HeinrichSchimpf’s Podcast

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Episoden

Sterbebegleitung in der Praxis
07.02.2026
56 Minuten
Autonomie am Lebensende: Ein Diskurs über Sterbehilfe und das „Gießener Modell“ In einem tiefgreifenden Dialog erörtern der Arzt und Psychotherapeut Herr Schimpf und der Rechtsanwalt Herr Rudolph die komplexen Facetten der Freitodbegleitung in Deutschland. Das Gespräch verknüpft medizinische Erfahrung mit juristischer Expertise und beleuchtet die ethischen Herausforderungen eines selbstbestimmten Lebensendes. 1. Biografische Wurzeln und Motivation Das Thema Sterbehilfe ist für beide Protagonisten tief in ihrer Berufsbiografie verwurzelt. Herr Schimpf berichtet, dass er bereits als Medizinstudent mit dem Sterbewunsch von Patienten konfrontiert wurde – ein Thema, auf das die klassische ärztliche Ausbildung bis heute kaum vorbereitet. In der täglichen Praxis ist die Differenzierung zwischen einem ernsthaften Suizidwunsch und einer situativen rhetorischen Äußerung oft schwierig. Herr Rudolph erläutert seinen Weg zum assistierten Suizid über seine Mutter, die bereits in den 1990er Jahren Mitglied in der DGHS (Deutsche Gesellschaft für humanes Sterben) war. Diese familiäre Auseinandersetzung prägte sein heutiges Engagement. Seit der historischen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2020 ist er als juristischer Freitodbegleiter tätig, um Menschen einen würdevollen Abschied in der Heimat zu ermöglichen. 2. Der rechtliche Rahmen: Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts Ein zentraler Pfeiler des Gesprächs ist die juristische Neubewertung durch das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) vom Februar 2020. Herr Rudolph betont die Tragweite dieses Urteils für die Autonomie am Lebensende: Persönlichkeitsrecht: Das Gericht leitet aus der Menschenwürde ein umfassendes Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben ab. Straffreiheit der Beihilfe: Da die Selbsttötung in Deutschland nicht strafbar ist, kann auch die Beihilfe dazu – also die Bereitstellung der Mittel – nicht sanktioniert werden. Voraussetzungen: Die Entscheidung muss autonom, wohlüberlegt und frei von äußerem Druck sowie akuten psychischen Störungen getroffen werden, welche die Urteilsfähigkeit einschränken könnten. 3. Das „Gießener Modell“ der praktischen Umsetzung Herr Rudolph beschreibt detailliert das Verfahren einer begleiteten Selbsttötung, wie es als „Gießener Modell“ praktiziert wird. Dieses Vorgehen folgt einem strengen Vier-Augen-Prinzip zwischen Mediziner und Jurist: Vorbereitung: Nach einem Antrag bei der DGHS prüfen die Begleiter medizinische Unterlagen und evaluieren bei Hausbesuchen die soziale Umgebung sowie die kognitive Entscheidungsfähigkeit. Der medizinische Akt: Ein Arzt legt einen venösen Zugang. Das Sterbemittel Thiopental wird angeschlossen, doch die entscheidende Tatherrschaft liegt beim Patienten: Er muss das Rädchen an der Infusionsleitung selbst aufdrehen. Rechtliche Absicherung: Der Vorgang wird lückenlos dokumentiert. Nach dem Tod wird die Kriminalpolizei informiert, um Fremdverschulden durch die lückenlose Protokollierung zweifelsfrei auszuschließen. 4. Demografie und Motive: Warum Menschen gehen wollen Die Analyse der Sterbewünsche korrigiert gängige Klischees. Nicht primär körperliche Schmerzen, sondern psychosoziale Faktoren sind oft ausschlaggebend: Lebenssattheit: Viele Klienten über 70 empfinden eine tiefe Müdigkeit gegenüber dem Leben, wenn Mobilität und Sinne schwinden. Einsamkeit: Der Verlust des Lebenspartners wiegt oft schwerer als körperliche Gebrechen. Multiple Erkrankungen: Nur etwa 10 % der Fälle betreffen schwere, austherapierte Leiden wie Krebs. 