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Episoden
29.05.2026
21 Minuten
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über eine psychologische Dimension technologischer Transformation, die in vielen Diskussionen rund um Industrie 5.0 bislang erstaunlich wenig sichtbar ist: die mentale Belastung in der Zusammenarbeit zwischen Menschen und kollaborativen physischen Robotern; sogenannten Cobots. Ausgangspunkt ist eine aktuelle systematische Review-Studie von Bassi et al. (2025), welche 46 Untersuchungen zur Human-Cobot Kollaboration analysiert. Die Studie zeigt, dass Cobots zwar körperliche Belastungen reduzieren können, gleichzeitig jedoch neue psychologische Anforderungen entstehen: erhöhte Aufmerksamkeit, permanente Überwachung, mentale Dauerkoordination, Unsicherheit sowie subtiler Stress durch Geschwindigkeit, Nähe und Vorhersagbarkeit intelligenter Systeme. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich industrielle Arbeit psychologisch verändert, wenn Menschen nicht mehr neben klassischen Maschinen, sondern gemeinsam mit intelligenten, adaptiven Robotersystemen arbeiten. Die Episode beleuchtet, weshalb Belastung nicht einfach verschwindet, sondern zunehmend von körperlicher auf kognitive und emotionale Ebenen wandert. Zudem wird diskutiert, weshalb „Human Centricity“ in Industry 5.0 deutlich anspruchsvoller ist, als es viele strategische Zukunftsbilder suggerieren. Nicht technologische Leistungsfähigkeit allein entscheidet über gute Arbeit, sondern die arbeits- und organisationspsychologische Gestaltung dieser neuen Mensch-Maschine-Kooperationen. Sein persönliches Fazit: Die eigentliche Herausforderung intelligenter Arbeitswelten liegt nicht primär darin, wie leistungsfähig Maschinen werden, sondern darin, ob Organisationen lernen, die psychologischen Folgen dieser Technologien ernst zu nehmen. Die Zukunft der Arbeit entscheidet sich deshalb nicht nur an technologischer Innovation, sondern an der Fähigkeit, menschliche Aufmerksamkeit, Vertrauen, mentale Belastung und Wohlbefinden nachhaltig gestaltbar zu halten. Quelle: Bassi, G., Orso, V., Salcuni, S., & Gamberini, L. (2025). Understanding workers’ well-being and cognitive load in human-cobot collaboration: Systematic review. Journal of Medical Internet Research, 27, e75658. https://doi.org/10.2196/75658
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23.05.2026
21 Minuten
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über den „Anthropic Economic Index“ und die Frage, wie generative KI bereits heute konkret in Arbeitsprozessen genutzt wird. Grundlage ist eine gross angelegte Analyse realer Interaktionen mit dem Sprachmodell "Claude". Die Studie zeigt, dass KI derzeit vor allem für sprachliche, analytische und wissensbasierte Tätigkeiten eingesetzt wird, insbesondere in Bereichen wie Softwareentwicklung, Kommunikation, Forschung, Datenanalyse oder Bildung. Auffällig ist, dass die häufigste Form der Nutzung nicht vollständige Automatisierung, sondern die Zusammenarbeit (Augmentation) zwischen Mensch und KI ist. Die Episode diskutiert, weshalb dadurch weniger "ganze Berufe" verschwinden als vielmehr "kognitive Teilaufgaben" neu verteilt werden, und warum sich dadurch auch Kompetenzanforderungen, Lernprozesse und organisationale Dynamiken verändern. Sein persönliches Fazit: Die eigentliche Veränderung durch generative KI liegt möglicherweise weniger im Ersatz menschlicher Arbeit als in der tiefgreifenden Neuorganisation kognitiver Wissensarbeit. Quelle: Handa et al. (2025). Which economic tasks are performed with AI? Evidence from millions of Claude conversations. Anthropic Economic Index. Anthropic. https://arxiv.org/abs/2503.04761 und https://www.anthropic.com/economic-index
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11.05.2026
26 Minuten
