21. Episode: Wenn KI nicht entlastet, sondern neue psychische Belastungen erzeugt

21. Episode: Wenn KI nicht entlastet, sondern neue psychische Belastungen erzeugt

vor 4 Tagen
Ein Beitrag von Prof. Dr. Clemente Minonne
21 Minuten
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Podcast
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Kurzimpulse zu Psychologie im digitalen Wandel

Beschreibung

vor 4 Tagen
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente
Minonne über eine psychologische Dimension technologischer
Transformation, die in vielen Diskussionen rund um Industrie 5.0
bislang erstaunlich wenig sichtbar ist: die mentale Belastung in
der Zusammenarbeit zwischen Menschen und kollaborativen physischen
Robotern; sogenannten Cobots. Ausgangspunkt ist eine aktuelle
systematische Review-Studie von Bassi et al. (2025), welche 46
Untersuchungen zur Human-Cobot Kollaboration analysiert. Die Studie
zeigt, dass Cobots zwar körperliche Belastungen reduzieren können,
gleichzeitig jedoch neue psychologische Anforderungen entstehen:
erhöhte Aufmerksamkeit, permanente Überwachung, mentale
Dauerkoordination, Unsicherheit sowie subtiler Stress durch
Geschwindigkeit, Nähe und Vorhersagbarkeit intelligenter Systeme.
Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich industrielle Arbeit
psychologisch verändert, wenn Menschen nicht mehr neben klassischen
Maschinen, sondern gemeinsam mit intelligenten, adaptiven
Robotersystemen arbeiten. Die Episode beleuchtet, weshalb Belastung
nicht einfach verschwindet, sondern zunehmend von körperlicher auf
kognitive und emotionale Ebenen wandert. Zudem wird diskutiert,
weshalb „Human Centricity“ in Industry 5.0 deutlich anspruchsvoller
ist, als es viele strategische Zukunftsbilder suggerieren. Nicht
technologische Leistungsfähigkeit allein entscheidet über gute
Arbeit, sondern die arbeits- und organisationspsychologische
Gestaltung dieser neuen Mensch-Maschine-Kooperationen. Sein
persönliches Fazit: Die eigentliche Herausforderung intelligenter
Arbeitswelten liegt nicht primär darin, wie leistungsfähig
Maschinen werden, sondern darin, ob Organisationen lernen, die
psychologischen Folgen dieser Technologien ernst zu nehmen. Die
Zukunft der Arbeit entscheidet sich deshalb nicht nur an
technologischer Innovation, sondern an der Fähigkeit, menschliche
Aufmerksamkeit, Vertrauen, mentale Belastung und Wohlbefinden
nachhaltig gestaltbar zu halten. Quelle: Bassi, G., Orso, V.,
Salcuni, S., & Gamberini, L. (2025). Understanding workers’
well-being and cognitive load in human-cobot collaboration:
Systematic review. Journal of Medical Internet Research, 27,
e75658. https://doi.org/10.2196/75658
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