5. Prävention und die Kraft der Gemeinschaft Trotz der Befürwortung der Freitodbegleitung betonen beide die Wichtigkeit der Suizidprävention. Herr Schimpf bringt seine Erfahrung mit Selbsthilfegruppen ein und vertritt die Ansicht, dass Gemeinschaft Einsamkeit lindern und Suizidgedanken transformieren kann. Die Freitodbegleiter agieren nicht dogmatisch; das Aufzeigen medizinischer Perspektiven führt oft dazu, dass Menschen von ihrem Sterbewunsch Abstand nehmen und zurück zu einer gesteigerten Lebensqualität finden. 6. Gesellschaftliche und institutionelle Kritik Im Dialog wird deutliche Kritik an bestehenden Strukturen geübt. Herr Schimpf bemängelt den fehlenden Mut in der Ärzteschaft, während Herr Rudolph Hausverbote für Sterbebegleiter in konfessionellen Pflegeheimen (z. B. Caritas) als unzeitgemäß und widersprüchlich zum Patientenwillen kritisiert. 7. Fazit: Die beruhigende Wirkung der Option Das Gespräch schließt mit einer philosophischen Note: Das Wissen um eine „Notbremse“ nimmt die Angst vor dem Alter. Ziel ist eine Sterbekultur, die sich am sokratischen Ideal orientiert – ein Abschied in Würde, im Kreise von Angehörigen, ohne die Angst vor einem qualvollen Ende.
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Miriam Hoff: Die Therapeutin und Miss Germany im Interview über Erste Liebe
26.12.2025
54 Minuten
  Zusammenfassung: Erste Liebe Ein Gespräch zwischen Heinrich Schimpf und Miriam Hoff In diesem tiefgreifenden Dialog reflektieren der erfahrene Arzt und Analytiker  Heinrich Schimpf und die Psychotherapeutin sowie Autorin Miriam Hoff (bekannt als „Die Punkttherapeutin“) über die Herausforderungen des Heranwachsens. Im Zentrum stehen dabei die Themen Body Shaming, die erste Liebe und die fundamentale Bedeutung der therapeutischen Bindung als heilendes Element. 1. Die Fragilität des Selbstbildes im Jugendalter Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der Diskrepanz zwischen objektiver Erscheinung und subjektivem Erleben. Miriam Hoff berichtet aus ihrer Praxis von einer Zunahme an Essstörungen (Anorexie, Bulimie) und Körperschema-Störungen bei jungen Mädchen. Auffällig ist, dass oft gerade jene Jugendlichen, die gesellschaftlichen Schönheitsidealen entsprechen, unter massiven Selbstzweifeln leiden. Schimpf ergänzt dies durch eine persönliche Perspektive: Er schildert, wie seine eigene Körpergröße von 1,63 m zeitweise ein erhebliches Hindernis in seinem Selbstempfinden darstellte. Dies verdeutlicht, dass Unsicherheiten über den eigenen Körper – unabhängig vom tatsächlichen Aussehen – tiefgreifende narzisstische Erschütterungen auslösen können, die oft in der Kindheit wurzeln. 2. Therapeutische Ansätze: Spiegelung und Containing Miriam Hoff erläutert ihr therapeutisches Vorgehen, das primär tiefenpsychologisch fundiert ist, jedoch verhaltenstherapeutische Elemente (wie Gedankenstopps) integriert. Beziehungsarbeit: Das zentrale Wirkprinzip ist nicht das bloße Abarbeiten von Manualen, sondern die therapeutische Beziehung selbst. Korrigierende Erfahrung: Viele Jugendliche haben in der frühen Kindheit keine adäquate positive Spiegelung durch die Eltern erfahren. Die Therapeutin übernimmt hier eine „Nachbeederung“: Durch bedingungslose Annahme und das Prinzip des Containings bietet sie den Patienten die „glänzenden Augen“, die für die Entwicklung eines stabilen Selbstwerts essenziell gewesen wären. Glaubwürdigkeit: Hoff nutzt ihre eigene Biografie als ehemalige Miss Germany und Model strategisch. Wenn sie Patienten ihre Attraktivität spiegelt, besitzt dies eine besondere Authentizität, die den Jugendlichen hilft, ihre „Defizit-Brille“ abzusetzen. 