arbeit sollte sinnvoll sein und die Welt zum Guten verändern.


Genau in dieser Phase entschied sie sich für den berufsbegleitenden Masterstudiengang MBA Sustainability Management an der Leuphana Universität Lüneburg. Den Studiengang beschreibt sie als generellen MBA (Master of Business Administraton), in dem sich das Thema Nachhaltigkeit durch alle Module wie ein roter Faden hindurch zog. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihr die Präsenzwochenenden in Lüneburg, die für sie trotz weitem Weg aus Düsseldorf die beste Zeit waren. Julia betont, wie sehr es sie gefreut hat, hier Menschen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen kennenzulernen, die durch ihr gemeinsames Interesse an nachhaltigem Wirtschaften verbunden werden. Außerdem verrät sie, mit welchem umstrittenen Konzept sie sich in ihrer Masterarbeit beschäftigt hat und auch, was es mit sogenannten Change Agents auf sich hat. Zudem zeigt Julia, wie es auch nach dem Studium an der beruflich an der Uni weitergehen kann, indem sie Einblicke in ihre Tätigkeit als Gastdozentin an der Leuphana gewährt.


Im Gespräch mit Moderator Daniel gibt sie Antworten auf Fragen wie diese: Was denkt sie über das Gehaltsgefälle zwischen Non-Profit-Organisationen und Unternehmen? Warum sind Hartnäckigkeit und Leidenschaft im NGO-Sektor keine Buzzwords, sondern wirklich notwendig? Und was hat Karneval mit all dem zu tun? Hört rein und lasst euch von Julias Weg vom Großkonzern über das Studium bis an die Spitze einer gemeinnützigen Stiftung inspirieren. 


Moderiert wird diese Episode von Daniel Persiel.


Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26728


Diese Folge ist Teil unseres Vorgängerformats „Karriere leupht“ der Leuphana Universität Lüneburg und wurde für die Neuveröffentlichung gekürzt und bearbeitet.
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Content für Millionen von Fußballfans: Janosch Leuffen über seine Arbeit als Social-Media-Redakteur bei Bayer 04 Leverkusen
27.03.2026
37 Minuten
In der heutigen Folge schlägt Helenas Fußballherz höher, denn ihr ist Janosch Leuffen zugeschaltet, der als Social-Media-Redakteur bei Bayer 04 Leverkusen Fans wie sie immer online up to date hält. Janosch hat 2014 seinen Bachelor in Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt gemacht und war seitdem hauptsächlich als Redakteur im Bereich Film und Fernsehen tätig, bevor er im Mai 2025 schließlich in seiner Heimatstadt Leverkusen seine aktuelle Stelle bekommen hat. Im Gespräch mit Helena erzählt er von seinen täglichen Aufgaben als Online-Redakteur und wie ihn sein Studium in Darmstadt, während dem er schon selbst beim Campus-TV mitgewirkt hat, darauf vorbereitet hat.


Er berichtet von den Schwierigkeiten des Online-Journalismus in Zeiten von Tiktok und KI und von den Anforderungen, die unterschiedliche Formate an die Redakteur*innen stellen. Außerdem verrät er, wie es ist, als Fan für einen Fußballbundesligisten arbeiten zu können, wie nah er durch seine Arbeit der Mannschaft ist und wie man es schafft, online immer den richtigen Ton zu finden, selbst, wenn es für den Fußballverein mal in sportlicher Hinsicht nicht so gut läuft.


Moderiert wird diese Episode von Helena Minner.


Hier geht es zu Links und weiteren Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=16578 Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com
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Trotz Krisen einen kühlen Kopf bewahren: Dr. Nina-Kathrin Wienkoop über ihre Tätigkeit als Protestforscherin
20.03.2026
51 Minuten
Dr. Nina-Kathrin Wienkoop ist Helena live im Studio zugeschaltet. Sie hat Ethnologie und Politikwissenschaften in Göttingen und Berlin studiert, bevor sie 2020 an der Leuphana Universität Lüneburg in Politikwissenschaften promovierte. Heute ist sie u.a. Teil des Vorstandes des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung (ipb). Für das Institut hat sie sich in den vergangenen Monaten unter anderem intensiv mit den »Demonstrationen Gegen Rechts« auseinandergesetzt.


Im Interview mit Helena spricht sie darüber, wie sie ihre eigene wissenschaftliche Stimme gefunden hat und wie sich ihre Forschungen entwickelt haben. Außerdem beantwortet sie die Frage, ob Demonstrationen die Demokratie stärken können und gibt Ideen dafür, wie wir es schaffen, trotz all der Krisen in der Welt einen kühlen Kopf zu bewahren.


Moderiert wird diese Episode von Helena Minner.


Das Interview fand am 07. Februar 2025 und somit vor den Bundestagswahlen 2025 statt.


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Groß und klein für Nachhaltigkeit begeistern: Larissa Weber über ihre Arbeit als Umweltwissenschaftlerin bei der Arboretum Foundation
13.03.2026
34 Minuten
In dieser Folge spricht Podcast-Host Daniel mit der Leuphana-Alumna Larissa Weber, die hier in Lüneburg bis 2023 den Bachelor Umweltwissenschaften studiert hat. Mittlerweile arbeitet sie als Umweltwissenschaftlerin bei der Arboretum Foundation – eine gemeinnützige Organisation, die sich der Aufforstung und dem Schutz des Waldes verschrieben hat. Im Projekt »Deutschlands Schulen forsten auf« führt Larissa Schüler*innen näher an das Thema Wald heran und pflanzt Bäume mit ihnen. Im Podcast erzählt sie, welche Herausforderungen ihr in der Arbeit mit Schulen begegnen und wie sie schon zu Unizeiten begonnen hat, sich eingehend mit dem Naturschutz zu beschäftigen.


Zudem berichtet Larissa ausführlich von ihrem Bachelorstudium Umweltwissenschaften, das sie zusammen mit dem Minor Psychology and Society belegt hat. Im Gespräch mit Daniel stellt sie die Schwerpunkte ihres besonderen Studiums vor und gibt Einblicke in die Inhalte ihrer Bachelorarbeit. 


Moderiert wird diese Episode von Daniel Persiel.


Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=13248


Diese Folge ist Teil unseres Vorgängerformats „Karriere leupht“ der Leuphana Universität Lüneburg und wurde für die Neuveröffentlichung gekürzt und bearbeitet. Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com
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Über diesen Podcast

Mit unserem Podcast „Studium und dann?“ möchten wir Studierenden, Schüler*innen und allen Bildungsinteressierten zeigen, wie vielfältig Berufs- und Lebenswege nach dem Studium sein können. Viele junge Menschen orientieren sich bei der Berufs- und Studienwahl in erster Linie an ihrem direkten Umfeld: Familie, Freundeskreis oder an der Region. Doch die Welt der Studien- und Berufsmöglichkeiten ist viel größer – und genau das wollen wir gemeinsam sichtbar machen. Uniabsolvent*innen und Forscher-Alumni aus ganz unterschiedlichen Bereichen und von verschiedenen Hochschulen berichten in authentischen Interviews mit Studierenden von ihren persönlichen Erfahrungen im Studium, beim Berufseinstieg oder auch bei der eigenen Unternehmensgründung. Offen sprechen wir über Herausforderungen, Wendepunkte und Chancen – und machen so Mut, den eigenen Weg zum und nach dem Studium zu finden.
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