Podcaster
Episoden
01.01.2026
57 Minuten
In diesem Livestream interviewt Christoph
Soltmannowskiden Experten für globale Skalierung und
Tech-Pionier MarkTurrell, der unter anderem
durch das World Economic Forum (WEF) bekannt wurde. Das Gespräch
beleuchtet, wie Künstliche Intelligenz die Produktivität
revolutioniert und die Gesellschaft grundlegend umgestaltet.
Turrell teilt seine beeindruckende persönliche Erfahrung: Durch
den gezielten Einsatz von KI-Tools konnte er seine Effizienz in
diesem Jahr um das Zwanzigfache steigern. Die beiden diskutieren
die tiefgreifenden Auswirkungender KI-Adaption auf verschiedene
Branchen, die Herausforderungen für den traditionellen
Arbeitsmarkt und wie KI alles transformiert – von
Geschäftsabläufen bis hin zu kreativer Arbeit. Ein weiteres Thema
ist Turrells „UnDavos“-Bewegung, die darauf abzielt, den Zugang
zu einflussreichen Netzwerken und Vordenkern während der Woche
des Weltwirtschaftsforums zu demokratisieren.
Über den Gast:
MarkTurrell ist eine globale Instanz für
Skalierung und ein vomWorld Economic Forum anerkannter
Technologie-Pionier. Er gründete die „UnDavos“-Bewegung, die
während der Davos-Woche ein Alternativprogramm schafft, um den
Zugang zu hochkarätigen Diskussionen und Networking zu öffnen.
Turrell organisiert Grosskonferenzen, darunter ein Event mit
3'000 Teilnehmenden in Davos, und legt den Fokus dabei auf Taten
statt nur auf Dialog.
Die wichtigsten Themen der Diskussion:
1. Die KI-gestützte Produktivitätsrevolution
Turrell demonstriert die transformative Kraft der KI anhand
seines eigenen Beispiels: Er ist innerhalb eines Jahres 20-mal
produktiver geworden. Er kann heute 150 Kontakte pflegen statt
nur 10, 20 bis 30 Projektvorschläge erstellen statt nur einen und
komplexe Recherchen in verschiedenen Fachgebieten in Stunden
statt in Tagen durchführen. Dieser Sprung resultiert aus der
Nutzung fortschrittlicher KI-Tools für Recherche,
Personalisierung und Content-Erstellung.
2. Die bevorstehende Beschäftigungskrise
Die Gesellschaft steht vor einer schwierigen Übergangsphase von
10 bis 15 Jahren, da KI traditionelle Arbeitsplätze in allen
Branchen verdrängen wird.
Die Ausbildung und Berufserfahrung der meisten Menschen hat sie
nicht darauf vorbereitet, KI-Tools effektiv zu nutzen. Wer sich
jedoch anpasst, wird dramatisch produktiver. Turrell schätzt,
dass er für sein aktuelles Arbeitspensum eigentlich 15 bis 20
Mitarbeitende beschäftigen müsste, tatsächlich aber nur zwei
benötigt – ein deutliches Zeichen dafür, wie KI-Nutzung die
Schaffung neuer Stellen bremsen kann, selbst wenn Unternehmen
wachsen.
3. Grenzen der KI und Qualitätskontrolle
Aktuelle große Sprachmodelle (LLMs) basieren auf
Wahrscheinlichkeiten, was sie zu einer „approximierten
Intelligenz“ macht. Sie können beeindruckendeErgebnisse liefern,
aber gelegentlich auch völligen Unsinn generieren.
4. Die UnDavos-Bewegung und Demokratisierung
«UnDavos» bietet ein Alternativprogramm während der Woche des
Weltwirtschaftsforums an, wobei der Fokus auf praktischem Handeln
statt reinem Debattieren liegt.
Die Bewegung reagiert auf die Exklusivität der traditionellen
Davos-Events, indem sie vielfältige Veranstaltungsorte und
kostengünstigere Optionen anbietet. So werden diversere Stimmen
gehört, darunter mehr Frauen und internationale Teilnehmende. Das
diesjährige Programm umfasst Themen wie KI, Gesundheit, Energie
und Fintech mit Schwerpunkt auf konkreten Ergebnissen.
5. Die Zukunft der Koexistenz von Mensch und KI
In den nächsten 5 bis 10 Jahren müssen wir unsere Beziehung zu KI
und Robotik grundlegend neu definieren. Während KI in 95–98 %
aller wirtschaftlichen Aufgaben wahrscheinlich besser abschneiden
wird als der Mensch, bleiben Chancen in den Bereichen
Kreativität, kritisches Denken und physische Arbeit. Erfolg
erfordert die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen, die
Entwicklung einzigartig menschlicher Fähigkeiten und den Fokus
darauf, mit KI-Systemen zu kollaborieren, statt mit ihnen zu
konkurrieren.
