Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. Die Krisen überwinden Podcast

Episoden

32 Minuten
Geld muss gar nicht unbedingt knapp sein, so wie es jetzt immer gesagt wird. Geld könnte es reichlich geben. Allerdings muss man es schlau anstellen, dass daraus keine Inflation erwächst. 

Die jetzige Praxis der vermehrten Geldschöpfung durch die Zentralbank eröffnet zwar neue finanzielle Spielräume für die jeweilige Regierung, ändert aber nichts an den vielen Krankheiten des jetzigen Geldsystems. 

Geld kommt weiterhin nur dann in Umlauf, wenn jemand dafür Schulden macht. Geld wird als Ware gehandelt, hat also einen Pries und wandert vor allem dorthin, wo es hohe Renditen gibt -  unabhängig vom Nutzen für die Gemeinschaft. Und nicht zuletzt ist das ganze System weiterhin sehr undurchschaubar. Es gibt auch keinerlei demokratische Kontrolle.

In einem neuen Geldsystem werden Finanzmärkte, also der Ort, an dem Geld zur Ware wird, schlicht und einfach überflüssig werden. Unternehmen brauchen sich das Geld nicht mehr über den Verkauf von Aktien oder überhaupt auf den Finanzmärkten zu besorgen. Geld wird als Zentralbankgeld in der nötigen Menge angeboten.

Die ganzen heute tagtägliche Aufregungen um die Kursentwicklungen an den Finanzmärkten, die Zinsentwicklungen, die Spekulationen entfallen. Niemand muss sich darum Gedanken machen. Geld ist ein Instrument, um mein Frühstück zu bezahlen – mehr nicht.

Damit kann eine tickende Zeitbombe unserer Wirtschaftsweise endlich entsorgt werden. Finanzkrisen wie wir sie immer wieder erleben, wird es nicht mehr geben. 

Wohin das Geld fließt und wofür es verwendet wird entscheidet heute der Markt. Im Klartext heißt das, einige wenige, aber sehr mächtige Akteure entscheiden darüber, wo das Geld hinfließt. Das mit Abstand wichtigste Kriterium für den Geldfluss ist die zu erwartende Rendite.

Bürger sind von diesen Entscheidungen ausgeschlossen. Das ganze Geldsystem, das unser tägliches Leben erheblich beeinflusst, ist nicht nur ein demokratiefreier Raum, es treibt die demokratisch gewählten Regierungen nach Belieben vor sich her.

Sollte eine Regierung mit den Entscheidungen nicht einverstanden sein und etwa versuchen, sich einzumischen, drohen die Kapitalbesitzer in ein anderes Land zu ziehen oder/und Arbeitskräfte zu entlassen. Keine Regierung kann es sich leisten, dass inländisch gebundenes Kapital in einem größerem Umfang in ein anderes Land fließt. Also gehorchen sie den mächtigen Hütern des Kapitals. 

Wenn Geld allerdings ein öffentliches Gut ist, brauchen wir andere Spielregeln. Die Bürger:innen müsssen nicht nur wissen, sondern auch daran beteiligt werden, wer das neue Geld bekommt und wofür das neue Geld verwendet werden soll .

Diese Klarheit ist die erste Voraussetzung für ein demokratisches Geldsystem. Das bedeutet nicht, dass die Bürger:innen sich in konkrete unternehmerische Entscheidungen einmischen. Wieviel Geld sich ein Unternehmen bei der Regionalbanken per Kredit ausleihen will, ist und bleibt eine betriebswirtschaftliche Entscheidung der Unternehmen. 

Die Allgemeinheit nimmt allerdings dadurch Einfluss auf diese unternehmerischen Entscheidungen, dass sie die Kriterien bestimmt, die für die Kreditvergabe entscheidend sind.
37 Minuten
In der Tradition des Ökonomen John Maynard Keynes hat der Staat eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Wirtschaft. Laut Keynes muss der Staat mit einer antizyklischen Fiskalpolitik dafür sorgen, dass Schwankungen zwischen Boom und Rezession nicht zu stark ausfallen. In einer Hochkonjunktur muss der Staat bremsend eingreifen und sparen und in einer Rezession muss er die Wirtschaft durch staatliche Aufträge und eigene Investitionen ankurbeln.