3. Der Umgang mit realen körperlichen Einschränkungen Ein besonders bewegender Teil des Gesprächs widmet sich Patienten, die tatsächlich mit objektiven körperlichen Benachteiligungen kämpfen. Schimpf berichtet von einer Patientin mit Facies Leontina (schwerste Akne-Vernarbung), bei der die Therapie darin bestand, Trauer und Resignation zu überwinden, um trotz der Entstellung ein lebenswertes Leben zu führen. Miriam Hoff ergänzt dies durch Erfahrungen mit körperlich behinderten Jugendlichen. Hier ist die therapeutische Herausforderung besonders groß, wenn Themen wie die erste Liebe und die Partnerwahl relevant werden. Die Realität der sozialen Ausgrenzung (z.B. beim Tanzkurs) kann nicht wegdiskutiert werden. Stattdessen muss der Fokus auf die inneren Werte – Kreativität, Musikalität, Charakter – gelenkt werden, um ein „Grundgerüst des Selbstwertes“ zu bauen, das über das Äußere hinausgeht. 4. Partnerwahl und der Einfluss moderner Medien Die Gesprächspartner kritisieren die moderne Tendenz, Menschen nach rein messbaren äußeren Kriterien zu bewerten (das „1 bis 10“-Schema). Medialer Druck: Social Media suggeriert eine Normalität von Perfektion (keine Poren, kein Fett, perfektes Haar), die in der Realität kaum existiert. Authentische Begegnung: Schimpf verweist auf die Bedeutung, Partner im natürlichen Umfeld (Schule, Arbeit, Uni) kennenzulernen. Dort wird der Mensch in seiner Gesamtheit – Mimik, Sprache, Interaktion – wahrgenommen, was die Fixierung auf isolierte optische Merkmale mindert. 5. Retrospektive: Jugendlicher Druck vs. reife Gelassenheit Interessante Unterschiede zeigen sich in der persönlichen Rückschau. Während Miriam Hoff die Jugendjahre (15–20) als magische Zeit der „Knospen“ und unbeschwerten Verliebtheit in Erinnerung hat, beschreibt Dr. Schimpf diese Phase als eine Zeit des enormen Drucks und der Versagensängste, insbesondere im Hinblick auf sexuelle Begegnungen. Für Schimpf waren die letzten 25 Jahre – geprägt durch eine stabile Partnerschaft und die Familie – die glücklichsten. Diese Differenz verdeutlicht, dass die „erste Liebe“ sowohl ein Geschenk als auch eine schmerzhafte Entwicklungsaufgabe sein kann. 6. Ratschläge an das jüngere Ich Zum Abschluss formulieren beide Therapeuten wertvolle Ratschläge für junge Menschen: Miriam Hoff: Mehr Mut zum Genuss, weniger Angst vor Zurückweisung. Man sollte sich klarmachen, dass das Gegenüber oft die gleichen Ängste teilt.  Heinrich Schimpf: Mehr Gelassenheit und weniger Glauben an die Prahlereien Gleichaltriger. Vor allem betont er die Wichtigkeit, das Sprechen über Gefühle zu lernen – eine Fähigkeit, die seiner Generation oft fehlte. Fazit Das Gespräch unterstreicht, dass Psychotherapie weit mehr ist als Symptombehandlung. Sie ist ein Raum für korrigierende Beziehungserfahrungen, der es ermöglicht, den Blick von vermeintlichen äußeren Makeln auf den inneren Kern zu lenken. Ob durch Miriam Hoffs neues Buch „Mindset Detox“ oder Schimpfs Reflexionskarten – das Ziel bleibt die Stärkung des Selbstwerts in einer Welt, die zunehmend auf Oberflächlichkeiten fixiert ist.  
