AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt

AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt

Episoden

#36 / Mark Turrell, Tech Pioneer und unDavos Gründer / «Sind Roboter die besseren Menschen?»
01.01.2026
57 Minuten
In diesem Livestream interviewt Christoph Soltmannowskiden Experten für globale Skalierung und Tech-Pionier MarkTurrell, der unter anderem durch das World Economic Forum (WEF) bekannt wurde. Das Gespräch beleuchtet, wie Künstliche Intelligenz die Produktivität revolutioniert und die Gesellschaft grundlegend umgestaltet. Turrell teilt seine beeindruckende persönliche Erfahrung: Durch den gezielten Einsatz von KI-Tools konnte er seine Effizienz in diesem Jahr um das Zwanzigfache steigern. Die beiden diskutieren die tiefgreifenden Auswirkungender KI-Adaption auf verschiedene Branchen, die Herausforderungen für den traditionellen Arbeitsmarkt und wie KI alles transformiert – von Geschäftsabläufen bis hin zu kreativer Arbeit. Ein weiteres Thema ist Turrells „UnDavos“-Bewegung, die darauf abzielt, den Zugang zu einflussreichen Netzwerken und Vordenkern während der Woche des Weltwirtschaftsforums zu demokratisieren. Über den Gast: MarkTurrell ist eine globale Instanz für Skalierung und ein vomWorld Economic Forum anerkannter Technologie-Pionier. Er gründete die „UnDavos“-Bewegung, die während der Davos-Woche ein Alternativprogramm schafft, um den Zugang zu hochkarätigen Diskussionen und Networking zu öffnen. Turrell organisiert Grosskonferenzen, darunter ein Event mit 3'000 Teilnehmenden in Davos, und legt den Fokus dabei auf Taten statt nur auf Dialog. Die wichtigsten Themen der Diskussion: 1. Die KI-gestützte Produktivitätsrevolution Turrell demonstriert die transformative Kraft der KI anhand seines eigenen Beispiels: Er ist innerhalb eines Jahres 20-mal produktiver geworden. Er kann heute 150 Kontakte pflegen statt nur 10, 20 bis 30 Projektvorschläge erstellen statt nur einen und komplexe Recherchen in verschiedenen Fachgebieten in Stunden statt in Tagen durchführen. Dieser Sprung resultiert aus der Nutzung fortschrittlicher KI-Tools für Recherche, Personalisierung und Content-Erstellung. 2. Die bevorstehende Beschäftigungskrise Die Gesellschaft steht vor einer schwierigen Übergangsphase von 10 bis 15 Jahren, da KI traditionelle Arbeitsplätze in allen Branchen verdrängen wird. Die Ausbildung und Berufserfahrung der meisten Menschen hat sie nicht darauf vorbereitet, KI-Tools effektiv zu nutzen. Wer sich jedoch anpasst, wird dramatisch produktiver. Turrell schätzt, dass er für sein aktuelles Arbeitspensum eigentlich 15 bis 20 Mitarbeitende beschäftigen müsste, tatsächlich aber nur zwei benötigt – ein deutliches Zeichen dafür, wie KI-Nutzung die Schaffung neuer Stellen bremsen kann, selbst wenn Unternehmen wachsen. 3. Grenzen der KI und Qualitätskontrolle Aktuelle große Sprachmodelle (LLMs) basieren auf Wahrscheinlichkeiten, was sie zu einer „approximierten Intelligenz“ macht. Sie können beeindruckendeErgebnisse liefern, aber gelegentlich auch völligen Unsinn generieren. 4. Die UnDavos-Bewegung und Demokratisierung «UnDavos» bietet ein Alternativprogramm während der Woche des Weltwirtschaftsforums an, wobei der Fokus auf praktischem Handeln statt reinem Debattieren liegt. Die Bewegung reagiert auf die Exklusivität der traditionellen Davos-Events, indem sie vielfältige Veranstaltungsorte und kostengünstigere Optionen anbietet. So werden diversere Stimmen gehört, darunter mehr Frauen und internationale Teilnehmende. Das diesjährige Programm umfasst Themen wie KI, Gesundheit, Energie und Fintech mit Schwerpunkt auf konkreten Ergebnissen. 5. Die Zukunft der Koexistenz von Mensch und KI In den nächsten 5 bis 10 Jahren müssen wir unsere Beziehung zu KI und Robotik grundlegend neu definieren. Während KI in 95–98 % aller wirtschaftlichen Aufgaben wahrscheinlich besser abschneiden wird als der Mensch, bleiben Chancen in den Bereichen Kreativität, kritisches Denken und physische Arbeit. Erfolg erfordert die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen, die Entwicklung einzigartig menschlicher Fähigkeiten und den Fokus darauf, mit KI-Systemen zu kollaborieren, statt mit ihnen zu konkurrieren.
