Denkstoff kompakt

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Kurzimpulse zu Psychologie im digitalen Wandel
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Episoden

15. Episode: Wenn KI Wissen demokratisiert und Organisationsstruktur sich neu formiert
10.04.2026
28 Minuten
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über die Frage, wie KI die Organisationsstruktur verändert. Auf Basis einer aktuellen Studie wird gezeigt, dass KI nicht einfach zu flacheren Hierarchien führt, sondern die Logik organisationaler Wissensverteilung verschiebt. Im Zentrum steht die Beobachtung, dass KI Mitarbeitenden erlaubt, Aufgaben jenseits ihres bisherigen Wissensniveaus zu bearbeiten, gleichzeitig aber neue Unsicherheit erzeugt, insbesondere durch plausible, aber falsche Ergebnisse. Die Episode arbeitet heraus, dass Hierarchie aus dieser Perspektive nicht nur mit Macht, sondern mit der Verteilung von Wissen zusammenhängt. Wenn KI Wissen scheinbar verfügbar macht, verändert sich damit auch die Funktion von Management. Führungskräfte werden nicht automatisch weniger wichtig, sondern übernehmen unter Umständen neue Rollen als Einordner, Validierer und Verantwortungsinstanzen. Zugleich zeigt die Studie, dass KI je nach Zuverlässigkeit, Fähigkeitsgewinn und Produktivität sehr unterschiedliche Strukturfolgen haben kann: von Deskilling über verstärkten Kontrollbedarf bis hin zu neuen Formen von Upskilling und flacheren Expertenstrukturen. Dabei wird deutlich, dass KI nicht nur Prozesse beschleunigt, sondern auch die Anforderungen an Urteilskraft, Vertrauen und organisationale Einbettung erhöht. Sein persönliches Fazit: KI verändert nicht nur, wie Arbeit erledigt wird, sondern wie Wissen, Verantwortung und Bedeutung in Organisationen verteilt sind. Erfolgreiche KI-Integration ist deshalb nicht primär eine technische Frage, sondern eine Frage organisationaler Gestaltung. Quelle: Xu, F., Hou, J., Chen, W., & Xie, K. (2025). Generative AI and Organizational Structure in the Knowledge Economy. arXiv. https://doi.org/10.48550/arXiv.2506.00532
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14. Episode: Wenn KI Arbeit verändert und Akzeptanz nicht selbstverständlich ist
03.04.2026
14 Minuten
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über die Einführung von KI-Systemen aus einer arbeits- und organisationspsychologischen Perspektive. Auf Basis des Artikels von Berretta et al. (2026) wird gezeigt, dass KI-Implementierung nicht als rein technisches Projekt verstanden werden kann, sondern als komplexer organisationaler Veränderungsprozess. Der Beitrag stellt den Ansatz „Job Change Acceptance Toolbox (JOCAT)“ vor, der klassische Change-Management-Faktoren mit KI-spezifischen Herausforderungen wie Intransparenz, Unsicherheit und Vertrauensaufbau verbindet. Zentrale Erkenntnis ist, dass Akzeptanz von KI nicht automatisch entsteht, sondern aktiv gestaltet werden muss; insbesondere durch Kommunikation, Partizipation und Führung. Sein persönliches Fazit: KI verändert nicht nur die Tool-Landschaft und Geschäftsprozesse, sondern insbesondere die psychologische Struktur von Arbeit. Erfolgreiche Implementierung bedeutet daher, nicht nur Technologie einzuführen, sondern psychologische Bedeutungen aktiv zu gestalten. Quelle: Berretta, S., Nolte, P., Kopka, S., & Kluge, A. (2026). Job Change Acceptance Toolbox (JOCAT): Ein Change-Management-Ansatz für die ethische und nachhaltige Implementierung von KI-Systemen. Industry 4.0 Science. https://doi.org/10.30844/I4SD.26.1.80
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13. Episode: Wenn Zusammenarbeit mit KI Unsicherheit erzeugt, und die Rolle der Führung
27.03.2026
31 Minuten
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitenden und künstliche Intelligenz und darüber, warum diese Zusammenarbeit zugleich aktivierende und problematische Effekte haben kann. Auf Basis einer empirischen Studie zeigt er, dass Employee–AI Collaboration häufig zu AI Uncertainty führt, also zu Unsicherheit darüber, wie sich KI entwickelt, welche Aufgaben künftig automatisiert werden und welche Rolle Mitarbeitende selbst noch einnehmen werden. Diese Unsicherheit kann zwei unterschiedliche Reaktionen auslösen: Einerseits Job Crafting, also das aktive Anpassen und Weiterentwickeln der eigenen Arbeit, andererseits Knowledge Hiding, also das bewusste Zurückhalten von Wissen. Entscheidend ist dabei die Rolle der Digital Leadership: Führungskräfte mit digitaler Orientierung können Unsicherheit so rahmen, dass daraus eher Lern- und Gestaltungsprozesse entstehen als defensives Verhalten. Sein persönliches Fazit: KI verändert nicht nur Prozesse, sondern erzeugt Unsicherheit, und Führung entscheidet darüber, ob daraus Anpassung und Lernen oder Rückzug und Wissensverstecken entstehen. Quelle: Liang, Y., Yang, M., & Wu, T.-J. (2025). Double-edged sword effect of employee–AI collaboration: The role of AI uncertainty and digital leadership. Leadership & Organization Development Journal. https://doi.org/10.1108/LODJ-08-2024-0553