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10 Nahrungsmittel, die Dich krank machen
16.12.2025
20 Minuten
10 NAHRUNGSMITTEL, DIE DICH KRANK MACHEN – Die Wahrheit über Kohlenhydrate und Deine Gesundheit WARNUNG: Was Du isst, entscheidet über Deine Gesundheit und Lebensdauer! In diesem Video enthülle ich die 10 Nahrungsmittel, die ich persönlich als erstes weglassen würde – und warum sie für mindestens 60% der vorzeitigen Todesfälle mitverantwortlich sein könnten. Es geht um mehr als nur Kalorien: Es geht um Kohlenhydrate, die Hauptursache für Übergewicht, Entzündungen und Insulinresistenz. Warum Kohlenhydrate das größte Problem sind Unser menschlicher Körper ist evolutionär nicht auf die Mengen an Kohlenhydraten eingerichtet, die wir heute konsumieren. Pflanzen wie Weizen und Soja oder Obst in seiner heutigen Form gab es in der Steinzeit nicht. Wir haben nur ca. 3 Gramm Zucker in 5 Litern Blut. Eine Mahlzeit mit 100g Kohlenhydraten überfordert den Mechanismus. Das Ergebnis: Dein Körper muss mit Insulin gegensteuern. Wenn dieser Mechanismus überlastet ist, führt es zur Einlagerung von Fett – auch in der Leber – und zu chronischen Entzündungen. Meine persönliche Top 10 (Der Reihenfolge nach) Dies ist die Liste der Nahrungsmittel, auf die ich selbst am leichtesten verzichten würde, weil sie am schnellsten und stärksten den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben. Zuckerhaltige Getränke: Dazu zählen Softdrinks, alkoholische Getränke und Fruchtsäfte. Letztere schädigen zusätzlich die Leber auf direkte Weise. Süßigkeiten: Der offensichtliche Zuckerlieferant. Weißbrot / Süßes Gebäck: Hoch verarbeitete Kohlenhydrate, die schnell den Blutzucker ansteigen lassen. Reis & Nudeln: Gilt auch für diese Klassiker der Kohlenhydrat-Ernährung. Fast Food (z.B. Hamburger): Eine Kombination aus ungesunden Kohlenhydraten und schlechten Fetten. Kartoffeln & Chips: Obwohl gekühlte Kartoffeln durch stabile Stärke den Anstieg etwas verlangsamen können, sind sie in der Regel problematisch. Cornflakes und Ähnliches: Erfolgreich als gesund vermarktet, sind sie dennoch ein starker Blutzuckertreiber. Vollkornbrot: Eine Illusion! Oft enthält es kaum Pflanzenfasern, dafür aber Gluten und lässt den Blutzucker fast genauso schnell steigen wie Weißbrot – eine persönliche Messung hat dies bestätigt. Haferflocken: Auch diese lassen den Blutzucker schnell ansteigen, wie ich durch Eigenversuche herausgefunden habe. Äpfel und anderes Obst (außer Beeren): Auch beliebte Früchte können zu einem ausgesprochen schnellen Blutzuckeranstieg führen. Süßstoffe aller Art: Sie sind chemisch vielfältig und führen oft dazu, dass man den süßen Geschmack beibehält, was den Verzicht erschwert. Dein Weg zur Gesundheit & Wichtige Alternativen Fette und Eiweiß sättigen besser als Kohlenhydrate. Urmenschen haben ihre Kalorien überwiegend aus Fett bezogen. Wir brauchen Fette und Eiweiß, aber wir brauchen keine Kohlenhydrate. Ketogene Ernährung: Eine extreme Variante des Kohlenhydratverzichts, die in mancher Hinsicht Wunder zu bewirken scheint (z.B. bei der Auswirkung auf Multiple Sklerose, die derzeit in der Charité untersucht wird). Heißhunger: Schlechte Nahrungsmittel bringen oft einen Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen mit sich. Das ist ein Grund für Heißhunger – der andere ist der Blutzucker-Rebound nach dem Verzehr von Kohlenhydraten. Persönlicher Tipp: Finde Deine Trigger Jeder Mensch ist anders. Um zu verstehen, welche Nahrungsmittel bei DIR zu einem starken Zuckeranstieg führen, empfehle ich das Libre 3 (ein kleines Gerät, ca. 70–120 € für 14 Tage), um Deine persönliche Blutzuckerkurve aufzuzeichnen. Auch ich habe damit viel gelernt, z. B. über meine geliebten Äpfel und Haferflocken. Ausblick Ich werde in zukünftigen Videos noch ausführlicher auf folgende Themen eingehen: Die Problematik der Kohlenhydrate: Eine sehr viel detailliertere Beschreibung des Insulin-Mechanismus. Ungesunde Fette: Gehärtete Fette (Margarine, Pommes frites) und Fette aus Sonnenblumen, Weizen oder Soja, denen eine entzündliche Wirkung zugeschrieben wird. Gesunde Fette: Dieses wichtige Thema beleuchte ich gesondert, da Fette gut sättigen und unser Körper darauf ausgelegt ist, Kalorien daraus zu beziehen. Wenn Dich dieses Thema interessiert, bleib dran und leite dieses Video an Menschen weiter, denen es vielleicht weiterhelfen könnte!