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15.12.2025
38 Minuten
Stéphanie Kioutsoukis ist eine führende Unternehmerin und
Innovationsexpertin aus Biel, die sich auf Artificial
Intelligence, Organisationsentwicklung und strategische
Innovation spezialisiert hat. Als Gründerin und CEO von zwei
Unternehmen – Fresh Strategy und Fresh Solutions AI – hat sie
sich als einflussreiche Stimme in der Schweizer und
internationalen AI- und Innovationslandschaft etabliert.Stéphanie
Kioutsoukis vertritt die zentrale These, dass Technologie und KI
lediglich Werkzeuge sind, während die eigentliche Transformation
im menschlichen Mindset beginnen muss. Sie beobachtet, dass uns
oft noch die Vorstellungskraft fehlt, wie AI über die blosse
Beschleunigung bestehender Aufgaben hinaus völlig neue
Geschäftsmodelle ermöglichen kann. Daher sei Experimentierfreude
(«Trial and Error») unerlässlich, um diese Potenziale zu
erschließen.Eindringlich warnt die Expertin vor einer
Verbotskultur in Unternehmen. Da Mitarbeitende KI-Tools zur
Arbeitserleichterung ohnehin nutzen, führen Verbote lediglich zu
riskanter Schatten-IT auf privaten Geräten. Stattdessen sollten
Firmen klare Rahmenbedingungen schaffen und Schulungen anbieten,
damit sich Mitarbeitende «die Hände schmutzig machen» können,
ohne bestraft zu werden. Unter dem Begriff «Rewire the
Organization» erklärt Kioutsoukis, dass Organisationen ihre
Workflows und Strukturen grundlegend neu denken müssen, um
«AI-native» zu werden.Für die nahe Zukunft, insbesondere ab 2026,
prognostiziert Stéphanie Kioutsoukis den Durchbruch von
AI-Agenten, die ganze Prozessketten autonom übernehmen, sowie
Fortschritte bei «Embedded AI» in der Robotik. Dennoch bleibt der
Mensch unverzichtbar: Während KI analytische Fleißarbeit besser
erledigt, verschiebt sich die menschliche Wertschöpfung auf
kreative Lösungsfindung, Empathie und soziale Interaktion –
Bereiche, die eine KI nicht ersetzen kann. Abschliessend
appelliert Kioutsoukis besonders an Schweizer KMU, ihre
kulturelle Zurückhaltung abzulegen und sich aktiv mit der
Technologie auseinanderzusetzen, um wettbewerbsfähig zu
bleiben.Stéphanie Kioutsoukis auf
LinkedIn: / skioutsoukis Fresh
Strategyhttps://freshstrategy.ch/
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23.11.2025
29 Minuten
In der neuen Folge von «AI und Gesellschaft»erklärt Dr.-Ing.
Kyriakos Voutsas von Accenture, warum souveräne KI für Europa zur
Schlüsseltechnologie wird. Geopolitische Spannungen, Datenschutz
und die wachsende Abhängigkeit von internationalen Anbietern
zwingen Unternehmen dazu, ihre digitalen Systeme stärker zuv
kontrollieren. Besonders Branchen wie Banken,Energie oder
Verwaltung setzen verstärkt auf lokale Datenhaltung und hybride
Modelle. Die Schweiz liegt im europäischen Vergleich gut, hat
aber bei konkreten Cloud-Plänen und CEO-Verantwortung
Aufholbedarf. Voutsas sieht souveräne KI nicht nur als
Risikoschutz, sondern als strategischen Wettbewerbsvorteil –
vorausgesetzt, Unternehmen und Staat schaffen klare Regeln,
wirtschaftlicheRahmenbedingungen und modernisierte Architekturen.
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10.11.2025
57 Minuten
Artificial Intelligence ist in aller Munde – doch viele
Unternehmen handeln aus Hype statt aus Strategie. Davon ist
Matthias Zwingli, CEO des Zürcher Startups Connect AI,
überzeugt.
«Viele starten mit einem Tool, bevor sie wissen, was sie damit
erreichen wollen», sagt Matthias Zwingli im Podcast-Gespräch mit
Christoph Soltmannowski. Für ihn steht fest: KI-Agenten sollten
wie digitale Mitarbeitende behandelt werden – mit klar
definierten Aufgaben und messbarem Nutzen. «Wenn die Ausbildung
mehr kostet als der Nutzen, braucht es den Job nicht – und auch
keinen KI-Agenten.»