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12. Episode: Human-Machine Augmentation - Wenn KI Arbeit ergänzt, aber nicht folgenlos verändert
20.03.2026
16 Minuten
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über Human-AI Augmentation im Arbeitskontext und darüber, weshalb die Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI nicht nur eine technische Unterstützung darstellt, sondern eine tiefgreifende Veränderung organisationaler Entscheidungs- und Arbeitsstrukturen. Auf Basis des Literaturreviews von Nguyen und Elbanna (2025) zeigt diese Episode, wie Forschung Human-AI Augmentation derzeit strukturiert. Der Review analysiert 43 wissenschaftliche Beiträge und identifiziert drei zentrale Perspektiven: die Natur der Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI, die Auswirkungen auf Organisationen sowie die damit verbundenen Herausforderungen. Besonders deutlich wird dabei, dass Augmentation nicht nur bedeutet, dass KI Aufgaben unterstützt, sondern dass sie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Entscheidungsräume strukturiert. Die Literatur zeigt unter anderem, dass Menschen KI je nach organisationalem Kontext sehr unterschiedlich wahrnehmen und häufig stärker auf Fehler von KI reagieren als auf vergleichbare menschliche Fehler. Weitere zentrale Themen der Forschung betreffen Fragen der organisationalen Fairness, neue Rollen wie Auditing oder Altering von KI-Systemen sowie Herausforderungen wie Vertrauen, Opazität und Integration in bestehende Arbeitsstrukturen. Sein persönliches Fazit: Human-AI Augmentation ist kein technisches Upgrade von Arbeit, sondern eine Neuordnung von Entscheidung, Aufmerksamkeit und Kompetenz in Organisationen – und damit eine zentrale Gestaltungsaufgabe moderner Arbeitspsychologie. Quelle: Nguyen, T., & Elbanna, A. (2025). Understanding human-AI augmentation in the workplace: A review and a future research agenda. Information Systems Frontiers. https://doi.org/10.1007/s10796-025-10591-5
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11. Episode: Human-Machine Collaboration - Effizienz vs. Erfahrung von Arbeit
13.03.2026
36 Minuten
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über Human-Machine Collaboration und darüber, warum die Zusammenarbeit zwischen Menschen und intelligenten Maschinen nicht nur eine technische, sondern vor allem eine arbeits- und organisationspsychologische Frage ist. Auf Basis des Beitrags von Cantrell, Davenport und Krat (2022) des Beratungshauses Deloitte wird gezeigt, dass KI in Organisationen zunehmend Rollen innerhalb von Arbeitsprozessen übernimmt, etwa als Supervisor, der Abläufe überwacht, als Prioritiser, die Aufmerksamkeit strukturiert, als Personal Coach, der Feedback und Lernimpulse gibt, oder als kreative Muse, die Ideen generiert. Dadurch entstehen neue Formen ko-produzierter Leistung, in denen Ergebnisse im Zusammenspiel von menschlicher Urteilskraft und maschineller Verarbeitung entstehen. Entlang arbeits- und organisationspsychologischer Perspektiven wird sichtbar: Entscheidend ist weniger die technologische Leistungsfähigkeit der Systeme als die Rolle, die sie im Arbeitsprozess einnehmen, und wie diese Zusammenarbeit von Mitarbeitenden erlebt und organisational gestaltet wird. Sein persönliches Fazit: Human-Machine Collaboration ist nicht nur eine Frage neuer Tools und Funktionen, sondern eine Frage neuer Arbeitsbeziehungen; und darum entscheidet die Gestaltung dieser Beziehung darüber, ob KI Arbeit stärkt oder schleichend aushöhlt. Quelle: Cantrell, S., Davenport, T. H., & Krat, B. (2022). Strengthening the bonds of human and machine collaboration. Deloitte Insights.
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Über diesen Podcast

„Denkstoff kompakt“ bietet klare Gedanken zu Psychologie, Arbeit und Organisation im Zeitalter von KI. Jede Folge bringt einen prägnanten Impuls – kurz, verständlich, relevant. Für alle, die Arbeit und Wandel neu denken wollen.
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