23. Episode: Wenn Mensch und KI zu hybrider Arbeit verschmelzen

23. Episode: Wenn Mensch und KI zu hybrider Arbeit verschmelzen

vor 2 Tagen
Ein Beitrag von Prof. Dr. Clemente Minonne
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Kurzimpulse zu Psychologie im digitalen Wandel

Beschreibung

vor 2 Tagen
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente
Minonne über eine zentrale Entwicklung der digitalen Arbeitswelt:
die zunehmende Hybridisierung menschlicher und technischer
Arbeitsleistungen durch Künstliche Intelligenz. Ausgangspunkt ist
ein Positionspaper von Rehmer et al. (2025), das KI als neue
Leittechnologie beschreibt und mit dem Konzept des „Hybrid Man“ ein
neues arbeitspsychologisches Menschenbild skizziert. Im Zentrum
steht die Beobachtung, dass KI nicht mehr nur körperliche
Tätigkeiten oder einfache Routinen verändert, sondern zunehmend
auch kognitive Arbeit durchdringt. Die Episode zeigt, dass dadurch
die Grenzen zwischen menschlicher und technischer Leistung
unschärfer werden. Arbeit entsteht immer häufiger in der
Interaktion zwischen Mensch und KI. Damit stellen sich neue Fragen
nach Verantwortung, Kontrolle, Vertrauen, Erklärbarkeit und
Kompetenz. Besonders wichtig wird dabei die sogenannte AI Literacy:
die Fähigkeit, KI-bezogenes Wissen zu finden, zu verstehen,
kritisch zu reflektieren und verantwortungsvoll anzuwenden.
Zugleich beleuchtet die Episode die psychologischen Risiken dieser
Entwicklung. KI kann Menschen entlasten, aber auch neuen
Überwachungsdruck, Anpassungsstress, Existenzängste und psychische
Fehlbeanspruchungen erzeugen. Technologische Entlastung bedeutet
daher nicht automatisch menschengerechte Arbeit. Entscheidend ist,
wie Organisationen die neue Mensch-Technik-Interaktion gestalten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Konzept des eudaimonischen
Wohlbefindens. Es beschreibt Wohlbefinden nicht nur als angenehmen
Zustand, sondern als Wachstum, Sinnhaftigkeit, Authentizität und
Exzellenz. Die Episode diskutiert, weshalb dieses Konzept ein
wichtiges Zielkriterium für die Gestaltung zukünftiger
KI-gestützter Arbeit sein könnte. Sein persönliches Fazit: Die
entscheidende Herausforderung der kommenden Jahre besteht nicht
allein darin, KI in Organisationen zu integrieren. Viel wichtiger
ist die Frage, ob KI so gestaltet wird, dass sie menschliche
Urteilskraft, Selbstwirksamkeit, Lernen, Verantwortung und Sinn
stärkt. Die Zukunft der Arbeit entscheidet sich deshalb nicht nur
an der Leistungsfähigkeit technischer Systeme, sondern daran, ob
Organisationen lernen, hybride Arbeit wirklich menschengerecht zu
gestalten. Quelle: Rehmer, S., Muehlan, H., Menzel, M., Juds, M.,
Fellmann, M., Dhiman, H., & Röcker, C. (2025). Die
Hybridisierung von menschlichen und technischen Arbeitsleistungen
mit Künstlicher Intelligenz als neuer Leittechnologie:
Entwicklungen, Implikationen und Potenziale für menschengerechte
Arbeit. Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 79, 525–533.
https://doi.org/10.1007/s41449-025-00489-y
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