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Episoden

1 Stunde 9 Minuten
Wie organisiert sich ein Institut selbst, das mitten in einer klassisch aufgebauten Hochschule steht? Und was tut man, wenn das Kleid für die bisherigen Strukturen zu eng wird?

In dieser Folge nehmen wir euch mit an das Institut Digitales Bauen der FHNW. Das 2018 gegründete Institut ist schnell gewachsen. Statt ein mittleres Management einzuziehen, hat sich das Leitungsgremium für Selbstorganisation entschieden. Heute arbeiten sechzehn Mitarbeitende in fünf Kreisen, eingebettet in eine sehr lineare Hochschulstruktur. Wir sprechen darüber, wie Entscheidungen dorthin wandern, wo das Wissen liegt, wie die Schnittstelle zur Hochschule immer wieder neu verhandelt wird und warum Transparenz gestaltet werden muss.

Nora erzählt offen, dass der Anfang «ein totaler Krampf» war und dass es bis heute zwischen Begeisterung und Zweifel hin und her geht. Gerade die schwierigen Momente haben im Team das grösste Verständnis geschaffen. Und manchmal bewegt ein schlichtes «Gibt es Einwände?» mehr als jeder aufwendige Prozess.

Ein Gespräch über Selbstorganisation, die nie fertig ist.

Aufgenommen am 14. Oktober 2025.

Über meine Interviewpartnerin Prof. Nora Dainton ist Leiterin a. i. des Instituts Digitales Bauen und Studiengangleiterin des Masterstudiengangs MSc FHNW in Virtual Design and Construction (VDC) an der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik der FHNW. Bis zu ihrer Berufung als Professorin Anfang 2021 war sie über zehn Jahre am Institut Industrial Design als Dozentin tätig. In ihrer eigenen Firma setzte sie Projekte in Prozessgestaltung und Design um und unterstützte Firmen beim Erarbeiten von Lehr- und Lernkonzepten. Das Ausloten von Potenzialen in der Lehre wie auch in der Gestaltung von Orten, Objekten und Prozessen zieht sich durch ihre Arbeit.

Über das Institut Das Institut Digitales Bauen der FHNW verbindet angewandte Forschung, Ausbildung und Weiterbildung mit der Praxis. Es arbeitet daran, Bauprojekte mit digitalen Methoden, klaren Prozessen und innovativen Organisationsformen effizienter und erfolgreicher umzusetzen. Im Fokus steht die Digitalisierung des Bau- und Immobilienwesens, und mit ihr die Organisationsformen, Prozesse und Werkzeuge, die diesen Wandel begleiten. Das Institut setzt dabei bei sich selbst an: Es ist als Kreisorganisation aufgestellt und orientiert sich an den Prinzipien der Selbstorganisation.

The post #65 Wie eine Kreisorganisation in einer linearen Hochschulwelt funktioniert | mit Nora Dainton appeared first on Zukunftspioniere der Arbeitswelt.
1 Stunde 17 Minuten
Was passiert, wenn eine Bank ihre eigenen Werte auch in der Führung ernst nimmt? Wenn Partizipation kein Prinzip auf Papier bleibt, sondern die Art verändert, wie täglich zusammengearbeitet und entschieden wird?

In dieser Folge nehmen wir euch mit zur Alternative Bank Schweiz AG (ABS) , die seit Anfang 2024 ihr Führungsmodell der Zusammenarbeit konsequent neu gestaltet. Wir sprechen über den Weg von einer klassischen Hierarchie hin zu einer Kreisorganisation, über Rollen, die echte Verantwortung tragen, und über eine eigene Verfassung der Zusammenarbeit, die aus der Identität der Bank heraus entstanden ist.

Auf diesem Weg gab es Momente, bei denen Menschen zum ersten Mal spürten, was Verantwortung in der eigenen Rolle wirklich bedeutet. Momente, die zeigen, dass so eine Transformation tiefer geht als Strukturen und Prozesse.

Ein Gespräch über Transformation, die zur normalen Weiterentwicklung wird.

Über meine Interviewpartnerin Astrid Blunschi Balmer ist eine erfahrene Organisationsentwicklerin und Coach mit einem starken Fokus auf menschenzentrierte Führung und kollaborative Arbeitsformen. Nach dem Studium in Betriebswirtschaft mit Vertiefung Führung und Personalmanagement an der Universität St. Gallen stieg sie ein in die HR-Arbeit in einer Maschinenbau-Firma. Nach vielen Jahren in der operativen Personalarbeit und später in der Führungsentwicklung in der Versicherungsbranche unterstützt sie seit zwei Jahren die Alternative Bank Schweiz (ABS) als Koordinatorin des Kreises „Menschen“ bei ihrer Transformation hin zu einem an Soziokratie (S3) angelehnten Führungsmodell der Zusammenarbeit. In ihren Rollen verantwortet sie die Entwicklung der Personalstrategie, begleitet Veränderungsprozesse und fördert eine partizipative Unternehmenskultur.

Über das Unternehmen Die Alternative Bank Schweiz AG (ABS) ist eine sozial und ökologisch ausgerichtete Bank, die auf Basis ihrer ethischen Grundwerte Dienstleistungen im Anlage-, Spar- und Kreditbereich in der ganzen Schweiz anbietet. Sie verzichtet auf Gewinnmaximierung und stellt ihre ethischen Prinzipien in den Vordergrund. Das Geld ihrer Kundinnen und Kunden investiert sie langfristig in Projekte, die sie nach ihren sozialen und ökologischen Kriterien auswählt. Die ABS legt seit ihrer Gründung grossen Wert auf Gleichberechtigung, Transparenz und Mitwirkung. Sie verfügt über ein soziokratisches Führungsmodell der Zusammenarbeit, das sich am Sinn der Bank orientiert, lebt unter anderem die interne Lohntransparenz, hat ein definiertes Verhältnis von tiefstem zu höchstem Lohn (von max. 1:5) und kommt ohne Bonussystem aus.

Die ABS mit Hauptsitz in Olten und Filialen in Zürich, Lausanne und Genf wurde 1990 gegründet. Die Bank beschäftigt 189 Mitarbeitende, wird von über 9’500 Aktionärinnen und Aktionären getragen, verwaltet Vermögen im Umfang von 3,3 Milliarden Franken, finanziert Projekte und Unternehmen mit 2,2 Milliarden Franken und betreut mehr als 45’000 Kundinnen und Kunden.

Die ABS ist Gründungsmitglied der Global Alliance for Banking on Values (GABV), einer weltweiten Bewegung von werteorientierten Banken.

The post #64 Wie die Alternative Bank Schweiz Führung, Werte und Soziokratie zu einem eigenen Modell verbindet | mit Astrid Blunschi Balmer appeared first on Zukunftspioniere der Arbeitswelt.
42 Minuten
Was passiert, wenn die klassische Agilität nicht mehr reicht? Wenn ein Team merkt: Da geht noch mehr – in Klarheit, Verantwortung und Wirksamkeit? In dieser Folge nehmen wir euch mit zu Multivac, einem international tätigen Technologieunternehmen, das den Mut hatte, seine eigene Organisation radikal zu hinterfragen. Wir sprechen über den Weg von agilen Teams hin zu einer konsequent nutzerzentrierten Struktur, über neu geschnittene Rollen, verteilte Führung bzw. Verantwortung. Das Highlight: Self‑Selection als Katalysator für Ownership. Vielleicht sind das die spannendsten Teile von Transformationen: der Übergang von "über mich wird bestimmt" hin zu "ich darf meinen Arbeitsfokus und meine Team-Zugehörigkeit selbst wählen".

Ein ehrlicher Praxisbericht über Selbstorganisation jenseits von Buzzwords: mit echten Zweifeln, schlaflosen Nächten, überraschenden Entscheidungen und vielen Learnings für alle, die Organisationen nicht nur verwalten, sondern gestalten wollen.

Über den Interviewpartner

Simon Grotz ist Agiler Coach und Scrum Master bei Multivac. Vom Softwareentwickler kommend begleitet er heute auf dem Weg zu mehr Selbstorganisation, klaren Rollen und moderner Führung – mit viel Praxisnähe und einem starken Menschenbild.

Über das Unternehmen

Multivac ist ein weltweit agierendes Technologie- und Maschinenbauunternehmen mit Hauptsitz in Wolfertschwenden im Allgäu (Deutschland). Das Familienunternehmen beschäftigt rund 7'500 Mitarbeitende und gilt als Hidden Champion für Verpackungs‑ und Verarbeitungslösungen in den Bereichen Food, Medical, Pharma und Industrie. Multivac hat früh eine eigenständige Einheit für Digitale Produkte & Transformation aufgebaut. Diese Einheit dient nicht nur der Digitalisierung von Maschinen und Services, sondern auch als Experimentierfeld für neue Formen von Zusammenarbeit und Führung.
1 Stunde 3 Minuten
Was passiert, wenn eine soziale Organisation Verantwortung konsequent verteilt und Menschen befähigt, wirklich mitzugestalten?Im Gespräch mit Thomas Schwendener geht es um den Weg von obvita hin zu einer soziokratischen Kreisorganisation – über Sinn, Rollen, Befähigung und die Frage, wie Selbstorganisation in einem komplexen sozialen Umfeld lebendig wird. Ein ehrlicher Einblick in Transformation, die nicht perfekt sein will, sondern wirksam.

Über meinen Interviewpartner Thomas Schwendener ist Organisationsentwickler mit Schwerpunkt auf Prozessqualität, Kulturwandel und Selbstorganisation. Sein beruflicher Weg führte ihn bewusst durch unterschiedliche Systeme, von der internationalen Logistik über die Luxushotellerie bis hin zur sozialen Arbeit. Diese Vielfalt prägt seine heutige Arbeitsweise: analytisch präzise, methodisch fundiert und gleichzeitig menschenorientiert.

Von 2005 bis 2007 war er in Dublin (IRL) als Business Process Coordinator tätig, wo er Geschäftsprozesse analysierte und optimierte. Zurück in der Schweiz wirkte er als Teilprojektleiter beim Aufbau einer Logistikzentrale im Raum Zürich und leitete anschliessend Projekte im Lean Management und Six Sigma. Mithilfe der DMAIC-Methode realisierte er dabei messbare Effizienzsteigerungen.

2015 wechselte er in die Luxushotellerie und übernahm als Qualitäts- und Prozessmanager die Weiterentwicklung des Qualitäts- und Prozessmanagements, die Umsetzung datenschutzrelevanter Standards sowie die Leitung eines umfassenden Digitalisierungsprojekts. Parallel begleitete er Veränderungen in verschiedenen Bereichen und schärfte sein Verständnis für Organisationskultur in anspruchsvollen Dienstleistungssystemen.

Seit 2021 ist er Organisationsentwickler bei obvita. Dort leitet er strukturelle und kulturelle Entwicklungsprojekte und gestaltet den Aufbau einer wertebasierten, selbstorganisierten Organisationskultur. Seine Arbeit verbindet systemisches Denken, klares Rollenverständnis und echte Partizipation.

Seit 2022 ist er zudem in der Lehre tätig: dies als Lehrperson an der SWS Winterthur im Lehrgang «Leadership SVF» und seit 2024 als Lehrbeauftragter an der OST – Ostschweizer Fachhochschule, wo er Inhalte zu Strategieentwicklung, Projektmanagement und Changemanagement vermittelt.

Über das Unternehmen obvita ist eine der traditionsreichsten Behindertenorganisationen der Ostschweiz und verfolgt die Vision, Menschen mit Sehbehinderungen, psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen sowie Personen in beruflichen Übergangsphasen ein selbstbestimmtes, eigenständiges und erfülltes Leben zu ermöglichen.

Als breit aufgestellte soziale Institution bietet obvita Abklärung, Beratung, Ausbildung, berufliche Integration, vielfältige Arbeitswelten sowie Wohn- und Betreuungsangebote für Jugendliche, Erwachsene und Seniorinnen und Senioren an. Die Angebote schaffen Räume für Teilhabe, Entwicklung und ein Leben mit mehr Selbstbestimmung. Dies in einer Organisation, die sich kontinuierlich weiterentwickelt.

Seit 2017 geht obvita zudem einen klaren Weg in Richtung Selbstorganisation. Die Organisationskultur wird seither in einem iterativen Prozess weiterentwickelt, mit dem Ziel, Verantwortung breiter zu verteilen, Mitgestaltung zu ermöglichen und die Qualität der Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken.

The post #62 Selbstorganisation mit Sinn – wie obvita Verantwortung neu verteilt mit Thomas Schwendener appeared first on Zukunftspioniere der Arbeitswelt.
1 Stunde 42 Minuten
Wie verändert Soziokratie den Klinikalltag und das Verständnis von Führung?Kathrin Hillewerth, Co-Klinikleiterin Chirurgie am Spital Zollikerberg, spricht über den Weg hin zu soziokratischen Strukturen, über Vertrauen, Mitbestimmung und die Kunst, in einem hochkomplexen Umfeld Orientierung zu geben.

Ein ehrlicher Einblick in Führung, Verantwortung und Wandel im Gesundheitswesen.

Über meine InterviewpartnerinKathrin Hillewerth ist Co-Klinikleiterin der Klinik für Chirurgie am Spital Zollikerberg, eine Funktion, die sie seit 2010 gemeinsam mit einem ärztlichen Kollegen wahrnimmt. Sie verbindet fundierte Pflegeexpertise mit langjähriger Führungserfahrung und einer ausgeprägten ethischen Haltung: Als Co-Leiterin des Ethik-Forums der Gesundheitswelt Zollikerberg prägt sie seit gut 20 Jahren die werteorientierte Entscheidungsfindung im Haus.

Mit einem Master of Science in Nursing und einem MAS in Ethischer Entscheidungsfindung in Organisationen und Gesellschaft bringt sie wissenschaftliche Tiefe ebenso ein wie gelebte Praxis.Seit 2019 begleitet sie die Einführung soziokratischer Kreisstrukturen in der Klinik für Chirurgie mit dem Ziel, Verantwortung breiter zu verteilen, Mitbestimmung zu stärken und die Qualität der Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.

Über das UnternehmenDas Spital Zollikerberg ist Teil der Gesundheitswelt Zollikerberg der Stiftung Diakoniewerk Neumünster – Schweizerische Pflegerinnenschule.Als privates Akutspital mit öffentlichem Leistungsauftrag des Kantons Zürich steht es für moderne Medizin, menschliche Pflege und wertebasierte Gesundheitsarbeit.

Mit 173 Betten, jährlich rund 11'000 stationären und 70'000 ambulanten Behandlungen sowie etwa 2'000 Geburten zählt das Spital zu den bedeutenden Gesundheitseinrichtungen der Region.

Die Klinik für Chirurgie ist eines der zentralen Leistungszentren: Über 1'500 stationäre Eingriffe und 6'000 Notfallbehandlungen pro Jahr bilden ein breites Spektrum von Allgemeinchirurgie, Orthopädie, Wirbelsäulen- und Gynä­ko­logie ab.Besonders bemerkenswert: Seit 2019 arbeitet die Klinik für Chirurgie mit soziokratischen Kreisstrukturen, ein Modell, das Zusammenarbeit, Mitbestimmung und gemeinsame Verantwortung im Klinikalltag neu gestaltet.
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Über diesen Podcast

Wir, das sind Ralf Metz und Daniela Dollinger, stellen regelmässig Menschen aus Organisationen vor, die mutig als Pionier die Arbeitswelt verändern. Denn wir sind davon überzeugt, dass bereits heute in vielen Organisationen die Veränderung der Arbeitswelt geschieht. Mal sind es Veränderungen im Kleinen, mal im Grossen. Dennoch haben diese alle eins gemein: Sie inspirieren und machen Mut. Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, findet dies auf unserer Webseite.
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„Zukunftspioniere“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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