«Wir sind systemrelevant»
Und warum die private Spitex eine politische Stimme braucht.
26 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Monat
Gast: Marcel Durst, Gründungsmitglied ASPS Host: Martin Radtke,
Co-Herausgeber Spitex-Drehscheibe Die private Spitex ist heute ein
zentraler Pfeiler der ambulanten Versorgung. Das war nicht immer
so. Marcel Durst, Mitgründer und langjähriger Geschäftsführer des
Verbands der privaten Spitex-Organisationen (ASPS), hat über
zwanzig Jahre daran gearbeitet, diese Lücke zu schliessen. Nun
übergibt er die operative Leitung und zieht Bilanz. Als die ASPS
gegründet wurde, fehlte den privaten Spitex-Organisationen eine
eigenständige Vertretung. «Die privaten Leistungserbringer hatten
politisch keine Stimme», sagt Marcel Durst. Während Spitex Schweiz
primär die öffentlichen Organisationen mit kommunalen oder
kantonalen Leistungsverträgen vertrat, wuchs der private Bereich
stark, ohne formellen Platz im politischen Diskurs. Für Marcel
Durst war früh klar: Wer nicht organisiert ist, wird nicht gehört.
«Die privaten Spitex-Organisationen haben Marktanteile aufgebaut
und sind heute systemrelevant. Entsprechend müssen sie mit der
Politik, den Versicherern und dem BAG auf Augenhöhe sprechen
können.» Eine Integration in Spitex Schweiz sei damals diskutiert
worden, habe sich aber nicht realisieren lassen. «Heute ist das
Verhältnis konstruktiver, doch damals brauchte es zwingend einen
eigenen Verband.» Diese Entscheidung habe sich bewährt. Die ASPS
vertritt heute rund 480 Organisationen und einen grossen Teil der
ambulanten Pflegeleistungen der privaten Spitex. «Wir sind heute
politisch präsent und werden ernst genommen», sagt Marcel Durst.
Sichtbar werde das auch an konkreten Erfolgen, etwa bei der
Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Hauswirtschaft und Betreuung für
die private Spitex. Konfliktlinien bestehen dennoch, insbesondere
auf kantonaler Ebene. Marcel Durst spricht von strukturellen
Unterschieden in der Finanzierung zwischen öffentlichen und
privaten Organisationen. «Wir fordern keine Sonderrolle, sondern
faire und transparente Rahmenbedingungen.» Gerade weil beide Seiten
Teil derselben Versorgung seien, müsse Vergleichbarkeit gegeben
sein. Gleichzeitig betont Durst die Ergänzung der Modelle. Private
Organisationen seien oft flexibler organisiert, arbeiteten stärker
mit Bezugspflege und hätten eine hohe betriebliche Effizienz. «Es
braucht öffentliche und private Anbieter. Entscheidend ist nicht
das Entweder-oder, sondern das Miteinander.» Mit Blick auf die
Zukunft rückt für Marcel Durst die Zusammenarbeit stärker in den
Vordergrund. «Wir wollen Projekte gemeinsam mit Spitex Schweiz
angehen.» Voraussetzung sei jedoch die gegenseitige Anerkennung als
gleichwertige Partner. «Man muss akzeptieren, dass es zwei Player
gibt, die auf Augenhöhe zusammenarbeiten.» Mit der Übergabe der
operativen Leitung an Katharina Hadorn und Christine Hänni endet
für Marcel Durst eine prägende Phase. Sein zentrales Anliegen
bleibt jedoch aktuell: «Die ambulante Pflege wird in den kommenden
Jahren stark wachsen. Umso wichtiger ist eine konstruktive, starke
politische Vertretung.» Ob diese künftig getrennt oder gemeinsam
organisiert ist, wird die Zukunft zeigen.
Co-Herausgeber Spitex-Drehscheibe Die private Spitex ist heute ein
zentraler Pfeiler der ambulanten Versorgung. Das war nicht immer
so. Marcel Durst, Mitgründer und langjähriger Geschäftsführer des
Verbands der privaten Spitex-Organisationen (ASPS), hat über
zwanzig Jahre daran gearbeitet, diese Lücke zu schliessen. Nun
übergibt er die operative Leitung und zieht Bilanz. Als die ASPS
gegründet wurde, fehlte den privaten Spitex-Organisationen eine
eigenständige Vertretung. «Die privaten Leistungserbringer hatten
politisch keine Stimme», sagt Marcel Durst. Während Spitex Schweiz
primär die öffentlichen Organisationen mit kommunalen oder
kantonalen Leistungsverträgen vertrat, wuchs der private Bereich
stark, ohne formellen Platz im politischen Diskurs. Für Marcel
Durst war früh klar: Wer nicht organisiert ist, wird nicht gehört.
«Die privaten Spitex-Organisationen haben Marktanteile aufgebaut
und sind heute systemrelevant. Entsprechend müssen sie mit der
Politik, den Versicherern und dem BAG auf Augenhöhe sprechen
können.» Eine Integration in Spitex Schweiz sei damals diskutiert
worden, habe sich aber nicht realisieren lassen. «Heute ist das
Verhältnis konstruktiver, doch damals brauchte es zwingend einen
eigenen Verband.» Diese Entscheidung habe sich bewährt. Die ASPS
vertritt heute rund 480 Organisationen und einen grossen Teil der
ambulanten Pflegeleistungen der privaten Spitex. «Wir sind heute
politisch präsent und werden ernst genommen», sagt Marcel Durst.
Sichtbar werde das auch an konkreten Erfolgen, etwa bei der
Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Hauswirtschaft und Betreuung für
die private Spitex. Konfliktlinien bestehen dennoch, insbesondere
auf kantonaler Ebene. Marcel Durst spricht von strukturellen
Unterschieden in der Finanzierung zwischen öffentlichen und
privaten Organisationen. «Wir fordern keine Sonderrolle, sondern
faire und transparente Rahmenbedingungen.» Gerade weil beide Seiten
Teil derselben Versorgung seien, müsse Vergleichbarkeit gegeben
sein. Gleichzeitig betont Durst die Ergänzung der Modelle. Private
Organisationen seien oft flexibler organisiert, arbeiteten stärker
mit Bezugspflege und hätten eine hohe betriebliche Effizienz. «Es
braucht öffentliche und private Anbieter. Entscheidend ist nicht
das Entweder-oder, sondern das Miteinander.» Mit Blick auf die
Zukunft rückt für Marcel Durst die Zusammenarbeit stärker in den
Vordergrund. «Wir wollen Projekte gemeinsam mit Spitex Schweiz
angehen.» Voraussetzung sei jedoch die gegenseitige Anerkennung als
gleichwertige Partner. «Man muss akzeptieren, dass es zwei Player
gibt, die auf Augenhöhe zusammenarbeiten.» Mit der Übergabe der
operativen Leitung an Katharina Hadorn und Christine Hänni endet
für Marcel Durst eine prägende Phase. Sein zentrales Anliegen
bleibt jedoch aktuell: «Die ambulante Pflege wird in den kommenden
Jahren stark wachsen. Umso wichtiger ist eine konstruktive, starke
politische Vertretung.» Ob diese künftig getrennt oder gemeinsam
organisiert ist, wird die Zukunft zeigen.
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