Podcaster
Episoden
31.03.2026
31 Minuten
„Licht ist kein Hintergrundrauschen - es ist ein biologisches Steuersignal.“ Matthias Baum widmet sich in dieser Episode PARACELSUS LAB einem der zentralsten, aber oft unterschätzten Einflussfaktoren auf den menschlichen Organismus: Licht. Es steuert nicht nur, was wir sehen, sondern vor allem, wie unser Körper funktioniert - von der inneren Uhr bis hin zu hormonellen und neuronalen Prozessen. Im Kern zeigt sich: Licht ist der wichtigste Taktgeber unseres zirkadianen Rhythmus. Über die Netzhaut gelangt es direkt zur inneren Uhr im Gehirn und beeinflusst dort, ob wir wach, fokussiert und leistungsfähig sind oder ob Regeneration und Schlaf eingeleitet werden. Unterschiedliche Wellenlängen senden dabei unterschiedliche Signale - blauhaltiges Licht aktiviert, warmes Licht unterstützt Ruhe. Entscheidend ist nicht nur die Art des Lichts, sondern vor allem der Zeitpunkt. Das Problem der modernen Lebensweise liegt in der Verschiebung dieses Signals: zu wenig natürliches Licht am Tag, zu viel künstliches Licht am Abend. Die Folge sind Störungen von Schlaf, Energie und zirkadianer Stabilität. Gleichzeitig wird Licht zunehmend therapeutisch genutzt - von der Bright-Light-Therapie bei saisonalen Depressionen bis hin zu Ansätzen mit Rot-, Infrarot- oder UV-Licht in der Medizin. Doch entscheidend bleibt: Wirkung entsteht nur dann, wenn Wellenlänge, Dosis und Zeitpunkt zusammenpassen. Welche Rolle spielt Licht für unseren Biorhythmus? Wann wird daraus Therapie? Und warum ist der richtige Zeitpunkt oft wichtiger als die Lichtquelle selbst? Antworten direkt aus dem PARACELSUS LAB. Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
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24.03.2026
43 Minuten
„Ohne Gehirn kein Schmerz.“ – Catrin Marnitz untersucht seit Jahren, warum Rückenschmerzen bleiben, selbst dann, wenn strukturell längst alles abgeheilt ist. Als Diplom-Psychologin, Verhaltenstherapeutin und Schmerzpsychotherapeutin richtet sie den Blick auf das Zusammenspiel von Gehirn, Nervensystem und Erfahrung und damit auf die eigentliche Schaltzentrale des Schmerzes. In dieser Episode des PARACELSUS LAB spricht Podcast-Host Matthias Baum mit der Expertin über eine zentrale Erkenntnis der modernen Schmerzforschung: Rückenschmerz entsteht nicht allein im Gewebe, sondern wird im Gehirn konstruiert, bewertet und verstärkt. Chronische Schmerzen sind Ausdruck veränderter Signalverarbeitung. Das Nervensystem kann lernen, Schmerz zu intensivieren und dauerhaft präsent zu halten. Es bildet ein Schmerzgedächtnis aus, bei dem selbst harmlose Reize schneller als bedrohlich eingeordnet werden. Neuronale Netzwerke sensibilisieren sich, Schmerz wird zum stabilen Muster. Dabei wirken weit mehr Faktoren als nur körperliche Strukturen. Studien zeigen, dass Stress, Angst, Erwartungen und biografische Erfahrungen die Schmerzwahrnehmung maßgeblich prägen. Das Gehirn verknüpft eingehende Signale mit bereits gespeicherten Erfahrungen und entscheidet auf dieser Grundlage über Intensität und Bedeutung. Besonders entscheidend ist der Umgang mit dem Schmerz. Vermeidung, Schonverhalten und negative Erwartungen verstärken die Beschwerden und fördern die Chronifizierung. Moderne Therapieansätze setzen genau hier an. Aufklärung, gezielte Bewegung und das aktive Verlernen von Angstreaktionen können die Bewertung von Schmerz im Gehirn nachhaltig verändern. Wie entsteht ein Schmerzgedächtnis? Welche Rolle spielen Stress und Emotionen für den Rücken? Und wie lässt sich die Kontrolle über den eigenen Schmerz zurückgewinnen? Antworten direkt aus dem PARACELSUS LAB. Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
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17.03.2026
29 Minuten
„Wenn die Schilddrüse aus dem Takt gerät, ist der gesamte Organismus aus dem Rhythmus.“ Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ am Hals. Sie wiegt nur etwa 20 Gramm und gehört dennoch zu den wichtigsten Regulationsorganen unseres Körpers. Ihre Hormone beeinflussen zentrale Prozesse des Stoffwechsels, darunter Energieproduktion, Körpertemperatur, Herzfrequenz, Verdauung, Gehirnfunktion und Stressreaktionen. In dieser Folge PARACELSUS LAB erklärt Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum, wie die Schilddrüse tatsächlich funktioniert. Im Mittelpunkt stehen die Hormone T3 und T4: Während T4 vor allem als Transport- und Speicherhormon dient, entsteht die eigentliche biologische Aktivität erst durch T3. Dieses aktive Hormon beeinflusst den Energiestoffwechsel der Zellen und kann sogar die Genexpression regulieren. Die Schilddrüse arbeitet dabei nicht isoliert. Sie ist Teil eines hormonellen Regelkreises zwischen Gehirn, Hypothalamus, Hypophyse und Stoffwechsel. Ihre Hormone entstehen aus Jod und der Aminosäure Tyrosin, aktiviert werden sie jedoch größtenteils außerhalb der Schilddrüse, etwa in Leber, Muskeln oder Darm. Mikronährstoffe wie Selen, Zink und Eisen sind entscheidend für diese Umwandlung. Auch Schilddrüsenstörungen haben oft komplexe Ursachen. Begriffe wie Unterfunktion oder Überfunktion beschreiben zunächst nur einen Zustand. Häufig steckt hinter einer Unterfunktion die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, während eine Überfunktion mit Morbus Basedow zusammenhängen kann. Auch chronischer Stress, Entzündungen, Energiemangel oder Nährstoffdefizite können die hormonelle Regulation beeinflussen. Welche Symptome können auf eine gestörte Schilddrüsenfunktion hinweisen? Warum reicht es oft nicht aus, nur den TSH-Wert zu betrachten? Und weshalb lohnt es sich, die Schilddrüse immer im Zusammenhang mit dem gesamten Organismus zu verstehen? Antworten direkt aus dem PARACELSUS LAB. Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
