38 | «AI in der Filmproduktion – ein zweischneidiges Schwert?» | Gast: Frank Petzold, VFX Director

38 | «AI in der Filmproduktion – ein zweischneidiges Schwert?» | Gast: Frank Petzold, VFX Director

37 Minuten

Beschreibung

vor 4 Tagen

Effizienz-Turbo oder Kreativitäts-Killer? Visual-Effects-Profi
Frank Petzold über Artificial Intelligence





Die Filmbranche erlebt durch Artificial Intelligence einen
Umbruch, der an die Euphorie des Atomic Age der Fünfzigerjahren
erinnert.


VFX-Experte Frank Petzold spricht in dieser Folge über die
Ambivalenz neuer Tools, den Schutz von Künstlerrechten und warum
das analoge Handwerk in einer digitalen Welt wichtiger wird denn
je.


Frank Petzold gehört zur Oberliga Hollywoods, was Special Effects
betrifft. Mit Mitwirkungen an Blockbustern wie «Starship
Troopers», «The Ring» oder «The Legend of Tarzan» und als Visual
Effects Director von «Im Westen nichts Neues» (dafür erhielt er
u.a. eine Oscar-Nomination und den Deutschen sowie den
Europäischen Filmpreis) hat er die visuelle Sprache des modernen
Kinos mitgeprägt. Im Gespräch mit Christoph Soltmannowski
beleuchtet er nun ein Thema, das die Branche spaltet: Artificial
Intelligence.KI – ein zweischneidiges Schwert der Innovation?


Frank Petzold betrachtet die aktuelle KI-Entwicklung als
«zweischneidiges Schwert»: Er warnt vor einer Überhitzung wie im
«Atomic Age», da ein zu hohes Tempo den Blick für den sinnvollen
Einsatz trüben könne.


In der Postproduktion erweist sich die Technik jedoch bereits als
Gewinn, indem sie mühsame Routineaufgaben wie Rotoscoping oder
Kameratracking automatisiert. Zudem dient sie als effizientes
Werkzeug für Layouts und Inspiration, um etwa in Sekundenschnelle
verschiedene Hintergrundvariationen zu entwerfen.





Die «Black Box» und der Verlust der Kontrolle


Trotz der Geschwindigkeitsvorteile sieht der Experte Risiken in
der mangelnden Kontrollierbarkeit. Viele KI-Plattformen fungieren
als «Black Box» – man weiss nicht genau, was unter der
«Motorhaube» passiert.


Für einen Visual Effects Director ist dies problematisch, da er
für konsistente Ergebnisse über hunderte von Kameraeinstellungen
hinweg garantieren muss.Besonders kritisch wird die Entwicklung
beim Thema Deepfakes und dem Schutz von Schauspielern. In
Hollywood regt sich Widerstand, da Stars wie Robert Downey Jr.
bereits komplett digital gescannt wurden.


«Da muss man den Deckel draufnehmen und Filter einbauen, um den
Missbrauch von Stimme und Aussehen zu verhindern», fordert
Petzold.





Warum die «Seele» nicht berechenbar ist


Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Unersetzbarkeit
menschlicher Kreativität. Petzold betont, dass echte Kunst von
Spontaneität und Fehlern lebt. Visual Effects seien dann am
besten, wenn sie eine «Seele» haben und Details eine tiefere
Bedeutung im Storytelling übernehmen. So wie die subtilen
Flugzeugkämpfe im Hintergrund von Im Westen nichts Neues, welche
die ständige Präsenz des Krieges fühlbar machten.Frank Petzolds
Rat an die nächste Generation: Das Handwerk von der Pike auf
lernen. Trotz aller KI-Plugins bleibt das Verständnis für Optik,
Licht und analoge Fotografie die Basis für Qualität.


Frank Petzolds Showreel:


https://vimeo.com/788279534?share=copy

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