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  3. Hirnbruch - Erkenntnisse aus dem Kollaps Podcast

Episoden

21 Minuten
Eigentlich wollte ich eine Wutfolge aufnehmen. Aber ich kann die Wut gerade nicht mehr künstlich anschalten. Also habe ich mich ohne Skript hingesetzt und einfach angefangen zu reden.Darüber, wie ich mich in den Erwartungen anderer aufgelöst habe. In der Schule, im Hotel, in Beziehungen. Darüber, dass ich sogar stolz darauf war, meine eigenen Wünsche besonders gut wegstecken zu können. Hauptsache, ich gehöre irgendwie dazu.Ich erzähle von einem Schreck beim Blick auf meine Blutwerte und von fremden Maßstäben, die selbst beim Schreiben meines eigenen Buches noch mitreden. Warum zähle ich Wörter, wenn ich eigentlich etwas zu sagen habe? Und was will ich überhaupt selbst, wenn ich aufhöre, mich ständig anzupassen?Das Merkwürdige: Wenn der dauernde Alarm leiser wird, entsteht erst einmal Leere. Und die füllt sich bei mir gerade langsam mit mir.Eine spontane Folge über Masking, Neurodivergenz, Zugehörigkeit und das ziemlich späte Kennenlernen meiner selbst.Kennt ihr das: Ihr wisst irgendwann sehr genau, was ihr nicht mehr wollt aber kaum noch, was eigentlich eures ist?
44 Minuten
Diese Folge ist für alle, die gerade im Krankenhaus oder zu Hause liegen und nicht wissen, wie es weitergeht.

„Eine Begegnung auf Augenhöhe“ ist eine Kurzgeschichte über Krankheit, Angst und Ungewissheit – aber genauso über Menschlichkeit, schwarzen Humor und diese manchmal erstaunlichen Begegnungen, die gerade dort entstehen, wo eigentlich niemand sein möchte.

Ich habe eigene Erlebnisse aus meiner Zeit im Krankenhaus einfließen lassen. Die Geschichte selbst, ihre Figuren und ihre Handlung sind jedoch frei erfunden.

Für alle, die gerade warten. Auf einen Befund, eine Behandlung, eine Entscheidung oder einfach darauf, dass es wieder weitergeht.
26 Minuten
Faulheit ist keine Erklärung. Sie ist oft nur ein Etikett für ein Verhalten, dessen Ursachen niemand verstehen will.

Was von außen wie Nichtstun aussieht, kann innen ein Nervensystem sein, das längst auf Hochtouren läuft. Neurodivergenz, Trauma, Krebs, innere Überlastung und verlorene Handlungsfähigkeit können dazu führen, dass selbst einfache Dinge unmöglich werden – obwohl der Wille da ist.

Es geht um meine Kindheit, ständiges Zuspätkommen, die Zeit nach den Krebserkrankungen und den Unterschied zwischen nicht wollen und nicht können.

Und um die Frage, wie stark man ein Säugetier eigentlich misshandeln, überfordern oder krank machen muss, bis es beginnt, gegen sein eigenes Fortbestehen zu handeln.

Nicht darum, Menschen dazu zu bringen, endlich den Arsch hochzubekommen. Sondern darum, zu verstehen, was sie blockiert – und welche Bedingungen nötig sind, damit Handlung wieder möglich wird.

#Hirnbruch #Faulheit #Neurodivergenz #Trauma #LebenNachKrebs #PosttraumatischesWachstum #PsychischeGesundheit
45 Minuten
In meiner ersten Folge zu Sertralin ging es vor allem darum, wie ich überhaupt angefangen habe, das Medikament zu nehmen und was sich am Anfang verändert hat.

In dieser Fortsetzung erzähle ich, was danach passiert ist.