Nach diesem Ansatz haben die Regierungen in Deutschland besonders nach dem 2. Weltkrieg bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts durchaus erfolgreich ihre Wirtschaftspolitik gestaltet. Heute hat sich wieder eine liberale Wirtschaftspolitik durchgesetzt, in dem der Staat die Steuerung der Wirtschaft weitgehend den Märkten überlassen hat. Allerdings zeigt sich auch hier – entgegen der reinen Lehre der liberalen Wirtschaftstheorie - , dass der Staat eben doch immer wieder eingreifen und somit auch immer mehr Geld zur Verfügung haben muss.

Denn nahezu alles Geld, das gegenwärtig in Umlauf ist, ist nur deshalb im Umlauf, weil es sich irgendjemand per Kredit von einer Bank geliehen hat. Hieran wird sich nach dem Willen der jetzigen Regierenden auch auf absehbare Zeit nichts ändern. Das heißt also, wenn Verbraucher:innen im Supermarkt per EC-Karte für 50,00 € einkaufen,

muss sich irgendjemand dafür verschuldet haben. Solange wir mit Geld bezahlen wollen, muss es auch in der gleichen Höhe Schulden bei irgendjemanden in gleicher Höhe geben. Eine Welt ohne Schulden kann es in unserem System daher gar nicht geben. Und wenn obendrein alle ihre Kredite zurückzahlen würden, gäbe es zwar

keine Schulden mehr, aber eben dummerweise auch kein Geld.

In einer Zeit wie der gegenwärtigen, in der nachholend viel in  Infrastruktur (Verkehr, Klimaschutz, Bildung, Sicherheit) investiert werden muss und große Kostensteigerungen im Renten, Gesundheits- und Pflegesektor zu erwarten sind, muss sich der Staat bei knapper Haushaltslage entscheiden: Wo sparen - und wo investieren?   
21 Minuten
Die Regierungen sind nun schon seit Jahrzehnten im Wesentlichen damit beschäftigt, einen riesigen Mangel zu verwalten. Den Mangel an Geld. Beliebt kann man sich damit nicht machen, wie die Umfragen in fast allen europäischen Ländern zeigen. 

Das fehlende Geld dient aber auch als Argument dafür, dass wichtige gesellschaftliche Vorhaben, die vielleicht dem einen oder anderen weh tun könnten, erst gar nicht oder nur halbherzig angegangen werden. Unbequeme fortschrittlichen Konzepte werden so vom Tisch gefegt, sei es eine Gesundheitsreform, eine anständige Grundversorgung, Maßnahmen zum Umweltschutz usw. 

Bei vielen Bürgerinnen und Bürgern entsteht aber so – nicht unberechtigt – der Eindruck des Stillstands. Die Krisen verschärfen sich überall und die Regierung verharrt in einer Art Schockstarre. 

Welche Auswege gibt es aus diesem Dilemma?
27 Minuten
Wir vertreten die Meinung, dass allen Bürger:innen eine angemessene Grundversorgung in den Bereichen Wohnen, Strom, Wasser, Gesundheit, Pflege, Care, Mobilität, Ernährung, Bildung, digitale Infrastruktur zu gewähren ist. Die angemessene Versorgung mit diesen Gütern darf nicht in Frage gestellt sein oder vom Geldbeutel der Eltern oder anderen Privilegien abhängen.

So lautet ein Vorschlag von uns, dass zumindest bei den sogenannten Gemeingütern, also Gütern, die für alle Menschen zur Verfügung stehen müssen, nicht die Gesetze des Marktes und der privaten Kapitalmehrung entscheidend sein dürfen, sondern in erster Linie die Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt werden sollen.

Der Staat muss Rahmenbedingungen schaffen, dass die Versorgung mit diesen Gütern für alle Menschen möglich ist. Am Geld muss das nicht scheitern. 

Wir haben in den vorherigen Folgen ja ausführlich dargestellt, dass der Staat auf demokratische Art und Weise für diese Güter Geld bereit stellen kann. Auch rechtlich sieht das eigentlich recht gut aus. Die Artikel 14 und 15 des Grundgesetzes eröffnen hier tolle Möglichkeiten. 