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#35 | Was passiert, wenn Chefs AI verbieten?» | Gast: Stéphanie Kioutsoukis
15.12.2025
38 Minuten
Stéphanie Kioutsoukis ist eine führende Unternehmerin und Innovationsexpertin aus Biel, die sich auf Artificial Intelligence, Organisationsentwicklung und strategische Innovation spezialisiert hat. Als Gründerin und CEO von zwei Unternehmen – Fresh Strategy und Fresh Solutions AI – hat sie sich als einflussreiche Stimme in der Schweizer und internationalen AI- und Innovationslandschaft etabliert.Stéphanie Kioutsoukis vertritt die zentrale These, dass Technologie und KI lediglich Werkzeuge sind, während die eigentliche Transformation im menschlichen Mindset beginnen muss. Sie beobachtet, dass uns oft noch die Vorstellungskraft fehlt, wie AI über die blosse Beschleunigung bestehender Aufgaben hinaus völlig neue Geschäftsmodelle ermöglichen kann. Daher sei Experimentierfreude («Trial and Error») unerlässlich, um diese Potenziale zu erschließen.Eindringlich warnt die Expertin vor einer Verbotskultur in Unternehmen. Da Mitarbeitende KI-Tools zur Arbeitserleichterung ohnehin nutzen, führen Verbote lediglich zu riskanter Schatten-IT auf privaten Geräten. Stattdessen sollten Firmen klare Rahmenbedingungen schaffen und Schulungen anbieten, damit sich Mitarbeitende «die Hände schmutzig machen» können, ohne bestraft zu werden. Unter dem Begriff «Rewire the Organization» erklärt Kioutsoukis, dass Organisationen ihre Workflows und Strukturen grundlegend neu denken müssen, um «AI-native» zu werden.Für die nahe Zukunft, insbesondere ab 2026, prognostiziert Stéphanie Kioutsoukis den Durchbruch von AI-Agenten, die ganze Prozessketten autonom übernehmen, sowie Fortschritte bei «Embedded AI» in der Robotik. Dennoch bleibt der Mensch unverzichtbar: Während KI analytische Fleißarbeit besser erledigt, verschiebt sich die menschliche Wertschöpfung auf kreative Lösungsfindung, Empathie und soziale Interaktion – Bereiche, die eine KI nicht ersetzen kann. Abschliessend appelliert Kioutsoukis besonders an Schweizer KMU, ihre kulturelle Zurückhaltung abzulegen und sich aktiv mit der Technologie auseinanderzusetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.Stéphanie Kioutsoukis auf LinkedIn:  / skioutsoukis  Fresh Strategyhttps://freshstrategy.ch/
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#34 | Dr. Kyriakos Voutsas: «Warum soveräne KI ein Wettbewerbsvorteil ist»
23.11.2025
29 Minuten
In der neuen Folge von «AI und Gesellschaft»erklärt Dr.-Ing. Kyriakos Voutsas von Accenture, warum souveräne KI für Europa zur Schlüsseltechnologie wird. Geopolitische Spannungen, Datenschutz und die wachsende Abhängigkeit von internationalen Anbietern zwingen Unternehmen dazu, ihre digitalen Systeme stärker zuv kontrollieren. Besonders Branchen wie Banken,Energie oder Verwaltung setzen verstärkt auf lokale Datenhaltung und hybride Modelle. Die Schweiz liegt im europäischen Vergleich gut, hat aber bei konkreten Cloud-Plänen und CEO-Verantwortung Aufholbedarf. Voutsas sieht souveräne KI nicht nur als Risikoschutz, sondern als strategischen Wettbewerbsvorteil – vorausgesetzt, Unternehmen und Staat schaffen klare Regeln, wirtschaftlicheRahmenbedingungen und modernisierte Architekturen.
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#33 | Wie schafft AI echten Mehrwert? | Gast: Matthias Zwingli, ConnectAI.ch
10.11.2025
57 Minuten
Artificial Intelligence ist in aller Munde – doch viele Unternehmen handeln aus Hype statt aus Strategie. Davon ist Matthias Zwingli, CEO des Zürcher Startups Connect AI, überzeugt. «Viele starten mit einem Tool, bevor sie wissen, was sie damit erreichen wollen», sagt Matthias Zwingli im Podcast-Gespräch mit Christoph Soltmannowski. Für ihn steht fest: KI-Agenten sollten wie digitale Mitarbeitende behandelt werden – mit klar definierten Aufgaben und messbarem Nutzen. «Wenn die Ausbildung mehr kostet als der Nutzen, braucht es den Job nicht – und auch keinen KI-Agenten.» Zwingli sieht in der aktuellen KI-Euphorie viel «FOMO», also Angst, etwas zu verpassen. Unternehmen müssten aber zuerst verstehen, wo KI wirklich einen Mehrwert schafft: in repetitiven, standardisierbaren Abläufen