Sertralin hat bei mir nicht einfach „alles besser“ gemacht. Ich leide weiterhin, bin nicht einfach gesund und auch nicht plötzlich normal belastbar. Aber etwas Grundlegendes hat sich verändert: Ich habe heute Zugriff auf ein Ruhegefühl, das ich vorher kaum erreichen konnte.

Ich meine damit diesen parasympathischen Zustand, in dem der Körper nicht dauerhaft im Alarm ist. Einfach sitzen. Atmen. Existieren. Nicht ständig angespannt sein, nicht sofort in Panik oder Reizüberflutung rutschen.

Genau dieser Abstand hat bei mir vieles möglich gemacht: Schreiben, Konzentration, Schach, Körperarbeit, Zwerchfelldehnung, Traumaverarbeitung und ein besseres Verständnis meiner Neurodivergenz.

Es geht in dieser Folge um Sertralin, Schlaf, Appetit, Libido, Hypervigilanz, Körperhaltung, Reizverarbeitung und die Frage, warum ich heute sagen kann, dass es mir psychisch besser geht als je zuvor — nicht weil alles gut ist, sondern weil ich zum ersten Mal einen ruhigen Grundzustand überhaupt wieder erreichen kann.

Für mich war Sertralin kein Ersatz für Verarbeitung.

Es war eher der Zustand, in dem Verarbeitung überhaupt möglich wurde.

Das ist keine medizinische Empfehlung und keine Dosieranleitung, sondern nur mein persönlicher Erfahrungsbericht.

#Sertralin #SSRI #Trauma #Neurodivergenz #Krebs #PTBS #Konzentration #Hirnbruch
16 Minuten
Ich nenne es für mich gerade krebsinduzierte Neurodivergenz.

Nicht, weil Krebs aus einem Menschen einfach einen anderen Neurotyp macht. Sondern weil eine schwere Erkrankung, Todesangst, Entzündung, Chemotherapie, Medikamente, Steroide, Kontrollverlust und die Angst vor einem Rezidiv das Nervensystem so belasten können, dass in der Akutzeit plötzlich keine Kapazität mehr übrig bleibt.

Bei mir war diese Kapazität vor allem während der Therapien weg. Ich hatte keine Kraft mehr, souverän zu wirken, Gespräche auszuhalten, Rollen zu erfüllen oder weiter so zu funktionieren, als wäre ich noch derselbe Mensch wie vorher.

Erst später, während der Traumaverarbeitung, habe ich verstanden, woran das eigentlich lag.

Diese fehlende Kraft war nicht nur eine Folge von Krebs. Sie hat sichtbar gemacht, wie viel Energie ich schon vorher dafür verbraucht hatte, zu maskieren, mich anzupassen und gegen meine eigene Wahrnehmung zu leben.

Krebs hat das nicht erfunden. Krebs hat mir in der Akutzeit nur die Kapazität genommen, es weiter zu überspielen.

Ein paar Gedanken über krebsinduzierte Neurodivergenz, Maskieren, Sinnlosigkeit, Akuttherapie, Trauma, Sympathikus, Parasympathikus und die Frage, warum man nach so einem Kollaps vielleicht gar nicht mehr ins alte Leben zurück sollte.
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Über diesen Podcast

Ich bin Thomas, zweifacher Krebsüberlebender nach R-CHOP, Matrix- und CAR-T-Zelltherapie. Die ersten 15 Folgen unter dem alten Titel erzählen meine Geschichte – von Diagnose, Chemo und Klinikalltag bis zu den psychischen Nachwirkungen. Mit Hirnbruch geht es weiter: Wie lebt man danach? Panikattacken, Dissoziation, Trauma, Identität – und wie sich durch Aha-Momente plötzlich neue Klarheit und Leistungsfähigkeit entwickeln. Offen, direkt und mit schwarzem Humor, aus der Innenperspektive eines Menschen, der seine Psyche Stück für Stück neu zusammensetzt.
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„Hirnbruch - Erkenntnisse aus dem Kollaps“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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