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Was ist Demenz?
09.12.2025
17 Minuten
Die Demenz-Epidemie: Ausmaß und Kosten Demenz hat sich zur wichtigsten Krankheit unserer Zeit entwickelt. Ein signifikanter Anteil der Deutschen und Amerikaner verbringt die letzten Lebensjahre mit dieser Erkrankung. Bei den 85- bis 90-Jährigen sind bereits 25 Prozent betroffen, wobei eine hohe Dunkelziffer vermutet wird. Die Versorgung ist mit erheblichen Kosten verbunden, da Heime oft 4.000 bis 8.000 Euro aufwärts kosten. Diese Kosten zehren entweder die Ersparnisse der Betroffenen auf oder werden vom Steuerzahler getragen. Die Situation in den Heimen ist oft schlecht, das Personal ist schwer zu finden und wird hoch bezahlt, teilweise mehr als junge Ärzte. Noch vor wenigen Jahrzehnten war Demenz ein Randthema. Der Referent sah während seines Medizinstudiums nur einen einzigen Demenzpatienten. Heute ist die Krankheit ein Riesenthema in Hausarztpraxen, Altenheimen und privaten Gesprächen über demente Eltern und Großeltern. Hauptursachen: Einsamkeit und Bewegungsmangel Die moderne Lebensweise trägt maßgeblich zur steigenden Demenzrate bei. Ein entscheidender Faktor scheint die Einsamkeit zu sein, gefolgt von Bewegungsmangel und Ernährung. Einsamkeit als Zivilisationskrankheit Im Gegensatz zu traditionellen, engeren sozialen Strukturen, führen die heutigen Lebensbedingungen zur Isolation. Es fehlt der ständige Kontakt durch größere, private Wohnungen, Besitz von Autos und Kühlschränken, da keine täglichen Besorgungen mehr nötig sind. Der hektische Alltag, kleine Wohnungen und die Tatsache, dass Frauen überwiegend arbeiten, machen die Integration von älteren Menschen schwierig. Geistige Fähigkeiten, Kontakte, Muskeln und Verdauung müssen täglich geübt werden. Bei Einsamkeit, wie sie bei den beschriebenen Kriegerwitwen beobachtet wurde, verkümmert die Beteiligung am Leben und die Menschen entwickeln eine Art von Demenz. Körperliche und ernährungsbedingte Faktoren Demenz ist oft ein multifaktorielles Geschehen, das eng mit dem körperlichen Zustand zusammenhängt. Bewegungsmangel führt zu schlechterer Durchblutung und Gefäßerkrankungen, die oft parallel zur Demenz auftreten. Ungesunde Ernährung hängt mit Übergewicht und der Ablagerung von Plaques in den Arterien zusammen, was zu Schlaganfällen und vaskulärer Demenz führen kann. Nur ein kleiner Teil der Demenzformen hat eine starke erbliche Komponente. Japan hat im Gegensatz zu anderen technisierten Ländern eine niedrigere Demenzrate, was auf staatlich geförderte Volksgesundheit in den 1930er Jahren zurückzuführen ist, die Bewegung und gesunde Ernährung förderte. Prävention: Die vier Säulen der Vorbeugung Es gibt vier zentrale Bereiche, mit denen die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, deutlich gesenkt oder deren Beginn um 10 bis 15 Jahre verschoben werden kann. Genügend Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität zur Förderung der Durchblutung und Gefäßgesundheit. Regelmäßig guter Schlaf: Ein wichtiger Faktor, der zur Demenzentstehung beitragen kann, wenn er unzureichend ist. Gesunde Ernährung: Wichtig für die Gefäßgesundheit und möglicherweise über den Weg des Mikrobioms. Gute lebendige soziale Kontakte und Beteiligung am Leben: Der wichtigste Faktor, um das Gehirn durch stetige Übung aktiv zu halten.  