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über eine neue Studie des KOF-Instituts der ETH Zürich zur Frage, ob generative KI bereits sichtbare Auswirkungen auf den Schweizer Arbeitsmarkt hat. Grundlage ist der Studienbericht „KI und der Schweizer Arbeitsmarkt: Erste Evidenz zu Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit und Stellenausschreibungen“. Die Studie analysiert reale Daten von Arbeitssuchenden des SECO sowie umfassende Stelleninseratsdaten und zeigt, dass sich stark KI-exponierte Berufe seit der Einführung grosser Sprachmodelle Ende 2022 deutlich schlechter entwickelt haben als wenig exponierte Berufe. Besonders betroffen sind wissensintensive Tätigkeiten wie Softwareentwicklung, Programmierung, Marketing oder journalistische Arbeit. Die Episode diskutiert, weshalb generative KI sich grundlegend von früheren Automatisierungswellen unterscheidet, warum jüngere Arbeitnehmende stärker betroffen sein könnten und weshalb die Geschwindigkeit technologischer Diffusion zu einer neuen Dynamik von Arbeit führt. Sein persönliches Fazit: Die entscheidende Veränderung durch KI liegt nicht primär im Verschwinden von Arbeit, sondern in der zunehmenden Instabilität jener Wissensarbeit, die lange als besonders sicher galt. Quelle: Kläui, J., & Siegenthaler, M. (2025). KI und der Schweizer Arbeitsmarkt: Erste Evidenz zu Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit und Stellenausschreibungen (KOF Studien Nr. 186). ETH Zürich, KOF Konjunkturforschungsstelle. https://doi.org/10.3929/ethz-c-000785283
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01.05.2026
16 Minuten
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über die Frage, wie künstliche Intelligenz Arbeit verändert – nicht primär durch den Wegfall von Jobs, sondern durch eine zunehmende Dynamik innerhalb bestehender Rollen. Grundlage ist der „2025 Global AI Jobs Barometer“ von PwC, insbesondere die Schweiz-Analyse. Der Bericht zeigt, dass sich Anforderungen in KI-exponierten Jobs deutlich schneller verändern als in anderen Tätigkeiten, während die Gesamtzahl der Jobs stabil bleibt. Gleichzeitig sinken Anforderungen an formale Abschlüsse, während die Komplexität innerhalb der Jobs steigt. Die Episode argumentiert, dass die zentrale Herausforderung der Zukunft weniger im Verlust von Arbeitsplätzen liegt, sondern in der Fähigkeit, mit kontinuierlichen Veränderungen Schritt zu halten. Sein persönliches Fazit: Die eigentliche Herausforderung der KI liegt nicht in der Reduktion von Arbeit, sondern in der Geschwindigkeit ihrer Transformation, und damit in der Frage, wie gut Menschen und Organisationen sich kontinuierlich weiterentwickeln können. Quelle: PwC. (2025). Global AI Jobs Barometer 2025: AI is reshaping jobs – Switzerland insights. PricewaterhouseCoopers.
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24.04.2026
22 Minuten
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über die Frage, wie KI und Automatisierung die Arbeitswelt in Europa bis 2030 verändern könnten. Grundlage ist der Studienbericht des McKinsey Global Institute „Eine neue Zukunft der Arbeit - Der Wettlauf um die Einführung von KI in Europa - welche Fähigkeiten jetzt gefragt sind“. Im Zentrum der Episode steht die Beobachtung, dass es nicht nur um Automatisierung einzelner Tätigkeiten geht, sondern vor allem um beschleunigte Berufswechsel, neue Fähigkeitsanforderungen und die gesellschaftliche Herausforderung, Übergänge aktiv zu gestalten. Der Studienbericht zeigt, dass in Europa bis 2030 insbesondere MINT- und Gesundheitsberufe wachsen könnten, während Büro- und Verwaltungstätigkeiten sowie Teile des Kundendienstes und Vertriebs unter Druck geraten. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach technologischen sowie sozialen und emotionalen Fähigkeiten, während gerade diese Kompetenzen bereits heute vielerorts knapp sind. Die Episode diskutiert, warum die Zukunft der Arbeit deshalb nicht nur ein Technologie-, sondern vor allem auch ein Qualifizierungs-, Führungs- und Verteilungsthema ist. Sein persönliches Fazit: Die entscheidende Herausforderung der KI-Zukunft liegt nicht primär in der Automatisierung selbst, sondern in der Fähigkeit von Unternehmen, Bildungssystemen und Politik, berufliche Übergänge so zu gestalten, dass Produktivität steigt, ohne dass zu viele Menschen den Anschluss verlieren. Quelle: Chui, M., Durth, S., Hazan, E., Huyghues-Despointes, R., Madgavkar, A., Maor, D., Dandona, G. S., & Smit, S. (2024). Eine neue Zukunft der Arbeit: Der Wettlauf um die Einführung von KI in Europa – welche Fähigkeiten jetzt gefragt sind. McKinsey Global Institute.
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Über diesen Podcast
„Denkstoff kompakt“ bietet klare Gedanken zu Psychologie, Arbeit
und Organisation im Zeitalter von KI. Jede Folge bringt einen
prägnanten Impuls – kurz, verständlich, relevant. Für alle, die
Arbeit und Wandel neu denken wollen.
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