Gürtelrose erklärt: Infektion, Behandlung, Schmerz und Prävention | Dr. Andrea Morawe

Gürtelrose erklärt: Infektion, Behandlung, Schmerz und Prävention | Dr. Andrea Morawe

17 Minuten

Beschreibung

vor 3 Wochen

Ein Thema, das zurecht gefürchtet ist: Gürtelrose. Der Begriff
löst bei vielen direkt Unbehagen aus.


Denn Gürtelrose ist mehr als ein dermatologisches, kosmetisches
Problem mit hoher Ansteckungsgefahr und möglichen Langzeitfolgen.


Die Gürtelrose oder auch Herpes-Zoster-Infektion beschreibt eine
Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus. Das ist der Virus, der
im Kindesalter die Windpocken-Infektion verursacht. Nach
Abheilung verbleiben die Viren in einem Ruhestadium in den
Nervenganglien des Rückenmarks oder der Hirnnerven.


Über Jahrzehnte hinweg wird der Virus durch das Immunsystem
kontrolliert.


Wenn die Kontrolle des Immunsystems nachlässt, dann kann das
Virus erneut aktiviert werden und entlang der Nerven zur Haut
wandern.


Das passiert durch das Lebensalter oder auch langanhaltenden
Stress.


Jeder Mensch, der schonmal Windpocken hatte, kann auch eine
Gürtelrose bekommen.


Die Hauterscheinung kennen die meisten wahrscheinlich: Ein
einseitiger, gürtelförmiger Hautausschlag, der sich dann zu
flüssigkeitsgefüllten Bläschen entwickelt.


Es gibt auch Verläufe ohne Hautausschlag. Diese sind besonders
schwierig in der Diagnosestellung.


Frühsymptome sind unspezifische Schmerzen, fast reißend, sowie
ein brennendes oder stechendes Gefühl. Dazu kommt eine
Überempfindlichkeit der Haut, welche eventuell als
Muskelverspannung interpretiert wird, wodurch eine kardiologische
Abklärung erfolgen kann.


Der Schmerz ist so stark, weil es sich um einen neuropathischen
Schmerz handelt, der durch die Schädigung oder Reizung der Nerven
entsteht. Ibuprofen und Paracetamol haben hier keine Wirkung.


Behandelt wird deswegen mit Gabapentin oder Pregabalin, in
schweren Fällen sogar mit Opioiden.


Die grundsätzliche Therapie ist die virale Therapie, hier ist
allerdings die Zeit entscheidend.


Denn idealerweise startet die Therapie innerhalb der ersten 72
Stunden nach dem ersten Auftreten der Symptome.


So kann das Risiko für eine chronische Schmerzentstehung gesenkt
werden.


Bei einer Gürtelrose-Erkrankung besteht das Risiko einer
Post-Zoster-Neuralgie, bei der Schmerzen länger als 3 Monate nach
Abheilung der Haut bestehen bleiben. Diese Schmerzen können
monatelang oder jahrelang anhalten und damit die Lebensqualität
erheblich verringern.





Die Ansteckungsgefahr wird häufig unterschätzt. Die Gürtelrose
selbst ist nicht direkt übertragbar, das Virus in den Bläschen
aber schon. Solange die Bläschen nicht vollständig verkrustet
sind, enthält die Flüssigkeit das infektiöse Virenmaterial.


Personen, die keine Windpocken hatten oder nicht geimpft sind,
können sich so anstecken.





Die klassischen Hygienemaßnahmen helfen: Bläschen nicht berühren,
regelmäßiges Händewaschen, Handtücher, Kleidung und Waschlappen
nicht gemeinsam nutzen und bei 60 Grad waschen.





Zinksalbe wird oft empfohlen, denn sie wirkt antiseptisch,
entzündungshemmend und adstringierend. Dadurch kann sie den
Juckreiz lindern. Allerdings ersetzt sie nicht die antivirale
Therapie!





Die wirksamste Maßnahme gegen Gürtelrose und ihre Komplikationen
ist die Impfung mit dem Totimpfstoff gegen Herpes Zoster. Die
STIKO empfiehlt sie für alle ab 60 und als Indikationsimpfung für
Patient:innen ab dem 50. Lebensjahr.


Da eine immunaktivierende Komponente im Impfstoff ist, empfiehlt
Andrea, außerhalb der Infektsaison zu impfen, da man wirklich
frei von jeglicher Krankheit sein sollte.


Sie empfiehlt: Bringen Sie ihren Impfausweis regelmäßig mit zur
Hausarztpraxis, um den Impfstatus zu checken!








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https://www.instagram.com/andrea.morawe/





 


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