mit hohem Anfragevolumen – etwa im Kundensupport oder im Vertrieb. Dort lohne sich der Einsatz schnell, vorausgesetzt, man starte klein. «Der häufigste Fehler ist, zu komplex zu beginnen. Lieber Schritt für Schritt testen, anpassen und erweitern.» Für Zwingli ist KI kein reines Technologiethema, sondern ein Kulturthema. Skepsis und Angst vor Jobverlust seien normal – bis die Mitarbeitenden den Effekt spüren. «Nach wenigen Wochen sehen Teams, dass die KI das Volumengeschäft übernimmt und sie sich auf komplexe Fälle konzentrieren können.» Der Mensch bleibe zentral, wegen Empathie und sozialer Kompetenz: «KI kann Gefühle imitieren, aber sie hat keine.» Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Datenqualität. «KI lernt nicht automatisch», betont Zwingli. «Sie braucht gepflegte Daten und ein gutes Monitoring.» Connectai.ch arbeitet deshalb mit einem iterativen Entwicklungsprozess: Minimum Viable Product, Testphasen, Auswertung und laufende Optimierung. Auch Datenschutz und digitale Souveränität spielen eine zentrale Rolle.  ConnectAI hostet seine Systeme vollständig in der Schweiz für sensitive Aufgaben. «Gerade in sensiblen Branchen ist es entscheidend, die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten.» Sein Fazit: KI lohnt sich dort, wo Unternehmen viele wiederkehrende Anfragen und klare Ziele haben. Zwinglis Empfehlung lautet: Assessment – Strategie – schrittweiser Aufbau. Und vor allem: Mitarbeitende mitnehmen, statt sie zu überrollen. «KI ersetzt keine Jobs – sie verändert sie.» Der St. Galler Unternehmer und ehemalige Director von Digitalswitzerland gründete 2024 das Startup Connect AI, das spezialisierte KI-Agenten für Kundenservice, Vertrieb und Events entwickelt. Connectai.ch setzt auf Schweizer Hosting, agile Entwicklung und enge Zusammenarbeit mit den Kunden – von der Strategie bis zum Rollout.
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#32 | «Ich habe mich überflüssig gemacht»| Gast: Simon Kümin, Texter
25.10.2025
26 Minuten
Der Zürcher Texter Simon Kümin hat etwas getan, wovor sich viele Kreative fürchten: Er hat seine eigene Arbeit teilweise automatisiert. Im Podcast «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» spricht er über den Umbruch in der Kommunikationsbranche – und darüber, warum er darin keine Bedrohung, sondern eine Chance sieht. Simon Kümin, seit über zehn Jahren als selbstständiger Texter tätig, hat gemeinsam mit dem Schweizer Anbieter Campfire eine eigene KI-Lösung entwickelt. Sie ist auf seinen Stil trainiert und kann Texte in seiner Tonalität verfassen – bis hin zu Pressemitteilungen, die er unverändert veröffentlicht. «Ich wollte zeigen, dass KI gute Texte schreiben kann – und dass man sie produktiv einsetzen kann, statt sie zu fürchten», sagt Kümin im Videopodcast-Gespräch mit Christoph Soltmannowski Im Gespräch wird deutlich, wie stark sich die Branche verändert. Viele Agenturen stünden unter Druck, Budgets schrumpften, Kundinnen und Kunden nutzten selbst KI-Tools. Gleichzeitig verändere sich die Rolle der Texter:innen: Weg von der reinen Umsetzung, hin zu Strategie, Beratung und konzeptioneller Arbeit. «KI kann Routineaufgaben übernehmen, aber sie versteht keine Geschäftsmodelle, keine Zwischentöne und keine Emotionen», betont Kümin. Mit seiner Lösung verfolgt er daher ein hybrides Modell: Kund:innen können eigenständig mit der KI arbeiten und bei Bedarf Kümin im Chat hinzuziehen. So entsteht eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine – effizient, flexibel und skalierbar. Vom Handwerk zur hybriden Kreativität
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Über diesen Podcast

Das Podcast-Format «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» der Schweizerischen Text Akademie erörtert, wie Artificial Intelligence uns Menschen im Alltag dient oder bedroht und wie AI unsere Arbeitswelt verändert. IMPRESSUM Stiftung Schweizerische Text Akademie Prof. Dr. Ivo Hajnal, Stiftungsratspräsident Redaktion: Christoph Soltmannowski, Chefredaktor; Rolf Pfister, Director Research Lab42, wissenschaftliche Beratung. Franco Item, Mitglied Vorstand Science City Davos, inhaltliche Koordination.

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