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10.03.2026
44 Minuten
„Placebo- und Noceboeffekte spielen bei fast allen medizinischen Behandlungen eine Rolle.“ - Dr. Helena Hartmann ist Psychologin und Neurowissenschaftlerin und erforscht seit vielen Jahren, wie Erwartungen, Erfahrungen und der Behandlungskontext unsere Wahrnehmung von Schmerz und Symptomen beeinflussen – und welche Prozesse dabei im Gehirn ablaufen. In dieser Episode des PARACELSUS LAB spricht Podcast-Host Matthias Baum mit Dr. Helena Hartmann über ein Phänomen, das die Medizin seit Jahrzehnten beschäftigt. Was oft als „nur Placebo“ abgetan wird, ist in Wirklichkeit ein klar messbarer biologischer Prozess. Der Placeboeffekt beschreibt Veränderungen von körperlichen oder psychischen Symptomen, die durch Erwartungen, Erfahrungen und den Kontext einer Behandlung entstehen. Studien zeigen, dass diese Effekte direkt im Gehirn sichtbar werden: Bestimmte Hirnregionen verändern ihre Aktivität und der Körper setzt körpereigene Botenstoffe wie Endorphine frei, die Schmerz und Wohlbefinden beeinflussen können. Doch Erwartungen können auch das Gegenteil bewirken. Beim sogenannten Noceboeffekt führen negative Erwartungen oder Sorgen über mögliche Nebenwirkungen dazu, dass Beschwerden stärker wahrgenommen werden oder Therapien schlechter wirken. Wie entstehen diese Effekte im Gehirn? Welche Rolle spielen Erwartungen und Erfahrungen für den Erfolg von Behandlungen? Und wie lässt sich die „körpereigene Apotheke“ bewusst nutzen? Antworten direkt aus dem PARACELSUS LAB. Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
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03.03.2026
25 Minuten
„Unsere Medizin ist nicht neutral, sie wurde über Jahrzehnte am männlichen Körper ausgerichtet. Das benachteiligt Frauen massiv.“ In diesem PARACELSUS LAB Deep Dive erklärt Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum, warum Frauengesundheit weit mehr ist als ein Spezialgebiet für Hormone oder Schwangerschaft. Es geht um Gendermedizin und um die Frage, wie objektiv unser Gesundheitssystem wirklich ist. Viele Studien, Leitlinien und Dosierungsempfehlungen beruhen historisch vor allem auf Daten männlicher Probanden. Das hat Folgen für Diagnostik und Therapie. Ein zentrales Beispiel sind Herz Kreislauf Erkrankungen. Sie betreffen Frauen genauso häufig wie Männer. Dennoch werden Herzinfarkte bei Frauen oft später erkannt, weil Symptome anders aussehen und nicht dem klassischen Lehrbuchbild entsprechen. Dadurch steigt das Risiko für schwere Verläufe. Auch bei Medikamenten zeigen sich Unterschiede. Stoffwechsel, Hormonlage und Körperzusammensetzung beeinflussen Wirkung und Nebenwirkungen deutlich. Wird das nicht berücksichtigt, entsteht keine individuelle Medizin, sondern eine vereinfachte. Gendermedizin bedeutet daher nicht Ideologie, sondern Genauigkeit. Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern wirken sich auf Krankheitsverlauf, Diagnostik und Therapie aus. Wenn diese Unterschiede in Forschung und Praxis nicht ausreichend einbezogen werden, entstehen systematische Lücken in der Versorgung. Wie männerzentriert ist medizinische Forschung bis heute? Warum werden Symptome bei Frauen häufiger fehlinterpretiert? Und weshalb ist geschlechtersensible Medizin ein notwendiger Schritt hin zu besserer, präziserer Versorgung? Antworten direkt aus dem PARACELSUS LAB. Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
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Über diesen Podcast
Willkommen zum offiziellen Podcast der PARACELSUS
Gesundheitsakademien! Bring Dein Wissen über Naturheilkunde,
Komplementärmedizin, Therapieformen und klassische Medizin auf das
nächste Level: Podcast Host Matthias Baum spricht jeden Dienstag
mit renommierten Experten, Heilpraktikern und Therapeuten über
mentale, körperliche und soziale Gesundheit, innovative
Therapieansätze, Ernährung, Bewegung, Stress und aktuelle Forschung
aus Medizin und Gesundheit. Immer im Fokus: Wertvolle Einblicke,
praktische Tipps und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse. "Wir
kombinieren das Beste aus evidenzbasierten Therapien und
Erfahrungsmedizin, immer auf der Suche nach neuen Perspektiven für
unsere Gesundheit." -- Über unseren Podcast Host: Matthias Baum ist
Gesundheitswissenschaftler, Therapeut für klinische
Psychoneuroimmunologie (kPNI), erfolgreicher Vortragsredner und
Heilpraktiker mit eigener Praxis in Hamburg.
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