Zwingli sieht in der aktuellen KI-Euphorie viel «FOMO», also
Angst, etwas zu verpassen. Unternehmen müssten aber zuerst
verstehen, wo KI wirklich einen Mehrwert schafft: in repetitiven,
standardisierbaren Abläufen mit hohem Anfragevolumen – etwa im
Kundensupport oder im Vertrieb. Dort lohne sich der Einsatz
schnell, vorausgesetzt, man starte klein. «Der häufigste Fehler
ist, zu komplex zu beginnen. Lieber Schritt für Schritt testen,
anpassen und erweitern.»
Für Zwingli ist KI kein reines Technologiethema, sondern ein
Kulturthema. Skepsis und Angst vor Jobverlust seien normal – bis
die Mitarbeitenden den Effekt spüren. «Nach wenigen Wochen sehen
Teams, dass die KI das Volumengeschäft übernimmt und sie sich auf
komplexe Fälle konzentrieren können.» Der Mensch bleibe zentral,
wegen Empathie und sozialer Kompetenz: «KI kann Gefühle
imitieren, aber sie hat keine.»
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Datenqualität. «KI lernt nicht
automatisch», betont Zwingli. «Sie braucht gepflegte Daten und
ein gutes Monitoring.» Connectai.ch arbeitet deshalb mit einem
iterativen Entwicklungsprozess: Minimum Viable Product,
Testphasen, Auswertung und laufende Optimierung.
Auch Datenschutz und digitale Souveränität spielen eine zentrale
Rolle. ConnectAI hostet seine Systeme vollständig in der
Schweiz für sensitive Aufgaben. «Gerade in sensiblen Branchen ist
es entscheidend, die Kontrolle über die eigenen Daten zu
behalten.»
Sein Fazit: KI lohnt sich dort, wo Unternehmen viele
wiederkehrende Anfragen und klare Ziele haben. Zwinglis
Empfehlung lautet: Assessment – Strategie – schrittweiser Aufbau.
Und vor allem: Mitarbeitende mitnehmen, statt sie zu überrollen.
«KI ersetzt keine Jobs – sie verändert sie.»
Der St. Galler Unternehmer und ehemalige Director von
Digitalswitzerland gründete 2024 das Startup Connect AI, das
spezialisierte KI-Agenten für Kundenservice, Vertrieb und Events
entwickelt. Connectai.ch setzt auf Schweizer Hosting, agile
Entwicklung und enge Zusammenarbeit mit den Kunden – von der
Strategie bis zum Rollout.
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25.10.2025
26 Minuten
Der Zürcher Texter Simon Kümin hat etwas getan, wovor sich viele
Kreative fürchten: Er hat seine eigene Arbeit teilweise
automatisiert. Im Podcast «AI und Gesellschaft – Wege in die neue
Welt» spricht er über den Umbruch in der Kommunikationsbranche –
und darüber, warum er darin keine Bedrohung, sondern eine Chance
sieht.
Simon Kümin, seit über zehn Jahren als selbstständiger Texter
tätig, hat gemeinsam mit dem Schweizer Anbieter Campfire eine
eigene KI-Lösung entwickelt. Sie ist auf seinen Stil trainiert
und kann Texte in seiner Tonalität verfassen – bis hin zu
Pressemitteilungen, die er unverändert veröffentlicht. «Ich
wollte zeigen, dass KI gute Texte schreiben kann – und dass man
sie produktiv einsetzen kann, statt sie zu fürchten», sagt Kümin
im Videopodcast-Gespräch mit Christoph Soltmannowski
Im Gespräch wird deutlich, wie stark sich die Branche verändert.
Viele Agenturen stünden unter Druck, Budgets schrumpften,
Kundinnen und Kunden nutzten selbst KI-Tools. Gleichzeitig
verändere sich die Rolle der Texter:innen: Weg von der reinen
Umsetzung, hin zu Strategie, Beratung und konzeptioneller Arbeit.
«KI kann Routineaufgaben übernehmen, aber sie versteht keine
Geschäftsmodelle, keine Zwischentöne und keine Emotionen», betont
Kümin.
Mit seiner Lösung verfolgt er daher ein hybrides Modell:
Kund:innen können eigenständig mit der KI arbeiten und bei Bedarf
Kümin im Chat hinzuziehen. So entsteht eine neue Form der
Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine – effizient, flexibel
und skalierbar.
Vom Handwerk zur hybriden Kreativität
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Über diesen Podcast
Das Podcast-Format «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt»
der Schweizerischen Text Akademie erörtert, wie Artificial
Intelligence uns Menschen im Alltag dient oder bedroht und wie AI
unsere Arbeitswelt verändert. IMPRESSUM Stiftung Schweizerische
Text Akademie Prof. Dr. Ivo Hajnal, Stiftungsratspräsident
Redaktion: Christoph Soltmannowski, Chefredaktor; Rolf Pfister,
Director Research Lab42, wissenschaftliche Beratung. Franco Item,
Mitglied Vorstand Science City Davos, inhaltliche Koordination.
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