Wenn sich beispielsweise viele Bürger:innen in Deutschland für weitgehende Vergesellschaftungen in diversen Bereichen einsetzen würde, wäre hier einiges zu gewinnen. 
28 Minuten
Als Mitarbeitende, Bürgerinnen und Bürger einer bestimmten Stadt oder Region müsste es auch ein Recht geben, darüber mit zu entscheiden, welche Güter in welcher Qualität und mit welchen lokalen Ressourcen hergestellt werden. So sollten Bürger beispielsweise mitentscheiden können, wie viele und welche Autos gebaut werden und auf ihren  Straßen herumfahren können. 

Dieser Wunsch kommt manchem vielleicht etwas komisch vor. Wir leben doch in einem freien Land, wo jeder frei entscheiden kann, was er tun und lassen will. 

Diese Freiheit ist allerdings sehr individualistisch gedacht. Denn mit einem Auto habe ich erheblichen Einfluss auf das Leben anderer.

 

Zum Beispiel brauchen Autos riesige Straßen, versiegeln wertvollen Boden, brauchen Unmengen von Rohstoffen. Außerdem verschmutzen Autos die Luft, sie sind laut und äußerst gefährlich. Müssen Bürger:innen das einfach ungefragt hinnehmen? 

Dabei ist das Auto ja nur ein Gut von vielen weiteren Beispielen. In der Wirtschaft werden tausende unterschiedliche Güter hergestellt, ohne dass die Allgemeinheit im Sinne des Gemeinwohls ein Wörtchen mitreden darf, dabei geht es um wertvolle Ressourcen. 

Schon deshalb brauchen wir auch in der Wirtschaft demokratische Spielregeln, um uns nicht gegenseitig zu schädigen. 

Auch weil wir so wahnsinnig viele Güter ohne eine demokratische Kontrolle produzieren, steigt die Verschmutzung der Umwelt, die CO2 Belastung, der Meeresspiegel, die Erderwärmung, der tägliche Stress bei der Arbeit.  

Es wird also höchste Zeit, dass wir uns als Gesellschaft fragen, ob wir diese Unmengen von Gütern - die einen riesigen ökologischen Fußabdruck hinterlassen - überhaupt haben wollen. Von den Antworten darauf wird unser Leben und das der nachfolgenden Generationen wesentlich bestimmt. 
In Podcasts werben
Schalte jetzt Werbung in Podcasts.

Über diesen Podcast

Hängen unsere vielfältigen und weltweiten Krisen alle irgendwie miteinander zusammen? Welche Rolle spielt dabei unser kapitalistisches Wirtschaftssystem? Feuerwehr oder Brandbeschleuniger?  Die Autoren der Akademie Solidarische Ökonomie, Norbert Bernholt und Klaus Simon, vertreten die Ansicht, dass wir mit einem Wirtschaftssystem, das auf Rendite und Profit ausgerichtet ist, die Probleme unseres Jahrhunderts nicht lösen werden. Eine andere solidarische und nachhaltige Wirtschaft ist nicht nur dringend nötig, sie ist auch möglich. Auf den Prüfstand gehören dann Fragen zum Eigentum, zum Geld- und Finanzsystem, zur Bedeutung des Marktes und vieles mehr.  In monatlichen Podcast-Folgen erläutern die Akademie-Autoren die Grundlagen unseres heutigen Wirtschaftssystems, erklären verständlich, wie unser Geld in die Welt kommt und warum unser derzeitiges Wirtschaftssystem Wachstum braucht. Sie decken dabei weitverbreitete Mythen auf und erhellen so die Hintergründe vieler Krisen.  Sie beginnen in den ersten etwa zehn Folgen mit einer Analyse des Geld- und Finanzsystems und zeigen anschließend konkret auf, wie ein solidarisches Geld- und Finanzsystem aussehen könnte – eines, das kein Wachstum mehr braucht. In einem solchen System geht es dann nicht mehr darum, aus Geld noch mehr Geld zu machen, sondern das Geld schlicht in den Dienst des Gemeinwohls zu stellen. 
Podcast melden

„Die Krisen überwinden“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Abonnenten

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz