Palliativ-Versorgung geht uns alle an: SAPV, AAPV und Hospiz erklärt | Dr. Andrea Morawe

Palliativ-Versorgung geht uns alle an: SAPV, AAPV und Hospiz erklärt | Dr. Andrea Morawe

18 Minuten

Beschreibung

vor 3 Tagen

Ein Thema, das uns alle früher oder später betreffen wird –
trotzdem sprechen wir wenig darüber: Das Sterben.


Diese Folge von Dr. Andrea Morawe soll informieren, Ängste nehmen
und dabei helfen, Entscheidungen besser zu verstehen. Denn am
Lebensende geht es um Würde und darum, gut betreut zu werden.


Palliative Versorgung beginnt in dem Moment, in dem klar wird,
dass eine Erkrankung nicht mehr heilbar ist.


Palliativ bedeutet dabei, Schmerzen zu lindern, Symptome zu
kontrollieren, Lebensqualität zu erhalten, Angst zu nehmen und
den Mensch als Ganzes zu sehen: Körperlich, psychisch, sozial und
spirituell.


Deswegen sollte die Palliativ-Medizin auch nicht tabuisiert
werden. Wir sprechen dabei von BSC – Best Supportive Care.


AAPV ist die allgemeine ambulante Palliativ-Versorgung. Dies ist
die Basisversorgung für Menschen mit einer fortgeschrittenen,
nicht heilbaren Erkrankung, die aber noch relativ stabil sind.
Meist findet diese im häuslichen Umfeld statt durch
Hausärzt:innen sowie ambulante Pflegedienste.


Im Fokus steht die Schmerz- und Symptomkontrolle, sowie die
Kommunikation mit den Angehörigen. Dazu gehört auch der Kontakt
zur Pflegekasse oder zu ehrenamtlich Tätigen.


Das Ziel ist es, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und
Stabilität zu erhalten.


SAPV ist die folgende Stufe, die spezialisierte ambulante
Palliativ-Versorgung. Sie kommt ins Spiel, wenn Symptome nur noch
schwer beherrschbar sind und eine 24-Stunden-Erreichbarkeit
erforderlich ist.


SAPV und AAPV werden durch die gesetzlichen Krankenkassen
übernommen, wenn sie ärztlich angeordnet sind.





Viele Menschen wünschen sich, zuhause versterben zu können. Dabei
muss allerdings Pflege rund um die Uhr gewährleistet sein, was
oft Angehörige mit Unterstützung mit Pflegediensten durchführen.


Für die Patient:innen ist die emotionale Belastung im häuslichen
Setting niedriger, für die Angehörigen ist sie allerdings höher.


Wichtig ist hierbei eine ehrliche Einschätzung. Nicht alles, was
gewünscht ist, ist dauerhaft realisierbar.





Das Hospiz kann eine sehr gute Alternative sein, denn Hospize
sind keine Krankenhäuser, sondern Orte der Begleitung. Hier gibt
es mehr Zeit für Zuwendung gegenüber Patient:innen und
Angehörigen. Man hat Würde bis zuletzt.


Die Kosten sind enorm. Die Hospizarbeit wird Andrea’s Meinung
nach zu wenig geschätzt, denn sie muss zu großen Teilen über
Spenden finanziert werden.


Im Hospiz wird niemand abgelehnt. Die Arbeit ist für die
Patient:innen und Angehörigen immer kostenfrei.





Und am Ende geht es dann auch wieder um Bürokratie. Denn ganz am
Ende wird die Todesbescheinigung ausgestellt. Diese Leistung ist
keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, denn diese
endet mit dem Tod. Die Rechnung kommt für Angehörige oft
unerwartet und stellt eine emotionale Belastung dar.





Wenn diese Folge dazu beitragen konnte, Gespräche über das
Lebensende anzustoßen, hat sie ihren Zweck erfüllt.








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