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Episoden

42 Minuten
Narzissmus ist weit mehr als Egoismus oder Selbstverliebtheit.

In diesem Supercut fassen wir alle bisherigen Folgen zum Thema zusammen und geben einen umfassenden Einblick in die narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Wir sprechen darüber, warum viele Vorstellungen aus den sozialen Medien zu kurz greifen, was der Mythos von Narziss tatsächlich erzählt und weshalb Narzissmus häufig Ausdruck eines tief verletzlichen Selbstwertgefühls ist. Außerdem geht es um die unterschiedlichen Erscheinungsformen – vom grandiosen bis zum vulnerablen Narzissmus –, mögliche Ursachen in der Kindheit sowie den Einfluss von Bindung, Erziehung und belastenden Erfahrungen.

Abschließend werfen wir einen Blick auf moderne Therapieansätze und erklären, warum eine Behandlung zwar herausfordernd, aber dennoch möglich ist.

Themen dieser Folge:

• Was Narzissmus wirklich bedeutet• Der Mythos von Narziss und seine psychologische Bedeutung• Grandioser und vulnerabler Narzissmus• Entstehung und Risikofaktoren• Perfektionismus, Selbstwert und Kritikempfindlichkeit• Therapieansätze und Behandlungsmöglichkeiten
15 Minuten
Hinweis: In dieser Folge werden unter anderem Suizidgedanken und selbstgefährdendes Verhalten thematisiert.

In dieser besonderen Folge von Erzähl mal fassen wir unsere bisherigen Video-Beiträge zum Thema bipolare Störung in einem ausführlichen Supercut zusammen. Wir erklären, wie sich die Erkrankung äußert, welche Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen auftreten können und warum eine frühzeitige Diagnose und Behandlung so wichtig sind.

„Bipolar“ beschreibt zwei Pole, zwischen denen die Stimmung der Betroffenen schwanken kann. Auf der einen Seite stehen depressive Phasen mit Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Selbstzweifeln und sozialem Rückzug. Auf der anderen Seite können manische Phasen auftreten, die von stark gesteigertem Selbstbewusstsein, zahlreichen Ideen, vermindertem Schlafbedürfnis und hoher Aktivität geprägt sind. Gleichzeitig können Reizbarkeit, Enthemmung und riskantes Verhalten zunehmen.

Besonders belastend ist häufig der Wechsel zwischen diesen Extremen. Auf eine Phase voller Energie und Zuversicht kann ein tiefer emotionaler Absturz folgen. Die große Fallhöhe erhöht das Risiko für Verzweiflung, Suizidgedanken und selbstgefährdendes Verhalten. Doch auch die manische Phase selbst kann schwerwiegende Folgen haben: Betroffene überschätzen sich, geben unkontrolliert Geld aus, gehen hohe Risiken ein oder treffen Entscheidungen, deren Konsequenzen sie in diesem Moment kaum überblicken können.

Bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich die bipolare Störung nicht immer in klar voneinander getrennten Phasen. Häufig treten Mischzustände mit innerer Unruhe, Gereiztheit und starken, teilweise sehr schnellen Stimmungswechseln auf. Beim sogenannten Rapid Cycling oder Ultra-Rapid Cycling kann sich die Stimmung innerhalb weniger Tage, Stunden oder sogar noch schneller verändern. Betroffene Kinder werden deshalb nicht selten als unmotiviert, schlecht erzogen oder absichtlich schwierig wahrgenommen, obwohl hinter ihrem Verhalten eine ernsthafte Erkrankung steht.

Die Folge beleuchtet außerdem mögliche Ursachen. Bipolare Störungen haben häufig eine starke erbliche Komponente und können mit Veränderungen im Stoffwechsel des Gehirns zusammenhängen. Gerade während der Pubertät, wenn das Gehirn umfangreiche Entwicklungsprozesse durchläuft, kann die Erkrankung erstmals deutlich hervortreten.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung. Die medikamentöse Stabilisierung der Stimmung ist meist ein wichtiger Baustein. Je nach Symptomatik können unter anderem Neuroleptika, Lithium oder andere Stimmungsstabilisatoren eingesetzt werden. Die genaue Abstimmung gehört dabei immer in die Hände erfahrener Fachärzt:innen.

Medikamente allein reichen jedoch nicht aus. In der Psychotherapie lernen Betroffene, ihre Erkrankung besser zu verstehen, persönliche Frühwarnzeichen zu erkennen und rechtzeitig auf beginnende Phasen zu reagieren. Regelmäßiger Schlaf, verlässliche Tagesstrukturen und der Verzicht auf Alkohol oder andere Drogen können dazu beitragen, neue Episoden zu verhindern. Stimmungskalender und Tagebücher helfen dabei, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen.

Auch Angehörige spielen eine wichtige Rolle. Sie können Veränderungen manchmal früher erkennen als die Betroffenen selbst und dabei unterstützen, rechtzeitig Hilfe anzunehmen. Gleichzeitig benötigen auch Familien Aufklärung und Begleitung, damit krankheitsbedingtes Verhalten nicht als böser Wille oder persönliches Versagen missverstanden wird.

Die bipolare Störung ist eine schwere, aber gut behandelbare Erkrankung. Je früher sie erkannt und individuell behandelt wird, desto besser sind die Chancen auf Stabilität, Teilhabe und eine positive Entwicklung.

Habt ihr Fragen, eigene Erfahrungen oder kennt ihr Betroffene? Schreibt uns gerne in die Kommentare – denn: Vor jedem „Erzähl mal“ kommt ein „Ich hör mal“.
23 Minuten
In dieser besonderen Folge von Erzähl mal fassen wir unsere bisherigen Beiträge zum Thema Fetales Alkoholsyndrom (FAS) in einem ausführlichen Supercut zusammen. Gemeinsam beleuchten wir, welche Auswirkungen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft haben kann, wie sich FAS bemerkbar macht und welche Möglichkeiten der Diagnostik und Unterstützung es für betroffene Kinder und Familien gibt.

Alkohol gehört zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen für angeborene Entwicklungsstörungen. Bereits geringe Mengen können die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen – eine sichere Untergrenze gibt es nach heutigem Wissensstand nicht. Deshalb gilt die klare Empfehlung: Kein Alkohol während der Schwangerschaft.

Doch was genau passiert im Körper? Warum ist Alkohol für das ungeborene Kind so gefährlich? Und welche langfristigen Folgen können daraus entstehen? In dieser Folge erklären wir verständlich, wie FAS entsteht und warum insbesondere die Entwicklung des Gehirns nachhaltig beeinträchtigt werden kann.

Außerdem sprechen wir darüber, woran sich ein Fetales Alkoholsyndrom erkennen lässt. Neben körperlichen Merkmalen wie Wachstumsauffälligkeiten oder charakteristischen Veränderungen im Gesicht stehen vor allem die Auswirkungen auf Aufmerksamkeit, Lernen, Impulskontrolle und soziale Entwicklung im Mittelpunkt. Viele betroffene Kinder wirken nach außen sehr aufgeweckt und intelligent, stoßen im Alltag jedoch immer wieder an ihre Grenzen – häufig mit erheblichen Folgen für Selbstwertgefühl und Teilhabe.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung und Begleitung. Zwar lassen sich die entstandenen Schädigungen nicht rückgängig machen, durch eine frühzeitige Diagnostik, individuelle Förderung, therapeutische Angebote und ein verständnisvolles Umfeld können betroffene Kinder jedoch erheblich unterstützt werden. Entscheidend ist dabei, die Besonderheiten der Erkrankung zu verstehen und Hilfen auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen.

Diese Folge richtet sich an Eltern, Angehörige, Fachkräfte und alle, die mehr über das Fetale Alkoholsyndrom erfahren möchten. Sie fasst die wichtigsten Erkenntnisse unserer bisherigen Reihe kompakt zusammen und zeigt, warum Aufklärung, Prävention und ein verständnisvoller Umgang für Betroffene so wichtig sind.

Habt ihr Fragen oder eigene Erfahrungen zum Thema FAS? Schreibt sie gerne in die Kommentare – denn: Vor jedem „Erzähl mal“ kommt ein „Ich hör mal“.
12 Minuten
In dieser besonderen Folge von Erzähl mal bündeln wir unsere bisherigen Beiträge zum Thema Schulabsentismus in einem ausführlichen Supercut. Gemeinsam werfen wir einen Blick darauf, warum Kinder und Jugendliche über längere Zeit der Schule fernbleiben, welche psychischen, familiären und schulischen Faktoren dabei eine Rolle spielen und wie eine erfolgreiche Rückkehr gelingen kann.

Schulabsentismus bedeutet weit mehr als gelegentliches Fehlen. Betroffene verlieren zunehmend den Anschluss an Schule, Klasse und Alltag. Die Ursachen sind vielfältig: Konflikte in der Schule, Leistungsdruck, soziale Ängste, körperliche Erkrankungen oder psychische Belastungen wie Depressionen und Angststörungen. Häufig greifen mehrere Faktoren ineinander.

Ein zentrales Problem ist der entstehende Teufelskreis: Je länger die Schulabwesenheit dauert, desto größer werden Ängste und Unsicherheiten. Verpasster Unterricht, die Sorge vor Bewertungen und das Gefühl, den Anschluss verloren zu haben, erschweren die Rückkehr zusätzlich. Viele Betroffene unterschätzen dabei ihre eigenen Fähigkeiten und trauen sich den Wiedereinstieg kaum noch zu.

Die Folgen reichen weit über schulische Leistungen hinaus. Schulabsentismus kann soziale Isolation, fehlende Schulabschlüsse und langfristige Schwierigkeiten im Berufsleben nach sich ziehen. Gleichzeitig geraten Familien oft unter enormen Druck, während das betroffene Kind selbst unter einer ernsthaften Belastung leidet.

Deshalb ist eine sorgfältige Diagnostik entscheidend. In der Klinik Walstedde werden mögliche Ursachen und Begleiterkrankungen umfassend betrachtet – von Angststörungen und Depressionen bis hin zu Entwicklungsstörungen oder familiären Belastungen. Daraus entsteht ein individueller Behandlungsplan, denn pauschale Lösungen gibt es nicht.

Im Mittelpunkt steht eine schrittweise Wiedereingliederung. Der Einstieg beginnt häufig nicht sofort mit vollständigem Unterricht, sondern über kleine Erfolgserlebnisse, kreative oder praktische Angebote und den behutsamen Aufbau von Belastbarkeit. Die Klinikschule unterstützt dabei, Lernstände realistisch einzuschätzen und verloren gegangenes Selbstvertrauen zurückzugewinnen.

Auch moderne Möglichkeiten wie der Avatar-Unterricht können den Übergang erleichtern: Betroffene nehmen zunächst digital am Unterricht ihrer Heimatschule teil, bevor die schrittweise Rückkehr in den Klassenverband erfolgt.

Entscheidend ist die Zusammenarbeit zwischen Familie, Schule, Klinikschule und therapeutischem Team. Denn Schulabsentismus lässt sich nicht allein überwinden. Ziel ist nicht, möglichst schnell wieder zu funktionieren, sondern Ängste abzubauen, Selbstvertrauen zu stärken und Schritt für Schritt den Weg zurück in den Schulalltag zu finden.

Diese Folge fasst die wichtigsten Erkenntnisse unserer bisherigen Reihe zusammen und zeigt: Auch nach längerer Schulabwesenheit ist eine Rückkehr möglich – mit Geduld, individueller Unterstützung und einem gemeinsamen Plan.

Habt ihr Fragen oder eigene Erfahrungen mit Schulabsentismus? Schreibt uns gerne in die Kommentare – denn: Vor jedem „Erzähl mal“ kommt ein „Ich hör mal“.
8 Minuten
In dieser Folge der Narzissmus-Reihe geht es um die Frage: Wie lässt sich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung behandeln – und warum ist genau das oft so schwierig? Denn Therapie bedeutet immer auch, Hilfe anzunehmen, Schwäche einzugestehen und sich mit eigenen verletzlichen Anteilen zu beschäftigen. Für Menschen mit narzisstischer Problematik kann genau das wie ein Angriff auf das ohnehin fragile Selbst wirken.