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Dr. Marcus Franz aus Wien: Ich lasse mir den Mund nicht verbieten
05.12.2025
1 Stunde 23 Minuten
Dr. Franz arbeitet seit 35 Jahren als Arzt. Wie ist er zu dem geworden, was er ist? Und wie kam er ins österreichische Parlament als Abgeordneter?   Arztbild & Philosophie definiert den Arzt als „Primus inter pares“ (Erster unter Gleichen). Er plädiert für Kommunikation auf Augenhöhe, betont aber, dass Patienten kompetente Führung suchen. Heinrich Schimpf stimmt zu, warnt jedoch vor autoritärem Verhalten und sieht die Rolle des „mündigen Patienten“ differenziert. Gegensätzliche Studienzeiten Die Hintergründe könnten kaum unterschiedlicher sein: Dr. Franz (Wien): Genoss das Studentenleben, war zunächst rein naturwissenschaftlich („mechanistisch“) orientiert und nahm an bezahlten Medikamentenstudien teil. H. Schimpf (Gießen): War Teil der „Kritischen Medizin“, skeptisch gegenüber Hierarchien und der Pharmaindustrie, mit frühem Fokus auf Psychosomatik. Karriere-Wendepunkte Franz stand kurz davor, Unfallchirurg zu werden. Ein bewunderter Oberarzt riet ihm jedoch nachts ab: Wer nicht „150 % Leidenschaft“ dafür habe, gehe daran kaputt. Daraufhin wechselte Franz zur Inneren Medizin. Schimpf war früh auf die Psychiatrie festgelegt. Politische Konflikte & Meinungsfreiheit Beide Ärzte berichten von starken Reibungen mit dem Mainstream: Dr. Franz: War Abgeordneter im österreichischen Nationalrat (Team Stronach, dann ÖVP). Nach einem kontroversen Artikel über Angela Merkel (psychologische Deutung ihrer Flüchtlingspolitik) und einem drohenden Maulkorb verließ er die Fraktion und wurde „wilder Abgeordneter“. H. Schimpf: Berichtet, dass er aufgrund einer zeitweiligen AfD-Mitgliedschaft aus einem psychoanalytischen Institut gedrängt wurde. Fazit Das Gespräch endet im Konsens: Man darf sich den Mund nicht verbieten lassen („Sagen, was ist“). Als nächstes Thema planen beide einen Vergleich der Gesundheitssysteme (Bismarck vs. Beveridge).  
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Über diesen Podcast

In dem Podkast möchte ich von meinen Erfahrungen aus 40 Jahren in Psychotherapie und Allgemeinmedizin berichten. Gerne beantworte ich auch Fragen und gehe auf Kontroversen ein. Falls Du dich beteiligen willst, bist Du herzlich eingeladen. Ich beantworte jede Zuschrift hier und auf den anderen Plattformen.

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