Zunächst ergänzen wir einen wichtigen Punkt zur Entstehung: Vernachlässigung und Missbrauch können ebenfalls narzisstische Reaktionsweisen begünstigen. Wenn das Selbst früh massiv verletzt oder emotional angegriffen wurde, kann eine narzisstische Position wie ein Schutzschild entstehen: unantastbar werden, unverletzlich wirken, Kritik abwehren, bevor sie erneut zerstörerisch erlebt wird. Hinter der Oberfläche aus Grandiosität, Abwertung oder scheinbarer Stärke können also auch reale Erfahrungen von Schmerz, Ohnmacht und Beschämung liegen.

Gerade deshalb ist der therapeutische Zugang so anspruchsvoll. Der Begriff „Narzissmus“ ist gesellschaftlich stark negativ aufgeladen – oft fast ein Schimpfwort. Psychoedukation ist daher ein zentraler erster Schritt: Betroffene müssen verstehen können, dass es nicht um Abwertung geht, sondern um das Erkennen einer ernsthaften Erkrankung, die das Selbstwertgefühl, die Identität und Beziehungen stark beeinträchtigen kann.

Vorgestellt werden drei therapeutische Ansätze, die in der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen eine Rolle spielen: DBT (dialektisch-behaviorale Therapie), MBT (mentalisierungsbasierte Therapie) und besonders die übertragungsfokussierte Psychotherapie nach Otto Kernberg. Letztere steht in dieser Folge im Mittelpunkt, weil sie genau dort ansetzt, wo narzisstische Dynamiken sichtbar werden: in der Beziehung, im Kontakt, im unmittelbaren therapeutischen Geschehen.

Drei Schritte sind dabei besonders wichtig:

Klarifikation: Wenn Widersprüche, Unklarheiten oder Ausweichbewegungen entstehen, wird gemeinsam sortiert. Was wurde gesagt? Was ist gemeint? Was passiert gerade im Kontakt? Klarheit ist der erste Schritt, weil Unklarheit oft auch Schutz vor schmerzhafter Realität ist.

Wohlwollende Konfrontation: Konfrontation bedeutet hier nicht Angriff oder Bloßstellung, sondern eine Form von Wertschätzung. Nicht zu schweigen, nur damit es angenehm bleibt, sondern ehrlich zu benennen, was sichtbar wird – ohne Abwertung, ohne Beschämung, aber auch ohne Ausweichen.

Deutung: Im dritten Schritt werden aktuelle Muster mit früheren Erfahrungen verbunden: Was zeigt sich hier in der Therapie? Wo taucht das auch außerhalb auf? Welche Rolle spielen Kindheit, Verletzungen, Scham, Kritikempfindlichkeit und das Bedürfnis nach Pseudostabilität?

Die Folge macht deutlich: Narzissmus-Therapie ist möglich, aber sie braucht Spezialisierung, Geduld und ein gutes Verständnis der zugrunde liegenden Dynamiken. Allgemeine therapeutische Verfahren greifen häufig zu kurz, weil sie leicht abgewertet, sabotiert oder wirkungslos gemacht werden können, wenn die narzisstische Schutzstruktur nicht mitbehandelt wird.

Wichtig bleibt: Ziel ist nicht Stigmatisierung, sondern Zugang. Nicht Beschämung, sondern Verstehen. Nicht „Du bist falsch“, sondern: Was schützt dich – und was verhindert gleichzeitig Entwicklung?

Wenn ihr selbst betroffen seid, Betroffene kennt oder Erfahrungen aus therapeutischen Kontexten habt, schreibt uns gern eure Fragen und Rückmeldungen. Denn: Vor jedem „Erzähl mal“ steht ein „Ich hör mal“.
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Über diesen Podcast

In diesem Podcast erklärt Dr. Murafi – Chefarzt der Klinik Walstedde für Kinder- und Jugendpsychiatrie – verständlich und praxisnah psychische Erkrankungen wie Trauma, Borderline, Depression so wie viele weitere. Mit Beispielen aus Klinik und Forschung werden komplexe psychodynamische Zusammenhänge greifbar gemacht. Betroffene, Angehörige und Fachleute erhalten Einblicke in Symptome, Ursachen und Behandlungskonzepte – immer mit dem Ziel, mehr Verständnis, Aufklärung und Hoffnung zu vermitteln.
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„Erzähl Mal! – Der Podcast zum Thema Mental Health“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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